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Hereditäres nicht-polypöses kolorektales Karzinom

HNPCC, Lynch-Syndrom
6 Minuten Lesezeit

Hereditäres nicht-polypöses kolorektales Karzinom (HNPCC) ist eine autosomal-dominant vererbte Krebserkrankung. Es zeichnet sich durch ein erhöhtes Risiko für kolorektale Karzinome und andere Tumoren wie Endometrium-, Magen-, Eierstock- und Urothelkarzinome aus. Ursache sind Mutationen in DNA-Mismatch-Repair-Genen (z.B. MLH1, MSH2, MSH6, PMS2), die zu einer Mikrosatelliteninstabilität führen. Diagnostische Kriterien umfassen die Amsterdam-Kriterien und genetische Tests. Prävention erfolgt durch regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen, wie Koloskopien ab dem 25. Lebensjahr, und gegebenenfalls prophylaktische Operationen.

  • HNPCC-Syndrom: bei Vorliegen der Amsterdam- & Bethesda-Kriterien
  • Lynch-Syndrom: HNPCC mit Nachweis einer Keimbahnmutation
  • Genetisch vererbbares Syndrom mit ca. 70-90 % Entartungsrisiko
  • Häufigste Form des vererbten kolorektalen Karzinoms (5% aller Kolonkarzinome)
  • Das rechte Kolon ist häufiger betroffen als das linke
  • Weitere HNPCC-assoziierte Karzinome: Endometriumkarzinom, Magenkarzinom, Ovarialkarzinom, Urothelkarzinome
 Merke

Beim hereditären nicht-polypösen kolorektalen Karzinom liegen keine Polypen vor→ daher “nicht-polypöses“ kolorektales Karzinom.

  • Autosomal dominant
  • Mutation der DNA-Reparatur-Mechanismen (DNA Mismatch Repair Gene z.B. MLH1, MSH2, MSH6, PMS2) → Folge: Mikrosatelliteninstabilität (MSI)
  • Screening: auf Grund der Amsterdam- & Bethesda-Kriterien (spezifisch, nicht sensitiv) 3-2-1-Regel
    • 3 Verwandte mit kolorektalem Karzinom & min. 1 ersten Grades mit den 2 anderen verwandt
    • 2 Generationen mit kolorektalem Karzinom
    • 1 kolorektales Karzinom vor dem 50. Lebensjahr
    • FAP ist ausgeschlossen 
  • Eine molekulargenetische Untersuchung bestätigt die Diagnose. Diese wird bei Vorliegen der Amsterdam-Kriterien (oder Bethesda-Kriterien) durchgeführt.

Ab dem 25. Lebensjahr sollten folgende jährliche Vorsorgeuntersuchungen stattfinden:

  • Jährliche Vorsorgekoloskopie
  • Jährliche Abdomensonografie
  • Jährliche gynäkologische Vorsorgeuntersuchung.

Ab dem 30. Lebensjahr zusätzlich 

  • Jährliche Endometriumbiopsien 
  • Jährliche Ösophagogastroduodenoskopie (ÖGD) bei positiver Familienanamnese für Magenkarzinome 
  • S3-Leitlinie Kolorektales Karzinom, Leitlinienprogramm Onkologie der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften e. V. (AWMF), Deutschen Krebsgesellschaft e.V. und Deutschen Krebshilfe
Zuletzt aktualisiert am 19.11.2024
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