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Aktionspotenzial

EP
3 Minuten Lesezeit
  • Ein Aktionspotenzial ist eine kurzzeitige Veränderung des Ruhemembranpotenzials, um eine elektrische Erregung weiterzuleiten
  • Es entsteht am Axonhügel und wird über das Axon entlang weitergeleitet

Übersicht

Das Aktionspotenzial durchläuft typischerweise drei Phasen:

  • Depolarisationsphase: Hier erfolgt eine rasche Abnahme des Membranpotenzials (Der Potenzialunterschied wird geringer, das Membranpotenzial wird jedoch weniger negativ/positiver), welches in der Regel einen Endpunkt von über 0 mV erreicht
  • Repolarisationsphase: In dieser Phase wird das Ruhepotenzial wiederhergestellt
  • Refraktärphase: Während dieser Phase ist es nicht möglich, ein neues Aktionspotenzial auszulösen
  • Hinzu kommen das Spitzenpotenzial und die Hyperpolarisation

Depolarisationsphase:

  • Ein Aktionspotenzial entsteht durch eine äußere Depolarisation, die das Membranpotenzial in positiver Richtung verschiebt, bis die kritische Schwelle erreicht ist
  • Am Ranvier-Schnürring wird die äußere Depolarisation durch den Na+-Einstrom am Nachbarschnürring hervorgerufen
  • Wenn die Erregung einen bestimmten Schwellenwert von -55 mV erreicht, erfolgt eine Reaktion nach dem „Alles-oder-Nichts-Prinzip“
  • Alles-oder-Nichts-Prinzip = Entweder es wird ein vollständiges Aktionspotenzial ausgelöst oderes bleibt beim Ruhepotenzial
  • Zuerst öffnen sich Natrium-Kanäle und Natrium-Ionen strömen in die Zelle ein
  • Der Einstrom erfolgt aufgrund der elektrochemischen Triebkraft, um das Gleichgewichtspotenzial des jeweiligen Ions zu erreichen (z.B.: das Gleichgewichtspotenzial von Natrium liegt bei +60 mV. Aufgrund der negativen Ladung der Zelle und der intrazellulär geringen Natrium-Konzentration strömen die positiv geladenen Natrium-Ionen in die Zelle ein und das Membranpotenzial wird positiver (= Depolarisation)
  • Sobald der Schwellenwert erreicht ist, öffnen sich immer mehr spannungsabhängige Na+-Kanäle und die Depolarisation verstärkt sich durch den Lawineneffekt.
  • Das Maximum des Na+-Einstroms ist nach der Hälfte der Aufstrich Phase erreicht und danach nimmt er wieder ab.
  • Die Amplitude des Aktionspotenzials ist unabhängig von der Stärke des auslösenden Reizes und folgt dem Alles-oder-Nichts-Prinzip

Repolarisationsphase:

  • Inaktivierung der Na+-Kanäle führt zur Abnahme des Na+-Einstroms und dem Anstieg des K+-Ausstroms (die positiven K+-Ionen strömen aus der Zelle aus, da sie ein Gleichgewichtspotenzial von -90 mV anstreben ➜ durch den Ausstrom wird das Membranpotenzial wieder negativer
  • Repolarisation der Zellmembran beginnt durch den K+-Ausstrom und endet mit der Wiederherstellung des Ruhemembranpotenzials
  • Die Na+/K+-ATPase stellt die Ionenverteilung wieder her und erhält das Ruhemembranpotenzial (siehe Ruhemembranpotenzial ➜ Na+/K+-ATPase), sie trägt jedoch nicht direkt zum Aktionspotenzial bei

Hyperpolarisation

  • Membranpotenzial wird vorübergehend negativer als das Ruhepotenzial, da die spannungsabhängigen Kaliumkanäle noch geöffnet sind und Kaliumionen aus der Zelle herausströmen
Aktionspotenzial
Aktionspotenzial
 Tipp

"Draußen regnet es richtig heftig":

Depolarisationsphase, Repolarisationsphase, Refraktärphase und Hyperpolarisationsphase.

Refraktärphase:

  • Die Refraktärphase folgt auf das Aktionspotenzial
  • Na+-Kanäle sind inaktiv und können nicht geöffnet werden
  • Absolute Refraktärphase: Alle Na+-Kanäle sind inaktiviert ➜ kein Reiz kann Aktionspotenzial auslösen
  • Relative Refraktärphase: Einige Na+-Kanäle sind aktiviert ➜ Reiz muss stärker sein
  • Das Aktionspotenzial während der Refraktärzeit hat eine geringere Amplitude, Dauer und Fortleitungsgeschwindigkeit. Die Amplitude eines Aktionspotenzials kann während der Refraktärzeit variieren
  • Die Refraktärzeit begrenzt die maximal mögliche Aktionspotenzialfrequenz. Die Refraktärzeit kann mehrere Millisekunden dauern
Zuletzt aktualisiert am 21.09.2024
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