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Arrhythmogene rechtsventrikuläre Kardiomyopathie

3 Minuten Lesezeit
Arrhythmogene rechtsventrikuläre Kardiomyopathie (= ARVC)

Bei der arrhythmogenen rechtsventrikulären Kardiomyopathie (= ARVC) kommt es aufgrund einer Mutation in einem Rezeptor, der im Rahmen der interzellulären Kommunikation vorliegt, zu einem Zelluntergang von Kardiomyozyten im rechten Ventrikel. Die Kardiomyozyten werden durch Binde- und Fettgewebe ersetzt. In der Folge resultiert eine Ausdünnung der Ventrikelwand mit einer Dilatation und einer gestörten Erregungsleitung. Es kann insbesondere zu ventrikulären Herzrhythmusstörungen kommen. Von der arrhythmogenen rechtsventrikulären Kardiomyopathie sind insbesondere junge Erwachsene betroffen.

Sie wird autosomal-dominant mit unvollständiger Penetranz vererbt.

  • Symptome:
    • Häufig zu Beginn ventrikuläre Tachykardie im Rahmen körperlicher Belastung mit Symptomen von Palpitationen und Synkopen bis hin zum plötzlichen Herztod
    • Symptome einer Rechtsherzinsuffizienz: Ödeme, Leberstauung etc.
  • Familienanamnese: plötzlicher Herztod in der Verwandtschaft
EKG bei arrhythmogener rechtsventrikulärer Kardiomyopathie (ARVC)
Epsilonwelle
  • EKG:
    • Erregungsrückbildungsstörungen in den rechtspräkordialen Ableitungen (T-Wellen in V1-V3)
    • Verbreiterter QRS-Komplex mit einer Epsilonwelle am Ende in V1, V2 und ggf. V3 (= geringer positiver Ausschlag zwischen dem Ende des QRS-Komplexes und dem Anfang der T-Welle; nur in 10% der Fälle vorhanden; sehr charakteristisch)
    • Ggf. Rechtsschenkelblock
  • Echokardiographie: lokale Wandbewegungsstörungen/Hypokinesien des rechten Ventrikels (es können unauffällige echokardiographische Befunde vorliegen)
  • Ggf. MRT und Endomyokardbiopsie zur Identifikation von Fetteinlagerungen
Histologischer Befund bei einer ARVC
Histologischer Befund bei einer ARVC
  • Vermeidung von stärkerer körperlicher Belastung
  • Antiarrhythmische Therapie: z.B. ß-Blocker
  • Implantation eines ICD
  • Leitlinie: Kardiomyopathien, European Society of Cardiology (ESC) Deutsche Gesellschaft für Kardiologie – Herz- und Kreislaufforschung (DGK) e. V.
Zuletzt aktualisiert am 26.09.2024
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