Medi Know
Logo Image

Dimetinden

4 Minuten Lesezeit
Dimetinden Ampulle

Dimetinden ist ein H1-Antihistaminikum der ersten Generation, das zur Behandlung allergischer Reaktionen und als Begleittherapie der Anaphylaxie eingesetzt wird, jedoch Adrenalin nicht ersetzt oder verzögern darf

Es wirkt als kompetitiver Antagonist am H1-Histaminrezeptor und reduziert dadurch histaminvermittelte Bronchokonstriktion sowie die gesteigerte Gefäßpermeabilität, wodurch Ödem- und Allergiesymptome abgeschwächt werden. Aufgrund seiner Lipophilie tritt zusätzlich eine zentral sedierende Wirkung auf, die stärker ausgeprägt ist als bei Clemastin

Der Wirkungseintritt erfolgt verzögert (ca. 15–20 min), weshalb Dimetinden primär als additive symptomatische Therapie eingesetzt wird. Typische Nebenwirkungen sind Sedierung, Mundtrockenheit, Schwindel und anticholinerge Effekte.

Lernkarte Dimetinden
  • Wirkstoffklasse: H1-Antihistaminika
  • Handelsnamen: z.B. Fenistil®
Dimetinden
Etikett: Dimetinden
  • Allergische Reaktionen
  • Anaphylaxie
  • Überempfindlichkeit
  • Alter <1 Jahr
  • Erwachsene: 0,1 mg/kgKG i.v., max. 8 mg
  • Kinder >1 Jahr: 0,1 mg/kgKG i.v
  • Im Falle einer Anaphylaxie darf durch die Gabe von H1-Antihistaminika die Verabreichung von Adrenalin nicht verzögert werden!
  • Bei H1-Antihistaminika können anticholinerge Effekte auftreten
    → Kritische Indikation bei Engwinkelglaukom, Darmobstruktion, Prostatahypertrophie, Schwangerschaft
  • Dimetinden wirkt im Vergleich zu Clemastin stärker sedierend
  • Wirkeintritt: 15–20 min
  • Wirkdauer: ca. 12 Std
  • Metabolisierung: Hepatisch über Cytochrom-P450-Enzyme (v. a. CYP2D6) zu inaktiven Metaboliten
  • Ausscheidung: Überwiegend renal als Metaboliten
  • Dimetinden ist ein inverser Agonist am H₁-Histaminrezeptor und stabilisiert den Rezeptor in seiner inaktiven Konformation
    → Antiallergisch: reduziert die durch Histamin ausgelösten Symptome
    → Reduziert die allergische Bronchokonstriktion
    → Reduziert die erhöhte Gefäßpermeabilität
  • Aufgrund der Lipophilie besitzt es ebenfalls eine zentral sedierende Wirkung
  • Wirkung verstärkt bei gleichzeitiger Gabe von:
    • Zentral dämpfende Substanzen (z. B. Alkohol, Benzodiazepine, Opioide, Sedativa) → additive ZNS-Dämpfung mit verstärkter Sedierung und Atemdepression
    • Andere Anticholinergika (z. B. Atropin, trizyklische Antidepressiva, Antipsychotika) → additive anticholinerge Effekte (Mundtrockenheit, Tachykardie, Harnverhalt, Delirrisiko)
    • MAO-Hemmer → Verstärkung zentralnervöser und anticholinerger Wirkungen
  • Wirkung abgeschwächt bei gleichzeitiger Gabe von:
    • Zentral stimulierende Substanzen (z. B. Psychostimulanzien) → funktioneller Antagonismus mit verminderter sedierender Wirkung
  • Sedierung
  • Mundtrockenheit
  • Kopfschmerzen
  • Schwindel
  • Magen-Darm-Beschwerden
  • Bei Kindern: Erregungszustände
  • Temperatur: Nicht über 25 °C lagern
  • Lichtschutz: Ampullen vor Licht schützen, im Umkarton aufbewahren
  • Anaphylaxie (RD)
  • Antihistaminika
  • Gebro Pharma GmbH, Fachinformation Histakut Dimetindenmaleat 1 mg/ml Injektionslösung, Stand: Februar 2018
  • Haleon Germany GmbH, Fachinformation Dimetindenmaleat. Stand: Januar 2024
  • Aktories K, Förstermann U, Hofmann FB, Flockerzi V (Hrsg.): Allgemeine und spezielle Pharmakologie und Toxikologie. Urban & Fischer Verlag/Elsevier GmbH, 13. Auflage, 2022. ISBN: 978-3-437-42622-3
  • Wanka V, Weiß S: Medikamente im Rettungsdienst. Georg Thieme Verlag, 2. Auflage, 2019. ISBN: 978-3-13-242824-9
Zuletzt aktualisiert am 06.06.2026
Dimenhydrinat
4-Dimethylaminophenol
Deine Medizin-Lernplattform
Jetzt weiterlesen
Zugang zu diesem und über 800 weiteren leitlinienbasierten Artikeln, unserem einzigartigen medizinischen AI-Tutor und Quiz