Einleitung
Asthma bronchiale
Mehr Informationen findest du hier: Asthma bronchiale
Asthma bronchiale
Mögliche Ursachen für die Entstehung von Asthma
Je nach Ausprägung des Asthmas können Symptome wie chronischer Husten
Ein akuter Asthmaanfall
Chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD )
Mehr Informationen findest du hier: chronisch obstruktive Lungenerkrankung
Ähnlich wie bei Asthma bronchiale
Diagnostik
- Klinik und Anamnese
- Asthma bronchiale
: akute Dyspnoe insbesondere nachts und früh morgens, Thorakale Einziehungen, vorwiegend im Kindes- und Jugendalter - Auslöser: Allergene, Infektionen, Tabakrauch, kalte Luft, Medikamente wie ASS
oder Betablocker , körperliche Belastung
- Auslöser: Allergene, Infektionen, Tabakrauch, kalte Luft, Medikamente wie ASS
- COPD
: Atemnot, chronischer Husten, Auswurf (AHA-Regel), Fassthorax , Kachexie, erhöhte Atemfrequenz & Tachykardie , v.a. ab dem 50. Lebensjahr - Auslöser: Infektionen (in 80% der Fälle)
- Einsatz der Atemhilfsmuskulatur, Zyanose, Giemen
, Brummen
- Asthma bronchiale
- Pulsoxymetrie
- Blutgasanalyse
(BGA ) - Bei schwerer Exazerbation arterielle BGA
- pO2↓: hypoxämische respiratorische Insuffizienz
(Partialinsuffizienz) - pCO2↑: hyperkapnische respiratorische Insuffizienz
(Globalinsuffizienz)
- pO2↓: hypoxämische respiratorische Insuffizienz
- Bei schwerer Exazerbation arterielle BGA
- Blutgasanalyse

- Labor: Entzündungsparameter (Leukozyten
, CRP , Procalcitonin ) zum Ausschluss einer bakteriellen Infektion - Bei Verdacht auf eine Infektion
Blutkulturen abnehmen - Röntgen-Thorax
: Ausschluss anderer Differentialdiagnosen (z.B. Pneumonie ) - Lungenfunktionsdiagnostik
: Peak-Flow -Messung (PEF )↓ - Nachweis einer Bronchialobstruktion FEV1
/VC (Tiffeneau-Index)↓ - Mit Teilreversibilität bei Asthma bronchiale
- Ohne Reversibilität bei COPD
- Mit Teilreversibilität bei Asthma bronchiale
- Nachweis einer Bronchialobstruktion FEV1
Vorgehen/Therapie
- Patient:in beruhigen und hinsetzen, sofern dieser/diese flach im Bett liegt (verbesserte Lungenbelüftung
und Hinzunahme der Atemhilfsmuskulatur möglich) - Lippenbremse
: Patient:in atmet gegen locker aufeinander aufliegende Lippen aus → Hierdurch wird ein Kollaps der Bronchiolen verhindert - Sauerstoffgabe
mit einem spO2-Ziel von 92-95% (CAVE: bei COPD nur vorsichtige Sauerstoffgabe von 1-2 Litern mit regelmäßigen BGA -Kontrollen) - Inhalation
mit Salbutamol /Ipratropiumbromid über einen Dauervernebler oder zunächst 2-4 Hübe Salbutamol - Zusätzlich Prednisolon
(nie inhalative Anwendung aufgrund des verzögerten Wirkeintritts)
Bei COPD: anschließend Prednisolon für ca. 10 Tage - Bei ausbleibender Besserung: Gabe von Terbutalin
oder Reproterol (CAVE: Tachykardienmöglich) - In schweren Fällen/bei Therapieresistenz (Hyperkapnie
, Hypoxämie , Azidose , Vigilanzminderung ): Beatmung (Nicht-invasiv (NIV ), im Verlauf ggf. invasiv) - Bei starker Dyspnoe
/Unruhe: COPD - Morphin (CAVE: Atemdepression möglich), Asthma - Promethazin 12,5-25 mg i.v. (Morphinsorgt für Histaminfreisetzung und kann einen Asthmaanfall verstärken) - Bei zusätzlicher kardialer Dekompensation/Lungenödem
: ggf. Furosemid - Bei Fieber
: ggf. Fiebersenkung mit Paracetamol - Bei allergischem Asthma: Meidung auslösender Faktoren
- Bei Verdacht auf eine Infektexazerbation und purulentem Sputum
: kalkulierte antiinfektive Therapie z.B. mit Ampicillin/Sulbactam (vorher Blutkulturenabnehmen)
AchtungBei einem Asthmaanfall dürfen keine ß-Blocker gegeben werden, da diese eine Bronchokonstriktion begünstigen!
Bei zusätzlichem Vorhofflimmernsollte statt ß-Blockern Verapamil zur Frequenzkontrolle gegeben werden.
Exkurs Sauerstoffsättigung
Für weitere Informationen siehe auch Blutgasanalyse
Zielwert der Sauerstoffsättigung
Bei Patient:innen sollte eine Sauerstoffsättigung
Der Sauerstoffanteil in der Atemluft beträgt 21 %. Über eine Nasenbrille
Zielwert der Sauerstoffsättigung bei COPD-Patient:innen
Bei Patient:innen mit chronisch obstruktiver Lungenerkrankung
Eine unkontrollierte, hochdosierte Sauerstoffgabe
InfoFrüher wurde angenommen, dass bei COPD
-Patient:innen der Atemantrieb hauptsächlich durch den Sauerstoffmangel (hypoxischer Atemantrieb) gesteuert wird. Demnach könne eine Sauerstoffgabe den Atemantrieb vermindern und dadurch zu Atemversagen führen. Dieses Konzept gilt heute jedoch als überholt bzw. stark relativiert. → Aktuelle Erkenntnisse sehen den Hauptmechanismus der CO₂-Erhöhung vielmehr in einer Störung des Ventilations-Perfusions-Verhältnisses (V/Q-Mismatch).
- Bei COPD
sind viele Lungenareale schlecht belüftet, weshalb es dort normalerweise zu einer hypoxischen Vasokonstriktion kommt - Dadurch wird der Blutfluss in diese schlecht ventilierten Bereiche reduziert und in besser belüftete Areale umgeleitet
- Wird jedoch hochdosiert Sauerstoff
verabreicht, wird diese hypoxische Vasokonstriktion aufgehoben - Hierdurch werden auch die schlecht ventilierten Lungenareale stärker durchblutet, obwohl dort weiterhin nur wenig Ventilation
stattfindet - Das Ventilations-Perfusions-Verhältnis verschlechtert sich, und es kommt funktionell zu einem Rechts-Links-Shunt, wodurch weniger CO₂ abgeatmet werden kann und der CO₂-Spiegel im Blut
ansteigt.
Relevanz der Blutgasanalyse :
Bei COPD


AchtungKonsequenzen für die Sauerstofftherapie
- Bei akuter Hypoxie sollte Sauerstoff
zur Stabilisierung gegeben werden, bei Bedarf auch initial hochdosiert - Eine dauerhaft unkontrollierte, hochdosierte Sauerstoffgabe
sollte vermieden werden - Die Sauerstofftherapie
sollte zielgerichtet titriert werden, mit einem SpO₂-Zielbereich von etwa 88–92 % sowie einer klinischen Verbesserung - Bei respiratorischer Insuffizienz und steigendem Sauerstoffbedarf sollte frühzeitig eine nichtinvasive Beatmung (NIV
) in Betracht gezogen werden. Dies auch bereits im präklinischen Setting
Algorithmus: akuter Asthmaanfall
Algorithmus akut exazerbierte COPD
Fallbeispiel
Für ein praktisches BGA
Quellen
- S2k-Leitlinie: Fachärztliche Diagnostik und Therapie der COPD, Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin e.V. (DGP)
- Nationale VersorgungsLeitlinie Asthma, Bundesärztekammer (BÄK) Arbeitsgemeinschaft der Deutschen Ärztekammern, Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV), Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF)
- S2k-Leitlinie zur fachärztlichen Diagnostik und Therapie von Asthma, Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin e.V
- S3-Leitlinie Nationale VersorgungsLeitlinie COPD, Bundesärztekammer, Kassenärztliche Bundesvereinigung, Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften

