Medi Know
Logo Image

Bakterien

EP
3 Minuten Lesezeit

Bakterien sind einzellige Mikroorganismen. Sie sind Prokaryoten. Sie besitzen keinen Zellkern. Die DNA liegt frei im Zytoplasma vor. Neben der Zellmembran verfügen die meisten Bakterien über eine zusätzliche Zellwand. Bei der Anfärbung von Bakterien differenziert man zwischen grampositiven und gramnegativen Bakterien. Grampositive Bakterien haben eine dicke Zellwand, deren Bestandteil Teichonsäuren sind. Gramnegative Bakterien haben eine wesentlich dünnere einschichtige Mureinschicht, in die Lipopolysaccharide eingelagert sind. Bei der Anordnung von Bakterien gibt es verschiedene Formen. Zu den wichtigsten Formen gehören die Streptokokken (kettenförmig angeordnet) und die Staphylokokken (haufen- oder traubenförmig angeordnet).

Bakterielles Wachstum

Lag-Phase = Anpassung der Bakterien

Log-Phase = Exponentielles Wachstum

Stationäre Phase = Wachstum und Zelltod im Gleichgewicht 

Absterbephase = Bakterien sterben ab

Bakterielles Wachstum

 

  • Zellwand: Die Zellwand ist eine starre, äußere Schicht, die der Zelle Form und Schutz gibt. Sie besteht aus verschiedenen Proteinen, Lipiden und Kohlenhydraten, die je nach Bakterienart variieren können. Die Zellwand schützt die Bakterienzelle vor äußeren Einflüssen wie dem osmotischen Druck und bietet zudem die Möglichkeit, sich an andere Zellen oder Oberflächen zu heften
  • Zellmembran: Die Zellmembran befindet sich innerhalb der Zellwand und ist eine dünne Schicht aus Lipiden und Proteinen, die die Zellwand umgibt. Die Membran ist semipermeabel, was bedeutet, dass sie bestimmte Stoffe passieren lässt, während sie andere Stoffe abblockt. Die Membran ist für den Stoffaustausch mit der Umgebung sowie für den Transport von Nährstoffen und Abfallprodukten zuständig
  • Zytoplasma: Das Cytoplasma der Bakterienzellen besteht aus Wasser, Nährstoffen und Enzymen. Hier finden viele wichtige Stoffwechselreaktionen statt
  • Ribosomen: Ribosomen sind kleine Strukturen im Cytoplasma, die für die Proteinbiosynthese verantwortlich sind
  • Nukleoid: Das Nukleoid ist der Ort, an dem sich das DNA-Molekül der Bakterienzelle befindet. Es gibt keinen Zellkern, der die DNA umgibt, sodass die DNA direkt im Cytoplasma liegt
Aufbau von Bakterien

Sterilisation und Desinfektion

Das Ziel der Sterilisation ist es, alle Mikroorganismen abzutöten. Das Ziel der Desinfektion ist es, pathogene Mikroorganismen abzutöten, d.h. nur die, die Krankheiten auslösen können.

Als Beispiele können die Sterilisation von chirurgischen Instrumenten und die Händedesinfektion herangezogen werden. Da es auf der Haut eine physiologische bakterielle Flora gibt, ist eine Sterilisation der menschlichen Haut in der Praxis am lebenden Menschen nicht möglich.

Antibakterielle Substanzen/Antibiotika

Zu den antibakteriellen Substanzen zählen die bakterienspezifischen Antibiotika. Zu diesen gehören zum Beispiel die Penicilline. Penicilline hemmen die Quervernetzung von Peptidoglykanen in der Zellwand von Bakterien. Dies führt zum Zelltod der Bakterien. Penicilline haben somit eine bakterizide Wirkung. Da die menschlichen (eukaryotische) Zellen keine Zellwand, sondern nur eine Zellmembran aufweisen, werden sie durch die Penicilline nicht abgetötet.

Resistenzen

Bakterielle Resistenzen sind ein zunehmendes Problem in der medizinischen Praxis. Bakterien können sich im Laufe der Zeit an Antibiotika anpassen und dadurch resistent gegen diese werden. Dies geschieht durch verschiedene Mechanismen wie beispielsweise die Bildung von Enzymen, die das Antibiotikum zerstören, oder durch Veränderungen an der Zellwand, die es dem Antibiotikum erschweren, in die Bakterienzelle einzudringen. Dadurch werden Bakterien gegenüber bestimmten Antibiotika unempfindlich, was die Behandlung von Infektionskrankheiten erschwert. Die Entstehung von Resistenzen kann durch einen maßvollen Einsatz von Antibiotika und Hygienemaßnahmen wie eine regelmäßige Händedesinfektion verringert werden.

Zuletzt aktualisiert am 01.09.2025
Grundlagen der Mikrobiologie und Virologie - Viren
Stabile Seitenlage
Deine Medizin-Lernplattform
Jetzt weiterlesen
Zugang zu diesem und über 800 weiteren leitlinienbasierten Artikeln, unserem einzigartigen medizinischen AI-Tutor und Quiz