Auch während der Stillzeit ist der Mehrbedarf an Mikronährstoffen deutlich höher als der Mehrbedarf an Energie. Bei vielen Nährstoffen ist der Gehalt in der Muttermilch weitgehend unabhängig von der mütterlichen Zufuhr.
Ein Beispiel ist Folsäure: der Bedarf an Folsäure bleibt während der Stillzeit weiterhin erhöht und kann durch die Ernährung allein nur schwer gedeckt werden. Dennoch wird der Folsäuregehalt in der Muttermilch auch bei niedriger Zufuhr relativ konstant gehalten, was jedoch auf Kosten mütterlicher Reserven geschieht. Um die Gesundheit der Mutter zu schützen, sollte daher eine ausreichende Versorgung sichergestellt werden.
Ähnliches gilt für fettlösliche Vitamine sowie die meisten Mineralstoffe und Spurenelemente. Da diese bis zu einem gewissen Grad im Körper gespeichert werden, ist ihr Gehalt in der Muttermilch regulierbar. Eine Voraussetzung hierfür ist, dass die mütterlichen Speicher ausreichend gefüllt sind.
Bei den meisten wasserlöslichen Vitaminen (Ausnahme: Folsäure) und Jod ist der Gehalt in der Muttermilch jedoch abhängig vom Ernährungsverhalten der Mutter. Als besonders kritischer Nährstoff sollte Jod in jedem Fall auch während der Stillzeit supplementiert werden. Die DGE empfiehlt eine Supplementierung von 100-150 µg/Tag.
Bei alternativen Ernährungsformen kommen weitere kritische Nährstoffe hinzu (z.B. Vitamin B12 bei pflanzlicher Ernährung). In diesen Fällen sollte bereits vor Beginn der SS eine ärztliche Beratung erfolgen.
InfoNährstoffversorgung – Erhalt der Muttermilchqualität und Schutz mütterlicher Reserven
Bei einigen Nährstoffen ist der Gehalt in der Muttermilch weitgehend unabhängig von der mütterlichen Zufuhr. Es gibt jedoch auch Nährstoffe (z.B. Jod, Vitamin C oder Vitamin B12), deren Konzentration in der Muttermilch stark von der Ernährung der Mutter abhängt. Aufgrund der limitierten Kompensationsmechanismen ist eine adäquate Zufuhr entsprechender Nährstoffe unerlässlich.
Darüber hinaus erfolgt die Aufrechterhaltung bestimmter Nährstoffkonzentrationen in der Muttermilch oft auf Kosten der mütterlichen Speicher. Dies bedeutet, dass die mütterlichen Reserven bei unzureichender Nährstoffzufuhr langfristig abgebaut werden, wodurch das Risiko für Mangelerscheinungen steigt. Dies gilt insbesondere für Frauen, die mehrere Schwangerschaften und Stillphasen in kurzer Zeit durchlaufen. Um die mütterliche Gesundheit langfristig zu unterstützen, wird daher eine bewusste Auffüllung der Speicher durch eine gezielte Nährstoffaufnahme empfohlen.