Medi Know
Logo Image

Herzrhythmusstörungen Übersicht

5 Minuten Lesezeit

Physiologisch geht die Herzerregung vom Sinusknoten aus und wird über das Vorhofmyokard zum AV-Knoten geleitet. Der AV-Knoten dient als eine Art Filter bzw. Tor zu den Herzkammern. Vorhöfe und Kammern sind durch das nicht-leitende Herzskelett elektrisch voneinander getrennt. Der AV-Knoten ist die einzige leitende Struktur, die Vorhöfe und Kammern elektrisch verbindet. Vom AV-Knoten wird die Erregung weiter über das His-Bündel und die Tawara-Schenkel über die Purkinje-Fasern zum Kammermyokard geleitet.

Von Herzrhythmusstörungen spricht man, wenn das Herz zu schnell, zu langsam oder unregelmäßig schlägt. Liegt eine Herzfrequenz von über 100 Schlägen pro Minute in Ruhe vor, so spricht man von tachykarden Rhythmusstörungen bei einer Frequenz von unter 60 Schlägen pro Minute von bradykarden Rhythmusstörungen. Bei Belastung oder bei Sportlern können höhere oder niedrigere Frequenzen auch physiologisch sein.

Liegt die Ursache der Herzrhythmusstörung in den Vorhöfen, spricht man von supraventrikulären Herzrhythmusstörungen, liegt sie in den Kammern, spricht man von ventrikulären Herzrhythmusstörungen. Im Folgenden gehen wir auf die häufigsten/wichtigsten Herzrhythmusstörungen ein. 

 Tipp

Alle weiteren Details und die ausführliche Diagnostik findest du in den Artikeln zu den jeweiligen Herzrhythmusstörungen.

Bradykarde Herzrhythmusstörungen

  • Sinusbradykardie
  • SIck-Sinus-Syndrom
  • Vorhofflimmern (Bradyarrhythmia absoluta)
  • AV-Blöcke

Tachykarde Herzrhythmusstörungen

  • Vorhofflimmern
  • Vorhofflattern
  • Supraventrikuläre Rhythmusstörungen
  • Breitkomplextachykardien
    • Ventrikuläre Tachykardie
    • Kammerflattern
    • Kammerflimmern
    • FBI-Tachykardie (fast, broad, irregular)
    • Torsade-de-Pointes-Tachykardie
Einteilung der Herzrhythmusstörungen
  • Klinik und Anamnese:
    • Subjektives Gefühl von Herzstolpern (= Palpitationen)
    • Pulspalpation: Tachykardie, Bradykardie, unregelmäßiger Herzschlag
    • Pulsdefizit: Herzaktion auskultierbar, jedoch ohne peripheren Pulsschlag (Hinweis auf unregelmäßige Herzaktion mit insuffizientem Auswurf z.B. bei Tachyarrhythmia absoluta)
    • Symptome der Herzinsuffizienz bis zum kardiogenen Schock: Synkope, Schwindel, Dyspnoe, Angina pectoris
    • Hinweise für eine arterieller Embolie (Risiko für Thrombusbildung bei insuffizienter Herzaktion erhöht): Schlaganfall (fokal-neurologisches Defizit), Niereninfarkt (geringe Ausscheidung, Flankenschmerzen), Mesenterialinfarkt (akutes Abdomen), akuter arterieller Extremitätenverschluss (kalte Extremitäten ohne Puls)
    • Beginn der Symptome, Vorerkrankungen, Medikamenteneinnahme etc.
  • Elektrokardiogramm (EKG), ggf. Langzeit-EKG
  • Echokardiographie: zur Einschätzung der Pumpfunktion und zur Identifikation von Ursachen
  • Röntgen-Thorax: bei pulmonaler Symptomatik (siehe Lungenödem)
  • Elektrophysiologische Untersuchung: mit einem Katheter kann intrakardial die elektrische Aktivität des Herzens aufgezeichnet werden
  • Ursachensuche: je nach möglicher Ursache z.B. Labor (Schilddrüsenwerte), Herzkatheteruntersuchung, etc.)

Herzrhythmusstörungen können zu einer kardialen Dekompensation führen. Für weitere Informationen zur Diagnostik und Therapie der kardialen Dekompensation siehe kardiale Dekompensation.

EKG-Kurve - Zeiten
EKG-Kurve: Morphologien und Zeiten

Algorithmus: bradykarde Herzrhythmusstörungen

Algorithmus: tachykarde Herzrhythmusstörungen

Für viele praktische EKG-Fallbeispiele zum Üben siehe Ordner EKG-Fallbeispiele oder EKG-Fallbeispiele-Kurs.

Zuletzt aktualisiert am 21.02.2026
Arterielle Hypertonie
Herzschrittmacher
Deine Medizin-Lernplattform
Jetzt weiterlesen
Zugang zu diesem und über 800 weiteren leitlinienbasierten Artikeln, unserem einzigartigen medizinischen AI-Tutor und Quiz