Während der OP-Ausleitung fällt dem Anästhesisten eine Tachykardie im EKG auf:

Tachyarrhythmia absoluta bei Vorhofflimmern
Auswertung
Frequenz: Zur Bestimmung der Frequenz sollten wir uns im Optimalfall einen 30-sekundigen EKG-Abschnitt anschauen und die Anzahl der QRS-Komplexe zählen. In diesem Beispiel haben wir in 2 Sekunden 6 QRS-Komplexe. Auf 60 Sekunden hochgerechnet wäre dies eine Herzfrequenz von 180 pro Minute.
Rhythmik: Es liegt eine deutliche Arrhythmie vor.
Lagetyp: Es liegt ein Linkslagetyp vor.
P-Wellen: Es stellen sich keine gleichmäßig konfigurierten P-Wellen dar und es folgt nicht auf jede P-Welle ein QRS-Komplex. Es liegt somit kein Sinusrhythmus vor. Hier haben wir also den Befund eines Vorhofflimmerns. Dennoch sollten wir die Auswertung nicht vorzeitig beenden.
QRS-Komplex: Der QRS-Komplex ist nicht über 100 ms verbreitert. Es findet sich ein etwas verspäteter R/S Umschlag in V5/V6.
ST-Strecke & T-Welle: Die ST-Strecke und die T-Welle sind durch die Flimmerwellen teilweise überlagert. Jedoch lassen sich keine signifikanten
ST-Streckenveränderungen oder T-Negativierungen erkennen.
Bewertung: Wir haben hier ein Beispiel für eine Tachyarrhythmia absoluta bei Vorhofflimmern vorliegen. Postoperativ besteht ein erhöhtes Risiko für Vorhofflimmern.
- Für viele weitere praktische EKG-Fallbeispiele zum Üben siehe Ordner EKG-Fallbeispiele oder EKG-Fallbeispiele-Kurs.
- EKG-Grundlagen
- Herzrhythmusstörungen: Übersicht
- Vorhofflimmern im EKG
- Vorhofflimmern
- Fallbeispiel gerinnungshemmende Therapie bei Vorhofflimmern

