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Ipratropiumbromid

13 Minuten Lesezeit
Ipratropiumbromid Ampulle

Ipratropiumbromid ist ein inhalatives Anticholinergikum (SAMA = Short-Acting Muscarinic Antagonist) und wirkt als kompetitiver Antagonist an muskarinergen Acetylcholinrezeptoren der Bronchien. Durch die Hemmung des Parasympathikus kommt es zu einer Relaxation der glatten Bronchialmuskulatur und damit zur Bronchodilatation bzw. Bronchospasmolyse. 

Im Rettungsdienst wird es bei bronchialer Obstruktion, insbesondere bei Asthma bronchiale, COPD-Exazerbation und Anaphylaxie mit Bronchospasmus, eingesetzt, meist ergänzend zu einem β₂-Sympathomimetikum wie Salbutamol
Der Wirkeintritt erfolgt rasch (innerhalb von einer Minute), die Wirkdauer beträgt etwa 4–6 Stunden. Typische Nebenwirkungen sind Mundtrockenheit, Tachykardie und anticholinerge Effekte; gelangt das Aerosol in die Augen, kann ein Engwinkelglaukomanfall ausgelöst werden. 

Lernkarte Ipratropiumbromid
  • Wirkstoffklasse: Anticholinergika, Parasympatholytika
  • Handelsnamen: z.B. Atrovent®, Ipratropium Teva®

 

Etikett: Ipratropiumbromid
  • Bronchiale Obstruktion
    • Asthma bronchiale
    • COPD
    • Anaphylaxie mit bronchialer Obstruktion
  • Überempfindlichkeit
  • Kritische Indikationsstellung: 
  • Engwinkelglaukom
  • Blasenentleerungsstörung
  • Paralytischer Ileus
  • Erwachsene:: 0,5 mg inhalativ (maximal 2 mg/Tag)
    • Ergänzend zu: 2,5–5 mg Salbutamol inhalativ 
  • Kinder:
    • 0–5 Jahre: 0,125–0,25 mg inhalativ (maximal 1 mg/Tag)
    • 6–12 Jahre: 0,25 mg inhalativ (maximal 1 mg/Tag)
  • Erst SABA (z.B. Salbutamol) dann SAMA vernebeln
  • Durch die Verneblung kann Ipratropiumbromid in die Augen gelangen → Sehstörungen, erhöhtes Risiko für ein Engwinkelglaukom
  • Paradoxe Bronchospasmen möglich: sofortige Beendigung der Ipratropium-bromid-Gabe und Therapie mit Salbutamol
  • Wirkeintritt: innerhalb 1 min
  • Wirkdauer: ca. 4–6 Std
  • Metabolisierung: Geringe systemische Metabolisierung nach inhalativer Anwendung, überwiegend hepatisch
  • Ausscheidung: Hauptsächlich renal als unveränderter Wirkstoff und inaktive Metabolite
  • Ipratropiumbromid ist ein Anticholinergikum, das als kompetitiver Antagonist an den muskarinergen Acetylcholinrezeptoren wirkt
  • Es gehört zur Gruppe der SAMA (Short-acting muscarinic-antagonist)
    → Diese Blockade führt zur Entspannung der glatten Muskulatur in den Bronchien, was als Bronchodilatation oder Bronchospasmolyse bezeichnet wird
 Info
Geringe systemische Wirkung

Als quartäres Ammoniumderivat wird Ipratropiumbromid kaum resorbiert und passiert die Blut-Hirn-Schranke nichtAnticholinerge Nebenwirkungen treten daher überwiegend lokal und deutlich schwächer ausgeprägt auf als bei systemisch wirksamen Anticholinergika.

  • Kopfschmerzen
  • Tachykardie
  • Mundtrockenheit
  • Harnretention
  • Verstopfung
  • Augenschmerzen, Sehstörungen, erhöhter Augeninnendruck
  • Allergische Reaktionen
  • Wirkung verstärkt bei gleichzeitiger Gabe von:
    • Anderen Anticholinergika (z. B. Atropin) → Verstärkte anticholinerge Effekte und mehr Nebenwirkungen (Mundtrockenheit, Tachykardie, Harnverhalt)
    • β₂-Sympathomimetika (z. B. Salbutamol, Fenoterol) → Synergistische Bronchodilatation durch unterschiedliche Rezeptormechanismen
  • Wirkung abgeschwächt bei gleichzeitiger Gabe von:
    • Parasympathomimetika/cholinerge Substanzen (z. B. Physostigmin) → Funktioneller Antagonismus
  • Temperatur: Nicht über 25 °C lagern
  • Lichtschutz: Ampullen vor Licht schützen, im Umkarton aufbewahren
  • Pharmakologie des Atmungssystems (RD)
  • Akuter Asthmaanfall (RD)
  • Akut exazerbierte COPD (RD)
  • Intoxikation mit anticholinergen Substanzen (RD)
  • Parasympathikus
  • Boehringer Ingelheim Pharma GmbH & Co. KG: Fachinformation Atrovent® LS 250 µg/ml Lösung für einen Vernebler, Stand: August 2020
  • S3-Leitlinie Nationale VersorgungsLeitlinie Asthma, NVL-Programm von BÄK, KBV, AWMF
  • Aktories K, Förstermann U, Hofmann FB, Flockerzi V (Hrsg.): Allgemeine und spezielle Pharmakologie und Toxikologie. Urban & Fischer Verlag/Elsevier GmbH, 13. Auflage, 2022. ISBN: 978-3-437-42622-3
  • Wanka V, Weiß S: Medikamente im Rettungsdienst. Georg Thieme Verlag, 2. Auflage, 2019. ISBN: 978-3-13-242824-9
Zuletzt aktualisiert am 27.02.2026
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