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Blutzuckerwerte

Zuckerwerte
6 Minuten Lesezeit

Diabetes mellitus

Die Blutzuckerbestimmung ist insbesondere im Rahmen eines Diabetes mellitus relevant. Bei einem Diabetes mellitus bestehen erhöhte Blutzuckerwerte. Abhängig von der Ursache unterscheidet man die einzelnen Diabetes-Formen.

Beim Diabetes mellitus Typ I kommt es zu einer autoimmunen Zerstörung der insulinproduzierenden ß-Zellen im Pankreas. Er tritt insbesondere bei jungen Personen auf. 

Der Diabetes mellitus Typ II tritt insbesondere bei älteren, adipösen Patienten auf. Dieser ist auf eine genetische Prädisposition, aber auch auf eine Überernährung zurückzuführen. Hierbei liegt eine Insulinresistenz der Zellen vor. Als Reaktion auf die Insulinresistenz kommt es zuerst zu einer übermäßig hohen Insulinkonzentration und im Verlauf zu einem Insulinmangel.

Insulin ist ein Hormon, das den Zuckerstoffwechsel reguliert. Es stimuliert die Zellen und vermittelt die Aufnahme von Glukose. Ein Diabetes mellitus lässt sich anhand erhöhter Blutzucker- oder HbA1c-Werten diagnostizieren. Das C-Peptid spielt eine Rolle in der Differenzialdiagnostik zwischen Diabetes mellitus Typ I und Typ II.

Blutzucker Grenzwerte beim Diabetes mellitus

Zur Diagnosesicherung und Abschätzung des Insulinbedarfs wird die Glucose im Blut ("Blutzuckerwert") bestimmt.

Physiologisch liegt der Nüchternblutzuckerwert, also der Glucosewert nach 8 Stunden Nahrungskarenz unter 100 mg/dl. 2 Stunden nach der Nahrungsaufnahme sollte er maximal 140 mg/dl betragen.

Ab einem Nüchternblutzuckerwert von über 126 mg/dl oder einem Blutzuckerwert von über 200 mg/dl 2 Stunden nach Nahrungsaufnahme spricht man von einem Diabetes mellitus. Von einer abnormen Nüchternglukose (increased fasting glucose) oder einem Prädiabetes spricht man bei Blutzuckerwerten zwischen 100 und 125 mg/dl. Eine pathologische Glukosetoleranz liegt vor, wenn die Blutzuckerwerte 2 Stunden nach der Nahrungsaufnahme abnorm erhöht sind (zwischen 140-199 mg/dl).

Oraler Glucosetoleranztest

Bei grenzwertigen Nüchternblutzuckerwerten kommt der orale Glucosetoleranztest (oGTT) zum Einsatz. Bei diesem erfolgt zuerst eine Bestimmung der Nüchternglukose. Anschließend erhalten die Patienten 75mg Glukose und es erfolgt die erneute Blutzuckerbestimmung nach einer und zwei Stunden. Die Diagnosekriterien für einen Diabetes und Prädiabetes haben wir in der Tabelle auf der folgenden Seite dargestellt.

HbA1c-Wert

Abhängig vom Blutzuckerspiegel kommt es zu einer Bindung von Zuckerresten an das Hämoglobin. Es entsteht glykiertes Hämoglobin, kurz HbA1c. Bei hohen Blutzuckerwerten wird eine steigende Anzahl an Hb-Molekülen glykiert. Da das Hb eine Halbwertszeit von ca. 100 Tagen hat und der Anteil an HbA1c proportional zur Höhe der durchschnittlichen Blutzuckerwerte ist, lässt sich anhand des HbA1c-Wertes ein Rückschluss auf die Zucker-Stoffwechsellage der letzten drei Monate schließen.

Ein erhöhter HbA1c-Wert deutet daher auf langfristig erhöhte Blutzuckerwerte hin. Er lässt keinen Rückschluss auf den aktuellen Blutzuckerwert zu. 

Physiologisch ist unter 5,7 % des Hämoglobins glykiert. Bei einem HbA1c-Wert von 5,7-6,4 % spricht man von einem Prädiabetes und ab einem Wert von über 6,5 % lässt sich ein Diabetes mellitus diagnostizieren.

Der HbA1c-Wert hat zusätzlich eine bedeutende Relevanz in der medikamentösen Einstellung von Diabetespatienten. Ist der Wert zu hoch, so muss die antidiabetische Therapie intensiviert werden.

Es sollte jedoch beachtet werden, dass der HbA1c-Wert bei einer Anämie oder nach einer Bluttransfusion falsch niedrig sein kann.

WertNormalPrädiabetesDiabetes mellitus
Nüchternglucose (mg/dl)<100100-125 (Increased fasting glucose)>126
HbA1c (%)<5,75,7-6,4>6,5
2h-oGTT-Wert(mg/dl)<140140-199>200
C-Peptid
  • Glucose im UrinBei Blutzuckerwerten über 180 mg/dl kommt es zu einer Überschreitung der Nierenschwelle und es resultiert eine Glucosurie.
  • Mikroalbuminurie: Das Vorliegen von Albumin im Urin kann auf eine diabetische Nephropathie hindeuten.
  • Ketonkörper im UrinBei einem dekompensierten Diabetes mellitus Typ I kann es zu einer Bildung von Ketonkörpern kommen. Es kann eine lebensbedrohliche Ketoazidose resultieren.
  • C-Peptid: Das C-Peptid entsteht bei der Synthese von Insulin. Da beim Typ-I-Diabetes gar kein Insulin gebildet wird, ist das C-Peptid erniedrigt oder nicht nachweisbar. Beim Typ-II-Diabetes ist es meistens erhöht.
  • Antikörper: Folgende Antikörper können auf eine autoimmune Genese hindeuten: Glutamatdecarboxylase-, Tyrosinphosphatase, zytoplasmatische Inselzell-, Insulin-Autoantikörper

Für ein praktisches BGA-Fallbeispiel zum Thema zum Üben der BGA-Auswertung siehe: BGA-Fallbeispiel 6

Zuletzt aktualisiert am 08.01.2025
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