In eurer Hausarztpraxis stellt sich ein Patient vor, der über zunehmende Luftnot berichtet. Ihr schreibt folgendes EKG:
Vorhofflimmern – Tachyarrhythmia absoluta
Auswertung
Frequenz: Mit 130 Schlägen pro Minute liegt eine Tachykardie vor.
Rhythmus: Das EKG ist arrhythmisch. Es besteht somit eine Tachyarrhythmia absoluta.
Lagetyp: Es liegt ein Steiltyp vor.
P-Welle & PQ-Intervall: Es sind keine eindeutigen P-Wellen erkennbar. Stattdessen lassen sich Flimmerwellen erkennen. Bei zusätzlich arrhythmischem EKG ergibt sich somit der Verdacht auf ein Vorhofflimmern.
QRS-Komplex: Der QRS-Komplex ist mit 98 ms normwertig. Es liegt ein R/S-Umschlag in V3/V4 vor.
Erregungsrückbildung: Es liegt eine T-Negativierung in den Ableitungen II, V5 und V6 vor.
Bewertung: In diesem Fall liegt eine Tachyarrhythmia absoluta bei einem Vorhofflimmern vor. Die T-Negativierungen können Ausdruck der schnellen Überleitung sein. Der Patient erhielt unmittelbar ß-Blocker. Diese wirken antiarrhythmisch und senken die Herzfrequenz. Nach der ß-Blockergabe kam es zu einem Abfall der Herzfrequenz auf 90 Schläge pro Minute. Das Vorhofflimmern blieb jedoch bestehen, sodass der Patient zur Elektrokardioversion ins Krankenhaus eingewiesen wurde.
- Für viele weitere praktische EKG-Fallbeispiele zum Üben siehe Ordner EKG-Fallbeispiele oder EKG-Fallbeispiele-Kurs.
EKG-Grundlagen Herzrhythmusstörungen: Übersicht Vorhofflimmern im EKG - Vorhofflimmern
Fallbeispiel gerinnungshemmende Therapie bei Vorhofflimmern - Betablocker

