Bei der arrhythmogenen rechtsventrikulären Kardiomyopathie (= ARVC) kommt es aufgrund von Varianten in Genen für Proteine der Desmosomen (Zellkontakte, die benachbarte Kardiomyozyten mechanisch verbinden) zu einem Zelluntergang von Kardiomyozyten im rechten Ventrikel. Die Kardiomyozyten werden durch Binde- und Fettgewebe ersetzt. In der Folge resultiert eine Ausdünnung der Ventrikelwand mit einer Dilatation und einer gestörten Erregungsleitung. Es kann insbesondere zu ventrikulären Herzrhythmusstörungen kommen. Von der arrhythmogenen rechtsventrikulären Kardiomyopathie sind insbesondere junge Erwachsene betroffen.
Sie wird autosomal-dominant mit unvollständiger Penetranz vererbt.
Formen mit überwiegender Beteiligung des linken Ventrikels (früher linksdominante ARVC oder arrhythmogene linksventrikuläre Kardiomyopathie) werden seit 2023 meist als nicht-dilatative linksventrikuläre Kardiomyopathie (NDLVC) eingeordnet.
- Leitlinie: Kardiomyopathien, European Society of Cardiology (ESC) Deutsche Gesellschaft für Kardiologie – Herz- und Kreislaufforschung (DGK) e. V.
- Leitlinie: 2023 ESC Guidelines for the management of cardiomyopathies, European Society of Cardiology (ESC). Arbelo E, Protonotarios A et al., Eur Heart J 2023, 44(37): 3503–3626



