Übersicht
Fettgewebe ist ein spezialisiertes, metabolisch aktives Gewebe. Es speichert große Mengen an Fetten und Fettsäuren und ist im gesamten Körper verteilt
Weißes Fettgewebe
- Aufbau und Eigenschaften:
- Univakuoläre Adipozyten enthalten jeweils einen großen Fetttropfen, der Zellkern und Zytoplasma
an den Rand drängt - Lipidtropfen besitzen eine Phospholipid-Monoschicht (keine Doppelschicht) mit assoziierten Proteinen (v. a. Perilipin).
- Um den Tropfen verläuft ein Geflecht aus Vimentin (Intermediärfilament und typischer immunhistochemischer Marker für Fettzellen)
- Adipozyten sind von einer von einer Basallamina mit retikulären Fasern umhüllt und treten einzeln
oder in Gruppen im lockeren Bindegewebe auf - Endokrine Funktion: Adipozyten können Hormone
sezernieren, die sogenannten Adipokine wie Leptin (hemmt den Appetit im Hypothalamus)
- Univakuoläre Adipozyten enthalten jeweils einen großen Fetttropfen, der Zellkern und Zytoplasma
- Regulation:
- Insulin
stimuliert Glukoseaufnahme (GLUT4), Lipogenese und hemmt die Lipolyse - Adrenalin
aktiviert die hormon -sensitive Lipase und stimuliert den Fettabbau
- Insulin
- Histologische Merkmale:
- Im histologischen Schnitt wirkt die Zelle leer, da das Fett bei der Standardpräparation herausgelöst wird
- Zytoplasma
bleibt als schmaler Saum sichtbar, der Zellkern ist randständig abgeplattet (Siegelringform) - Nachweis mit Fettfärbungen an Gefrierschnitten
- Funktionelle Formen:
- Speicherfett:
- Dient der Energiespeicherung und ist leicht mobilisierbar
- Kommt besonders in der Subkutis vor
- Seine Menge variiert mit dem Ernährungszustand
- Isolierfett:
- Wärmeschutz, da Fett verglichen mit anderen Gewebetypen, eine geringe Wärmeleitfähigkeit besitzt
- Teil des subkutanen Fettgewebes
- Baufett:
- Bleibt auch bei Gewichtsverlust weitgehend erhalten
- Hat formgebende und mechanisch schützende Funktion
- Fettzellen können sich bei Druckbelastung verformen
- Beispiele: Augenhöhle (Corpus adiposum orbitae), Umgebung der Niere (Capsula adiposa renalis)
- Speicherfett:
Univakouläre Adipozyten im weißen Fettgewebe:

Braunes Fettgewebe
- Aufbau und Eigenschaften:
- Besteht aus plurivakuolären Adipozyten und enthalten viele kleine Fetttropfen
- Die Zellen sind kleiner als univakuoläre Fettzellen und besitzen besonders viele Mitochondrien
- Der Zellkern ist zentral gelegen, rund und von einer erhöhten Zahl Fetttropfen umgeben
- In histologischen Schnitten erscheinen sie schaumig
- Gewebe ist stark vaskularisiert und dicht sympathisch innerviert
- Die bräunliche Farbe stammt von den eisenhaltigen Cytochromen in den Mitochondrien
- Funktion:
- Spezialisierte Mitochondrien enthalten UCP1 (Thermogenin) in der inneren Membran
- Entkopplung der Atmungskette: Protonengradient wird nicht für ATP-Synthese genutzt → Energie wird direkt als Wärme freigesetzt (Thermogenese)
- Wärme wird über das dichte Kapillarnetz schnell im Körper verteilt
- Besonders wichtig bei Neugeborenen zur Thermoregulation (große Oberfläche, wenig Speicherfett → schnelle Auskühlung)
- Vorkommen:
- Neugeborene: v. a. im Nacken, Achselregion, paravertebral, perirenal
Erwachsene: kleine Reste funktionellen braunen Fettgewebes nachweisbar (PET-CT
), vor allem supraklavikulär, paravertebral, perirenal 
Info
Beiges Fettgewebe stellt eine intermediäre Form zwischen weißem und braunem Fettgewebe dar. Es entsteht durch eine Umwandlung weißer Adipozyten („Browning“), insbesondere unter dem Einfluss von Kältereizen oder hormonellen Signalen. Beige Adipozyten ähneln morphologisch zunächst den univakuolären weißen Fettzellen, besitzen jedoch mehr Mitochondrien und können das Protein UCP1 exprimieren.