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Arterielle Blutentnahme

7 Minuten Lesezeit

Die arterielle Blutentnahme dient in erster Linie der arteriellen Blutgasanalyse (aBGA). Sie ermöglicht die Beurteilung des Oxygenierungsstatus sowie eine Analyse des Säure-Base-Haushalts. Die Blutgewinnung erfolgt durch Punktion einer Arterie – typischerweise der A. radialis oder A. femoralis – oder über einen bereits liegenden arteriellen Zugang. Kontraindikationen bestehen bei lokalen Infektionen, eingeschränkter Durchblutung oder bei schweren Blutungsneigungen.

  1. Notfall- und Intensivmedizin:
    1. Dyspnoe
    2. Akute respiratorische Insuffizienz
    3. Hyperventilation
    4. V.a. Hyperkapnie  
    5. Intoxikationen
    6. Sauerstoffsättigung <94 %
    7. Beatmungstherapie
    8. Stoffwechselstörungen
    9. Bestimmung des pHs  
  2. Präoperative Diagnostik bei Risikopatient:innen mit Lungenerkrankungen
  3. Früherkennung von bestimmten Herz- und Lungenerkrankungen 
  4. Verlaufskontrolle chronischen Lungenerkrankungen 
  1. Durchblutungsstörungen (Ischämie):
    1. A. radialis: Pathologischer Allen-Test 
  2. Infektionen und Tumore an der Punktionsstelle
  3. Schwere Blutungsneigung
  • Handschuhe
  • Desinfektionsspray
  • Keimarme Tupfer
  • Punktionsnadel oder Blutgas-Abnahmeset
  • BGA-Röhrchen
  • Abwurf

    Material für die arterielle Blutentnahme

Die häufigsten Lokalisationen: 

  • A. radialis 
  • A. femoralis 
 Achtung

Jede Blutentnahme gilt rechtlich als Körperverletzung und darf - abgesehen von Notfällen oder einer richterlichen Anordnung - nur mit einer entsprechenden Aufklärung und Einwilligung der Patient:innen durchgeführt werden. 

Vorbereitung: 

  • Blutungsanamnese, Allergien
  • Aufklärung über Durchführung, Komplikationen und alternative Möglichkeiten 
  • Allen-Test: testet die Kollateralisierung der Hohlhand über die A. radialis und A. ulnaris

Allen-Test

 Achtung

Die diagnostische Wertigkeit des Allen-Tests wird kontrovers diskutiert. Die Durchführung kann neben der Untersuchung der Kollateralisierung auch aus forensischen Gründen sinnvoll sein!

Lagerung: 

  • Sitzend oder in Rückenlage
  • Der Arm liegt komplett auf der Unterlage und ist nach außen rotiert 

Durchführung:

  1. Inspektion und Palpation der Extremitäten auf geeignete Punktionsstellen
    1. Insbesondere A. radialis, A. ulnaris und A. femoralis
  2. Durchführung des Allen-Tests zur Sicherstellung einer ausreichenden Kollateralisierung des arteriellen Handkreislaufs
  3. Desinfektion der Punktionsstelle (ein Stauschlauch muss nicht angelegt werden und bietet keine Vorteile)
  4. Anziehen der Einmalhandschuhe
  5. Einführen der Punktionsnadel in einem Winkel von ca. 30° in die Haut
    1. Abflachen der Nadel, nachdem die Haut durchstochen ist
  6. Bei korrekter Lage fließt hellrotes pulsierendes Blut in das Anfangsstück des Schlauches
  7. Das BGA-Röhrchen kann nun adaptiert und gefüllt werden
  8. Kompression der Punktionsstelle für ca. 2 – 5 Minuten, ggf. Druckverband
  • Hämatom, Nachblutung 
  • Infektionen 
  • Intravasale Thrombenbildung 
  • Gefäßspasmus 
  • Pseudoaneurysma 
Zuletzt aktualisiert am 22.01.2026
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