Medi Know
Logo Image

Akute Gastritis

Akute Magenschleimhautentzündung
5 Minuten Lesezeit

Die akute Gastritis ist eine teilweise vorübergehende Schädigung der Magenschleimhaut. Asymptomatische Verläufe sind häufig. In der Regel heilt sie von selbst aus.

Ein Missverhältnis aus protektiven und den Magen reizenden Substanzen führt zu einem Ödem der Magenschleimhaut. Daneben können multiple Erosionen der Magenschleimhaut (akute erosive Gastritis) auftreten. Es sind exogene und endogene Ursachen definiert:

Exogene UrsachenEndogene Ursachen

Direkte Schädigung der Schleimhaut

  • Exzessiver Alkoholkonsum oder Rauchen
  • Übermäßig viel Essen
  • Medikamente (NSAR, Gukokortikoide, orale Eisensubstitution, Antibiotika, Zytostatika)
  • Verätzungen durch Säuren/Basen
  • Infektionen (H. pylori, Salmonellen, CMV, HSV, EBV, Candida albicans, Syphilis) → insbesondere bei Immunsuppression relevant
  • Galle-Reflux (nach partieller Gastrektomie)

Störung der Mikrozirkulation

  • Stress (Schockzustand, Trauma, Verbrennungen, Operationen, intrakranielle Druckerhöhung, psychischer Stress z.B. durch Leistungsdruck)
  • Ischämie
 Tipp

Bei Patient:innen auf Intensivstation mit Risikofaktoren für gastrointestinale Blutungen (z.B. Gerinnungsstörungen, Sepsis) kann eine Stressulkusprophylaxe mit Protonenpumpeninhibitoren erfolgen. 

Die Symptome einer Gastritis sind häufig unspezifisch oder können fehlen. 

  • Oberbauchschmerzen / Druckgefühl im Oberbauch
  • Appetitlosigkeit
  • Blähungen, postprandiales Völlegefühl, Anorexie
  • Übelkeit, Erbrechen
  • Aufstoßen, unangenehmer Geschmack im Mund
  • Durch die Erosionen kann es zu Blutungen mit Hämatemesis (Bluterbrechen) oder Meläna (Teerstuhl) und ggf. mit einer Eisenmangelanämie kommen
 Achtung

Eine akute erosive Gastritis kann zu einer massiven, lebensgefährlichen Blutung der Magenschleimhaut führen!

  • Anamnese: aktuelle Symptomatik, Ernährung, Gewicht, B-Symptomatik, Medikation etc. 
  • Körperliche Untersuchung: Fokus auf abdominelle Untersuchung, Druckschmerz im Oberbauch/Epigastrium
  • Gastroskopie: Entzündliche Veränderung der Schleimhaut ggf. mit Erosionen
  • Biopsie: Entzündung der oberflächlichen Schleimhaut, Infiltration durch Neutrophile; Abgrenzung zur chronischen Gastritis möglich
  • Nach der spezifischen Ursache wird meist nur bei ausbleibender Besserung oder bei einer Verschlechterung der Klinik gesucht
 Achtung

Eine Schleimhautschädigung gilt bei einer Tiefe bis zur Lamina muscularis mucosae als Erosion. Geht sie tiefer, wird die Bezeichnung Ulkus verwendet.

 Info

Nach der spezifischen Ursache wird meist nur bei ausbleibender Besserung oder bei einer Verschlechterung der Klinik gesucht.

  • Meist spontane Ausheilung
  • Symptomlindernde Therapie
  • Verabreichen von PPs, z.B. Pantoprazol 20 – 40 mg 1x täglich 
  • Antiemetika, z.B. Dimenhydrinat (Vomex)
  • Ernährungsumstellung
    • Verzicht auf magenreizende Substanzen: Kaffee, Alkohol, Rauchen, reizende Medikamente
    • Bei ausgeprägter Entzündung (stärkere Symptome) ggf. kurzzeitige Nahrungskarenz oder Schonkost
  • Ggf. Maßnahmen der Stressreduktion
Zuletzt aktualisiert am 15.10.2025
Ösophaguskarzinom
Chronische Gastritis
Deine Medizin-Lernplattform
Jetzt weiterlesen
Zugang zu diesem und über 800 weiteren leitlinienbasierten Artikeln, unserem einzigartigen medizinischen AI-Tutor und Quiz