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Butylscopolamin

13 Minuten Lesezeit
Butylscopolamin Ampulle

Butylscopolamin ist ein peripher wirksames Anticholinergikum (Parasympatholytikum) mit spasmolytischer Wirkung auf die glatte Muskulatur. 

Es blockiert muskarinerge Acetylcholinrezeptoren, wodurch der Parasympathikus gehemmt wird und es zu einer Relaxation der glatten Muskulatur insbesondere im Gastrointestinal- und Urogenitaltrakt kommt. Präklinisch wird es vor allem bei kolikartigen Schmerzen eingesetzt.

Der Wirkeintritt erfolgt rasch innerhalb von etwa 2 Minuten, die Wirkdauer beträgt ungefähr 3–4 Stunden. Butylscopolamin ist nicht ZNS-gängig, weshalb zentrale anticholinerge Effekte im Vergleich zu Atropin deutlich geringer ausgeprägt sind. Häufig erfolgt die Gabe in Kombination mit Metamizol, das zusätzlich analgetisch wirkt.

Typische Nebenwirkungen resultieren aus der anticholinergen Wirkung und umfassen Tachykardie, Mundtrockenheit, Akkommodationsstörungen, Schwindel, Hypotonie sowie Blasenentleerungsstörungen

In klinischen Studien konnte bei Nierenkoliken keine relevante Wirksamkeit gezeigt werden, weshalb der Einsatz hier nicht empfohlen wird.

 

Lernkarte Butylscopolamin
  • Wirkstoffklasse: Anticholinergika, Spasmolytika
  • Handelsnamen: z.B. Buscopan®, Butylscopolamin-ratiopharm®, Butylscopolamin HEXAL®, Butylscopolamin STADA®
Butylscopolamin
Etikett: Butylscopolamin
  • Kolikartige Schmerzen
 Achtung

Gemäß der S2k-Leitlinie zur Diagnostik, Therapie und Metaphylaxe der Urolithiasis wird die Anwendung von Butylscopolamin bei Harnleiterkoliken nicht empfohlen, da keine ausreichende Wirksamkeit gezeigt wurde.

  • Überempfindlichkeit
  • Harnverhalt
  • Engwinkelglaukom
  • Tachykardie
  • Myasthenia gravis
  • Ileus/Megakolon
  • Erwachsene: Titration nach Wirkung, ggf. Wiederholung nach 2–3 min
    • 20–40 mg i.v. oder i.m (maximal 100 mg/Tag)
  • Kinder (>1 Jahr):
    • 0,3–0,6 mg/kgKG i.v. (maximal 1,5 mg/kgKG i.v.)
  • Butylscopolamin gehört wie Atropin zu den Anticholinergika, ist aber im Gegensatz zu Atropin nicht ZNS-gängig
  • Bei Nierenkoliken konnte keine relevante Wirksamkeit nachgewiesen werden 
    → Gabe nicht empfohlen
  • Oft in Kombination mit Metamizolwelches analgetisch und ebenfalls spasmolytisch wirkt
  • Langsam i.v. applizieren
  • Wirkeintritt: innerhalb von 2 min
  • Wirkdauer: ca. 3–4 Std
  • Metabolisierung: überwiegend hepatische zu inaktiven Metaboliten
  • Ausscheidung: hauptsächlich renal über den Urin
  • Butylscopolamin ist ein kompetitiver Antagonist an den muskarinergen Acetylcholinrezeptoren
  • Dadurch wird der Parasympathikus gehemmt (Anticholinergikum/ Parasympatholytikum
    → Spasmolyse der glatten Muskulatur
    → Hemmung der gastrointestinalen Peristaltik und der Magensäureproduktion
  • Wirkung verstärkt bei gleichzeitiger Gabe von:
    • MetamizolVerstärkte krampflösende Wirkung bei kolikartigen Schmerzen
    • Anticholinerg wirkenden Medikamenten (z. B. trizyklische Antidepressiva, Antihistaminika, Atropin) → Verstärkung anticholinerger Nebenwirkungen wie Tachykardie, Mundtrockenheit, Harnverhalt oder Akkommodationsstörungen
    • Sympathomimetika (z. B. Adrenalin, Noradrenalin, β-Sympathomimetika)→ Verstärkte Tachykardie 
  • Akkommodationsstörungen
  • Tachykardie
  • Schwindel
  • Hypotonie
  • Mundtrockenheit
  • Allergische Reaktionen
  • Blasenentleerungsstörungen
  • Temperatur: Nicht über 25 °C lagern
  • Lichtschutz: Ampullen vor Licht schützen, im Umkarton aufbewahren
  • Nierensteinleiden (RD)
  • Analgesie für Notfallsanitäter:innen (RD)
  • Intoxikation mit anticholinergen Substanzen (RD)
  • Anticholinergika
  • Sanofi-Aventis Deutschland GmbH: Fachinformation Buscopan® Ampullen Injektionslösung, Stand: April 2023
  • S2k-Leitlinie Diagnostik, Therapie und Metaphylaxe der Urolithiasis, Deutsche Gesellschaft für Urologie e.V. (DGU)
  • Aktories K, Förstermann U, Hofmann FB, Flockerzi V (Hrsg.): Allgemeine und spezielle Pharmakologie und Toxikologie. Urban & Fischer Verlag/Elsevier GmbH, 13. Auflage, 2022. ISBN: 978-3-437-42622-3
  • Wanka V, Weiß S: Medikamente im Rettungsdienst. Georg Thieme Verlag, 2. Auflage, 2019. ISBN: 978-3-13-242824-9
Zuletzt aktualisiert am 13.03.2026
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