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Fentanyl

6 Minuten Lesezeit
Fentanyl Ampulle

Fentanyl ist ein hochpotentes synthetisches Opioidanalgetikum und wird zur Behandlung von starken bis stärksten Schmerzen sowie im Rahmen der Narkoseeinleitung oder Analgosedierung eingesetzt. 

Die Wirkung beruht auf einem Agonismus an Opioidrezeptoren im zentralen Nervensystem, wodurch es zu einer zentralen Hemmung der Schmerzweiterleitung und -verarbeitung kommt. Fentanyl besitzt eine etwa 100-fach höhere analgetische Potenz als Morphin. Nach intravenöser Gabe tritt die Wirkung innerhalb von etwa 2 Minuten ein, die Wirkdauer beträgt ungefähr 30 Minuten, kann jedoch bei wiederholter Gabe aufgrund der kontextsensitiven Halbwertszeit verlängert sein. 

Die Applikation erfolgt langsam i.v., um Nebenwirkungen zu reduzieren. Zu den wichtigsten Nebenwirkungen zählen Sedierung, Atemdepression, Miosis, Hypotonie, Übelkeit und Obstipation. Bei schneller intravenöser Gabe kann eine Thoraxrigidität auftreten. 

Fentanyl ist ein Betäubungsmittel und muss entsprechend dokumentiert werden. Bei einer klinisch relevanten Atemdepression kann das Opioidantidot Naloxon eingesetzt werden, wobei aufgrund der kürzeren Halbwertszeit von Naloxon ein Wiederauftreten der Opioidwirkung möglich ist.

Lernkarte Fentanyl
  • Wirkstoffklasse: Opioid Analgetika
  • Handelsnamen: z.B. Fentanyl HEXAL®, Fentanyl-ratiopharm®, Fentanyl STADA®, Fentanyl Aristo®, Fentanyl B. Braun®
Fentanyl
Etikett: Fentanyl
  • Starke bis stärkste Schmerzen
  • Narkose
  • Fehlende Möglichkeit zur Beatmung
  • Überempfindlichkeit
  • Einnahme von MAO-Hemmern
  • Erwachsene:
    • Analgesie: 50–100 μg i.v.
    • Narkoseeinleitung: 2–4 μg/kgKG i.v.
    • Aufrechterhaltung: 1–2 μg/kgKG i.v. (Bolusgabe) oder 1–5 μg/kgKG/Std i.v. (kontinuierliche Gabe)
  • Kinder: 1–3 µg/kgKG
  • Langsame i.v.-Gabe zur Verringerung von Nebenwirkungen
  • Fentanyl gilt als Betäubungsmittel: die Anwendung muss eindeutig dokumentiert werden (BtM-Buch)
  • Bei Atemdepression: 
    • Kommandoatmung (Atemkommandos geben)
    • Sauerstoffgabe
    • Assistierte Beatmung
  • Antidot: Naloxon (Cave: Rebound durch kürzere HWZ, siehe Naloxon)
  • Wirkeintritt: ca. 2 min
  • Wirkdauer: ca. 30 min (Kontextsensitive Halbwertszeit: wiederholte Gabe führt zu einer verlängerten Wirkdauer)
  • Metabolisierung: überwiegend hepatisch über CYP3A4 zu inaktiven Metaboliten (v. a. Norfentanyl)
  • Ausscheidung: hauptsächlich renal als Metaboliten über die Niere
  • Fentanyl wirkt über einen Agonismus an den Opioidrezeptoren 
  • Dies führt zur zentralen Hemmung der Schmerzweiterleitung und -verarbeitung
  • Die analgetische Potenz von Fentanyl ist etwa 100-mal höher als die von Morphin
  • Wirkung verstärkt bei gleichzeitiger Gabe von (synergistische Effekte):
    • Sedativa/Hypnotika (z. B. Midazolam, Propofol)Verstärkte Sedierung und Atemdepression (gewünschter Effekt im Rahmen einer Allgemeinanästhesie)
    • Weitere ZNS-dämpfende Substanzen (z. B. Alkohol)Verstärkte zentralnervöse Dämpfung und Atemdepression
    • Weitere Analgetika (z. B. Paracetamol, Ibuprofen)Zusätzliche analgetische Wirkung
    • CYP3A4-Inhibitoren (z. B. Clarithromycin, Ketoconazol)Erhöhte Fentanyl-Plasmaspiegel und verstärkte Opioidwirkung
  • Klinisch relevante Arzneimittelinteraktionen:
    • MAO-Hemmer (z. B. Tranylcypromin, Rasagilin) → Risiko für schwere ZNS- und Kreislaufreaktionen, Kombination kontraindiziert
    • Opioidantagonisten (z. B. Naloxon)Aufhebung der opioidvermittelten Analgesie und Antagonisierung der Atemdepression
    • Partielle Opioidagonisten bzw. κ-Agonisten (z. B. Nalbuphin) → Mögliche Abschwächung der Fentanylwirkung durch kompetitive Wirkung an Opioidrezeptoren
    • Anticholinergika (z. B. Atropin)Verstärkte gastrointestinale Motilitätshemmung mit Risiko für Obstipation oder Ileus
    • CYP3A4-Induktoren (z. B. Rifampicin, Carbamazepin)Verminderte Fentanyl-Plasmaspiegel und abgeschwächte analgetische Wirkung
  • Sedierung (Vigilanzminderung)
  • Atemdepression (Bradypnoe bis Apnoe)
  • Miosis
  • Mediatorfreisetzung → Histamin
  • Übelkeit und Erbrechen
  • Hypotonie
  • Obstipation
  • Anstieg des Hirndrucks
  • Thoraxrigidität (bei schneller i.v.-Gabe)
 Tipp

Symptome einer Intoxikation mit Opiaten oder Opioiden

  • Temperatur: Nicht über 25 °C lagern
  • Lichtschutz: Ampullen vor Licht schützen, im Umkarton aufbewahren
  • Opioide
  • Intoxikationen mit Opiaten und Opioiden
Zuletzt aktualisiert am 08.07.2026
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