Medi Know
Logo Image

Lockeres, straffes und retikuläres Bindegewebe

EP
3 Minuten Lesezeit
  • Lage und Funktion
    • Weit verbreitet (häufigste Bindegewebsart im Körper): Subkutis, Lamina propria von Schleimhäuten, perivaskulär, Stroma von epithelialen Organen
    • Dient als Wasserspeicher, ermöglicht die Verschieblichkeit von Geweben
    • Enthält freie Zellen (z. B. Immunzellen) → Immunabwehr
  • Aufbau und Zusammensetzung
    • Grundsubstanz überwiegt gegenüber Fasern
    • Hauptbestandteile der Grundsubstanz sind Hyaluronan (Glykosaminoglykan) und Decorin (Proteoglykan)
    • Locker verteilte Fibrozyten
  • Faseranteil
    • Weniger Kollagenfasern als im straffen Bindegewebe
    • Kollagenfasern verlaufen wellig und in verschiedene Richtungen
    • Bestehen hauptsächlich aus Typ-I- und Typ-III-Kollagen
    • Zwischen den Kollagenfasern befinden sich elastische und retikuläre Faser

Fettgewebe – Lockeres Bindegewebe mit wenig extrazellulärer Matrix:

Fettgewebe – Lockeres Bindegewebe mit wenig extrazellulärer Matrix

Lockeres Bindegewebe (mit kollagenen und elastischen Fasern sowie Zellkernen von Fibrozyten):

  • Übersicht
    • Enthält deutlich mehr Kollagenfasern als lockeres Bindegewebe
    • Grundsubstanz ist nur in geringer Menge vorhanden
    • Zellen (v. a. Fibrozyten) sind spärlich vertreten
    • Hohe Zugfestigkeit durch dichte Faseranordnung
    • Man unterscheidet nach Anordnung der Kollagenfaserbündel
      • Straffes geflechtartiges Bindegewebe
      • Straffes parallelfaseriges Bindegewebe
      • Elastische Bändern
  • Straffes geflechtartiges Bindegewebe
    • Kollagenfaserbündel (v. a. Typ I) verlaufen in unterschiedlichen Richtungen und kreuzen sich
    • Bietet Stabilität und Zugfestigkeit aus mehreren Richtungen
    • Kommt vor in Organkapseln (z. B. Niere, Milz, Leber), der Lederhaut (Dermis und Sklera) und der Dura mater (harte Hirnhaut)
  • Straffes parallelfasriges Bindegewebe
    • Kollagenfasern sind parallel ausgerichtet in Zugrichtung und verlaufen in dichten Bündel
    • Bündel sind von lockerem Bindegewebe (Peritendineum internum) umgeben
    • Besonders zugfest in eine Richtung
    • Bildet Sehnen und Bänder
    • Enthält spezialisierte Fibrozyten (auch Tendinozyten bzw. Flügelzellen genannt)
    • Sie besitzen flächige, flügelartige Ausläufer → Kollagenfasern verlaufen entlang dieser Zellfortsätze
  • Elastische Bänder
    • Dicht gelagerte elastische Fasern mit spitzwinkliger Verzweigung
    • Dazwischen kollagene und retikuläre Fasern sowie Fibrozyten
  • Vorkommen
    • Ligg. flava
    • Lig. vocale (Kehlkopf)
    • Lig. nuchae

Straffes parallelfasriges Bindegewebe:

Straffes parallelfasriges Bindegewebe
Straffes geflechtartiges- und parallelfaseriges Bindegewebe
  • Vorkommen
    • Klassisch in primären und sekundären lymphatischen Organen (Knochenmark, Lymphknoten, Milz, Peyer-Plaques)
  • Funktion
    • Bildet dort das dreidimensionale Stützgerüst
    • Dient als Netzwerk für Immunzellen zur Kommunikation und Organisation
  • Aufbau
    • Fasern bestehen aus Kollagen Typ III
    • Enthält spezielle Fibroblasten, sogenannte fibroblastische Retikulumzellen
    • Retikulumzellen umhüllen die retikulären Fasern vollständig mit Zellfortsätzen
    • Retikuläre Fasern haben haben im retikulären Bindegewebe keinen direkten Kontakt zum Interzellularraum → Unterschied zu Geweben, in denen retikuläre Fasern frei liegen (z. B. Leber, Basallamina, Gefäßwände)

Retikuläres Bindegewebe (Silberimprägnation)

Retikuläres Bindegewebe (Silberimprägnation)

Retikuläres Bindegewebe:

Retikuläres Bindegewebe
 Merke

„Retikulär“ leitet sich ab von lat. reticulum = „kleines Netz“ → beschreibt die netzartige Anordnung der Fasern im retikulären Bindegewebe.

Zuletzt aktualisiert am 11.10.2025
Extrazelluläre Matrix (EZM)
Sonderformen des Bindegewebes
Deine Medizin-Lernplattform
Jetzt weiterlesen
Zugang zu diesem und über 800 weiteren leitlinienbasierten Artikeln, unserem einzigartigen medizinischen AI-Tutor und Quiz