Beckehöhle
Die Beckenhöhle (Cavitas pelvis) bildet den unteren Teil der Bauchhöhle und beherbergt die Endabschnitte des Verdauungs-, Harn- und Geschlechtssystems.. Sie wird untergliedert in ein großes und in ein kleines Becken, die von der Linea terminalis getrennt werden.
Lage der Beckenhöhle:
- Befindet sich zwischen Abdomen und der unteren Extremität
Begrenzungen der Beckenhöhle:
- Kranial: Obere Beckenöffnung (Apertura pelvis superior)
- Ventral: Vordere Bauchmuskulatur
- Dorsal und lateral: Knöchernes Becken
- Kaudal: Beckenbodenmuskulatur
Organe in der Beckenhöhle:
- Harnblase und Harnleiter
- Rectum
- Colon
sigmoideum - Ileumschlingen
- Appendix vermiformis
- Geschlechtsorgane:
- Bei Frauen: Uterus, Vagina
, Ovarien und Tubae uterinae - Bei Männern: Prostata, Bläschendrüse und Ductus deferens
- Bei Frauen: Uterus, Vagina
Peritonealverhältnisse:
- Beim Mann: Das Peritoneum
legt sich von der vorderen Bauchwand auf die Oberseite der Harnblase und zieht dann nach hinten zum Rektum - Bei der Frau: Es verläuft von der Harnblase über den Uterus und anschließend zum Rektum
Bauchfelltaschen:
- Bei Frauen
- Excavatio rectouterina (Douglas-Raum) bei Frauen: Zwischen Rektum
und Uterus - Excavatio vesicouterina bei Frauen: Zwischen Harnblase und Uterus
- Excavatio rectouterina (Douglas-Raum) bei Frauen: Zwischen Rektum
- Bei Männern:
- Excavatio rectovesicalis bei Männern: Zwischen Rektum
und Harnblase
- Excavatio rectovesicalis bei Männern: Zwischen Rektum
Bauchfelltaschen bei Frauen und Männern

Das kleine Becken lässt sich in drei Schichten unterteilen, die von oben nach unten in verschiedene Räume gegliedert sind:
1. Oberste Schicht: Peritonealraum
- Enthält die Peritonealhöhle des kleinen Beckens
- Befindet sich direkt unterhalb der Bauchhöhle
2. Mittlere Schicht: Subperitonealer (supralevatorischer) Raum
- Liegt zwischen dem Peritoneum
und dem Diaphragma pelvis - „Supralevatorisch“ bedeutet oberhalb des M. levator ani
3. Unterste Schicht: Fossa ischioanalis (infralevatorischer Raum)
- Raum unterhalb des Beckenbodens, zwischen Diaphragma
pelvis und „Diaphragma urogenitale“ - „Infralevatorisch“ bezieht sich auf die Lage unterhalb des M. levator ani
Topografische Räume im Bereich des männlichen Beckens (Frontalschnitt mit Blick von dorsal-kaudal (schwarzer Pfeil))

Topografische Räume im Bereich des weiblichen Beckens (Frontalschnitt mit Blick von dorsal-kaudal (schwarzer Pfeil))

Fossa ischioanalis:
Die Fossa ischioanalis ist ein mit Fettgewebe gefüllter Raum, der sich in der hinteren Dammregion befindet. Dieser Raum ermöglicht die Bewegung und Erweiterung des Analkanals während der Defäkation und schützt wichtige Strukturen wie Blutgefäße und Nerven, insbesondere den Nervus pudendus. Er enthält den Canalis pudendalis, durch den die Arteria, Vena und Nervus pudendus verlaufen.
Begrenzungen:
- Medial: M. levator ani, M. sphincter ani externus
- Lateral: M. obturatorius internus, Tuber ischiadicum
- Dorsal: M. gluteus maximus, Lig. sacrotuberale
- Kaudal: M. transversus perinei profundus
- Kranial: Zusammentreffen von M. obturatorius internus und M. levator ani
Die Dammräume (Spatia perinei) befinden sich im Beckenbodenbereich, zwischen der Symphyse und dem Steißbein
- Spatium perinei profundum (tiefer Dammraum):
- Zwischen der Fascia diaphragmatis inferior und superior des Diaphragma
urogenitale - Enthält beim Mann die Glandulae bulbourethrales (Cowper-Dru
̈sen) und bei der Frau die Glandulae vestibulares majores (Bartholini-Dru ̈sen)
- Zwischen der Fascia diaphragmatis inferior und superior des Diaphragma
- Spatium perinei superficialis (oberflächlicher Dammraum):
- Liegt zwischen der Membrana perinei und der Fascia perinei superficialis
- Enthält bei Männern den Bulbus penis, die Crura penis und M. ischiocavernosus, M. bulbospongiosus, M. transversus perinei superficialis
- Bei Frauen: Bulbus vestibuli, Crura clitoridis, Corpora cavernosa clitoridis und entsprechende Muskeln
Beckenboden
Der Beckenboden ist eine komplexe Schicht aus Muskeln, Bindegewebe und Faszien, die das Becken nach unten hin abschließt. Er spielt eine entscheidende Rolle bei der Kontinenz und sichert die Beckenorgane in ihrer anatomischen Position. Der Beckenboden lässt sich in drei Hauptanteile unterteilen, die jeweils spezifische Aufgaben und Strukturen aufweisen.
- Diaphragma
pelvis - Diaphragma
urogenitale - Sphinkter- und Schwellkörpermuskulatur
Muskeln des Diaphragma pelvis:
| Muskeln | Ursprung | Ansatz | Innervation | Funktion | |
| M. levator ani | M. puborectalis |
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| M. pubococcygeus |
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| M. iliococcygeus |
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| M. coccygeus |
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Ansicht von kaudal:

Muskeln des Diaphragma urogenitale:
| Muskeln | Ursprung | Ansatz | Innervation | Funktion |
|---|---|---|---|---|
| M. transversus perinei profundus |
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| M. transversus perinei superficialis |
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Ansicht von kaudal:

Sphinkter- und Schwellkörpermuskulatur:
Besteht aus:
- M. sphincter ani externus
- M. bulbospongiosus
- M. ischiocavernosus
Ansicht von kaudal:

Centrum tendineum perinei (Dammzentrum):
- Das Centrum tendineum perinei ist eine zentrale bindegewebige Struktur im Beckenboden
- Lage: Im vorderen Bereich des Damms (Perineum), zwischen Anus und den äußeren Geschlechtsorganen (Penis bzw. Vagina
) - Es strahlen folgende Muskeln in das Centrum tendineum perinei ein:
- M. transversus perinei superficialis
- M. transversus perinei profundus
- M. levator ani
- M. sphincter ani externus
- M. bulbospongiosus
