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Erweitertes Monitoring

7 Minuten Lesezeit

Bei kreislaufinstabilen Patient:innen ist ein erweitertes hämodynamisches Monitoring zur lückenlosen Überwachung der Hämodynamik sinnvoll. Zu diesen zusätzlichen Maßnahmen gehören:

  • Invasive Blutdruckmessung: Diese Methode ermöglicht eine kontinuierliche und genaue Messung des Blutdrucks, was besonders bei stark schwankenden Kreislaufverhältnissen essenziell ist
  • Pulskonturanalyse: Diese Technik nutzt den arteriellen Druckpuls zur Schätzung des Herzzeitvolumens und weiterer hämodynamischer Parameter
  • Thermodilution: Ein Verfahren, das häufig verwendet wird, um das Herzzeitvolumen zu messen, indem die Temperaturänderung eines Infusats gemessen wird, das in den Blutkreislauf eingeführt wird
  • Echokardiografie: Eine nicht-invasive Methode, die mittels Ultraschall detaillierte Bilder des Herzens liefert und dabei hilft, die Herzfunktion und Struktur zu beurteilen
  • Prinzip:
    • Kontinuierliche Bestimmung („Schlag für Schlag“) des arteriellen Blutdrucks über einen arteriellen Katheter 
  • Indikationen arterieller Zugang:
    • Invasive Blutdruckmessung
      • Bei hämodynamisch instabilen Patient:innen (z.B. Schock, Polytrauma, Sepsis)
      • Bei Patient:innen mit erhöhtem kardiovaskulärem Risiko (z.B. Herzinsuffizienz, KHK, Herzrhythmusstörungen etc.)
      • Überwachung einer Therapie mit vasoaktiven Wirkstoffen (z.B. Katecholaminen)
      • Bei Operationen mit zu erwartenden hohen Volumenverlusten
      • Bei Operationen, bei denen eine genaue Blutdruckkontrolle notwendig ist (z.B. bei intrakraniellen Operationen)
    • Arterielle Blutgasanalyse
      • Bei respiratorischer Insuffizienz
      • Bei Operationen unter Ein-Lungen-Ventilation
    • Pulskonturanalyse
      • Bestimmung von Schlagvolumen- und Pulsdruckvariation (SSV, PPV)
  • Lokalisation:
    • Häufig A. radialis oder A. femoralis
  • Messverfahren:
    • Die arterielle Pulswelle wird über den arteriellen Katheter und ein starres Schlauchsystem zum Druckaufnehmer (Druckwandler, Transducer) fortgeleitet
      → Der Druckaufnehmer wandelt die mechanische Welle in ein elektrisches Signal um → Dieses wird verstärkt und auf dem Monitor als Blutdruckkurve angezeigt
  • Tipps:
    • Druckaufnehmer auf Herzhöhe positionieren
    • Leitung regelmäßig durchspülen (Spülhahn am Druckaufnehmer), um Thrombenbildung zu vermeiden
    • Nullabgleich durchführen: Damit der Druckaufnehmer einen definierten Nullwert besitzt, muss der Dreiwegehahn Richtung Atmosphäre geöffnet und die Taste für den Nullabgleich am Monitor gedrückt werden, danach muss der Dreiwegehahn wieder geschlossen werden
  • Cave:
    • Lokalisation: 10 cm Höhenunterschied des Druckaufnehmers in der Vertikalen bewirken eine Druckänderung von ca. 7,5 mmHg 
 Achtung

Wenn der Druckaufnehmer von der Höhe des Herzens (ca. 60 cm ↓) auf den Boden fällt, würde sich der angezeigte arterielle Mitteldruck um ca. 45 mmHg erhöhen!

  • Dämpfung: 
    Durch das Schlauchsystem, welches die Arterie und den Druckaufnehmer verbindet, findet eine gewisse Dämpfung der Pulswelle statt.
    • Normale Dämpfung: keine Abschwächungen, Verstärkungen oder größeren Reflexionen
    • Überdämpfung: verstärkte Dämpfung der Pulswelle bspw. durch Luftblasen, Thromben, Verlängerung des Schlauchsystems, abgeknickte Druckmessleitung oder zu geringem gegen Druck im Druckspülsystem
      → Systolischer Druck unterschätzt, diastolischer Druck überschätzt
    • Unterdämpfung („Schleuderzacke“): bspw. durch ein zu starres Schlauchsystem 
      → Systolischer Druck überschätzt, diastolischer Druck unterschätzt
 Tipp

Der arterielle Mitteldruck (MAD) wird für herzferne Arterien wie folgt berechnet: Diastolischer Druck + 1/3 (systolischer Druck – diastolischer Druck). Er ist ein wichtiger Marker für die Organperfusion.

  1. Arterieller Katheter
  2. Kurze Druckmessleitung
  3. Dreiwegehahn (zur arteriellen Blutentnahme)
  4. Lange Druckmessleitung
  5. Druckaufnehmer mit Dreiwegehahn zum Nullabgleich und integriertem Spülsystem
  6. Druckspülsystem mit NaCl 0,9% und Druckmanschette (ca. 300 mmHg)
  7. Monitor mit unterschiedlichen Blutdruckkurven
Aufbau der invasiven Blutdruckmessung

Im Rahmen der invasiven Blutdruckmessung kann eine arterielle Pulskonturanalyse durchgeführt werden. Voraussetzungen sind eine kontrollierte Beatmung mit einem Tidalvolumen von ≥8 ml/kgKG (ideales Körpergewicht) und das Vorliegen eines stabilen Sinusrhythmus. Bei Volumenmangel (Hypovolämie) kommt es zu einer stärkeren Variation des Schlagvolumens und des Pulsdrucks in Abhängigkeit vom Beatmungsdruck.

Schlagvolumenvariation (SVV)

Schlagvolumenvariation (SVV)

  • Definition: Varianz des Schlagvolumens
  • Berechnung: SVV = SVmax – SVmin/SVmean 
  • Bewertung:
    • Normbereich: <10 %
    • Als volumenreagibel gilt: SVV ≥10 %

 

Pulsdruckvariation (PPV)

Pulsdruckvariation (PPV)

  • Definition: Varianz der Pulsdruckkurve
  • Berechnung: PPV = (PPmax – PPmin)/PPmean
  • Bewertung:
    • Normbereich: <13 %
    • Als volumenreagibel gilt: PPV ≥13 %

Grenzwerte von der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (DGK)

Komplikationen der arteriellen PunktionKomplikationen des arteriellen Katheters
  • Gefäßspasmen
  • Hämatom
  • Aneurysma spurium (s.u.)
  • Ar­teriovenöse Fistelung
  • Drahtembolie → Gefäßchirurgische Vorstellung
  • Verletzung von lokalen Nerven
  • Infektion der Punktionsstelle
  • Bildung von Gefäßthromben am Katheter → Fremdoberfläche führt zu Gerinnungsaktivierung
  • Unzureichende Spülung des Katheters → Koagelbildung im Schlauchsystem
  • Durchblutungsstörungen → Mit Nekrose in den abhängigen Gebieten
  • Versehentliche intraarterielle Injektion
  • Versehentliche Diskonnektion und Blutung
  • Mangelnde Hygiene → Infektionen (Abszess, Phlegmone, ggf. Sepsis)
 Info
Aneurysma-Formen
Aneurysma-Formen
Zuletzt aktualisiert am 28.04.2026
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