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Kopfschmerzen

4 Minuten Lesezeit

Kopfschmerzen sind ein sehr häufiges Symptom. Meistens sind die Kopfschmerzen harmlos. Im Notfall ist die Identifikation von sekundären Kopfschmerzformen, also Kopfschmerzen im Rahmen von anderen Grunderkrankungen, bspw. Schädel-Hirn-Traumata oder Enzephalitiden, entscheidend.

Häufig ist durch eine strukturierte Anamnese und körperliche sowie neurologische Untersuchung die Einordnung der Kopfschmerzen bereits möglich. Bei Hinweisen für sekundäre Kopfschmerzen sollte eine Bildgebung und ggf. eine Liquorpunktion erfolgen.

  • Anamnese: Wann? Wie lange? Wie stark? Wo? Wie? Welche Begleitsymptome? (OPRST-Schema)
  • Körperliche Untersuchung: Hinweise auf einen Infekt? Nasennebenhöhlen, Zahnstatus
  • Neurologische Untersuchung: Vigilanz, fokal-neurologisches Defizit, Meningismus, Hirnnerven
  • Labordiagnostik: je nach klinischem Verdacht: kleines Blutbild, CRP (Kopfschmerzen können bei einem allgemeinen Infekt, z.B. einer Grippe, vorliegen, aber auch ein Hinweis für eine Meningitis sein), Blutzucker, BGA, Elektrolyte, etc.
  • Bei Hinweisen für eine sekundäre Ursache oder unklaren Befunden:
    • Bildgebung: cCT, cMRT
    • Liquorpunktion
Lumbalpunktion (Liquorpunktion)
Liquorpunktion
SymptomatikDiagnoseTherapie
Plötzlicher starker VernichtungskopfschmerzSubarachnoidalblutung (SAB)Sofort CT-Angiographie
Neuartige Kopfschmerzen/
veränderter Charakter
Verschiedene UrsachenMRT im stationären Aufenthalt
Erhöhtes ThromboserisikoSinusvenenthromboseMRT (venöse Phase)
Nach LumbalpunktionLiquorunterdrucksyndromMRT im stationären Aufenthalt
BewusstseinsstörungVerschiedene UrsachenSofort CT-Angiographie
Fieber, MeningismusMeningitis, Enzephalitis etc.CT zum Ausschluss erhöhten Hirndrucks → Liquorpunktion
ErbrechenErhöhter HirndruckSofort CT
Fokal neurologisches Defizit, SehstörungSchlaganfallSofort CT-Angiographie
Einseitiger VisusverlustZentralarterienverschluss, GlaukomanfallFundoskopie, CT-Angiographie
Druckschmerzhafte A. temporalisArteriitis temporalisCT-Angiographie
 Merke
SNNOOP10 – Warnhinweise auf eine sekundäre Ursache bei Kopfschmerzen:

Systemische Symptome (z.B. Fieber, Erbrechen etc.)

Neoplasm: bekannte Tumorerkrankung

Neurologische Symptome (Vigilanzminderung, Meningismus etc.)

Onset - Einsetzen der Kopfschmerzen (z.B. hochakut → SAB)

Older Age (höheres Alter)

Pattern Change (Änderung des Kopfschmerzcharakters)

Poisitonsabhängig: lageabhängiger Kopfschmerz

Precipitated: Auslösung durch Niesen, Husten oder körperliche Belastung

Papilledema: Papillenödem

Progressive: zunehmende Kopfschmerzen bzw. atypischer Verlauf

Pregnancy: Schwangerschaft oder Wochenbett

Painful eye: schmerzhaftes Auge mit autonomen Begleitsymptomen

Posttraumatischer Kopfschmerz: Beginn nach Trauma

Pathologie des Immunsystems:  Immunsuppression/Immundefizienz

Painkiller: Medikamentenübergebrauch oder neues Medikament im zeitlichen Zusammenhang

 

 Info

Eine Migräne kann die typischen Symptome einer sekundären Kopfschmerzform vortäuschen. Sie äußert sich häufig in starken einseitigen pulsierenden Kopfschmerzen und kann mit einer Aura (vor Beginn der Kopfschmerzen bis zu 60 Minuten: Lichtempfindlichkeit, Flimmerskotome, sensible Symptome) einhergehen. Es kann eine medikamentöse Schmerztherapie mit Analgetika (ASS i.v. oder p.o) und bei starken Schmerzen eine Therapie mit Triptanen erfolgen.

  • Leichte bis moderate Schmerzen: Nicht-Opioid-Analgetika (z.B. Ibuprofen oder Paracetamol bei Fieber)
  • Moderate bis starke Schmerzen: Kombination zweier Nicht-Opioid-Analgetika mit einem Opioid Analgetikum (z.B. Ibuprofen + Paracetamol + Oxycodon)
  • Neuralgiforme Schmerzen: Zusätzlich Carbamazepin oder Pregabalin
Zuletzt aktualisiert am 10.08.2026
Leitsymptom: Thoraxschmerz
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