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Auswahl der Blutproben für die BGA

6 Minuten Lesezeit

Die Blutgasanalyse, kurz BGA, ist ein diagnostisches laborchemisches Verfahren, das eine Bewertung des Säure-Basen-Status ermöglicht und das wichtige differenzialdiagnostische Ergebnisse liefern kann. Da die BGA anhand eines speziellen Analysegerätes kurzfristig und vor Ort ausgewertet werden kann, spielt sie eine wichtige Rolle bei der Ersteinschätzung im Notfall.

Venöse, kapilläre, arterielle BGA

Eine BGA kann venös, kapillär oder arteriell gewonnen werden. Diese Verfahren bieten verschiedene Vor- und Nachteile.

Venöse BGA:

Im klinischen Alltag wird meistens eine venöse BGA abgenommen.

  • Vorteil: leicht abzunehmen, geringere Blutungsgefahr
  • Nachteil: eingeschränkte Beurteilbarkeit der Blutgase, insbesondere pO2

Kapilläre BGA:

Eine kapilläre BGA wird meistens aus dem Ohrläppchen oder aus der Fingerbeere abgenommen. Am Ohrläppchen kann eine sogenannte hyperämisierende Salbe aufgetragen werden. Diese fördert die Durchblutung und kann somit die Abnahme erleichtern. Alternativ können auch warme Tücher aufgelegt werden.

Arterielle BGA:

Eine arterielle BGA sollte nur bei entsprechender Indikation abgenommen werden.

  • Vorteil: höchste Aussagekraft bei der Beurteilung der Blutgase. Indiziert im Notfall und bei kardiopulmonalen Erkrankungen. Bei Patienten mit schlechten Venenverhältnissen meist leichter durchführbar. Blut ungestaut abgenommen (keine präanalytische Verfälschung des Kalium- oder Laktatwertes)
  • Nachteil: Verletzung der Arterie - erhöhte Blutungsgefahr & Minderperfusion des distalen Gewebes, schmerzhafter für die Patient:Innen
Venöse, kapilläre, arterielle Blutgasanalyse

In arteriellem, kapillärem und venösem Blut bestehen unterschiedliche Partialdrücke der Blutgase. Die Konzentration der Gase im Blut hängt vom Partialdruck ab. Dieser wird meistens mit einem kleinen "p“ abgekürzt. Die Einheit für den Partialdruck ist mmHg. Bei einem steigenden Partialdruck nimmt auch die Konzentration des gelösten Gases im Blut zu.

Der Sauerstoffpartialdruck wird also auf der BGA folgendermaßen angegeben: „pO2 von 100 mmHg“. Bei einem hohen Partialdruck liegt das Gas vermehrt im Blut vor.

Arterielles Blut:

Das Blut wird in den Lungen mit Sauerstoff angereichert und gibt dort CO2 ab. Es liegen somit hohe Sauerstoffpartialdrücke von 65 bis 100 mmHg vor. Bei 100 mmHg sind nahezu alle Hämoglobinmoleküle mit Sauerstoff gesättigt (siehe Sauerstoffbindungskurve). Dieser Wert ist altersabhängig, daher gibt es je nach Alter verschiedene Normwerte. Da das CO2 in der Lunge abgegeben wurde, besteht im arteriellen Blut ein pCO2 von 32-45 mmHg.

Kapilläres Blut:

Die Kapillaren stellen die Verbindung von arteriellem und venösem System dar. Im Kapillarbett findet der Gasaustausch zwischen Gefäßen und Gewebe statt. Die Sauerstoffpartialdrücke im kapillären Blut entsprechen denen des arteriellen Blutes. Da im Kapillarbett schon ein Teil des Sauerstoffs an das Gewebe abgegeben und CO2 aufgenommen wurde, kann der pO2 etwas geringer und der pCO2 etwas höher sein.

Venöses Blut:

Die Venen erhalten das Blut aus den Kapillaren. In den Kapillaren ist bereits der Gasaustausch erfolgt. Ein großer Teil des Sauerstoffs wurde vom Gewebe aufgenommen und CO2 aus dem Gewebe abgegeben. Der pO2 liegt daher bei 36-44 mmHg und der pCO2 bei 37-50 mmHg.

Eigenschaften der verschiedenen Blutproben

Im Ordner BGA-Fallbeispiele findest du mehrere Fallbeispiele zur BGA-Auswertung.

Für ein praktisches BGA-Fallbeispiel zum Üben der BGA-Auswertung siehe: BGA-Fallbeispiel 1

Zuletzt aktualisiert am 17.02.2026
BGA-Fallbeispiel 22
Praktische Fähigkeiten (BGA)
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