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Laktoseintoleranz

5 Minuten Lesezeit

Laktoseintoleranz entsteht durch einen Mangel des Enzyms Laktase, das für die Spaltung von Laktose in Galaktose und Glukose verantwortlich ist. Ohne ausreichende Laktase wird Laktose von Darmbakterien in kurzkettige Fettsäuren, Wasserstoff und Kohlendioxid umgewandelt, was zu Bauchschmerzen, Blähungen und Durchfall führt. Ursachen der Laktoseintoleranz können primär (angeborener Laktasemangel, physiologische Verringerung im Alter) oder sekundär (Schleimhautschädigungen durch Zöliakie, Morbus Crohn, Gastroenteritiden) sein. Die Diagnose erfolgt hauptsächlich durch Anamnese, körperliche Untersuchung und den H2-Laktose-Atemtest. Die Therapie besteht im Verzicht auf Milchprodukte und gegebenenfalls in der oralen Laktase-Substitution vor dem Konsum laktosehaltiger Lebensmittel.

  • Ursache der Laktoseintoleranz:
    • Mangel des Enzyms Laktase (Laktase spaltet Laktose in Galaktose und Glukose)
    • Mangelnde Spaltung führt zur Umwandlung von Laktose durch Darmbakterien in kurzkettige Fettsäuren, Wasserstoff und Kohlendioxid → Bauchschmerzen, Blähungen, Völlegefühl
    • Osmotischer Prozess durch nicht abgebaute Laktose führt zu Durchfall
  • Primäre Ursachen:
    • Angeborener Laktasemangel (autosomal rezessiv, selten)
    • Physiologische Verringerung der Laktaseaktivität im Alter (häufig)
  • Sekundäre Ursachen:
    • Schleimhautschädigung (Laktase befindet sich im Bürstensaum)
    • Zöliakie
    • Morbus Crohn
    • Gastroenteritiden
    • Dünndarmfehlbesiedlung
    • Zustand nach Magenresektion: frühes Dumpingsyndrom
 Info

Eine sekundäre Laktoseintoleranz verschwindet in der Regel nach Ausheilung/ Behandlung der zugrundeliegenden Erkrankung.

Die Klinik ist abhängig von der Restaktivität der Laktase & Menge der konsumierten Laktose

  • Bei Konsum von laktosehaltigen Produkten (ca. 10 min später): Blähungen, Flatulenz, Diarrhoe (wässrig), Bauchschmerzen (periumbilikal/im Unterbauch, krampfartig), laute Darmgeräusche
  • Ggf. Obstipation (bakterielle Umsetzung der Laktose kann zu einer erhöhten Darmgasproduktion führen → verminderte Darmmotilität)
  • Ggf. Übelkeit & Erbrechen 
  • Keine Anzeichen einer Malabsorption
  • Malabsorptionstest: H2-Laktose-Atemtest
    • Messung der Wasserstoffkonzentration im Atem → Orale Gabe von 2g/kg Laktose → Messung der Wasserstoffkonzentration im Atem alle 30 min für 180 min
    • Bei Laktoseintoleranz wird vermehrt Wasserstoff in der abgeatmeten Luft gemessen
  • Laktase-Biopsie-Schnelltest: ermöglicht qualitativen und quantitativen Nachweis der Laktase aus einer Dünndarmbiopsie
  • Absorptionstest: Laktose-Toleranztest (selten verwendet)
    • Blutzucker Messung → orale Gabe von 50g Laktose → Blutzuckermessung nach 60 und 120 min
      • Ein Blutzuckeranstieg <20mg/dl spricht diagnostisch für eine Laktoseintoleranz
  • Differentialdiagnostik: Allergie gegen Milchprodukte (Laktalbumin oder Kasein), psychologische Ursachen, Dumping-Syndrom, CEDs
  • Verzicht auf Milchprodukte
  • Ggf. orale Laktase-Substitution vor geplantem Milchproduktkonsum 
  • S2k-Leitlinie Management IgE-vermittelter Nahrungsmittelallergien, Deutsche Gesellschaft für Allergologie und klinische Immunologie e.V. (DGAKI)
  • S2k-Leitlinie Zöliakie, Deutschen Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS)
  • S3-Leitlinie Diagnostik und Therapie des Morbus Crohn, Deutsche Gesellschaft für Allgemein- und Viszeralchirurgie e.V. (DGAV), Gesellschaft für Pädiatrische Gastroenterologie und Ernährung e.V. (GPGE), Deutsche Röntgengesellschaft, Gesellschaft für Medizinische Radiologie e.V. (DRG)
Zuletzt aktualisiert am 23.09.2024
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