Was ist deine Verdachtsdiagnose? Wie wird die Erkrankung diagnostiziert?
Was sind die Unterschiede zwischen den beiden häufigsten Typen?
Wie gehst du therapeutisch vor, wenn sich deine Verdachtsdiagnose bestätigt?
Welche chronischen Komplikationen können bei länger bestehender Erkrankung auftreten?
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Frage 1: Was ist deine Verdachtsdiagnose? Wie wird die Erkrankung diagnostiziert?
Bei Frau Erikmann besteht ein Diabetes mellitus Typ 2 (HbA1c>6,5 und Spontanplasmaglukose >200 mg/dl)
Parameter
Gesund
Prädiabetes
Diabetes mellitus
Nüchternplasmaglukose in mg/dl
<100 (<5,6 mmol/l)
100-125 (5,6-6,9 mmol/l)
→ abnorme Nüchternglukose
≥126 (≥7,0 mmol/l)
HbA1c in %
<5,7 (<39 mmol/mol Hb)
5,7-6,4 (39-47 mmol/mol Hb)
≥6,5
(≥48 mmol/mol Hb)
Oraler Glukosetoleranztest (oGTT) 2-Std. Plasmaglukose in mg/dl
<140 (<7,8 mmol/l)
140-199 (7,8-11 mmol/l)
→ pathologische Glukosetoleranz
≥200 (≥11,1 mmol/l)
Spontanplasmaglukose in mg/dl
≥200 (≥11,1 mmol/l)
+ diabetestypische Symptomen
Tipp
Der HbA1c-Wert stellt den Anteil von glykiertem Hämoglobin A1 am Gesamthämoglobin dar. Er wird als „Blutzuckergedächtnis“ der letzten 3 Monate genutzt.
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Frage 2: Was sind die Unterschiede zwischen den beiden häufigsten Typen?
Diabetes mellitus
Typ 1
Typ 2
Häufigkeit
<10%
~90%
Pathophysiologie
Absoluter Insulinmangel
Relativer Insulinmangel bei peripherer Insulinresistenz
Alter
Kindes- und Jungendalter
Meist >40 Lebensjahr (aber zunehmend jüngeres Erkrankungsalter),
Vererbung
HLA-Assoziation (HLA-DR3, HLA-DR4)
Genetische Prädisposition (keine HLA-Assoziation)
Beginn
akut
schleichend
C-Peptid
Meist fehlend/niedrig
Meist normal bis erhöht
Körpergewicht
Meist normalgewichtig
Meist übergewichtig, adipös
Neigung zur Ketoazidose
Hoch
Gering
Therapie
Insulintherapie erforderlich
Stufentherapie mit Lebensstiländerung, Antidiabetika und Insulin
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Frage 3: Wie gehst du therapeutisch vor, wenn sich deine Verdachtsdiagnose bestätigt?
Die Diabetes-Therapie soll die Langzeitkomplikationen von zu hohen Blutglukosespiegeln reduzieren
Allgemein ist eine Basistherapie empfohlen, welche eine Veränderung des Lebensstils beinhaltet
Falls eine ausreichende Absenkung des HbA1c nicht zu erwarten ist, kann direkt bei Stufe 2 gestartet werden
Als Therapieziel wird ein individueller HbA1c-Zielwert festgelegt (abhängig von dem Wunsch der Patientin, Alter, Komorbiditäten, Lebenserwartung, Risiko für Hypoglykämien, familiäre/soziale Hilfe, Erkrankungsdauer)
Allgemeiner Zielwert: 6,5-8,5%
Auswahl der Antidiabetika nach individuellen Risikofaktoren und Komorbiditäten (mehr zu den Antidiabetika auf unserem YouTube-Channel)
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Frage 4: Welche chronischen Komplikationen können bei länger bestehender Erkrankung auftreten?
Diabetische Makroangiopathie
KHK
pAVK
Mönckeberg-Mediasklerose
Verschluss von Hirnarterien (Apoplex)
Diabetische Mikroangiopathie
Diabetische Nephropathie
Noduläre Glomerulosklerose initial mit Mikroalbuminurie
Diabetische Retinopathie
Lange symptomlos→ regelmäßige Augenarzt-Termine
Diabetische Neuropathie
U.a. reduziertes Schmerz- und Vibrationsempfinden
Autonome Dysregulation (z.B. Rhythmusstörungen oder Gastroparese)
Diabetische Fußsyndrome
Malum perforans (schmerzloser Ulkus v.a. am Fußballen)
Eintrittspforte für Erreger→ Phlegmonengefahr
Weitere:
Steatosis hepatis (diabetische Fettleber)
Katarakt
Diabetische Kardiomyopathie
Klinik: Herzinsuffizienz
Limited Joint Mobility
Eingeschränkte Beweglichkeit der Gelenke
Necrobiosis lipoidica
Granulomatöse Entzündung der Dermis v.a. an den Unterschenkelstreckseiten
Necrobiosis lipoidica
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Zuletzt aktualisiert am 19.02.2026
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