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Erythrozyten

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Die Erythrozyten werden umgangssprachlich auch als rote Blutkörperchen bezeichnet. Sie enthalten den roten Blutfarbstoff, das Hämoglobin. Dieses bindet Sauerstoff und CO2. Die Erythrozyten sind somit für den Transport der Blutgase verantwortlich und daher unverzichtbar.

Die Erythrozyten haben eine bikonkave Form mit einem Durchmesser von 7,5 µm und einer Dicke von 2,5 µm. Sie enthalten keine Organellen und keinen Zellkern und sind daher nicht zur Teilung fähig. Sie haben eine Lebensdauer von ca. 120 Tagen.

Eine verminderte Eryhtrozytenzahl wird als Erythrozytopenie und eine erhöhte Zahl als Polyglobulie bezeichnet.

Eine Vielzahl an Erkrankungen kann zu einem Mangel an Erythro-zyten führen. Dieser Zustand wird als Anämie, also Blutarmut bezeichnet.

Myeloische Stammzellen entwickeln sich aus multipotenten Stammzellen und differenzieren sich zu Erythroblasten im Knochenmark, aus denen schließlich Erythrozyten entstehen.

Erythropoese

  • Die Entwicklung vom Proerythroblasten bis zum fertigen Erythrozyten dauert ca. 6-9 Tage und umfasst 7 Entwicklungsstufen (E1-E7)
  • Der Proerythroblast (20-25 µm) entwickelt sich über den basophilen Erythroblasten zum polychromatischen Erythroblasten
  • Der polychromatische Erythroblast geht über zum polychromatischen Normoblasten (8-10 µm) und schließlich zum azidophilen Normoblasten
  • In diesem Stadium wird der Zellkern allmählich ausgestoßen und ein Retikulozyt entsteht (ca. 5 Tage), der keinen Zellkern, aber noch mRNA für die Proteinsynthese enthält
  • Die Retikulozyten wandern aus dem Knochenmark ins Blut, wo sie sich zu fertigen Erythrozyten (7-8 µm) entwickeln
  • Die Regulation der Erythropoese erfolgt durch Erythropoetin (= EPO), ein Glykopeptidhormon, das zu 90% in der Nierenrinde und zu 10% in der Leber gebildet wird
  • Bei einer Anämie (z.B. durch Blutverlust) und Sauerstoffmangel wird verstärkt EPO gebildet
  • Ein Mangel an EPO, z.B. bei Niereninsuffizienz (Dialysepatienten), führt zu einer Anämie

MCH, MCHC, MCV (Erythrozytenparameter)

Anhand der Indizes MCH, MCHC und MCV lassen sich die Erythrozyten laborchemisch untersuchen. Die Indizes geben wichtige Rückschlüsse auf die Ursache einer Anämie.

MCH steht für mean corpuscular haemoglobin. Es gibt den mittleren Hämoglobingehalt eines Erythrozyten an.

MCHC steht für mean corpuscular haemoglobin concentration. Es gibt die mittlere Hämoglobinkonzentration in einem Erythrozyten an.

Am rechten Beispiel lässt sich erkennen, dass sich in beiden Erythrozyten 5 Hämoglobinmoleküle befinden. Der MCH-Wert ist somit identisch. Die Konzentration der Hämoglobinmoleküle bezogen auf die Größe bzw. das Volumen des Erythrozyten und somit der MCHC-Wert ist im linken Erythrozyten größer als im rechten.

MCV steht für mean corpuscular volume.

Es gibt das mittlere Volumen eines Erythrozyten an.

Zuletzt aktualisiert am 22.09.2024
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