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Histologische Färbungen

EP
3 Minuten Lesezeit

Färbungen ermöglichen die Unterscheidung verschiedener Zell- und Gewebekomponenten anhand ihrer Farbgebung. Die in der Histologie am häufigsten verwendete Methode ist die Hämatoxylin-Eosin-(HE)-Färbung

Farbstoffgruppen und ihre Wirkweise

Farbstoffe lassen sich nach ihrer chemischen Ladung in zwei Hauptgruppen einteilen

Basische Farbstoffe

  • Kationisch (positiv geladen)
  • Binden an negativ geladene Strukturen: DNA, RNA, ribosomenreiches Zytoplasma, sulfatierte Glykosaminoglykane
  • Strukturen erscheinen basophil
  • Typische Färbung: Zellkern blau-lila
  • Beispiel: Hämatoxylin 

Saure Farbstoffe

  • Anionisch (negativ geladen)
  • Binden an positiv geladene Strukturen: Hämoglobin, Mitochondrien, sekretorische Granula, Proteine im Zytoplasma
  • Strukturen erscheinen eosinophil/azidophil
  • Typische Färbung: Zytoplasma rosa
  • Beispiel: Eosin

HE-Färbung von Myokardgewebe:

HE-Färbung von Myokardgewebe

Übersicht über die verschiedenen Standardfärbungen:

FärbungReagenzienAnwendungKerneZytoplasmaKollagen-fasernElastische Fasern
HE-Färbung
  • Hämatoxylin
  • Eosin
Standard-färbungBlau-ViolettRotRotBlassrosa
Azan-Färbung (Heidenhain-Färbung)
  • Azokamin
  • Anilinblau
  • Orange G
Binde-gewebeRotRotBlauBlassblau
Masson-Goldner-Trichromfärbung
  • Eisenhäma-toxylin
  • Säurefuchsin
  • Ponceau
  • Orange G
  • Lichtgrün
Binde-gewebeBraun-SchwarzRot bis RotbraunGrünBlassgrün bis Blassrot
Van Gieson-Färbung
  • Eisenhäma-toxylin
  • Säurefuchsin
  • Pikrinsäure
Kollagen (oft mit Elastika kombiniert)Schwarz-BraunGelb-BraunRotBlassgelb
Elastika-Färbung
  • Orcein bzw. Resorcin-Fuchsin
Elastische Fasern in GefäßenBlassrosaBlassrosaBlassrosaBraun-Rot bis Violett-Schwarz
Standardfärbungen

Substrathistochemie:

Diese Methoden dienen der genaueren Identifikation von Stoffen oder Stoffgruppen. 

PAS-Reaktion (periodic acid-Schiff)

  • Prinzip: Periodsäure spaltet bestimmte Bindungen in Polysacchariden und Glykoproteinen auf und erzeugt dabei freie Aldehydgruppen. Diese reagieren mit dem Schiff-Reagenz und färben sich purpurrot
  • Nachweisbar:
    • Polysaccharide (z. B. Glykogen, Stärke), Glykoproteine (z. B. in Basalmembranen), Muzine (z.B. „Schleim“ in Becherzellen) und Glykolipide
  • Beispiele aus der klinischen Diagnostik:
    • Darstellung von Basalmembranen (z. B. bei Nierenerkrankungen)
    • Nachweis von Pilzen (fungale Zellwände sind PAS-positiv)
    • Nachweis von Speicherkrankheiten (z. B. Glykogenspeicherung)

PAS-Reaktion von muzinhaltigen Becherzellen im Duodenum:

PAS-Reaktion (periodic acid-Schiff)

Fettfärbungen (z. B. Sudan III, Sudanschwarz)

  • Färben Lipide durch fettlösliche Farbstoffe
  • Lipide erscheinen rot oder schwarz
  • Nur anwendbar, wenn keine organischen Lösungsmittel verwendet wurden 

Versilberung nach Gomori (Silberimprägnation)

  • Bei der Versilberung werden retikuläre Fasern (v. a. Kollagen Typ III) schwarz dargestellt, weil sie durch die Reduktion von Silberionen besonders stark anfärbbar sind
  • Retikuläre Fasern: schwarz (vor allem Kollagen Typ III)
  • Basalmembranen: können je nach Technik ebenfalls schwarz erscheinen (über retikuläre Fasern in der Lamina fibroreticularis)

Versilberung nach Gomori:

Versilberung nach Gomori (Silberimprägnation)
Zuletzt aktualisiert am 10.10.2025
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