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Achalasie

8 Minuten Lesezeit

Achalasie beschreibt eine Motilitätsstörung des Ösophagus, die durch eine dysfunktionale Ösophagusperistaltik und eine verminderte Erschlaffung des unteren Ösophagussphinkters gekennzeichnet ist. Dies führt zu Dysphagie, langsamer Nahrungsaufnahme und Regurgitation von nicht-sauren Nahrungsbestandteilen. Diagnostisch ist die Ösophagogastroduodenoskopie (ÖGD) mit Biopsie wichtig, um ein Ösophaguskarzinom auszuschließen, ergänzt durch Manometrie als Goldstandard, die erhöhten Sphinktertonus und Aperistaltik nachweist. Die Therapie umfasst pneumatische Ballondilatation, Botulinumtoxin-Injektionen, chirurgische Myotomie und in weniger wirksamen Fällen medikamentöse Behandlung mit Nitraten oder Calciumkanalblocker.

  • Inzidenz in Deutschland: Achalasie ist eine seltene Erkrankung mit einer geschätzten Inzidenz von etwa 1-3 Fällen pro 100.000 Einwohner pro Jahr
  • Geschlechtsverteilung: Achalasie tritt bei Männern und Frauen mit etwa gleicher Häufigkeit auf
  • Altersverteilung: Obwohl Achalasie in jedem Alter auftreten kann, wird sie häufig bei Personen mittleren Alters zwischen 25 und 60 diagnostiziert
  • Primäre Achalasie: Die genaue Ursache ist unbekannt
  • Sekundäre Achalasie: auf Basis von bestimmten Grunderkrankungen (z.B. Ösophaguskarzinom, Chagas-Krankheit durch das Trypanosoma cruzi)
Ösophaguskarzinom
Ösophaguskarzinom
  • Degeneration des Auerbach Plexus 
  • Erhöhter Tonus des unteren Ösophagussphinkters und fehlende Relaxation beim Schluckakt
  • Speisereste sammeln sich vor dem unteren Sphinkter
  • Zunächst Hyperperistaltik als Kompensation
  • Aperistaltik im Verlauf
  • Dysphagie
    • Langsame Entwicklung
    • Paradox, intermittierend
    • Aggraviert durch Stress und schnelles Essen
  • Regurgitation von nicht-sauren Nahrungsbestandteilen
  • Häufiges Nachtrinken
  • Selten: retrosternale Schmerzen
  • Gewichtsverlust (erst sehr spät)
 Info

Paradoxe Dysphagie

Eine paradoxe Dysphagie bedeutet, dass eine Dysphagie beim Schlucken von Flüssigkeiten, jedoch nicht beim Schlucken fester Nahrung besteht. Der Grund dafür ist, dass der Ösophagus durch den Widerstand, den die feste Nahrung erzeugt, den Speisebrei leichter in Richtung Magen befördern kann. Diese Art von Dysphagie ist typisch für die Achalasie, aber nicht alle Achalasie-Patient:innen haben eine paradoxe Dysphagie.

  • ÖGD mit obligater Biopsie zur Abgrenzung vom Ösophaguskarzinom
  • Breischluck
    • „Sektglas“-Form des Ösophagus
    • Dilatation des Ösophagus
Sektglas-Form im Ösophagusbreischluck
  • Manometrie
  • Goldstandard (sichert die Diagnose)
  • Tonus des Sphinkters >25mmHg: Achalasie
  • Aperistaltik des Ösophagus öder Hyperperistaltik (seltener)
  • Pneumatische Ballondilatation (1. Wahl)
  • Botulinumtoxin-Injektion (2. Wahl)
  • Chirurgische Myotomie (laparoskopisch oder POEM = perorale endoskopische Myotomie)
  • Medikamentös (Nitrate, Calciumkanalblocker)
     → Schlecht wirksam
 Tipp

Im Rahmen der Therapie einer Achalasie kann begleitend eine GERD- Prophylaxe sinnvoll sein.

  • Retentionsösophagitis (ggf. mit Blutung)
  • Erhöhtes Krebsrisiko
  • Aspiration: Pneumonie, Lungenabszess
Zuletzt aktualisiert am 23.09.2024
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