
Fentanyl ist ein hochpotentes synthetisches Opioidanalgetikum und wird zur Behandlung von starken bis stärksten Schmerzen sowie im Rahmen der Narkoseeinleitung oder Analgosedierung eingesetzt.
Die Wirkung beruht auf einem Agonismus an Opioidrezeptoren im zentralen Nervensystem, wodurch es zu einer zentralen Hemmung der Schmerzweiterleitung und -verarbeitung kommt. Fentanyl besitzt eine etwa 100-fach höhere analgetische Potenz als Morphin. Nach intravenöser Gabe tritt die Wirkung innerhalb von etwa 2 Minuten ein, die Wirkdauer beträgt ungefähr 30 Minuten, kann jedoch bei wiederholter Gabe aufgrund der kontextsensitiven Halbwertszeit verlängert sein.
Die Applikation erfolgt langsam i.v., um Nebenwirkungen zu reduzieren. Zu den wichtigsten Nebenwirkungen zählen Sedierung, Atemdepression, Miosis, Hypotonie, Übelkeit und Obstipation. Bei schneller intravenöser Gabe kann eine Thoraxrigidität auftreten.
Fentanyl ist ein Betäubungsmittel und muss entsprechend dokumentiert werden. Bei einer klinisch relevanten Atemdepression kann das Opioidantidot Naloxon eingesetzt werden, wobei aufgrund der kürzeren Halbwertszeit von Naloxon ein Wiederauftreten der Opioidwirkung möglich ist.
- B. Braun Melsungen AG: Fachinformation Fentanyl B. Braun 0,5 mg Injektionslösung, Stand: Dezember 2024
- S3-Leitlinie Analgesie, Sedierung und Delirmanagement in der Intensivmedizin (DAS-Leitlinie), Deutsche Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin e.V. (DGAI), Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin e.V. (DIVI)
- Aktories K, Förstermann U, Hofmann FB, Flockerzi V (Hrsg.): Allgemeine und spezielle Pharmakologie und Toxikologie. Urban & Fischer Verlag/Elsevier GmbH, 13. Auflage, 2022. ISBN: 978-3-437-42622-3
- Wanka V, Weiß S: Medikamente im Rettungsdienst. Georg Thieme Verlag, 2. Auflage, 2019. ISBN: 978-3-13-242824-9

