- Ort: Die Atmungskette ist in die innere Mitochondrienmembran eingebettet
- Funktion: Die Atmungskette ist der letzte Schritt der aeroben Zellatmung und produziert den Großteil der Zellenergie in Form von Adenosintriphosphat (ATP)
- Elektronentransportkette: Die Atmungskette besteht aus einer Reihe von Proteinkomplexen und Molekülen, die Elektronen von NADH + H+ und FADH2 durch die Komplexe I–IV der Atmungskette transportieren
- Protonenpumpe: Während der Elektronentransport stattfindet, pumpen die Proteinkomplexe Protonen (H+) aus der mitochondrialen Matrix in den Intermembranraum
- Protonengradient: Die Pumpe erzeugt einen elektrochemischen Protonengradienten, da im Intermembranraum mehr Protonen vorhanden sind als in der Matrix
- ATP-Synthase: Die ATP-Synthase ist ein Enzym, das den Protonengradienten nutzt, um ATP zu synthetisieren. Sie katalysiert die Bildung von ATP aus Adenosindiphosphat (ADP) und anorganischem Phosphat (Pi)
- Sauerstoff als Elektronenakzeptor: Am Ende der Atmungskette fungiert Sauerstoff (O2) als der finale Elektronenakzeptor, der Elektronen und Protonen aufnimmt und Wasser (H2O) bildet
- ATP-Ausbeute: Aus einem Glukosemolekül beträgt die ATP-Ausbeute, inklusive der oxidativen Phosphorylierung in der Atmungskette, 32 ATP-Moleküle
- Effizienz: Die Atmungskette ist hoch effizient in der ATP-Produktion im Vergleich zu anaeroben Stoffwechselwegen. Pro NADH + H+ werden 2,5 ATP geliefert, während FADH2 1,5ATP liefert
- Verbindung mit anderen Wegen: Die Atmungskette ist eng mit dem Citratzyklus und der Glycolyse verbunden, da diese Stoffwechselwege die Elektronendonor- Moleküle (NADH + H+, FADH2) liefern, die in der Atmungskette Elektronen transportieren
- Problem:
- NADH + H+ aus dem Zytosol (Aus der Glycolyse, PDH-Reaktion, Citratzyklus, ß- Oxidation, Oxidative Desaminierung von Glutamat) kann nicht direkt in die mitochondriale Matrix transportiert werden
- Ursache: Die innere Mitochondrienmembran ist für NADH und H+ undurchlässig
- Lösung: Elektronen werden über spezielle Shuttle-Systeme transportiert:
- Malat-Aspartat-Shuttle: vor allem in Herz- und Leberzellen (effizient)
- Glycerin-3-phosphat-Shuttle: Skelettmuskulatur, Gehirn (schneller, weniger effizient)
Malat-Aspartat-Shuttle:
- Malatdehydrogenase: Die Malatdehydrogenase im Zytosol oxidiert NADH + H+, indem sie es zur Reduktion von Oxalacetat zu Malat verwendet
- Malattransport in die Mitochondrien: Malat kann die äußere Mitochondrienmembran durch einen speziellen Transporter passieren und wird im Inneren der Mitochondrien wieder zu Oxalacetat reduziert
- Oxalacetat-Aspartat-Umwandlung: Im Inneren der Mitochondrien wird Oxalacetat zu Aspartat transaminiert, wodurch α-Ketoglutarat aus Glutamat gebildet wird
- Aspartat-Transport in den Zytosol: Das neu gebildete Aspartat kann die Mitochondrienmembran verlassen und in das Zytosol gelangen
- Rückumwandlung zu Oxalacetat: Im Zytosol wird das Aspartat zu Oxalacetat transaminiert, wobei Glutamat aus α-Ketoglutarat entsteht. Dieses Oxalacetat kann dann durch die Malatdehydrogenase zu Malat reduziert werden
Glycerin-3-phosphat-Shuttle:
- Reaktionen:
- Übertragung der Elektronen auf Dihydroxyacetonphosphat:
- Reaktion: Dihydroxyacetonphosphat + NADH + H+ → Glycerin-3-phosphat + NAD+
- Ort: Zytosol
- Enzym: Zytosolische Glycerin-3-phosphat-Dehydrogenase
- Oxidation von Glycerin-3-phosphat in den Mitochondrien
- Oxidation an der inneren Mitochondrienmembran:
- Glycerin-3-phosphat wird wieder zu Dihydroxyacetonphosphat oxidiert
- Reaktion findet an der membrangebundenen, FAD-abhängigen mitochondrialen Glycerin-3-phosphat-Dehydrogenase statt
- Elektronen- und Protonenübertragung:
- Elektronen und Protonen werden auf enzymgebundenes FAD übertragen
- FAD wird dabei zu FADH2 reduziert
- Elektronentransfer in die Atmungskette:
- FADH2 wird wieder zu FAD oxidiert
- Elektronen werden auf Ubichinon (Coenzym Q) der inneren Mitochondrienmembran übertragen
- Ubichinol (reduzierte Form von Ubichinon) überträgt die Elektronen an Komplex III der Atmungskette
- Oxidation an der inneren Mitochondrienmembran:
- Übertragung der Elektronen auf Dihydroxyacetonphosphat:
