Das HAND-Schema kann in Kombination mit dem DOPES-Schema zur strukturierten und schnellen Ursachenfindung und -behebung bei akuten Beatmungsproblemen beim intubierten Patient:innen dienen.
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H - Patient:innen "an die Hand" nehmen
- Handlungsmaßnahmen:
- Beatmung über Beatmungsbeutel mit 100% Sauerstoff
- Dabei sollte der Behandelnde hören, sehen und fühlen
- Hören: Beidseitige Atemgeräusche, Nebengeräusche auskultierbar, Cuffleak (Blubbern neben dem Tubus).
- Sehen: Thoraxhebungen beidseitig synchron, Tubuslage überprüfen (Fixierung, Zahnreihe).
- Fühlen: Wie fühlt sich die Beatmung mit Beutel an? Kann ein Pressen der beatmeten Person detektiert werden?
A - Absaugen
- Handlungsmaßnahmen:
- Prüfung der Durchgängigkeit durch den Tubus
- Möglichkeit obstruierendes Sekret abzusaugen
N - Neue Einstellungen am Beatmungsgerät
- Handlungsmaßnahmen:
- Überprüfung aller Einstellungen am Beatmungsgerät
- Beatmungsform, Grenzwerte
- Besteht ein zunehmendes Air-Trapping bei obstruktiver Lungenerkrankung?
D - Diagnostik
- Bedeutung:
- Erweiterte Untersuchungen zur Ursachenklärung.
- Handlungsmaßnahmen:
- Thoraxsonographie: Erguss, Pneumothorax (fehlendes Lungengleiten, fehlende B-Linien, deutliche A-Linien im M-Mode Barcode-Sign und fehlendes Seashore-Sign)
- Arterielle Blutgasanalyse: pH-Wert, paO2, paCO2, Sauerstoffsättigung, Standardbikarbonat-Konzentration, Basenexzess
- Ggf. Schocksonographie: Bei hämodynamischer Verschlechterung nach RUSH-Konzept (Rapid Ultrasound in Shock and Hypotension)
- Pump (Herz): Perikarderguss/-tamponade, Kontraktilität, Rechtsherzbelastung
- Tank (Volumenstatus): Vena cava Füllungszustand, freie Flüssigkeit (FAST-Protokoll)
- Pipes (Gefäße): Rupturiertes Aortenaneurysma. tiefe Beinvenenthrombose (TVT)
- Ggf. Röntgen-Thorax: Pneumothorax, Erguss, Infiltrate, Stauungszeichen, Tubuslage
- Ggf. Bronchoskopie: Zielgerichtetes Absaugen, Fremdkörperentfernung, Blutstillung
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- S1 Leitlinie Atemwegsmanagement,Deutsche Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin (DGAI)


