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Unterstützung bei der Körperpflege

JG
19 Minuten Lesezeit

Die Körperpflege sorgt nicht nur für Sauberkeit, sondern trägt auch wesentlich zur Krankheitsprävention und zum allgemeinen Wohlbefinden bei. Sind Patient:innen nicht mehr selbstständig in der Lage, die gesamte Körperpflege selbst zu übernehmen, sind sie auf die Hilfe von anderen Personen angewiesen. Damit die Körperpflege für die Patient:innen so angenehm wie möglich erfolgt, sind im folgenden Artikel Tipps, Tricks und Abläufe kurz dargestellt.

Um den Einstieg in das Thema „Bei der Körperpflege unterstützen“ etwas zu erleichtern, wird im Folgenden ein Fall beschrieben, wie er sich präklinisch ereignen könnte.

Das Szenario

Beschreibung des Szenarios:

  • Stichwort: Krankentransport (KTW)
  • Ort: Pflegeheim „Sonnenschein“, Zimmer 103
  • Alarmzeit: 08:30 Uhr
  • Anrufer:in: Pflegepersonal
  • Anzahl der Betroffenen: 1
  • Zusatzinfo:
    • Frau Schmidt, 75 Jahre alt
    • Patient:in ist immobil und benötigt Unterstützung bei der Körperpflege im Bett vor dem Transport zur Untersuchung

Lageeinweisung vor Ort (für KTW):

Beim Eintreffen meldet sich die Besatzung bei der Pflegekraft. Die Patientin, Frau Schmidt (75 Jahre), hat einen Termin zur kardiologischen Untersuchung im Stadtklinikum und ist aufgrund ihrer schweren Demenz bettlägerig. Die Patientin ist wach. Es besteht keine akute Verschlechterung des Gesundheitszustands. Laut Pflegepersonal ist kein Sauerstoff oder Monitorüberwachung erforderlich. Persönliche Unterlagen, Überweisung und Medikamentenplan liegen bereit.

Die Pflegekraft hat noch nicht mit euch gerechnet, da der Transport eigentlich erst für 09:30 Uhr bestellt worden war. Sie muss Frau Schmidt noch bei der Körperpflege im Bett unterstützen und ihr bietet eure Hilfe an.

Unterstützung bei der Körperpflege im Bett

Die Körperpflege dient dazu, den Körper zu reinigen, Krankheiten vorzubeugen und das Wohlbefinden zu steigern. Aufgrund körperlicher Einschränkungen benötigen manche Patient:innen Unterstützung bei der Körperpflege. Die Abhängigkeit von fremder Hilfe kann das Selbstwertgefühl stark beeinträchtigen und bei den Betroffenen ein tiefes Gefühl der Ohnmacht und Frustration hervorrufen. Deshalb sollten Pflegekräfte unbedingt folgende Prinzipien einhalten:

  • Intimsphäre wahren und Patient:innen in die Körperpflege einbinden
  • Utensilien der Patient:innen nutzen, wenn vorhanden
  • Fenster und Türen schließen und auf angenehme Raumtemperatur achten
  • Anwesende aus dem Zimmer bitten, sofern dies möglich ist → Ist dies nicht machbar, kann alternativ ein Sichtschutz aufgestellt werden, um die Privatsphäre zu wahren
  • Gleichgeschlechtliche Pflege
  • Hygiene beachten: Einmalschürze tragen und hygienische Händedesinfektion sowie Flächendesinfektion durchführen
  • Nur die Körperpartien auskleiden/aufdecken, die gewaschen werden sollen
  • Vor der Intimpflege: Materialien und Waschwasser wechseln
  • Infizierte Körperpartien immer zuletzt waschen und Einmalartikel verwenden
  • Gefühle, wie Ekel und Scham, bewusst wahrnehmen, ihre Ursachen hinterfragen und ggf. mit Kolleg:innen besprechen, um einen professionellen Umgang zu gewährleisten
 Merke

Überlegt euch vorab immer, wie ihr gepflegt werden wollt und behandelt die Patient:innen entsprechend mit Respekt und Würde. Außerdem sollten Wünsche und Vorlieben der Patient:innen immer berücksichtigt werden.

Körperpflege im Bett
 Info

Die Intimpflege wird in einem weiteren Kapitel beschreiben und wurde aus Gründen der Übersichtlichkeit hier nicht aufgeführt.

Körperpflege am Waschbecken
 Merke
Wichtige Aspekte, auf die geachtet werden muss

Wenn Patient:innen bei der Körperpflege am Waschbecken unterstützt werden, ist eine gründliche Hautbeobachtung problemlos möglich. Es sollte besonders auf Rötungen, Hautirritationen und Wunden geachtet werden, insbesondere in den Hautfalten und Zehenzwischenräumen.

Des Weiteren sollte stets auf die Sicherheit der Patient:innen geachtet werden. Dazu gehört das Tragen von festem Schuhwerk oder alternativ von rutschfesten Socken, um ein Ausrutschen zu vermeiden. Zudem sollte darauf geachtet werden, dass der Boden trocken und rutschfest ist.

Unterstützung beim Duschen
 Info
Mund und Zähne beurteilen

Bei einem Blick in den Mundraum von Patient:innen kann man Aussagen über den Gesundheitszustand treffen.

  • Mundschleimhaut: rosa, feucht und glänzend und keine Rhagaden, Aphthen, Risse, Blutungen oder Druckstellen
  • Zunge: feucht, leicht matt, frei von Belägen oder Borken
    • Weißlicher Belag: Hinweis auf Soor
  • Zähne: glatt, hellgelb bis weiß, Zahnfleisch intakt und Zahnwurzeln vollständig bedeckt und keine Blutungen oder Reizungen
  • Lippen: rosig, mit ausreichend Feuchtigkeit versorgt und keine Risse oder Blutungen
Unterstützung bei der Mundpflege
Unterstützung bei der Zahnprothesenpflege
Zahnprothesenpflege

Bei gesunden Patient:innen sollte zur Reinigung der Augen ein sauberer Waschlappen und klares Wasser verwendet werden. Eine spezielle Augenpflege erfolgt ausschließlich auf ärztliche Anordnung und ist erforderlich bei sedierten Patient:innen, ungenügendem oder fehlendem Lidschluss, unzureichender Tränenproduktion, Verkrustungen oder Verklebungen sowie nach Operationen, bei Erkrankungen oder Verletzungen der Augen.

 Merke
Die richtige Waschrichtung

Bei gesunden Augen wird von außen nach innen gewischt, während bei Infektionen die Reinigung von innen nach außen erfolgen sollte. Zudem sollte bei infektiösen Augenentzündungen für jedes Auge eine neue sterile Kompresse verwendet werden, um eine Ausbreitung der Infektion zu vermeiden.

Wattestäbchen

Das Ohr verfügt über eine natürliche Selbstreinigung durch Cerumen (Ohrenschmalz), das Schmutz und Fremdkörper aus dem Gehörgang transportiert. Zur äußeren Reinigung können die Ohrmuschel und der sichtbare Teil des Gehörgangs mit einem Waschlappen und klarem, warmem Wasser sanft gesäubert werden.

 Achtung

Es ist wichtig, keine Wattestäbchen zu verwenden, da diese das Cerumen in den Gehörgang drücken und zu Verstopfungen oder Verletzungen führen können.

Die Nase besitzt eine natürliche Selbstreinigung, sofern die Schleimhäute ausreichend befeuchtet sind. Dieser Prozess wird durch Schnäuzen und Niesen unterstützt. Besonders bei Säuglingen ist eine freie Nase essenziell, da sie überwiegend durch die Nase atmen.

 Merke
Maske
Sauerstofftherapie

Bei Patient:innen, die eine Sauerstofftherapie erhalten, ist eine regelmäßige Reinigung und Anfeuchtung der Nasenschleimhaut notwendig, da diese durch den Sauerstoff schnell austrocknen kann. Zudem sollte auf mögliche Druckstellen durch die Sauerstoffbrille oder -maske geachtet werden, um Hautirritationen oder Verletzungen zu vermeiden.

Nasale Sonden dienen verschiedenen Zwecken, wie dem Ablauf oder der Spülung von Flüssigkeiten sowie der enteralen Ernährung. Deshalb benötigen nasale Sonden eine tägliche Pflege. Es gibt allgemeine pflegerische Maßnahmen, die unabhängig von der Indikation durchgeführt werden müssen:

  • Verbandswechsel: Das Fixierungspflaster sollte insbesondere bei starker Verschmutzung, Unwohlsein der Patient:innen oder Hautirritationen gewechselt werden
    • Jede Manipulation an der Sonde kann zu Beschwerden wie Hautreizungen, Schmerzen oder Druckstellen führen, daher sollte stets geprüft werden, ob ein Wechsel des Pflasters notwendig ist
    • Wichtig ist eine mehrfache tägliche Kontrolle der Nase auf Druckstellen
  • Nasenpflege: Eventuelle Verkrustungen vorsichtig lösen und Nasensalbe auftragen
  • Soor- und Parotitisprophylaxe: Notwendig, da es durch verminderten Speichelfluss zu einer veränderten Mundflora kommen kann
  • Pneumonieprophylaxe und Beobachtung der Atmung: Eine liegende Sonde verhindert den vollständigen Verschluss des Mageneingangs, wodurch Magensaft in die Speiseröhre zurückfließen und es zu Mikroaspirationen kommen kann

Zusätzlich zu den allgemeinen pflegerischen Maßnahmen sind indikationsspezifische Maßnahmen erforderlich:

  • Ernährungssonden
    • Lagekontrolle vor jeder Applikation von Nahrung
    • Vor und nach jeder Gabe von Nahrung oder Medikamenten die Sonde mit Wasser spülen
  • Ablauf-/Spülsonden
    • Kontrolle und Dokumentation von Menge, Konsistenz, Farbe, Beschaffenheit, Beimengungen und Geruch der ablaufenden Flüssigkeit
    • Ablaufbeutel stets unter Magenniveau aufhängen
Magensonde
Magensonde

Die Haare werden idealerweise während des Duschens gewaschen, da dies die einfachste und effektivste Methode ist. Ist das Duschen jedoch nicht möglich, kann die Haarwäsche auch im Bett durchgeführt werden. Dafür eignen sich spezielle Hilfsmittel wie ein Haarwaschbecken oder ein aufgeschnittener Müllsack, um das Wasser gezielt aufzufangen und das Bett trocken zu halten.

Unterstützung bei der Haarwäsche im Bett

Nägel sollten stets kurz und sauber gehalten werden, um eine gute Hygiene zu gewährleisten. Ein Hand- oder Fußbad vor dem Schneiden erleichtert das Kürzen der Nägel, da sie dadurch weicher werden. Fingernägel sollten bis zur Fingerkuppe rund zurückgeschnitten werden. Fußnägel sollten gerade geschnitten und die Ecken nicht abgerundet werden, um eingewachsene Nägel zu vermeiden.

 Achtung
Nagelpflege bei Patient:innen mit Diabetes mellitus

Besonders bei Patient:innen mit Diabetes mellitus ist besondere Vorsicht geboten, da eine verringerte Durchblutung und Sensibilitätsstörungen bestehen können. Die Füße sollten stets sauber, trocken und durch eine feuchtigkeitsspendende Creme geschmeidig gehalten werden, um Risse und Trockenheit zu vermeiden. Zudem ist darauf zu achten, Mikroverletzungen zu verhindern, da diese schlecht heilen und zu Infektionen führen können.

Intimpflege
 Merke
Hygienische Prinzipien bei der Intimpflege

Bei der Intimpflege ist besondere Hygiene erforderlich, da die Schleimhäute sehr empfindlich sind. Daher sollten stets Handschuhe getragen werden, um eine Keimübertragung zu vermeiden. Bei einem liegenden Blasendauerkatheter muss die Reinigung immer von der Harnröhrenöffnung weg erfolgen, um aufsteigende Infektionen zu verhindern. Liegt eine Pilzinfektion vor, sollten ausschließlich Einmalmaterialien verwendet werden. Zudem darf eine fungizidhaltige Creme nur auf ärztliche Anordnung aufgetragen werden, wobei vor jeder erneuten Anwendung die Cremereste gründlich entfernt werden müssen. Bei übergewichtigen oder bettlägerigen Patient:innen ist zusätzlich eine Intertrigoprophylaxe durchzuführen, um Hautirritationen und Entzündungen in Hautfalten vorzubeugen.

Grundprinzipien:

  • Ziele: Reinigung des Körpers, Krankheitsprävention, Steigerung des Wohlbefindens
  • Herausforderung: Manche Patient:innen benötigen Unterstützung, was das Selbstwertgefühl beeinträchtigen kann
  • Wichtige Prinzipien für Pflegekräfte:
    • Respekt & Privatsphäre: Intimsphäre wahren, Patient:innen einbinden
    • Individuelle Bedürfnisse: Wünsche und Vorlieben berücksichtigen, eigene Utensilien nutzen
    • Umgebung: Fenster/Türen schließen, angenehme Raumtemperatur schaffen
    • Diskretion: Anwesende bitten zu gehen oder Sichtschutz nutzen
    • Gleichgeschlechtliche Pflege bevorzugen
    • Hygiene: Einmalschürze tragen, Hände und Flächen desinfizieren
    • Strukturierte Pflege: Nur nötige Körperpartien aufdecken, infizierte Areale zuletzt waschen
    • Professioneller Umgang mit Emotionen: Gefühle wie Ekel und Scham reflektieren und besprechen
Körperpflege im BettKörperpflege am WaschebeckenUnterstützung beim Duschen
  • Positionierung: Oberkörperhochlage für bessere Sicht und Bewegungsfreiheit, kleines Kissen unter den Kopf legen
  • Reihenfolge:
    • Hände
    • Gesicht und Haare
    • Oberkörper
    • Beine und Füße
    • Intimpflege
Waschen
  • Mobilisation:
    • Patient:innen an die Bettkante setzen
    • Rutschfestes Schuhwerk anziehen
  • Im Bad:
    • Möglichkeit zur Blasen- und Darmentleerung anbieten
    • Währenddessen Bett vorsichtig aufschütteln oder frisch beziehen
  • Pflege am Waschbecken:
    • Oberkörper:
      • Hände
      • Gesicht
      • Mundpflege
      • Gesicht eincremen
      • Oberkörper entkleiden, waschen und ankleiden
      • Haare frisieren
    • Unterkörper
    • Intimpflege
  • Vorbereitung:
    • Dusch-hocker mit Handtuch versehen
    • Mobilisation ins Bad unterstützen
  • Duschen:
    • Patient:innen auf Duschhocker setzen, ggf. beim Auskleiden helfen
    • Wassertemperatur einstellen
    • Körperpflege von oben nach unten, Haare nach Absprache shampoonieren und ausspülen
    • Intimpflege: Mit Einmalwaschlappen ohne Seife, möglichst im Stehen
  • Abtrocknen und Ankleiden:
    • Von oben nach unten gründlich abtrocknen, Hautfalten trocken tupfen, Hautpflege bei Bedarf
    • Unterstützung beim Ankleiden
  • Nachbereitung: Haare föhnen, frisieren, Gesicht eincremen, Deo auftragen, ggf. Rasur
MundpflegeZahnprothesenpflege
  • Vorbereitung:
    • Position: Oberkörperhochlage
    • Händedesinfektion durchführen, unsterile Handschuhe anziehen

      Zahnpflege
  • Durchführung:
    • Mundhöhle mit Taschenlampe und Spatel inspizieren
    • Zungenbeläge mit Zungenbürste entfernen
    • Zähne systematisch putzen:
      • Kauflächen mit Rüttelbewegungen
      • Außenflächen kreisend von der Mitte aus
      • Innenflächen mit kleinen Kreisen oder Drehbewegungen (von Rot nach Weiß „auskehren“)
  • Nachbereitung:
    • Wasserbecher zum Ausspülen reichen
    • Mund mit Handtuch abtrocknen (lassen)
    • Mundraum erneut inspizieren, Beläge und Speisereste entfernen
    • Ggf. verordnete Therapeutika auftragen, Lippen eincremen
  • Vorbereitung: Händedesinfektion, unsterile Handschuhe anziehen
  • Entfernung der Prothese: Patient:innen bitten, selbst zu entnehmen; falls nicht möglich, zuerst obere, dann untere Prothese entfernen
  • Mundpflege: Zahnfleisch mit weicher Zahnbürste massieren, Haftcremereste entfernen, Mund ausspülen lassen
  • Kontrolle: Mundhöhle mit Spatel und Taschenlampe auf Druckstellen oder Speisereste untersuchen
  • Schutzmaßnahmen: Waschbecken mit Wasser befüllen oder Handtuch/Nierenschale als Schutz einlegen
  • Reinigung: Prothese unter fließendem Wasser mit Zahnbürste und gewünschtem Reinigungsmittel säubern, gründlich abspülen
  • Einsetzen: Ggf. sparsam Haftcreme auftragen (3–4 erbsengroße Tupfer), zuerst untere, dann obere Prothese einsetzen und andrücken

Augenpflege:

  • Gesunde Patient:innen: sauberer Waschlappen und klares Wasser zum Reinigen verwenden
  • Durchführung einer speziellen Augenpflege auf Arztanordnung bei
    • Sedierten Patient:innen
    • Ungenügendem oder fehlenden Lidschluss
    • Nicht ausreichender Produktion der Tränenflüssigkeit
    • Verkrustungen und Verklebungen
    • Operationen, Erkrankungen und Verletzungen
 Merke
  • Waschrichtung:
    • Bei Gesunden: von außen nach innen
    • Bei Infektionen: von innen nach außen
  • Bei Infektionen außerdem für jedes Auge eine neue sterile Kompresse verwenden

Ohrenpflege:

  • Selbstreinigung durch Cerumen (Ohrenschmalz)
  • Ohrmuschel und äußerer Gehörgang können mit einem Waschlappen und klarem, warmem Wasser gereinigt werden
 Achtung

Keine Wattestäbchen verwenden!

Nasenpflege:

  • Die Nase reinigt sich von selbst → Voraussetzung: Schleimhäute sind feucht genug
    • Schnäuzen und Niesen unterstützt die Reinigung
  • Bei Säuglingen: Immer auf eine freie Nase achten, da sie Nasenatmer sind
  • Bei Sauerstofftherapie: Reinigung und Befeuchtung der Nasenschleimhaut, da diese schnell austrocknet
    • Auf Druckstellen durch die Sauerstoffbrille oder -maske achten

Pflege bei nasalen Sonden (Magensonden):

  • Funktion: Nasale Sonden dienen dem Ablauf/Spülen von Flüssigkeiten oder der enteralen Ernährung und benötigen tägliche Pflege
  • Allgemeine pflegerische Maßnahmen:
    • Verbandswechsel
    • Kontrolle auf Druckstellen
    • Nasenpflege
    • Soor- und Parotitisprophylaxe
    • Pneumonieprophylaxe
  • Indikationsspezifische Maßnahmen:
    • Ernährungssonden: Lagekontrolle vor jeder Nahrungsapplikation, Sonde vor/nach Nahrung oder Medikamenten mit Wasser spülen
    • Ablauf-/Spülsonden: Kontrolle und Dokumentation von Menge, Farbe, Konsistenz und Geruch der Flüssigkeit; Ablaufbeutel unter Magenniveau aufhängen

Haarpflege:

  • Am besten werden die Haare während des Duschens gewaschen
  • Ist Duschen nicht möglich, kann die Haarwäsche auch im Bett stattfinden
  • Hilfsmittel für die Haarwäsche im Bett: Haarwaschbecken oder aufgeschnittener Müllsack
  • Vorbereitung:
    • Arbeitsfläche und Materialien vorbereiten
    • Positionierung
    • Schutzvorkehrungen
  • Haarwäsche:
    • Waschlappen auf Augen legen
    • Haare anfeuchten und shampoonieren
    • Haare gründlich mit Wasser ausspülen
    • Mülltüte entfernen, Handtuch um die Haare legen
    • Haare trocken föhnen
    • Haare frisieren

Nagelpflege:

  • Nägel kurz und sauber halten
  • Hand-/Fußbad vor dem Schneiden der Nägel erleichtert dies
  • Fingernägel: bis zur Fingerkuppe rund zurückschneiden
  • Fußnägel: gerade schneiden und Ecken nicht abrunden
 Achtung
Nagelpflege bei Patient:innen mit Diabetes mellitus

Besonders bei Patient:innen mit Diabetes mellitus ist besondere Vorsicht geboten, da eine verringerte Durchblutung und Sensibilitätsstörungen bestehen können. Die Füße sollten stets sauber, trocken und durch eine feuchtigkeitsspendende Creme geschmeidig gehalten werden, um Risse und Trockenheit zu vermeiden. Zudem ist darauf zu achten, Mikroverletzungen zu verhindern, da diese schlecht heilen und zu Infektionen führen können.

Intimpflege:

  • Frau:
    • Bauch und Leistenregion waschen, Beine anstellen und leicht spreizen
    • Große Schamlippen spreizen, dann Vaginaleingang, Harnröhrenöffnung und kleine Schamlippen reinigen
    • Wischrichtung: Immer von vorn nach hinten und von innen nach außen, für jeden Wischvorgang einen frischen Zipfel des Waschlappens nutzen
    • Schleimhaut vorsichtig trocken tupfen, auf Hautveränderungen achten
  • Mann:
    • Zuerst den Penisschaft, dann die Vorhaut sanft zurückziehen und die Eichel reinigen
    • Vorhaut nach der Reinigung unbedingt zurückschieben
    • Hodensack anheben
    • Wischrichtung: Von vorne Richtung Analbereich reinigen und trocken tupfen
  • Gesäß, Anus und Analfalte:
    • Position: Seitenlage
    • Gesäß und Hüften reinigen, Analfalte spreizen, Stuhlreste mit Zellstoff entfernen
    • Wischrichtung: Vom Schambein in Richtung Anus, für jede Wischrichtung neuen Einmalwaschlappen nutzen
 Merke
Hygienische Prinzipien bei der Intimpflege

Bei der Intimpflege ist besondere Hygiene erforderlich, da die Schleimhäute sehr empfindlich sind. Daher sollten stets Handschuhe getragen werden, um eine Keimübertragung zu vermeiden. Bei Patient:innen mit einem liegenden Blasendauerkatheter muss die Reinigung immer von der Harnröhrenöffnung weg erfolgen, um aufsteigende Infektionen zu verhindern. Liegt eine Pilzinfektion vor, sollten ausschließlich Einmalmaterialien verwendet werden. Zudem darf eine fungizidhaltige Creme nur auf ärztliche Anordnung aufgetragen werden, wobei vor jeder erneuten Anwendung die Cremereste gründlich entfernt werden müssen. Bei übergewichtigen oder bettlägerigen Patient:innen ist zusätzlich eine Intertrigoprophylaxe durchzuführen, um Hautirritationen und Entzündungen in Hautfalten vorzubeugen.

  • Al-Abtah et al.: I care Pflege. Georg Thieme Verlag 2020, ISBN: 978-3-132-41828-8
Zuletzt aktualisiert am 17.02.2026
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