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In diesem Fallbeispiel stellt sich eine 75-jährige Patientin über die zentrale Notaufnahme vor. Sie gibt an, seit mehreren Tagen Husten und Auswurf sowie Dyspnoe zu haben. Weiterhin leide sie seit vielen Jahren an einer COPD.

Respiratorische Azidose bei COPD

Blutgase: Das pO2 ist mit 52 mmHg vermindert und das pCO2 mit 75 mmHg erhöht. Es liegt somit eine hyperkapnische respiratorische Insuffizienz vor.
Säure-Basen-Status: Der pH-Wert ist leicht erniedrigt. Es besteht eine Azidose. Das erhöhte pCO2 spricht für eine respiratorische Genese. Der erhöhte Base-Excess sowie das erhöhte Bicarbonat spricht für eine metabolische Kompensation.
Oxymetrie: Die Sauerstoffsättigung (sO2) ist mit 90% vermindert.
Elektrolyte: Es liegen keine Elektrolytstörungen vor.
Metabolite: Die Metabolite sind normwertig.
Beurteilung: In diesem Fall liegt ähnlich wie im vorherigen Fall eine respiratorische Azidose vor. In diesem Beispiel ist sie durch eine chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD) bedingt. Die Symptome der Patientin (Husten, Auswurf) deuten auf eine Pneumonie hin. Es besteht also der Verdacht auf eine exazerbierte COPD. Da bei dieser Patientin aufgrund der COPD eine chronische Ventilationsstörung vorliegt, ist es bereits zu einer stärkeren Kompensation als im vorherigen Fall gekommen. Diese erkennt man an dem erhöhten tatsächlichen Bicarbonat-Wert und dem erhöhten Base-Excess. Das Standard-Bicarbonat ist eine errechnete Größe, die angibt, wie der Bicarbonat-Wert bei einem normwertigen CO2 wäre. Bei einer respiratorischen Störung ist das aktuelle Bicarbonat verändert und das Standard Bicarbonat normwertig. Bei einer metabolischen Störung sind das aktuelle und das Standard Bicarbonat verändert.
Mögliche nächste Schritte: Bei einer COPD sollte eine Sauerstoff-Sättigung von ca. 90% angestrebt werden. Im Rahmen einer Sauerstoffgabe kann es zur Reduktion des Atemantriebes und somit zu einer weiteren CO2-Retention kommen. Bei dieser Patientin sollte somit primär eine Therapie der exazerbierten COPD erfolgen (Antibiotika, Prednisolon-Stoßtherapie, Bronchodilatatoren, sitzende Lagerung). Auch bei einer COPD sollte eine Sauerstoffgabe bei gegebener Indikation erfolgen. Wenn es unter dieser jedoch zu einer zunehmenden Hyperkapnie kommt, sollte eine engmaschige Evaluation der Indikation für eine NIV-Therapie erfolgen.

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- Blutgase: Sauerstoff und Kohlenstoffdioxid
- Chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD)
- Akut exazerbierte COPD
- Sauerstoffsättigung bei COPD
- Pneumonie

