Zusammenfassung
Infusionen sind Verfahren zur intravenösen Gabe von Flüssigkeiten, Medikamenten oder Nährstoffen. Das Infusionen Richten und Anschließen stellt eine zentrale medizinische Maßnahme dar, die sowohl im Krankenhaus als auch im Rettungsdienst routinemäßig Anwendung findet.

"Infusionen.jpg" von Florian Thillmann, CC BY-SA 3.0, https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/ , via Wikimedia Commons
Indikationen
- Flüssigkeitszufuhr: Bei Dehydratation
, Elektrolytstörungen, Schockzuständen oder wenn orale Flüssigkeits- oder Medikamentenaufnahme nicht möglich ist - Medikamentengabe: Parenterale Verabreichung von Medikamenten, z. B. Antibiotika
oder Schmerzmittel - Ernährung: Parenterale Ernährung
bei gastrointestinale Erkrankungen oder nach großen chirurgischen Eingriffen - Bluttransfusionen: Gabe von Blutprodukten
zur Behandlung von Anämien oder Blutverlusten - Diagnostische Zwecke: z. B. Kontrastmittelinfusionen für bildgebende Verfahren
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Kontraindikationen (Auswahl)
- Allergien: Gegen Bestandteile der Infusionslösung oder der Medikamente
- Schwere dekompensierte Herzinsuffizienz
: Gefahr einer Volumenüberladung
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Aufklärung
- Informierte Zustimmung: Patient:innen über Zweck, Vorgehen und mögliche Risiken informieren
- Dokumentation: Einholen der Einwilligung, insbesondere bei der Gabe von Medikamenten mit hohem Nebenwirkungsrisiko (z.B. Metamizol
→ Agranulozytose)
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Material
- Einmalhandschuhe
- Desinfektionsmittel (Hände- und Flächendesinfektionsmittel)
- Infusionslösung
- Infusionsbesteck (Infusionssystem)
- Stift zum Beschriften
- Ggf. Medikamente, Spritze mit Kanüle
- Tupfer
- Abwurfbehälter
- Ggf. Infusionsständer

"Infusionsbesteck.jpg" von Pflegewiki-User Würfel, CC BY-SA 3.0, http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/, via Wikimedia Commons
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Durchführung
Vorbereitung:
- Indikation zur Infusiontherapie überprüfen
- 6-R-Regel
: Anordnung mit Personendaten vergleichen - Richtiger Patient?
- Richtiges Medikament?
- Richtige Dosis?
- Richtige Applikationsart?
- Richtiger Zeitpunkt?
- Richtige Dokumentation?
- Vorgesehene Infusionslösung und Haltbarkeitsdatum überprüfen
- Handschuhe anziehen
- Arbeitsfläche gründlich desinfizieren
- Handschuhe ausziehen und eine hygienische Händedesinfektion
durchführen
Richten der Infusion:
- Vorbereitung:
- Verschluss der Infusion steril öffnen und ggf. desinfizieren (abhängig von Herstellerangaben)
- Zusätzliche Medikamente können über die Membran oder einen eigenen Zugang injiziert werden (ausführliche Informationen zum Aufziehen von Medikamenten findest du im Artikel
Injektionen ) - Infusion beschriften mit:
- Name
- Geburtsdatum
- Datum und Uhrzeit
- Name und Menge der zugegebenen Medikamente
- Zimmernummer
- Infusionssystem vorbereiten:
- Infusionssystem aus der Verpackung nehmen und Radklemme verschließen
- Einstichdorn steril einstechen (Membran und Einstichdorn nicht berühren; bei versehentlicher Kontamination Infusionssystem verwerfen)
- Tropfkammer füllen:
- Infusion an Infusionsständer hängen oder in die Höhe halten
- Tropfkammer durch Zusammendrücken bis zur Hälfte füllen
- Grünes Entlüftungsventil öffnen, um Unterdruck zu vermeiden (insbesondere bei Glasflaschen)
- System entlüften
- Radklemme öffnen und Flüssigkeit bis zum Schlauchende durchlaufen lassen
- Die Schutzkappe verbleibt auf dem Schlauch und wird entfernt, wenn die Infusion an das Verbindungsstück des peripheren Venenverweilkatheters
angeschlossen wird
TippDie so vorbereitete Infusion ist innerhalb einer Stunde (<60 min) anzuhängen.
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Komplikationen
- Infektionen: An der Punktionsstelle, entlang der Vene, bis hin zur Sepsis
- Allergische Reaktionen: Gegen Infusionslösungen oder Zusatzstoffe
- Luftembolie: Durch fehlerhafte Entlüftung des Systems
- Fehlinfusion: Paravasation bei unsachgemäßem Zugang
- Volumenüberladung: Insbesondere bei kardialer oder renaler Vorerkrankung
- Systemfehler: Fehlfunktionen im Infusionssystem oder ungeeignete Tropfgeschwindigkeit
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Quellen
- Anforderungen an die Hygiene bei Punktionen und Injektionen Empfehlung der Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention beim Robert Koch-Institut (RKI)
