Zusammenfassung
Insulin ist ein Peptidhormon, das von den Betazellen der Langerhans-Inseln des Pankreas
Wirkungen von Insulin
Insulin wirkt anabol, das heißt es fördert den Aufbau der Kohlenhydrat- und Fettspeicher sowie der Proteine für die Skelettmuskulatur. Gleichzeitig werden katabole Stoffwechselvorgänge, die den Energiespeicher des Körpers abbauen, gehemmt.
| Zielort | Wirkungen | Folgen eines Insulinmangels |
|---|---|---|
| Kohlenhydrat-stoffwechsel |
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| Fettstoffwechsel |
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| Protein-stoffwechsel |
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| Kaliumhaushalt |
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| Wachstums- und Differenzierungs-prozesse |
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Wirkstoffe
| Insuline | Wirk-beginn | Wirkmaximum | Einsatzgebiet und Besonderheiten |
|---|---|---|---|
| Normalinsulin | 15–30 min | 1–3 Std. |
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Kurzwirksame Insuline
| 5–15 min | 1 Std. |
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| Verzögerungsinsulin | |||
| NPH | 45–90 min | 4–10 Std. |
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| Langwirksame Insulinanaloga | |||
| 2-4 Std. | 4-14 Std. |
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| Mischinsuline / Kombinationsinsuline | |||
| Abhängig vom Mischverhältnis (30/70 oder 50/50) |
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Pharmakokinetik der Insuline
Indikationen
- Diabetes mellitus
Typ-1 - Diabetes mellitus
Typ-2, wenn eine Anpassung des Lebensstils und die Einnahme oraler Antidiabetika nicht zu einer ausreichenden Blutzuckerkontrolle geführt haben - Gestationsdiabetes
, wenn eine Ernährungsumstellung nicht zur Blutzuckerkontrolle ausgereicht hat - Bei Hyperkaliämie
: Gabe von Insulin-Glukose -Lösung zur Verschiebung des Kaliums nach intrazellulär
Nebenwirkungen
- Hypoglykämie
- Gewichtszunahme durch den anabolen Stoffwechsel
- Lipodystrophie an der Injektionsstelle (= krankhafte Verminderung des Fettgewebes)
- Selten: allergische Reaktionen, zum Beispiel auf Konservierungsmittel
- Dawn-Phänomen: Hyperglykämie am Morgen durch erhöhten Insulinbedarf in der zweiten Nachthälfte infolge vermehrter Ausschüttung von Wachstumshormon
(GH ) - Somogyi-Effekt: zu hohe abendliche Insulindosis führt zu einer nächtlichen Hypoglykämie. Diese führt durch eine reaktive Gegenregulation zu einer Hyperglykämie am Morgen
Resorptionszeit
Abhängig von der Resorptionszeit können Wirkeintritt, Wirkmaximum und Wirkdauer variieren
| Verkürzte Resorptionszeit | Verlängerte Resorptionszeit |
|---|---|
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Fallbeispiel
Für ein praktisches BGA
Quellen
- Freissmuth et al.: Pharmakologie und Toxikologie. Springer 2012, ISBN: 978-3-642-12353-5.
- Karow, Lang-Roth: Allgemeine und Spezielle Pharmakologie und Toxikologie 2012
- Lüllmann et al.: Pharmakologie und Toxikologie. 15. Auflage Thieme 2002, ISBN: 3-133-68515-5
- Wehling: Klinische Pharmakologie. 2. Auflage Thieme 2011, ISBN: 978-3-131-60282-4

