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Leistungsfähigkeit und Leistungsdiagnostik

EP
3 Minuten Lesezeit
  • Der Grundumsatz des Menschen beträgt ca. 1 W/Kg Körpergewicht in Ruhe unter standardisierten Bedingungen
  • Die Dauerleistungsgrenze bezeichnet die maximale Leistung, die ein Mensch über einen längeren Zeitraum aufrechterhalten kann, bevor Ermüdung eintritt, die den vorzeitigen Abbruch der Leistungsabgabe erzwingt
    • Über der Dauerleistungsgrenze setzt ein Mensch etwa 3 W/Kg Körpergewicht um
    • Unterhalb der Dauerleistungsgrenze stellt sich ein steady-state der Sauerstoffaufnahme und der Herzfrequenz ein
    • Charakteristisch sind eine Herzfrequenz von 130/Minute, ein Atemzeitvolumen von 30 Litern/Minute und ein Laktatspiegel im Blut von weniger als 2 mmol/Liter
  • Bei Arbeit oberhalb der Dauerleistungsgrenze ist die O2-Aufnahme pro Minute dauerhaft geringer als der O2-Verbrauch pro Minute
    • Das Atemäquivalent (Verhältnis von Atemfrequenz zur Sauerstoffaufnahme) ist größer als bei einer Arbeit unterhalb der Dauerleistungsgrenze
    • Die Sauerstoffschuld wird immer größer und die Pulsfrequenz steigt immer weiter an

Leistungsdiagnostik mittels Ergometrie:

  • Mit der Ergometrie kann die Leistungsfähigkeit einer Testperson 
    bestimmt werden
  • Die Vitalfunktionen (EKG, Blutdruck) werden während der Belastungsphase überwacht
  • Das Ergometer erfasst nur die nach außen abgegebene Leistung
  • Die Ergometrie ist ein etabliertes Verfahren in der kardiovaskulären Diagnostik

Leistungsdiagnostik mithilfe des Laktatspiegels:

  • Laktatleistungskurve: Darstellung der Beziehung zwischen Belastungsintensität und Laktatkonzentration im Blut während körperlicher Aktivität
  • Durch mehrere Blutentnahmen während eines Belastungstests erstellt
  • Laktatkonzentration korreliert mit der anaeroben Energieproduktion und dem Laktatstoffwechsel
  • Anaerobe Schwelle: Beginn vermehrter anaerober Energieproduktion, Anstieg der Laktatkonzentration
  • Maximale Laktatschwelle: Deutlicher Anstieg der Laktatkonzentration, nahe Erschöpfung
  • Sie liefert wichtige Informationen über aerobe und anaerobe Kapazität, wodurch eine Trainingsoptimierung erfolgen kann
Laktatleistungskurve
  • Der Trainingszustand kann anhand des Laktatspiegels im Blut abgeschätzt werden
  • Ein hoher Laktatspiegel bei bestimmter Leistung deutet auf einen schlechten Trainingszustand hin
  • Die Laktatkonzentration im Blut gibt Aufschluss darüber, ob eine Arbeit über oder unter der Dauerleistungsgrenze liegt
  • Ein Laktatspiegel von < 2 mmol/Liter zeigt eine ausreichende aerobe Energiegewinnung und die Fähigkeit zu einer langandauernden Leistungserbringung auf einem ähnlichen Niveau an
  • Ein Laktatspiegel von 2–4 mmol/Liter zeigt einen Übergangsbereich zwischen einer aeroben und anaeroben Energiegewinnung an
  • Ein Laktatspiegel von > 4 mmol/Liter zeigt die anaerobe Schwelle an und deutet auf eine Ermüdung hin
  • Bei trainierten Personen liegen die Laktatspiegel deutlich höher

Ausdauertraining

  • Ein Ausdauertraining ist eine Trainingsart, die die Fähigkeit erhöht über einen längeren Zeitraum eine Leistung zu erbringen
  • Es fördert die Leistungsfähigkeit des kardiovaskulären Systems. Langfristig resultieren:
    • Eine Vergrößerung des Herzgewichts und der Herzhöhlen
    • Eine verbesserte linksventrikuläre Füllungsdynamik und ein höheres Schlagvolumen
    • Eine höhere Compliance des linken Ventrikels resultierend zu einer Erhöhung des enddiastolischen linksventrikulären Volumens
    • Eine Kapillarisierung des Myokards und Verbesserung der Durchblutung
  • Weiterhin kommt es durch das regelmäßige Ausdauertraining zu einer Steigerung der Erythropoese und einer Vermehrung des Hämoglobins
  • Zusätzlich erhöht sich das Plasmavolumen und es resultiert eine Vergrößerung des Blutvolumens bei mehrwöchigem Training

Krafttraining

  • Ziel: Steigerung der Muskelkraft
  • Kurzfristige Maximalleistungen führen zu einer Hypertrophie (= Wachstum) der Muskelfasern
  • Die Hypertrophie der Muskelfasern und der daraus resultierende erhöhte Muskelquerschnitt führt zu einer gesteigerten Muskelkraft
  • Die Leistungsfähigkeit für kurzzeitige statische Kontraktionen wird gefördert
  • Die Leistungsfähigkeit für dynamische und andauernde Arbeit wird nicht beeinflusst
  • Die Typ-II-Muskelfasern hypertrophieren besonders unter Testosteroneinfluss
  • Männer können größere Maximalkräfte als Frauen erreichen
WerteIn RuheUnter Belastung
UntrainierterSportlerUntrainierterSportler
Herzminuten-volumen5 Liter/Minute20–25 Liter/Minute35 Liter/Minute
Schlagvolumen70 ml140 ml100 ml190 ml
Herzfrequenz70/Minute50/MinuteBis etwa 200/Minute
Herzgewicht300 g500 gDiese beiden Werte verändern sich unter akuter Belastung nicht, sondern nur im Rahmen von einem dauerhaften Training
Blutvolumen5,3 Liter5,9 Liter
O2-Aufnahme0,25 Liter/Minute3,5 Liter/Minute5 Liter/Minute
Atemminuten-volumen6–8 Liter/Minute>100 Liter/Minutebis zu 200 Liter/Minute
Zuletzt aktualisiert am 19.09.2024
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