Zusammenfassung
Antihistaminika reduzieren die Wirkung des körpereigenen Gewebshormons Histamin. Histamin ist ein biogenes Amin und bindet an 4 verschiedene Rezeptoren (H1-H4). Histamin steigert die Salzsäureproduktion an den Belegzellen
Es werden H1- und H2-Antihistaminika unterschieden. Die H1-Antihistaminika werden weiter unterteilt in eine 1. Generation, welche ZNS-gängig sind und sedierend wirken, und eine 2. Generation, welche kaum sedierend wirken.
Physiologie
| Rezeptor | Wichtige Lokalisationen | Effekt |
|---|---|---|
| H1-Rezeptor |
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| H2-Rezeptor |
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Übersicht
| Wirkstoffe | Wirkung | Indikationen | Besonderheiten |
|---|---|---|---|
H1-Antihistaminika
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Nebenwirkungen:
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2. Generation
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| Nebenwirkungen:
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H2-Antihistaminika
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| Nebenwirkungen:
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AchtungBei den H1-Antihistaminika der 1. Generation handelt es sich um sogenannte „dirty drugs“. Denn sie blockieren nicht nur H1-Rezeptoren, sondern auch muskarinerge Rezeptoren. Dadurch treten anticholinerge Nebenwirkungen auf. Das heißt, die Wirkung des Acetylcholins wird reduziert. Vor allem ältere Menschen haben ein erhöhtes Risiko für anticholinerge Nebenwirkungen. Dies liegt zum einen an einer Degeneration der cholinergen Funktionen im Alter und zum anderen an einer erhöhten Permeabilität der Blut
-Hirn-Schranke.
AchtungAnticholinerge Nebenwirkungen, die man kennen sollte, sind: Verengung des Kammerwinkels ⟶ Mydriasis ⟶ Gefahr eines Glaukoms (KI: Glaukom
), Mundtrockenheit, Tachykardie , Obstipation , Harnverhalt , Hyperthermie und eine eingeschränkte geistige Leistungsfähigkeit insbesondere bei älteren Menschen (mehr zum Thema findes du im Artikel Parasympathikus ).
Quellen
- Freissmuth et al.: Pharmakologie und Toxikologie. Springer 2012, ISBN: 978-3-642-12353-5.
- Karow, Lang-Roth: Allgemeine und Spezielle Pharmakologie und Toxikologie 2012
- Lüllmann et al.: Pharmakologie und Toxikologie. 15. Auflage Thieme 2002, ISBN: 3-133-68515-5
- Wehling: Klinische Pharmakologie. 2. Auflage Thieme 2011, ISBN: 978-3-131-60282-4

