Überzieht die Binnenräume des Knochens, d.h. die Spongiosatrabekel, Havers und Volkmannkanäle
Besteht aus nicht-mineralisierten Kollagenfibrillen
Enthält mesenchymale Stammzellen, die sich bei Bedarf zu Osteoblasten oder Osteoklasten differenzieren können
Wichtig für lebenslangen Knochenumbau und Regeneration
Interzellularsubstanz des Knochens:
Organische Matrix (Osteoid):
Zunächst nicht mineralisierte Grundsubstanz
Enthält v. a. Kollagen Typ I, Proteoglykane und Glykoproteine (z. B. Osteopontin, Osteonektin)
Anorganische Anteile:
Vor allem Hydroxylapatit-Kristalle (Calcium-Phosphat), zusätzlich Magnesium und Fluorid → Sorgen für die Härte und Druckfestigkeit des Knochens
Aufbau eines Knochens:
"OpenStax AnatPhys fig.6.7 - Anatomy of a Long Bone - English labels" at AnatomyTOOL.org by OpenStax, license: Creative Commons Attribution. Source: book 'Anatomy and Physiology', https://openstax.org/details/books/anatomy-and-physiology.
Osteoprogenitorzellen
Mesenchymale Vorläuferzellen der Osteoblasten
Differenzierung beeinflusst durch Wachstumsfaktoren und Hormone (u. a. Vitamin D, Parathormon)
Funktion: Knochenneubildung, wichtig bei Frakturheilung
Lokalisation: v. a. im Periost (Stratum osteogenicum) und Endost
Osteoblasten
Entstehen aus Osteoprogenitorzellen
Funktion:
Bilden die organische Knochenmatrix (Osteoid)
Regulieren die Mineralisation des Osteoids (Entstehung von Hydroxylapatit)
Produzieren im Rahmen der Mineralisation alkalische Phosphatase (AP)
Lokalisation:
Befinden sich einreihig wie Pflastersteine auf der Knochenoberfläche (v. a. im Periost (Stratum osteogenicum) und Endost)
Osteozyten
Entstehen aus Osteoblasten, die in das Osteoid „eingemauert“ wurden
Funktion: Registrieren mechanische Belastungen über Mechanosensoren und leiten Signale an Osteoblasten/Osteoklasten weiter → steuern damit den Knochenumbau
Lokalisation: Liegen in Lakunen und sind über Zellfortsätze verbunden
Osteoklasten
Große vielkernige Zellen, entwickeln sich aus der Fusion von Monozyten
Funktion: Knochenabbau durch Resorption der mineralisierten und organischen Matrix
Lokalisation: Sitzen in Howship-Lakunen (oder Resorptionslakunen) an aktiven Umbauorten
Merke
Osteoblastenbauen, Osteoklastenklauen
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Histologisch unterscheidet man zwei Knochenarten: Geflechtknochen und Lamellenknochen. Der Geflechtknochen entsteht zunächst bei der primären Knochenbildung (z. B. Embryonalentwicklung, Frakturheilung). Er ist mechanisch wenig belastbar und wird daher im weiteren Verlauf meist durch den stabileren Lamellenknochen ersetzt. Im erwachsenen Skelett überwiegt der Lamellenknochen als dauerhafte, hoch strukturierte Endform.
Geflechtknochen (Primärer Knochen):
Entsteht bei der primären Knochenbildung, z. B. in der Embryonalzeit oder bei Frakturheilung
Kollagenfasern sind ungeordnet und geflechtartig angeordnet
Osteozyten unregelmäßig in der Knochenmatrix verteilt
Wird aufgrund geringer mechanischer Belastbarkeit meist durch Lamellenknochen ersetzt
Persistiert zeitlebens an Schädelnähten (Suturen), den Alveolarwänden des Ober- und Unterkiefers, im Labyrinth des Innenohres und der Pars petrosa des Os temporale
Entkalkte Geflechtknochenmatrix (TEM) mit charakteristisch ungeordneten Kollagenfasern:
Lamellenknochen (Sekundärer Knochen):
Reifer Knochen, ersetzt Geflechtknochen
Zeigt eine regelmäßige, schichtweise Anordnung der Kollagenfasern
Stärker organisiert und mineralisiert und dadurch stabiler und mechanisch belastbarer als Geflechtknochen
Dominierender Knochentyp im erwachsenen Skelett dar
Besteht aus der Kompakta und Spongiosa :
Substantia compacta (Kompakta, Kortikalis): Dichte, feste Außenschicht des Lamellenknochens; aufgebaut aus Osteonen (Havers-Systeme), Schaltlamellen und Generallamellen → sorgt für Stabilität und Schutz
Substantia spongiosa (Spongiosa): Schwammartiges Netzwerk aus Trabekeln im Knocheninneren, ausgerichtet nach Belastungslinien, Räume sind mit rotem Knochenmark gefüllt
Lamellen:
Definition: Dünne, ca. 3–7 µm dicke Schichten der mineralisierten Knochenmatrix
Hauptbestandteil: Kollagenfibrillen vom Typ I, in jeder Lamelle parallel zueinander angeordnet
Besonderheit: Die Orientierung der Kollagenfibrillen wechselt von Lamelle zu Lamelle (Pfeile) → Das macht den Knochen besonders zug- und druckfest
Zellen: In jeder Lamelle liegen Osteozyten in Lakunen, die über Canaliculi Kontakt zu Nachbarzellen und Blutgefäßen haben
Osteon:
Baueinheiten der Substantia compacta (Kompakta):
Osteone (Havers-Systeme)
Grundbaueinheiten der Kompakta
Verlaufen in Längsrichtung des Knochens
Aufbau:
Zentraler Havers-Kanal mit Blutgefäßen und Nerven
Umgeben von 4 bis 20 konzentrisch angeordneten Speziallamellen
Zwischen den Lamellen befinden sich Lakunen mit Osteozyten, welche über Canaliculi miteinander und mit dem Havers-Kanal verbunden sind
Begrenzung nach außen durch die sogenannte Kittlinie (= Zementlinie, Linea cementalis)
Schaltlamellen
Liegen unregelmäßig zwischen intakten Osteonen
Entstehen durch den Umbau und teilweisen Abbau früherer Osteone
Tragen zur dichten und festen Struktur der Substantia compacta bei
Generallamellen
Verlaufen flächig an der äußeren und inneren Oberfläche der Kompakta
Begrenzen die Kompakta nach außen und innen
Vaskularisierung des Knochens
Foramen nutritium: Eintrittsstelle für die Arteria nutricia, zieht ins Knocheninnere und versorgt Kompakta, Spongiosa und Markraum
Havers-Kanäle: Längs verlaufende Kanäle im Zentrum der Osteone → versorgen Osteozyten in den konzentrischen Lamellen
Volkmann-Kanäle (Canales perforantes): Quer zur Längsrichtung verlaufende Kanäle → verbinden Havers-Kanäle untereinander und stellen die Verbindung der Havers-Kanäle mit Gefäßen aus Periost und Arteriae nutriciae her
Lamellenknochen, Schliffpräparat:
Lamellenknochen unter polarisiertem Licht:
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Zuletzt aktualisiert am 13.10.2025
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