Über die Notaufnahme stellt sich eine 72-jährige Patientin mit einer Tachykardie und Palpitationen vor. Ihr schreibt folgendes EKG:
Ektop atriale Tachykardie
Auswertung
Frequenz: Mit 84 Schlägen pro Minute liegt eine normale Herzfrequenz vor (normofrequent). Die beschriebene Tachykardie liegt aktuell nicht mehr vor.
Rhythmik: Das EKG ist rhythmisch.
Lagetyp: Es liegt ein Linkstyp bis überdrehter Linkstyp vor.
P-Welle: Es liegen regelmäßige P-Wellen vor. Mithilfe des Kardiologen-Tricks lassen sie sich durchzirkeln. Auf jede vierte P-Welle folgt ein QRS-Komplex.
QRS-Komplex: Der QRS-Komplex ist unter 100 ms breit und normal konfiguriert. In V1 liegen ein R-Verlust und in V6 eine S-Persistenz, sowie ein verspäteter R/S-Umschlag in V5/V6 vor. Dies deutet auf einen linksanterioren Hemiblock hin.
Erregungsrückbildung: Es liegen T-Negativierungen in V4, V5 und V6 vor.
Bewertung: In diesem Beispiel liegt eine ektop atriale Tachykardie vor. Bei einer ektop atrialen Tachykardie geht die Erregung von einem Zentrum im Vorhof außerhalb des Sinusknotens, aus. Je nach Lage liegen verformte P-Wellen vor. In diesem Beispiel liegt eine 4:1 Überleitung der Vorhofaktion auf die Kammern vor. Im Gegensatz zum Vorhofflattern liegt bei der ektop atrialen Tachykardie eine isoelektrische Linie vor. Eine Differenzialdiagnose wäre ein AV-Block II° Typ Mobitz gewesen. Bei einem Typ Mobitz liegen konstante PQ-Intervalle vor, bis es intermittierend zu einem Ausfall der Überleitung kommt. Bei einem AV-Block II° Typ Mobitz würden eher Bradykardien und bei einem Ersatzrhythmus ein verbreiteter QRS-Komplex resultieren.
- Für viele weitere praktische EKG-Fallbeispiele zum Üben siehe Ordner EKG-Fallbeispiele oder EKG-Fallbeispiele-Kurs.
EKG-Grundlagen Herzrhythmusstörungen: Übersicht - Ektop atriale Tachykardie

