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Lagerung (RD)

Lagerungstechniken, Lagerungsformen, Lagerungsarten
35 Minuten Lesezeit

In der Anfangsphase der rettungsdienstlichen Ausbildung liegt der Fokus häufig auf akut lebensbedrohlichen Notfällen. Die Lagerung wird dabei oft als zweitrangig wahrgenommen. Im weiteren Ausbildungsverlauf wird jedoch deutlich, dass eine gezielte Lagerung einen entscheidenden Einfluss auf die klinische Situation und das subjektive Wohlbefinden der Patient:innen haben kann.

Eine geeignete Lagerung kann Symptome wie Atemnot lindern, Schmerzen reduzieren und zur Beruhigung beitragen. Ihr therapeutisches Potenzial wird im Einsatzalltag jedoch häufig unterschätzt. Dieser Artikel beleuchtet praxisrelevante Lagerungstechniken und gibt Hinweise, wie durch einfache Maßnahmen die Versorgung deutlich verbessert werden kann.

 Merke
Patientenwille

Lagerungen stellen therapeutische Maßnahmen dar, die stets als Angebot an die Patient:innen zu verstehen sind und nicht als Anweisung. Die Einwilligung der Betroffenen ist zwingend erforderlich, wobei der Patientenwille jederzeit Vorrang hat. Eine klare und verständliche Aufklärung trägt wesentlich zur Akzeptanz und Mitarbeit bei.

Sitzend

Indikation:

  • Patient:innen bei klarem Bewusstsein und stabilen Vitalparametern
  • Rettungswagen: gehfähige, stabile Patient:innen
  • Krankentransportwagen / Einsatzstelle: stabile Patient:innen
  • Dyspnoe (bei Transport leichte Dyspnoe)

Kontraindikation:

  • Nicht gehfähige, bewusstseinseingetrübte Patient:innen
  • Verletzungen (bspw. Polytrauma, Wirbelsäulenverletzungen, Beckenfraktur)
  • Alle Schockformen
  • Bewusstlosigkeit → Lagerung auf der Trage
  • Neurologische Defizite → Lagerung auf der Trage
  • Potenziell kritische Patient:innen → Lagerung auf der Trage

Durchführung:

  1. Stabile Sitzmöglichkeit bereitstellen
  2. Beim Umlagern ggf. unterstützen → bspw. rollstuhlpflichtige Patient:innen mit Hilfestellung oder Hilfsmitteln umlagern in Tragestuhl
  3. Regelmäßige Zustandskontrolle und reevaluieren der Lagerung → ggf. Anpassung der Lagerung

Benötigtes Material:

  • Einsatzstelle: Sitzgelegenheit → bspw. Stuhl, Bett, Couch, Hocker
  • Rettungswagen: Patientenbegleitstuhl
  • Krankentransportwagen: Tragestuhl

Alternativen:

  • Oberkörperhochlagerung
  • Bauchdeckenentspannende Lagerung
 Info
Physiologie
  • Reduktion des venösen Rückstroms zum Herzen, des Herzzeitvolumens → kardiale Entlastung und Reduktion des Blutdruckes
  • Verbesserung der Atemmechanik und Oxygenierung→ Entlastung des Zwerchfells, bei entsprechend erhöhter Lagerung Aktivierung der Atemhilfsmuskulatur
  • Geringeres Risiko der Aspiration, geringerer Reflux
  • Bei Dyspnoe → Verbesserung des subjektiven Befindens durch verbesserte Atemmechanik und Oxygenierung

Oberkörperhochlagerung

Indikation:

  • Dyspnoe (bspw. COPD, Asthma bronchiale)
  • Kardiale Beschwerden (bspw. akutes Koronarsyndrom, Herzinsuffizienz)
  • Schlaganfall oder Schädel-Hirn-Trauma

Kontraindikation:

  • Verschiedene Schockarten
  • Bewusstlose Patient:innen
  • Polytrauma, Wirbelsäulen- oder Beckenverletzungen
Oberkörperhochlagerung

Durchführung:

Einsatzstelle:

  1. Geeignete Möglichkeit finden, bspw. Bett oder Couch mit entsprechenden Kissen und / oder Rückenlehne
  2. Patient:innen in Rückenlage bringen, dabei wird der Rücken erhöht gelagert, je nach Bedürfnis der Patient:innen
  3. Mit Hilfsmitteln wie Kissen unterstützen
  4. Regelmäßige Reevaluation der Lagerung und weitere Überwachung
  5. Im Verlauf auf Fahrtrage lagern

Rettungs- / Krankentransportwagen:

  1. Patient:in auf die Trage legen (Selbstständig, Hilfestellung, weitere Hilfsmittel → siehe Rettungs- und Transporttechniken)
  2. Kopfteil erhöhen, je nach Bedürfnis → meist 30° bis 90°
  3. Beine flach lagern, ggf. mit Knierolle
  4. Überwachung und Reevaluieren der Lagerung während des Transportes und ggf. anpassen

Benötigtes Material:

  • Einsatzstelle: Möglichkeit zum Liegen mit Lehne oder Kissen → bspw. Couch, Bett (mit Kissen), Boden (mit Kissen oder an einen Gegenstand gelehnt)
  • Rettungs- / Krankentransportwagen: Fahrtrage mit erhöhtem Kopfteil, Tragetisch mit Höhenverstellung (Anti-Trendelenburg-Lagerung)

Alternativen:

  • Sitzende Lagerung
  • Bauchdeckenentspannende Lagerung
  • Flachlagerung
 Info
Physiologie
  • Reduktion des venösen Rückstroms zum Herzen, des Herzzeitvolumens → kardiale Entlastung und Reduktion des Blutdruckes
  • Verbesserung der Atemmechanik und Oxygenierung→ Entlastung des Zwerchfells, bei entsprechend erhöhter Lagerung Aktivierung der Atemhilfsmuskulatur
  • Geringeres Risiko der Aspiration, geringerer Reflux
  • Verminderung des intrazerebralen Druckes und Perfusionsdrucks
  • Bei Dyspnoe → Verbesserung des subjektiven Befindens, aufgrund der Verbesserung der Atemmechanik und Oxygenierung
  • Negative Auswirkungen:
    • Erhöhung des abdominellen Druckes
    • Erhöhtes Risiko für Druckulzerationen an Steiß und Fersen → selten im Rettungsdienst, dennoch sollte bei Dekubitus Patient:innen darauf geachtet werden
 Merke
30°-Oberkörperhochlagerung
Oberkörperhochlagerung bei neurologischen Erkrankungen

Bei Schlaganfall oder Schädel-Hirn-Trauma wird eine Oberkörperhochlagerung von etwa 30° empfohlen.

Ziel ist die Senkung des intrakraniellen Drucks (ICP) bei gleichzeitigem Erhalt der zerebralen Perfusion (CPP) durch verbesserten venösen Abfluss.

Zusätzlich bietet diese Lagerung einen gewissen Aspirationsschutz.

Bei gleichzeitiger Immobilisation ist eine exakte Oberkörperhochlagerung häufig erst im Rettungswagen über den Tragetisch möglich.

 Tipp
Praxistipp

Bei Patient:innen mit geringer Muskelspannung (z.B. bei neurologischen Erkrankungen oder Behinderung) verhindert eine Knierolle ein Hinunterrutschen auf der Trage und verbessert die Lagerungsstabilität.

 Merke
Anti-Trendelenburg-Lagerung

Im Rettungswagen kann die Anti-Trendelenburg-Lagerung mit einem verstellbaren Tragetisch durchgeführt werden. Dabei wird er Kopf angehoben.

Anti-Trendelenburg-Lagerung

Flachlagerung

Indikation:

  • Verletzungen des Beckens und / oder der Wirbelsäule
  • Während und nach Reanimation
  • Patient:innen auf Spineboard oder in Vakuummatratze (im Rettungswagen Möglichkeit der Trendelenburg-Lagerung sowie der Anti-Trendelenburg-Lagerung)
  • Kardiogener Schock mit ausgeprägter Hypotonie 
  • Obstruktiver Schock ohne Dyspnoe
  • Bewusstlose Patient:innen → stetige Zustandsüberprüfung und Absaugbereitschaft!

Kontraindikation:

  • Bewusstlose Patient:innen ohne Absaugbereitschaft → stabile Seitenlage
  • Schädel-Hirn-Trauma → intrakranieller Druckanstieg
  • Dyspnoe und Atemwegserkrankungen
  • Schwangerschaft (besonders im letzten Trimenon → Linksseitenlage)
  • Erbrechen → Gefahr der Aspiration
Flachlagerung

Durchführung:

  1. Patient:in in Rückenlage auf Boden, Bett oder Liege positionieren
  2. Patient:innen, die aufgrund einer Verletzung in Flachlagerung gelagert werden → Immobilisation beachten
  3. Arme entlang des Körpers legen oder angewinkelt auf den Bauch ablegen
  4. Kopf mittig positionieren
  5. Überwachung der Vitalwerte, Zustand → Lagerung ggf. anpassen
  6. Absaugbereitschaft bei bewusstlosen Patient:innen herstellen
 Achtung
Stilles Erbrechen

Neben dem bekannten Erbrechen durch Hochwürgen von Mageninhalt kann es auch zu einer Regurgitation kommen. Dabei läuft der Mageninhalt ohne ein hörbares Würgegeräusch in der Speiseröhre Richtung Kopf und kann über die Trachea in die Lunge gelangen. 

Mageninhalt kann in der Lunge schwere Schäden am Gewebe verursachen. Eine Regurgitation sollte demnach durch eine adäquate Absaugbereitschaft dringend verhindert werden. 

Benötigtes Material:

  • Einsatzstelle: Möglichkeit zum Liegen → bspw. Couch, Bett, Boden
  • Rettungs- / Krankentransportwagen: Fahrtrage
  • Bei Immobilisation entsprechendes Material
  • Bei Bewusstlosen: zusätzlich Absaugpumpe

Alternativen:

  • Oberkörperhochlagerung → bei kardialen oder pulmonalen Erkrankungen
  • Stabile Seitenlagen → bei bewusstlosen Patient:innen
  • Schocklagerung → selten und kritisch betrachten → bei Kreislaufinstabilität
  • Oberkörperhochlagerung 30° → hauptsächlich bei neurologischen Erkrankungen verwendet
  • Linksseitenlagerung → bei Schwangeren, ab dem 2. Trimenon
 Info
Physiologie
  • In einer Schocksituation, mit verbundener Hypotonie, kommt es in dieser Lagerung zu einer ausreichenden Perfusion lebenswichtiger Organe, insbesondere das Gehirn
  • Venöser Rückfluss zum Herzen verbessertstabilisiert das Herzzeitvolumen → erhöhtes Blutvolumen wirkt sich negativ für kardiale Erkrankungen wie das akute Koronarsyndrom aus
  • Bauchorgane drücken gegen das ZwerchfellVerschlechterung der Atemmechanik → verstärkt Dyspnoe
  • Lage der Bauchorgane verstärken die kardiale Belastung und verursachen Aspirationsgefahr

Knierolle

Indikation:

  • Rückenschmerzen und Entlastung der Lendenwirbelsäule
  • Abdominelle Beschwerden ohne Schockzeichen
  • Stumpfes Bauchtrauma mit stabilem Kreislauf

Kontraindikation:

  • Verletzungen der Wirbelsäule oder Becken
  • Frakturen der unteren Extremitäten
  • Je nach Oberkörperlagerung → entsprechende Kontraindikation der Oberkörperhoch- oder Flachlagerung
Knierolle

Durchführung:

  1. Patient:in in Rückenlage bringen (Oberkörper den jeweiligen Bedürfnissen anpassen)
  2. Beine anwinkeln und unterpolstern → Kissen oder andere Gegenstände, auf der Trage mit Knierolle
  3. Regelmäßige Zustandskontrolle sowie Reevaluation der Lagerung → Lagerung ggf. anpassen
 Info
Knierolle auf der Trage

Die hier genannte „Knierolle“ auf der Trage bezeichnet keine tatsächliche Rolle, wie man sie aus der Physiotherapie kennt. Viele Tragen können an der Stelle, an der die meisten Knie zu liegen kommen, so eingestellt werden, dass ein Knick entsteht, der die Knie etwas erhöht lagert. 

Insbesondere in den oben genannten Situationen (s. Indikationen) wirkt das bei vielen Patient:innen erleichternd und schmerzlindernd

Benötigtes Material:

  • Einsatzstelle: Möglichkeit zum Liegen (bspw. Couch, Bett, Boden) sowie Material zum Unterpolstern (bspw. Kissen)
  • Rettungs- / Krankentransportwagen: Fahrtrage mit Knierolle oder anderem Unterbaumaterial (bspw. Decken, Kissen)

Alternativen:

  • Flachlagerung
  • Bauchdeckenentspannende Lagerung
  • Oberkörperhochlagerung
  • Seitenlage mit angezogenen Beinen
 Info
Physiologie
  • Die angewinkelten Beine reduzieren den Zug auf die Lendenwirbelsäule und entspannen die Rückenmuskulatur
  • Reduktion des intraabdominellen Drucks → Entlastung der abdominellen Beschwerden
  • Schmerzreduktion
  • Bei erhöhtem Oberkörper: Atemmechanik verbessert

Gegenüberstellung der allgemeinen Lagerungsarten

LagerungsartIndikationKontraindikationAlternativen
Sitzend
  • Stabile Patient:innen
  • Klares Bewusstsein
  • Dyspnoe
  • Bewusstseinseingetrübte Patient:innen
  • Verletzungen
  • Schockformen
  • Neurologische Defizite
  • Oberkörperhochlagerung
  • Bauchdecken-entspannende Lagerung
Oberkörper-hochlagerung
  • Dyspnoe
  • Kardiale Beschwerden (bspw. ACS)
  • Schlaganfall
  • Schädel-Hirn-Trauma
  • Verschiedene Schocklagerungen
  • Bewusstlose Patient:innen
  • Polytrauma, Wirbelsäulen- und Beckenverletzungen
  • Sitzende Lagerung
  • Herzbettlagerung
  • Bauchdecken-entspannende Lagerung
  • Flachlagerung
Flachlagerung
  • Immobilisation
  • Reanimation
  • Kardiogener und obstruktiver Schock
  • Bewusstlose Patient:innen
  • Bewusstloser Patient:in ohne Absaugbereitschaft
  • Schädel-Hirn-Trauma
  • Dyspnoe
  • Schwangerschaft
  • Erbrechen 
    → Aspirationsgefahr
  • Oberkörperhochlagerung
  • Stabile Seitenlage
  • Schocklagerung
  • 30°-Oberkörperhochlagerung
  • Linksseitenlagerung
Knierolle
  • Rückenschmerzen
  • Abdominelle Beschwerden
  • Verletzungen und Frakturen des Beckens, der Wirbelsäule und der unteren Extremitäten
  • Flachlagerung
  • Bauchdecken-entspannende Lagerung
  • Oberkörperhochlagerung
  • Seitenlage
 Merke

Die Wahl der Lagerung erfolgt unter Berücksichtigung des Krankheitsbildes und des Zustandes der Patient:innen. Kombinationen oder Lagerungswechsel sind im Verlauf möglich.

 Merke
Atemerleichternde Lagerungen

Atemerleichternde Positionen werden definitionsgemäß nicht als Lagerungen, sondern als Körperhaltungen bezeichnet. In der Regel nehmen Patient:innen mit Atemnot diese Haltungen eigenständig ein, um ihre Atmung zu erleichtern

Die Körperhaltung verbessert dabei die Atemmechanik und reduziert die Atemarbeit. Das Rettungsdienstpersonal kann durch unterstützende Maßnahmen zur Stabilisierung beitragen.

 Tipp
Verhalten im Rettungsdienst

Für eine bessere Zusammenarbeit („Compliance“) sollten Notfallsanitäter:innen ruhig, empathisch und professionell auftreten. Hektik, Stress oder ungeduldiges Verhalten verschlechtern oft die Situation – insbesondere bei Patient:innen mit Atemnot – und sollten daher unbedingt vermieden werden.

Torwarthaltung

Torwarthaltung

Indikation:

  • Spontan atmende Patient:innen ohne Bewusstseinsstörung
  • Akute Dyspnoe (bei bspw. COPD, Asthma bronchiale)
  • Erhöhte Atemarbeit
  • Respiratorische Erschöpfung
  • Hyperventilation

Kontraindikation:

  • Bewusstlose oder bewusstseinsgestörte Person
  • Kreislaufinstabilität
  • Drohender Schock
  • Traumata oder Schmerzen, die eine entsprechende Körperhaltung unmöglich machen
  • Fehlende Compliance der Patient:innen

Durchführung:

  1. Patient:in steht aufrecht
  2. Knie leicht beugen
  3. Hände auf die Oberschenkel stützen → idealerweise mit nach innen zeigenden Fingern und nach außen gerichteten Ellenbogen
  4. Patient:in zur ruhigen, gleichmäßigen Atmung anleiten

Benötigtes Material:

Keines

 Tipp

Da kein Material benötigt wird, ist dieses Vorgehen auch in der Ersten Hilfe gängig und kann jederzeit genutzt werden. 

Alternativen:

  • Kutschersitz
  • Oberkörper hochlagern
  • Therapie je nach Grunderkrankung der Dyspnoe
 Info

Physiologie:

→ Oberkörper in vorbeugender Haltung und Abstützen der Arme

  • Aktivierung und Entlastung die Atemhilfsmuskulatur (besonders den M. pectoralis major)
  • Freiere Brustkorbbewegung → Senkung des intrathorakalen Drucks
  • Zwerchfell kann sich freier bewegen
  • Reduktion der Atemarbeit

Kutschersitz

Kutschersitz

Indikation:

  • Spontan atmende Patient:innen ohne Bewusstseinsstörung
  • Akute Dyspnoe (bei bspw. COPD, Asthma bronchiale)
  • Erhöhte Atemarbeit
  • Respiratorische Erschöpfung
  • Hyperventilation

Kontraindikation:

  • Bewusstlose oder bewusstseinsgestörte Person
  • Kreislaufinstabilität
  • Drohender Schock
  • Traumata oder Schmerzen, die eine entsprechende Körperhaltung unmöglich machen
  • Fehlende Compliance der Patient:innen

Durchführung:

  1. Patient:in sitzt aufrecht
  2. Knie angewinkelt
  3. Unterarme oder Hände auf den Beinen abstützen → idealerweise mit nach innen zeigenden Fingern und nach außen gerichteten Ellenbogen
  4. Patient:in zur ruhigen, gleichmäßigen Atmung anleiten

Benötigtes Material:

Sitzmöglichkeit (bspw. Stuhl, Bett, Couch, Hocker, etc.)

 Tipp

Auch dieses Vorgehen ist in der Ersten Hilfe möglich und gängig. Sollte keine Sitzmöglichkeit auffindbar, jedoch notwendig sein, kann die Körperhaltung auch auf dem Boden sitzend eingenommen werden. 

Die Bedingungen sind dafür nicht ideal, jedoch möglich

Alternativen:

  • Torwarthaltung
  • Oberkörper hochlagern
  • Je nach zugrundeliegender Erkrankung für die Dyspnoe → dementsprechende Therapie
 Info

Physiologie:

→ Oberkörper in vorbeugender Haltung und abstützen der Arme

  • Aktivierung und Entlastung die Atemhilfsmuskulatur (besonders den M. pectoralis major)
  • Freiere Brustkorbbewegung → Senkung des intrathorakalen Drucks
  • Zwerchfell kann sich freier bewegen
  • Reduktion der Atemarbeit

Bauchdeckenentspannende Lagerung

Indikation:

  • Akuter abdomineller Schmerz → bspw. Appendizitis, Peritonitis

Kontraindikation:

  • Verdacht auf Wirbelsäulen oder Beckentrauma
  • Polytrauma
Bauchdeckenentspannende Lagerung

Durchführung:

  1. Patient:in auf die Trage legen (Selbstständig, Hilfestellung, weitere Hilfsmittel → siehe Rettungs- und Transporttechniken)
  2. Kopfteil erhöhen, je nach Bedürfnis
  3. Knierolle einstellen oder mit Hilfsmittel (wie Decke oder Kissen) unterbauen
  4. Eventuell das Kopfteil justieren
  5. Lagerung sollte zu einer Schmerzlinderung führen → wenn nicht: Lagerung weiter anpassen bis Schmerzlinderung eintritt oder medikamentöse Therapie erwägen

Benötigtes Material:

  • Einsatzstelle: auf Couch oder im Bett an die Lehne anlehnen und Beine heranziehen, eventuell mit Kissen oder Decken unterbauen
  • Rettungs- / Krankentransportwagen:
    • Fahrtrage mit verstellbarem Kopfteil und Knierolle
    • Wenn keine Knierolle vorhanden ist, entsprechende Hilfsmittel, wie Decke oder Kissen verwenden

Alternativen:

  • Sitzender Transport
  • Oberkörperhochlagerung
  • Seitenlage mit angezogenen Beinen (Embryonalstellung)
 Info

Physiologie:

  • Entspannung der Bauchmuskulatur → Verkrampfungen (Abwehrspannung) und Schmerzen reduziert
  • Angewinkelte Beine entlasten den Bauchraum → Senkung des intraabdominellen Drucks → Schmerzreduktion
  • Verbesserte Durchblutung des Abdomens
  • Entlastung des ZwerchfellsStabilisierung der Atemmechanik

Stufenbettlagerung

Indikation:

  • Die Stufenbettlagerung dient der Entlastung der Wirbelsäule – insbesondere der Lendenwirbelsäule – und wird angewendet bei:
    • Bandscheibenvorfall
    • Lumbalen Muskelverspannungen
    • Starkem Rückenschmerz

Kontraindikation:

  • Frakturen der Wirbelsäule, insbesondere der Lendenwirbelsäule
  • Frakturen des Beckens und / oder unteren Extremitäten
  • Patient:innen, die diese Haltung schmerzbedingt oder aufgrund anderer Bewegungseinschränkungen nicht einnehmen können
Stufenbettlagerung

Durchführung:

  1. Patient:in mit Hilfestellung auf Liegefläche positionieren
  2. Mit Kissen, Box, Rucksack oder ähnlichem die Beine unterbauen → Hüft- und Kniegelenk sollen dabei jeweils eine 90°-Beugung haben
  3. Zustandsbeobachtung → ggf. Lagerungsanpassung
 Tipp

Wenn möglich, sollte diese Lagerung direkt auf der Fahrtrage vorgenommen werden, um spätere Umlagerungen zu vermeiden.

Benötigtes Material:

  • Einsatzstelle: geeignete Liegemöglichkeit (bspw. Bett, Couch, Boden) und Unterbaumaterial für die Beine (bspw. Kissen, Box, kleiner Tisch, Rucksack, etc.)
  • Rettungs-/Krankentransportwagen: Fahrtrage und Unterbaumaterial für die Beine (bspw. Kissen oder Rucksack) → Material während der Fahrt gut sichern!
    • Alternativ kann versucht werden, das Kopfteil und die Knierolle der Fahrtrage so einzustellen, dass eine ähnliche Position erreicht wird

Alternativen:

  • Oberkörperhochlagerung
  • Sitzende Lagerung
  • Bauchdeckenentspannende Lagerung
  • Flachlagerung mit Knierolle
  • Seitliche Lagerung mit angezogenen Knien
 Info
Physiologie

Durch die Beugung in Hüft- und Kniegelenken wird Zugspannung von der Lendenwirbelsäule genommen. Besonders die Lumbalmuskulatur und der Musculus iliopsoas werden entlastet.

Folgen dessen sind:

  • Der Druck auf die Bandscheiben wird verringert
  • Nervenwurzeln werden entlastet
  • Eine Hyperlordose der LWS wird vermieden
  • Schmerzen nehmen durch die Muskelentspannung ab

Fritsch-Lagerung

Synonyme: Lagerung nach Fritsch

Indikation:

  • Schwere vaginale Blutung (bspw. postpartale Blutung)
  • Traumatische Vaginalverletzung mit Blutung
 Achtung

Der Blutverlust nach außen muss nicht dem gesamten Blutverlust der Patientin entsprechen. Auch eine geringe, von außen sichtbare, vaginale Blutung schließt einen hohen Blutverlust im Inneren nicht aus

Kontraindikation:

  • Verdacht auf Wirbelsäulen- und Beckenverletzungen oder der unteren Extremitäten
Fritschlagerung

Durchführung:

  1. Patientin in Rückenlage bringen
  2. Oberkörper leicht erhöht oder flach lagern
  3. Sterile Auflage vor dem Scheidenausgang platzieren
  4. Beine auf Höhe der Knie überkreuzen
  5. Regelmäßige Kontrolle der Blutung über die sterile Auflage sowie Zustandskontrollen

Benötigtes Material:

  • Einsatzstelle: Liegemöglichkeit (bspw. Bett, Couch, Boden) und sterile Auflage
  • Rettungs- / Krankentransportwagen: Fahrtrage und sterile Auflage

Alternativen:

  • Linksseitenlage, besonders bei schwangeren Patientinnen
  • Flachlagerung mit manueller Kompression
 Info

Physiologie:

  • Kompression des kleinen Beckens durch das Überkreuzen der Beine
  • Infektionsschutz durch die sterile Auflage vor dem Scheidenausgang

Linksseitenlagerung

Indikation:

  • Schwangere ab dem 2. Trimenon
  • Verdacht auf ein Vena-cava-Kompressionssyndrom

Kontraindikation:

  • Verdacht auf eine Wirbelsäulen- oder Beckenverletzung → Immobilisationsmaßnahmen 
 Tipp
Immobilisation von Schwangeren

Mit Vakuummatratze oder Spineboard kann ebenso eine Linksseitenlage erreicht werden, indem die voll immobilisierte Patientin im Spineboard bzw. in der Vakuummatratze so gelagert wird, dass sie quasi auf der linken Seite liegt. Dafür können Decken oder andere Gegenstände unter dem Spineboard oder der Vakuummatratze platziert werden, um die Patientin im Ganzen zu kippen

Linksseitenlagerung

Durchführung:

  1. Patientin zunächst in Rückenlage bringen
  2. Leichte Drehung auf die linke Seite
  3. Rechte Körperhälfte mit Kissen, Decken oder anderen Hilfsmitteln unterpolstern, um eine stabile Lage zu gewährleisten
  4. Regelmäßige Zustandsüberprüfung → ggf. Anpassung der Lagerung
 Merke

Sollte die Patientin sich selbständig auf die linke Seite legen wollen, so wie man es beispielsweise als Seitenschläfer:in tut, muss eine gute Sicherung durch die Anschnallgurte im Falle einer Autofahrt gewährleistet sein. 

Die Sicherheit der Patientin darf hier nicht eingeschränkt werden

Benötigtes Material:

  • Einsatzstelle: Liegemöglichkeit (bspw. Bett, Couch, Boden), Kissen zum Unterpolstern der rechten Körperseite
  • Rettungs- / Krankentransportwagen: Fahrtrage und Material zum Unterpolstern der rechten Körperseite (bspw. Kissen, Decken)

Alternativen:

  • Rückenlage mit Keilkissen unter der rechten Beckenhälfte
  • Oberkörperhochlagerung (> 30°)
  • Stabile Seitenlage auf der linken Seite
 Info
Physiologie
  • Bei Schwangeren ab dem 2. Trimenon kann die vergrößerte Gebärmutter in Rückenlage auf die Vena cava inferior drücken → verursacht verminderten Rückstrom zum Herzen
    • Symptome: Hypotonie, Schwindel und KreislaufkollapsVena-cava-Kompressionssyndrom
  • Linksseitenlagerung entlastet die Vena cava inferiorverbessert venösen Rückstrom und Kreislaufstabilität

Schocklagerung

Synonyme: Trendelenburg-Lagerung

Indikation:

  • Hypovolämischer Schock
  • Anaphylaktischer Schock
  • Septischer Schock

Kontraindikation:

  • Schädel-Hirn-Trauma / Schlaganfall → Gefahr eines intrakraniellen Druckanstiegs sowie einer verminderten zerebralen Perfusion
  • Beckenring- oder Wirbelsäulenverletzung → Risiko zusätzlicher innerer Blutungen bzw. sekundärer Rückenmarksschädigung durch Lageveränderung
  • V.a. rupturiertes Bauchaortenaneurysma / schwere Abdominalverletzung → erhöhter venöser Rückstrom kann den Blutverlust verstärken; permissive Hypotonie häufig therapeutisch erwünscht
  • Thoraxtrauma / Spannungspneumothorax → verstärkte respiratorische Einschränkung und intrathorakaler Druckanstieg möglich
  • Kardiogener Schock / akuter Myokardinfarkt → erhöhte Vorlast kann pulmonale Stauung und kardiale Dekompensation aggravieren
  • Respiratorische Insuffizienz / akutes Lungenödemvenöser Rückstrom ↑ → Dyspnoe und Oxygenierungsstörung ↑
  • Hypothermie → geringer hämodynamischer Nutzen bei gleichzeitig erhöhtem Risiko weiterer Wärmeverluste
  • Schwangere im 3. Trimenon → keine Schocklagerung aufgrund des Risikos eines Vena-cava-Kompressionssyndroms mit möglicher Einschränkung des venösen Rückstroms und konsekutiver hämodynamischer Instabilität
  • Extremitätentrauma / Frakturen der unteren Extremitäten → Anheben der Beine kann Schmerzen, Blutungen sowie Frakturdislokationen verstärken. Zusätzlich kann der gesteigerte venöse Rückstrom Blutungen aus verletzten Gefäßen oder dem Knochenmarkraum aggravieren (z.B. bei Femur- oder Beckenfraktur)
Schocklagerung

Durchführung:

  1. Lagerung in Rückenlage
  2. Beine um 20-30° anheben, mit Kissen, Decken, Box etc.
  3. Ständige Zustandsbeurteilung → ggf. Lagerung anpassen

Benötigtes Material:

  • Einsatzstelle: Liegefläche (Bett, Couch, Boden) + Kissen oder Ähnliches zum Unterbauen der Beine
  • Rettungs-/Krankentransportwagen: Fahrtrage mit verstellbarem Beinteil oder entsprechendem Unterbaumaterial oder verstellbarem Tragetisch

Alternativen:

  • Flachlagerung
  • Leichte Oberkörperhochlagerung
  • Knierolle
 Info
Physiologie
  • Verbesserung der zentralen Perfusion bei hypovolämen Schockgeschehen → venöser Rückfluss aus den Beinen verbessert
  • Steigerung venöser Rückfluss → Herzzeitvolumen erhöhtVerbesserung der zentralen Perfusion (Herz, Gehirn), Erhöhung des Blutdruckes
 Achtung

Die Schocklagerung ist nicht bei allen Schockform geeignet → unbedingt auf Kontraindikationen achten!

 Merke
Trendelenburg Lagerung

Im Rettungswagen kann die Trendelenburg Lagerung mit einem verstellbaren Tragetisch durchgeführt werden. Dabei werden die Beine angehoben.

Trendelenburg Lagerung

Stabile Seitenlage

Indikation:

  • Bewusstlosigkeit mit erhaltener Spontanatmung
  • Eingeschränkte oder fehlende Schutzreflexe
  • Gefahr der Aspiration

Kontraindikation:

  • Atem- und Kreislaufstillstand → Reanimation
  • Verletzungen der Wirbelsäule, des Beckens sowie der unteren Extremitäten
Stabile Seitenlage

Durchführung:

  1. Bewusstseins- und Atemkontrolle
  2. Patient:in in Rückenlage:
    1. Nahe liegender Arm im 90°-Winkel nach oben abwinkeln
    2. Fernliegender Arm anwinkeln und die Hand an das Kinn legen
    3. Fern liegendes Bein anwinkeln
    4. Angewinkeltem Arm und Bein zu sich drehen
    5. Kopf vorsichtig überstrecken, Kind mit Hand stützen, Mund öffnen → Mund muss der niedrigste Punkt sein
  3. Patient in Bauchlage:
    1. Nahe liegender Arm je nach Möglichkeit achsengerecht nach oben legen oder an den Körper anlegen
    2. An Schulter und Becken greifen und zu sich herziehen
    3. Obenliegendes Knie anwinkeln und abstützen
    4. Oben liegende Hand → Kinn stützen
    5. Kopf vorsichtig überstrecken, Mund öffnen → Mund muss der niedrigste Punkt sein
  4. Atemwege freihalten, stetige Zustandskontrolle, Absaugbereitschaft

Benötigtes Material:

  • Einsatzstelle: keine (Absaugpumpe)
  • Rettungswagen: Fahrtrage (Absaugpumpe)

Alternativen:

  • Flachlagerung mit kontinuierlicher Absaugbereitschaft
  • Oberkörperhochlagerung mit kontinuierlicher Absaugbereitschaft
 Info
Physiologie
  • In der Seitenlage wirkt die Schwerkraft unterstützend → Verhinderung des Zurückfließens von Erbrochenem in die TracheaVerhinderung der Aspiration
  • Passiver Sekretabfluss durch den Mund
  • Überstreckter Kopf → Atemwegsöffnung
  • Thoraxposition → Verbesserung der Spontanatmung
 Tipp
Praxistipp

Bei schwangeren Patientinnen ab dem 2. Trimester sollte bevorzugt auf die linke Seite gedreht werden, um ein Vena-cava-Kompressionssyndrom zu vermeiden. Auch bei anderen Patient:innen kann eine Linksseitenlage vorteilhaft sein, da anatomisch bedingt weniger Mageninhalt Richtung Ösophagus gelangt.

 Achtung

Während des Transports ist ein:e Patient:in in stabiler Seitenlage nicht optimal gesichert, da Schultergurte nicht korrekt angelegt werden können. Deshalb: besonders vorsichtig fahren oder Transport gegebenenfalls mit alternativen Lagerungen durchführen.

Herzbettlagerung

Indikation:

  • Kardiale Problematik:
    • Akutes Koronarsyndrom
    • Lungenödem
    • Linksherzinsuffizienz
    • Hypertensive Entgleisung mit kardialer Ursache

Kontraindikation:

  • Hypotonie (RR systolisch < 90 mmHg)
  • Bewusstlosigkeit, bewusstseinseingetrübt
  • Schockgeschehen
  • Polytrauma und andere relevante Verletzungen
Herzbettlagerung

Durchführung:

  1. Patient:in in Rückenlage auf die Trage legen
  2. Kopfteil auf ca. 30-45° erhöhen
  3. Beine absenken → an der Seite ablegen, flach lagern oder mit Knierolle
  4. Zustandsüberwachung und ggf. Lagerung anpassen

Benötigtes Material:

  • Einsatzstelle: Sitzmöglichkeit (Stuhl, Couch), bei Instabilität auf Liegefläche mit Oberkörpererhöhung (durch Kissen, etc. unterbauen), Beine flach lagern
  • Rettungswagen: Fahrtrage → Kopfteil aufrichten auf 30 bis 45° und Beine entweder an der Seite runter legen, flach lagern oder Knierolle
 Merke

Eine „echte“ Herzbettlagerung ist auf den Tragen des Rettungsdienstes nicht möglich, da die Beine dafür bestenfalls unter dem Hüftniveau zu liegen kommen. Im Notfall müssen also immer Modifikationen vorgenommen werden. 

Alternativen:

  • Oberkörperhochlagerung
  • Beckenentspannende Lagerung
 Info
Physiologie
  • Oberkörperhochlagerung → venöser Rückstrom zum Herzen reduziert → Herz wird entlastet
  • Intrathorakler Druck sinkt → verbesserte Oxygenierung
  • Tiefer gelagerte Beine → reduzieren die zentrale Volumenbelastung
  • Lagerung führt zu einer kardiopulmonalen Entlastung

Lagerung bei Gefäßverschlüssen

 Tipp
Eselsbrücke

Die Eselsbrücke zeigt die Lagerung der Beine bei Gefäßproblemen:

  • A wie Arteriell → Beine Abwärts / tief lagern:
    Bei einem arteriellen Verschluss ist die arterielle Durchblutung vermindert. Durch das Tieflagern der Beine unterstützt die Schwerkraft die Perfusion und verbessert die arterielle Blutversorgung der Extremität.
  • V wie Venös → Beine Hochlagern:
    Bei einem venösen Problem (z.B. tiefe Venenthrombose oder venöse Stauung) erleichtert das Hochlagern den venösen Rückstrom zum Herzen und reduziert Stauung, Schwellung und Schmerzen.
Eselsbrücke Lagerungen Thrombose

Arterieller Veschluss:

Indikation:

  • Periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK)

Kontraindikation:

  • Schmerzen bei Tieflagerung
  • Verdacht auf drohendes Kompartmentsyndrom
  • Venöse Thrombose

Durchführung:

  1. Patient:in in Rückenlage bringen → Oberkörper je nach Patient:innenbedürfnis lagern
  2. Betroffenes Bein tief lagern → Extremität ohne Druck/Kompression tief lagern
  3. Betroffenes Bein ruhig stellen

Benötigtes Material:

  • Einsatzstelle: Liegemöglichkeit (bspw. Bett, Couch) oder Sitzmöglichkeit (bspw. Couch, Stuhl) → Bein tief lagern
  • Rettungs- / Krankentransportwagen: Fahrtrage → Bein flach lagern oder an der Seite leicht absenken (Kniekehle unterpolstern)

Alternativen:

  • Flachlagerung
  • Oberkörperhochlagerung
 Info
Physiologie
  • Arterielle Thromben entstehen häufig in Beinarterien → Risiko der akuten Ischämie → Gefahr der Gewebsnekrose
  • Tieflagerung verbessert die arterielle Perfusion
  • Ruhigstellung reduziert den Sauerstoffverbrauch im betroffenen Gewebe

Venöser Verschluss:

Indikation:

  • Verdacht auf tiefe Bein- und Beckenvenenthrombose

Kontraindikation:

  • Schmerzen bei Hochlagerung
  • Verdacht auf drohendes Kompartmentsyndrom
  • Arterielle Thrombose

Durchführung:

  1. Patient:in in Rückenlage bringen → Oberkörper je nach Patient:innenbedürfnis lagern
  2. Betroffenes Bein hochlagern (20-30°) → unterpolstern mit Kissen oder Decken
  3. Betroffenes Bein ruhigstellen → Vermeidung einer Embolie

Benötigtes Material:

  • Einsatzstelle: Liegemöglichkeit (bspw. Bett, Couch, Boden) und Polstermaterial (bspw. Kissen, Decken)
  • Rettungs- / Krankentransportwagen: Fahrtrage und Polstermaterial (bspw. Kissen, Decken)

Alternativen:

  • Flachlagerung (z.B. bei Schmerzen oder fehlender Möglichkeit zur Hochlagerung)
 Info
Physiologie
  • Thrombenbildung in den tiefen Beinvenen → Risiko der Lungenembolie
  • Hochlagern reduziert den venösen Druck und unterstützt den Rückfluss
  • Ruhigstellung verhindert das Lösen des Thrombus

Allgemeine Lagerungen:

  • Sitzend:
    • Indikation: Dyspnoe, stabile Vitalparameter
    • Wirkung: Verbesserung der Atemmechanik, kardiale Entlastung
  • Oberkörperhochlagerung:
    • Indikation: Dyspnoe, kardiale Beschwerden, Schlaganfall, SHT
    • Wirkung: Verbesserung der Atemmechanik, kardiale Entlastung, Verminderung des intrazerebralen Druckes (Oberkörper 30° hochgelagert)
  • Flachlagerung:
    • Indikation: Reanimation, Verletzungen (Becken, Wirbelsäule), kardiogener Schock, obstruktiver Schock, bewusstlose Patient:innen (Absaugbereitschaft)
    • Wirkung: ausreichende Perfusion lebenswichtiger Organe, verbesserter venöser Rückfluss
  • Knierolle:
    • Indikation: Rückenschmerzen, abdominelle Beschwerden, Bauchtrauma
    • Wirkung: Entlastung der Lendenwirbelsäule, Reduktion des intraabdominellen Druckes

Atemerleichternde Lagerungen:

  • Torwarthaltung:
    • Indikation: akute Dyspnoe, respiratorische Erschöpfung
    • Wirkung: Aktivierung der Atemhilfsmuskulatur, Reduktion der Atemarbeit, freies Zwerchfell und Brustkorbbewegung
  • Kutschersitz:
    • Indikation: akute Dyspnoe, respiratorische Erschöpfung
    • Wirkung: Aktivierung der Atemhilfsmuskulatur, Reduktion der Atemarbeit, freies Zwerchfell und Brustkorbbewegung

Spezielle Lagerungen:

  • Bauchdeckenentspannende Lagerung:
    • Indikation: akuter abdomineller Schmerz
    • Wirkung: Entspannung der Bauchmuskulatur, verbesserte abdominelle Durchblutung, Stabilisierung der Atemmechanik
  • Stufenbettlagerung:
    • Indikation: Bandscheibenvorfall. Rückenschmerzen
    • Wirkung: Reduktion Zugspannung auf Lendenwirbelsäule, verringert Druck auf Bandscheibe, Muskelentspannung
  • Fritsche-Lagerung:
    • Indikation: vaginale Blutung
    • Wirkung: Kompression des kleinen Beckens, Infektionsschutz
  • Linksseitenlage:
    • Indikation: Schwangere ab dem 2. Trimenon → Vena-cava-Kompressionssyndrom
    • Wirkung: Gebärmutter drückt nicht mehr auf die Vena cava inferior, verbesserter venöser Rückstrom
  • Schocklagerung:
    • Indikation: hypovolämer, kardiogener, anaphylaktischer, septischer Schock
    • Wirkung: Verbesserung des venösen Rückflusses und zentraler Perfusion
  • Stabile Seitenlage:
    • Indikation: Bewusstlosigkeit mit Spontanatmung
    • Wirkung: passiver Sekretabfluss, Aspirationsminimierung, Atemwegsöffnung
  • Herzbettlagerung:
    • Indikation: kardiale Problematik → ACS, Lungenödem, Linksherzinsuffizienz, hypertensive Entgleisung
    • Wirkung: venöser Rückstrom reduziert, Herz entlastet, Oxygenierung verbessert, zentrale Volumenbelastung reduziert → kardiopulmonale Entlastung
  • Lagerungen bei Gefäßverschlüssen:
    • Venöser Verschluss:
      • Indikation: tiefe Bein- und Beckenvenenthrombose
      • Wirkung: Reduktion des venösen Druckes
    • Arterieller Verschluss:
      • Indikation: periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK)
      • Wirkung: verbessert arterielle Perfusion, Risiko der akuten Ischämie
Zuletzt aktualisiert am 27.05.2026
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