Servier - Drawing Bronchial tree - no labels" at AnatomyTOOL.org by Servier Medical Art, license: Creative Commons Attribution. Diese Abbildung ist ein Derivat, der oben angegebenen Quelle. Es wurden die Markierungen und Beschriftungen ergänzt.
Das Atmungssystem besteht aus den oberen Atemwegen mit Nasenhöhle und Rachen sowie den unteren Atemwegen mit Kehlkopf, Luftröhre, Bronchien, Bronchiolen und Lunge.
Funktionell wird es unterteilt in:
Luftleitende Abschnitte: Nase, Rachen, Kehlkopf, Luftröhre, Bronchien und Bronchioli terminales
Respiratorische Abschnitte: Bronchioli respiratorii und Alveolen
Die luftleitenden Abschnitte transportieren die Atemluft und bereiten sie durch Erwärmung, Anfeuchtung und Reinigung auf. Die respiratorischen Abschnitte sind für den Gasaustausch zuständig: Sauerstoff wird aufgenommen und Kohlenstoffdioxid abgegeben.
Die Atmung wird durch das Atemzentrum in der Medulla oblongata gesteuert und durch chemische sowie nicht chemische Atemreize beeinflusst.
Merke
Innere und äußere Atmung
Die äußere Atmung findet in der Lunge statt und umfasst die Belüftung der Lungen, die Durchblutung der Lungenkapillaren und den Transport von Kohlenstoffdioxid (= CO2) und Sauerstoff (=O2) durch Diffusion
Die innere Atmung findet in den Mitochondrien der Zellen statt und produziert Energie (ATP) unter Verwendung von Sauerstoff und energiereichen Nährstoffen, wobei Kohlenstoffdioxid als Abfallprodukt freigesetzt wird
Äußere Nase und Nasenhöhle
Lage und Aufbau:
Merke
Steckbrief:
Funktion: Befeuchtung, Erwärmung, Reinigung und Kontrolle der Atemluft
Lage: Mittig im Gesicht (äußere Nase) bis zur Nasenhöhle vor dem Pharynx
Form:
Äußere Nase: Nasenseptum und zwei Nasenflügel
Nasenhöhle: Nasenseptum sowie je Seite drei Nasenmuscheln und drei Nasengänge
Die äußere Nase mit den Nasenlöchern bildet den Eingang zu den paarigen Nasenhöhlen
Vor der eigentlichen Nasenhöhle (Cavitas nasi) liegt der Nasenvorhof (Vestibulum nasi)
Die Schleimhaut der Nasenhöhle besteht aus zwei Funktionszonen:
Atemregion (Regio respiratoria): Flimmerepithel mit Becherzellen → Befeuchtung und Reinigung der Atemluft
Riechregion (Regio olfactoria): In der oberen Nasenmuschel → Geruchswahrnehmung durch spezialisierte Riechzellen
Die beiden Nasenhöhlen werden durch die Nasenscheidewand (Septum nasi) voneinander getrennt
An der seitlichen Wand jeder Nasenhöhle befinden sich drei Nasenmuscheln, unter denen jeweils ein Nasengang verläuft
Die hinteren Öffnungen der Nasenhöhlen, die Choanen, stellen die Verbindung zum Nasopharynx her
Zusätzlich steht die Nasenhöhle mit den Nasennebenhöhlen (Sinus paranasales) in Verbindung
Das Nasenskelett besteht von oben nach unten aus Knochen, Bindegewebe und Knorpel
Aufbau der Nase
Tipp
Klinischer Bezug: Epistaxis
An der Grenze zwischen Nasenvorhof und Nasenhöhle befindet sich der Kiesselbach-Plexus, ein dichtes Geflecht feiner Kapillaren. Aufgrund seiner oberflächlichen Lage ist er besonders anfällig für Verletzungen → daher entsteht hier häufig Nasenbluten (Epistaxis).
Funktionen:
Filterfunktion: Zurückhalten grober Partikel durch Nasenhaare
Schleimhaut- & Abwehrfunktion:
Befeuchtung der Einatemluft
Erwärmung der Einatemluft
Bindung von Schadstoffen und Bakterien
Riechfunktion:
Geruchswahrnehmung
Chemische Kontrolle der Atemluft
Nasennebenhöhlen
Lage und Aufbau:
Merke
Steckbrief:
Funktion: Belüftung und Drainage der Nasenhöhle, Resonanzraum für die Stimme, Gewichtsreduktion des Schädels
Lage: In verschiedenen Schädelknochen rund um die Nasenhöhle
Verbindung: Über Öffnungen (Ostien) mit der Nasenhöhle verbunden
Anzahl: Vier paarige Nebenhöhlen (Stirn-, Kiefer-, Keilbein- und Siebbeinhöhlen)
Die Bezeichnung der Nasennebenhöhlen richtet sich nach den Knochen, in denen sie liegen:
Kieferhöhle: im Oberkieferknochen → endet im mittleren Nasengang
Stirnhöhle: im Stirnbein → endet im mittleren Nasengang
Siebbeinhöhle: im Siebbein → endet im oberen Nasengang
Keilbeinhöhle: im Keilbein → endet teilweise im oberen Nasengang
Info
Alle Nasennebenhöhlen sind direkt mit der Nasenhöhle verbunden. Dadurch können sich Infektionen schnell zwischen den einzelnen Räumen ausbreiten.
Tipp
Klinischer Bezug: Sinusitis
Bei einer EntzündungderNase kann die Schleimhautstarkanschwellen, sodass die Verbindungen zu den Nasennebenhöhlenverlegt werden → dadurch kann Sekret nicht mehr abfließen und sammelt sich in den Nebenhöhlen an.
Kommt es in diesem Sekret zur Vermehrung von Krankheitserregern, entsteht eine Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis).
Funktionen:
Sprachbildung: Bildung von Nasallauten (z.B. „m“, „n“)
Resonanzraum beim Sprechen und Singen
Verringerung des Schädelgewichts
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Lage und Aufbau
Merke
Steckbrief:
Funktion: Weiterleitung von Luft und Nahrung sowie Beteiligung am Schluckakt
Verlauf: Von der Schädelbasis bis zum Ringknorpel des Larynx
Form: Schlauchförmig
Länge: Etwa 12–15 cm
Der Rachen wird in drei Abschnitte unterteilt:
Nasopharynx (Epipharynx): oberer Teil, Verbindung zur Nasenhöhle (Choanen) und zur Ohrtrompete
Oropharynx (Mesopharynx): mittlerer Teil, Verbindung zur Mundhöhle
Laryngopharynx (Hypopharynx): unterer Teil, Übergang zu Kehlkopf und Speiseröhre
Der Eingang des Rachens ist von lymphatischem Gewebe umgeben, dem sogenannten Waldeyer-Rachenring. Er dient der Abwehr von Krankheitserregern und besteht aus:
Rachenmandel
Tubenmandel in der seitlichen Rachenwand
Gaumenmandeln
Zungenmandeln am Zungengrund
Seitenstränge in der Schleimhaut des Rachens
Tipp
Klinischer Bezug: Würgereflex:
Im Bereich des Oropharynx kann der Würgereflex ausgelöst werden. Daher ist bei Maßnahmen im Mundrachen besondere Vorsicht erforderlich, insbesondere beim Atemwegsmanagement.
Das Einführen eines Guedel-Tubus sollte nur bei bewusstlosen oder ausreichend sedierten Patient:innen erfolgen, da es sonst zum Würgereiz und möglicherweise zu Erbrechen kommen kann
Als Alternative kann ein Wendl-Tubus verwendet werden, da dieser den Würgereflex in der Regel nicht auslöst
Funktionen
Leitungsfunktion: Weiterleitung von Luft zur Trachea und Nahrung zum Ösophagus
Schluckfunktion: Wichtige Beteiligung am Schluckakt
Immunabwehr: Beteiligung durch lymphatisches Gewebe (Waldeyer-Rachenring)
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Lage und Aufbau
Merke
Steckbrief:
Funktion:
Luftleitung
Stimmbildung (Phonation)
Schutz der Atemwege (Verschluss beim Schlucken)
Lage: Zwischen Hypopharynx (Schlundrachen) und Trachea (Luftröhre)
Knorpel:
Schild- und Ringknorpel → bilden den Übergang von der Luftröhre zum Kehlkopf
Stell- und Spitzenknorpel → bewegliche Aufhängung der Stimmbänder
Kehldeckelknorpel (Epiglottis): Verschluss des Larynx beim Schlucken
Stimmritze
Der Kehlkopf trennt die oberenvon den unteren Atemwegen
Ist mit der Trachea sowie dem Zungenbeinverbunden
Die Schleimhaut bildet Falten, wobei die untereSchleimhautfalte die Stimmfalte mit den Stimmbändern darstellt → dieser Bereich wird als Glottis bezeichnet.
Eine BesonderheitbeimMann ist der Adamsapfel, eine sichtbare Vorwölbung am Hals, die durch den Schildknorpel gebildet wird
Die Muskulatur des Kehlkopfes erfüllt verschiedene Aufgaben:
Stellmuskeln → verändern die Weite der Taschen- und Stimmritze
Spannmuskeln → für die Spannung der Stimmbänder
Zungenbeinmuskel beeinflusst die Lage des Kehlkopfes
Aufbau Larnyx
Tipp
Klinischer Bezug: Laryngospasmus
Im Bereich des Kehlkopfes kann es durch Reizung zu einem Laryngospasmus kommen, also einem reflexartigen Verschluss der Stimmritze. Dies führt zu einer akuten Atemwegsverlegung und ist potenziell lebensbedrohlich.
Auslöser sind z.B. Sekret, Blut, Fremdkörper oder unzureichende Narkosetiefe
Klinisch zeigt sich ein plötzlich einsetzender inspiratorischer Stridor
Funktionen
Luftleitung: Der Kehlkopf hält die Atemwege offen und ermöglicht den Transport der Luft von den oberen in die unteren Atemwege
Stimmbildung (Phonation): Durch Schwingungen der Stimmbänder beim Ausatmen entsteht die Stimme. Tonhöhe und Lautstärke werden durch Spannung und Stellung beeinflusst
Schutz der Atemwege: Beim Schlucken verschließt die Epiglottis den Kehlkopfeingang, sodass keine Nahrung oder Flüssigkeit in die Atemwege gelangt (Aspirationsschutz)
Stimmbildung
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Lage und Aufbau
Merke
Steckbrief:
Funktion:
Weiterleitung der Atemluft von der Epiglottis zu den Hauptbronchien und zurück
Anfeuchten und Erwärmen der Atemluft
Immunabwehr durch Schleimhaut und Abwehrzellen
Mukoziliäre Clearance → Transport von Schmutz und Schleim aus den Atemwegen
Lage: Im Hals und Mediastinum, ventral des Ösophagus
Beginn: Unterhalb des Ringknorpels (Kehlkopf)
Ende: Auf Höhe des 4. Brustwirbelkörpers an der Bifurkation
Form: röhrenförmig
Größe: ca. 10-12 cm lang
Durchmesser: ca. 1,5–2 cm
Die Trachea besteht aus ca. 20 hufeisenförmigen Knorpelspangen, die durch Bänder miteinander verbunden sind
Die Rückseite besteht aus Bindegewebe und dem M. trachealis
Die Bifurkation beschreibt die Aufzweigung der Trachea in den rechten und linken Hauptbronchus:
Rechter Hauptbronchus verläuft steiler (ca. 20°), ist kürzer und weiter
Linker Hauptbronchus verläuft flacher (ca. 35°), ist länger und enger
In das Lumen ragt die Carina tracheae (Knorpelsporn), die den Luftstrom lenkt und sehr sensibel ist (→ Hustenreiz)
Aufbau der Trachea und Bronchialbaum
Info
Bei tieferEinatmung kann sich die Trachea um ungefähr 5 cm verlängern.
Tipp
Klinischer Bezug: Fremdkörperaspiration
Durch die anatomischen Gegebenheiten der Trachea-Bifurkation gelangen Fremdkörper häufig in den rechten Hauptbronchus, da dieser steiler, kürzer und weiter verläuft.
Funktionen
Luftleitung: Die Trachea ermöglicht den Transport der Atemluft von der Epiglottis zu den Hauptbronchien und zurück
Anfeuchten und Erwärmen: Die Schleimhaut der Trachea sorgt dafür, dass die Atemluft befeuchtet und erwärmt wird
Immunabwehr: Die Trachea besitzt Abwehrzellen und Schleim, die Krankheitserreger abfangen und bekämpfen
Mukoziliäre Clearance: Durch Flimmerhärchen wird Schleim mit Schmutz und Partikeln kontinuierlich aus den Atemwegen Richtung Rachen transportiert
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Aufbau
Hauptbronchien (Bronchi principales): Aufgabelung in 3 (rechts) bzw. 2 (links)Lappenbronchien
Lappenbronchien (Bronchi lobares): jeder Lappenbronchus verzweigt sich in mehrere Segmentbronchien auf (rechts: 10, links: 8-10)
Segmentbronchien (Bronchi segmentales): teilen sich in immer kleinere Bronchien (Subsegmentbronchien) auf
Läppchenbronchien (Bronchioli lobulares): versorgen ein Lungenläppchen und teilen sich in 4-5 Bronchioli terminales auf
Bronchioli terminales: sind der letzte Abschnitt der Luftleitung und teilen sich in die Bronchioli respiratorii auf
Bronchioli respiratorii: Beginn des gasaustauschenden Abschnitts
Ductus alveolares: sind Gänge, von denen Alveolarsäckchen (Sacculi alveolares) abgehen. Die Wände bestehen aus Alveolen
Alveolen: Ort des Gasaustauschs
Achtung
Der Gasaustauschbeginnt erst in den Bronchioli respiratorii und findet hauptsächlich in den Alveolen statt.
Bronchien und Bronchioli
Die Hauptbronchien sowie die weiteren Bronchien sind mit respiratorischemFlimmerepithel ausgekleidet
Erst in den Bronchiolirespiratoriifehlen die Flimmerhärchen
Die Hauptbronchienähneln in ihrer Struktur der Trachea
Auch die größeren Bronchien besitzen Knorpelanteile, jedoch nicht in Form von Spangen, sondern als unregelmäßiggeformteKnorpelplatten
In den Bronchiolenverschwinden diese Knorpelstrukturen schließlich vollständig → stattdessen enthalten sie eine deutliche SchichtglatterMuskulatur sowie elastischeFasern, die eine aktiveVerengungundErweiterung der Bronchiolen ermöglichen
Alveolen
Die Alveolen sind mit einem sehr dünnenAlveolarepithel ausgekleidet. Dieses besteht aus zweiHauptzelltypen:
Pneumozyten Typ 1:
ca. 95 % der Oberfläche
Verantwortlich für den Gasaustausch
Teil der Blut-Luft-Schranke
Pneumozyten Typ 2:
ca. 5 % der Oberfläche
Bilden Surfactant (senkt Oberflächenspannung)
Info
Alveolarmakrophagen:
Die Alveolarmakrophagen sind freie Abwehrzellen in den Alveolen, die ursprünglich aus dem Blut stammen und aus den Kapillaren in die Alveolen einwandern. Dort bewegen sie sich frei auf der Alveolenoberfläche und nehmen durch Phagozytose eingeatmete Keime, Partikel sowie überschüssiges Surfactant auf. Anschließend werden sie über den Hustenreflex aus den Atemwegen entfernt.
Merke
Surfactant:
Surfactant senkt die Oberflächenspannung in den Alveolen, wodurch ein Kollabieren verhindert, die Atemarbeit reduziert und eine normale Atmung überhaupt erst ermöglicht wird.
Blut-Luft-Schranke
Die Lungenarterien transportieren sauerstoffarmes Blut zu den Kapillaren, die die Alveolen dicht umgeben. Dort findet der Gasaustausch statt. Damit dieser möglichst effizient ablaufen kann, ist die Blut-Luft-Schranke extrem dünn aufgebaut, sodass die Diffusionsstrecke zwischen Atemluft und Blut minimal ist.
Nach dem Gasaustausch fließt das nun sauerstoffreiche Blut über die Lungenvenen zurück zum Herzen.
Aufbau der Blut-Luft-Schranke (vom Blut zur Luft):
Kapillarendothel
Gemeinsame Basallamina
Pneumozyten Typ 1
Surfactant-Schicht
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Lage und Aufbau
Merke
Steckbrief:
Form: Die Lungenflügel ähneln einem abgerundeten Kegel
Lage: im Thorax, rechts und links des Mediastinums, auf dem Zwerchfell aufliegend
Größe: Volumen ca. 1,5 L rechts und 1,4 L links
Oberfläche: ca. 100 m² (vergrößert durch Alveolen)
Gewicht: ca. 800 g
Funktion:
Gasaustausch (Aufnahme von O₂, Abgabe von CO₂)
Versorgung des Körpers mit Sauerstoff
pH-Regulation über CO₂-Abatmung
Die Lunge besteht aus zwei Lungenflügeln, die in Lungenlappen und weiter in Lungensegmente unterteilt sind
Die Verzweigung der Bronchien bestimmt den Aufbau des Lungengewebes:
Beide Lungenflügel werden von der Pleura (Lungenfell) umgeben. Sie besteht aus:
Pleura visceralis (inneres Blatt, umgibt die Lungen)
Pleura parietalis (äußeres Blatt, kleidet die Thoraxwand und das Diaphragma aus)
Die Basis der Lungen liegt auf dem Zwerchfell
Nach oben verjüngen sich die Lungen zur Lungenspitze
Lungenlappen
Die Lungenflügel sind durch Einschnitte (Fissuren) in Lappen unterteilt
Rechter Lungenflügel → 3 Lappen:
Oberlappen
Mittellappen
Unterlappen
Linker Lungenflügel → 2 Lappen:
Oberlappen
Unterlappen
Lungensegmente
Die Lappen der Lunge sind in 18-19 Lungensegmente unterteilt:
Rechte Lunge: 10 Segmente
Linke Lunge: 8 bis 9 Segmente (die Segmente I und II, VII und VIII können verschmolzen sein)
Innerhalb dieser Segmente befinden sich kleinere Einheiten, die Lungenläppchen genannt werden.
Lungensegmente
Lungenhilum
Das Lungenhilum liegt auf der Innenseite beider Lungenflügel. Hier treten wichtige Strukturen in die Lunge ein und aus:
Bronchien
Lungengefäße (Arterien und Venen)
Bronchialgefäße
Lymphgefäße
Nerven
Info
Die Gesamtheit aller Strukturen, die das Lungenhilum passieren, wird Lungenwurzel(Radix pulmonalis) genannt.
Funktionen
Die Hauptfunktion der Lunge ist die Aufnahme von Sauerstoff (O₂) ins Blut und die Abgabe von Kohlenstoffdioxid (CO₂) an die Atemluft. Damit dies möglich ist, muss die eingeatmete Luft die Alveolen erreichen, wo der Gasaustausch stattfindet.
Die Durchblutung (Perfusion) der Lunge wird dabei an den Sauerstoffgehalt angepasst (Euler-Liljestrand-Mechanismus), um ein möglichst gutes Verhältnis von Ventilation und Perfusion zu gewährleisten. Zudem wird die Atmung durch das Atemzentrum an die Bedürfnisse des Körpers angepasst.
Funktionen der Lunge im Überblick:
Oxygenierung des Blutes
Gasaustausch von O₂ und CO₂ zwischen Alveolen und Blut
Belüftung der Alveolen mit frischer Atemluft
Abstimmung von Ventilation und Perfusion
Regulation des pH-Wertes über die CO₂-Abatmung
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Jeder Lungenflügel ist von einer zweiblättrigen serösen Haut, der Pleura, umgeben:
Lungenfell (Pleura visceralis): Stellt das innere Blatt der Pleura dar und umhüllt beide Lungenflügel
Rippenfell (Pleura parietalis): Stellt das äußere Blatt dar und bedeckt die Brusthöhle von innen
Zwischen den beidenBlättern befindet sich der Pleuraspalt, worin sich pro Pleuraspalt etwa 5 bis 10 ml Flüssigkeit befinden. Die Pleuraflüssigkeit dient als Schmiermittel, das die Reibung zwischen den Pleurablättern während der Atembewegungen minimiert. Sie wird von den Mesothelzellen der Pleura produziert und durch Lymphgefäßeresorbiert, um ein konstantes Volumen zu halten.
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Merke
Die Hauptfunktion der Lunge besteht im Gasaustausch.
Es erfolgt eine Aufnahme von Sauerstoff (310 ml/Minute in Ruhe)
Es erfolgt eine Abgabe von Kohlenstoffdioxid (260 ml/Minute in Ruhe)
Die Voraussetzung für den Gasaustausch ist ein Konzentrationsgefälle
Die Sauerstoffkonzentration ist in der Luft höher als im Blut
Der Sauerstoff diffundiert durch die dünne Wand zwischen Lungenbläschen (=Alveolen) und den Blutgefäßen
Die Diffusion ist abhängig von Partialdruckunterschied, der Diffusionsleitfähigkeit, der verfügbaren Fläche und der Diffusionsstrecke und ist darstellbar durch das Fick´sche Diffusionsgesetz
Diffusion
Durch die Diffusion gelangen Sauerstoff und Kohlendioxid zwischen den Lungenbläschen (Alveolen) und den umliegenden Kapillaren hin und her. Dieser ständige Austausch ermöglicht es unserem Körper, den Sauerstoff zu absorbieren, den er zur Energiegewinnung benötigt, und das produzierte Kohlendioxid abzugeben, das ein Abfallprodukt des Stoffwechsels ist.
Ventilation
Definition
Als Ventilation bezeichnet man die Verteilung von Atemluft in den Atemwegen. Ziel ist die ausreichende Belüftung der Alveolen zur Sicherstellung des Gasaustauschs (O₂-Aufnahme, CO₂-Abgabe)
Ventilation erfolgt durch DruckunterschiedezwischenAußenluftund Alveolen:
Negativer intraalveolärer Druck → Luft strömt ein (Inspiration)
Positiver intraalveolärer Druck → Luft strömt aus (Exspiration)
Effektive Ventilation = ausreichendes Atemzugvolumen × Atemfrequenz → entscheidend ist die alveoläre Ventilation (nicht nur Atemfrequenz!)
Störungen der Ventilation führen zu:
Hypoventilation → CO₂-Anstieg (Hyperkapnie)
Hyperventilation → CO₂-Abfall (Hypokapnie)
Einflussfaktoren:
Atemwegswiderstand (Resistance)
Dehnbarkeit von Lunge/Thorax (Compliance)
Atemarbeit und Atemmuskulatur
Perfusion
Definition
Neben der Ventilation ist die Lungenperfusion (= Durchblutung der Lunge) für den Gasaustausch von entscheidender Bedeutung.
Die Durchblutung der Lunge muss für einen optimalen Gasaustausch an die Ventilation angepasst sein
Im Ruhezustand sind nur ca. 50 % der Lungenkapillaren durchblutet
Bei körperlicher Belastung öffnen sich Reservekapillaren (= kapilläres Recruitment), um den Gesamtwiderstand der Lungenperfusion zu verringern
Das Dehnungsverhalten der Lungengefäße bei steigendem Pulmonalarteriendruck unterstützt die effektive Erhöhung der Lungendurchblutung bei körperlicher Aktivität
Im Gegensatz zu anderen Gefäßen dehnen sich die Lungengefäße passiv aus
Der Strömungswiderstand im Lungenkreislauf nimmt bei steigendem Herzzeitvolumen ab
Ventilations-Perfusions-Verhältnis:
Das Ventilations-Perfusions-Verhältnis (= V/Q-Verhältnis) bezieht sich auf das Verhältnis zwischen der Luftmenge, die in den alveolären Raum gelangt (Ventilation) und der Menge an Blut, die durch die Lungenkapillaren fließt (Perfusion)
Ein ausgeglichenes V/Q-Verhältnis bedeutet, dass die Ventilation und die Perfusion in einem bestimmten Lungensegment proportional zueinander sind
Ein ungleiches V/Q-Verhältnis kann aufgrund verschiedener pathologischer Zustände wie einer Lungenarterienembolie, einer COPD oder einer Lungenentzündung bestehen
Die Lunge hat einen speziellen Gefäßmechanismus, um ein gestörtes Ventilations-Perfusions-Verhältnis auszugleichen oder zu vermeiden
Bei einem O2-Mangel verengen sich die Lungengefäße (Vasokonstriktion → Euler-Liljestrand-Mechanismus), im Gegensatz zur Gefäßerweiterung in den anderen Organen, bei denen es zu einer Dilatation kommt
Der alveoläre O2-Partialdruck sinkt und die zuführenden Pulmonalarterienäste verengen sich
Dadurch steigt der Strömungswiderstand und die Perfusion von Lungenarealen ohne einen effektiven Gasaustausch wird gedrosselt
Die hypoxische Vasokonstriktion wird genutzt, um das Blut in besser belüftete Lungenbereiche umzuleiten
Dieser Mechanismus ist auch bei einem Aufenthalt in großer Höhe zu beobachten, bei dem die alveoläre Hypoxie zu einer Vasokonstriktion der Lungengefäße führt
Sauerstoffbindungskurve
Sauerstoffbindungskurve
Die O2-Sättigung im Blut hängt vom O2-Partialdruck ab, der die Bindungsaffinität des Hämoglobins (Hb) zu O2 beeinflusst
Die Hb-Bindungsaffinität wird von äußeren Faktoren moduliert, die zu einer Links- oder Rechtsverschiebung der Sauerstoffbindungskurve führen können
Eine Rechtsverschiebung der Sauerstoffbindungskurve bedeutet, dass die Sauerstoffbindung an Hämoglobin schwächer ist und eine begünstigte O2-Abgabe an das Gewebe stattfindet
Ursachen für eine Rechtsverschiebung sind ein Anstieg des pCO2, der Temperatur, ein Abfall des pH-Wertes und ein Anstieg von 2,3-Bisphosphoglycerat
Eine Linksverschiebung bedeutet, dass die Sauerstoffbindung an das Hämoglobin stärker ist und somit eine geringere O2-Abgabe an das Gewebe stattfindet
Ursachen für eine Linksverschiebung sind ein Abfall des pCO2, der Temperatur, ein Anstieg des pH-Wertes und ein Abfall von 2,3-Bisphosphoglycerat
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Definition
Die Atemmechanik beschreibt die physikalischen Vorgänge bei der Ein- und Ausatmung.
Bei der Inspiration führt die Kontraktion der Atemmuskulatur zu einer Vergrößerung des Thoraxvolumens. Dadurch entsteht ein Unterdruck in der Lunge, sodass Luft eingesogen wird
Bei der Exspiration erschlafft die Atemmuskulatur wieder. Durch die elastischen Fasern des Lungengewebes zieht sich die Lunge passiv zusammen, wodurch die Luft aus der Lunge herausgedrückt wird
Inspiration
Atemmuskulatur kontrahiert → Thoraxvolumen nimmt zu
Die Pleura visceralis haftet über den Flüssigkeitsfilm im Pleuraspalt an der Pleura parietalis → die Lunge folgt der Thoraxbewegung und dehnt sich aus
Lungenvolumen vergrößert sich → intrapulmonaler Druck sinkt (Unterdruck)
Luft strömt entlang des Druckgefälles in die Lunge
Exspiration
Atemmuskulatur erschlafft → Thoraxvolumen nimmt ab
Durch elastische Rückstellkräfte zieht sich die Lunge zusammen
Lungenvolumen verkleinert sich → intrapulmonaler Druck steigt (Überdruck)
Luft strömt entlang des Druckgefälles aus der Lunge heraus
Inspiration und ExspirationAblauf der Atmung
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Info
Die folgenden Richtwerte beziehen sich auf gesunde, junge Männer mit einer Körpergröße von 1,80 Meter.
Bezeichnung
Volumen
Atemzugvolumen (AZV)
Volumen, das bei jedem Atemzug ein- und ausgeatmet wird
→ In Ruhe beträgt es ca. 0,5 l, wovon ca. 0,35 l bis in die Alveolen gelangen und die restlichen 0,15 l im anatomischen Totraum verbleiben
→ Das Atemminutenvolumen beträgt bei einer Atemfrequenz von 15 Atemzügen pro Minute in Ruhe 7,5 l und kann bei Belastung ansteigen
Inspiratorisches Reservevolumen (IRV)
Volumen, das über den normalen Atemzug hinaus noch eingeatmet werden kann
→ Beträgt ca. 3 l
Exspiratorisches Reservevolumen (ERV)
Volumen, das über den normalen Atemzug hinaus ausgeatmet werden kann (Vitalkapazität - Inspirationskapazität)
→ Beträgt ca. 1,5 l
Residualvolumen (RV)
Volumen, das nach maximaler Ausatmung in der Lunge verbleibt (funktionelle Residualkapazität - exspiratorisches Reservevolumen)
→ Beträgt ca. 1,5 bis 2 l
Vitalkapazität (VC)
Summe aus Atemzugvolumen, inspiratorischem und exspiratorischem Reservevolumen
→ Beschreibt das gesamte Volumen, das sich bei maximaler Inspiration in den Lungen befindet
→ Beträgt ca. 5–6 l
Bei restriktiven Ventilationsstörungen (verminderte Ausdehnungsfähigkeit von Lunge oder Thorax) ist die Vitalkapazität vermindert!
Funktionelle (freie) Residualkapazität (FRC)
Volumen, das sich in Atemruhelage am Ende der Ausatmung noch in der Lunge befindet (exspiratorisches Reservevolumen + Residualvolumen)
→ Beträgt ca. 3l
Bei einem Lungenemphysem (zerstörtes Lungengerüst führt zu größeren Alveolen) ist die FRC vergrößert!
Inspirationskapazität
Volumen, das von der Exspirationslageaus maximal eingeatmet werden kann (Atemzugvolumen + inspiratorisches Reservevolumen)
→ Beträgt ca. 3,5 l
Totalkapazität
Vitalkapazität + Residualvolumen
→ Beträgt ca. 6,5 l oder mehr
Übersicht der Atemgrößen
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Compliance
Definition
Die Lungencompliance beschreibt die DehnbarkeitvonLungeundThorax. Sie zeigt, wie viel Volumenänderung bei einer bestimmten Druckänderung erreicht wird.
Compliance von Lunge und Thorax
Die Lunge und der Thorax haben unterschiedliche elastische Eigenschaften
Die Compliance wird von verschiedenen Faktoren beeinflusst
Die statische Compliance der Lunge beruht auf ihrer Eigenelastizität
Die Eigenelastizität setzt sich aus zwei Komponenten zusammen: den elastischen Fasern der Lunge und der Oberflächenspannung der Alveolen
Ein Verlust der Elastizität der Lunge erleichtert die Dehnung und erhöht die Compliance
Die Alveolen weisen eine Oberflächenspannung auf. Diese würde ohne entgegengesetzte Mechanismen zu einem Kollabieren der Alveolen führen. Die Oberflächenspannung erschwert, die Dehnung der Lunge
Der Surfactant-Faktor, der von Alveolarepithelzellen Typ II produziert wird, reduziert die Oberflächenspannung und erleichtert die Atemarbeit
Je geringer die elastischen Rückstellkräfte der Lunge sind, desto größer ist die Compliance
Die Compliance des Thorax wird maßgeblich durch passive Eigenschaften von Bändern und Muskeln bestimmt
Dehnbarkeit bedeutet, dass etwas gedehnt werden kann, während Elastizität beschreibt, dass es nach der Verformung wieder in seine ursprüngliche Form zurückkehrt
Info
Mangel an Surfactant-Faktor
Ein Mangel an Surfactant-Faktor führt zu einer Abnahme der Compliance der Lunge
Die Neigung der Alveolen zum Zusammenziehen wird stärker, der intrapleuraleDruck wird negativer
Schlecht belüftete Bereiche der Lunge können kollabieren und nehmen nicht am Gasaustausch teil
Die Durchblutung dieser Bereiche führt zu einem funktionellen Rechts-Links-Shunt mit einem Blut, das unzureichend oxygeniert wurde und unzureichend Kohlenstoffdioxid abgegeben hat
ReflektorischeVasokonstriktion der Lungengefäße im Bereich niedriger alveolärer O2-PartialdrückeverhindertintrapulmonaleShunts(Euler-Liljestrand-Mechanismus)
Resistance
Definition
Die Resistance beschreibt den Widerstand, den die Atemluft in den Atemwegen überwinden muss.
Sie entsteht durch Strömungswiderstand und Reibung in den Atemwege
Ist das Maß für den aktiven Atemwiderstand
Je höher der Druck sein muss, um ein bestimmtes Volumen zu bewegen → desto höher die Resistance
Eine hoheResistanceerhöht die notwendige Druckdifferenz und damit die Atemarbeit
Verengte Atemwege → Resistance steigt
Hohe Flussgeschwindigkeit → Resistance steigt
Erhöhtes Lungenvolumen → Resistance sinkt (Atemwege werden aufgezogen)
Bei obstruktivenAtemwegserkrankungen, wie Asthma oder COPD, besteht eine Verengung der Atemwege, was zu einer erhöhtenResistance führt.
Merke
Obstruktive Ventilationsstörung
Bei einer obstruktivenVentilationsstörung sind die Atemwegeeingeengt, was den Luftstromreduziert und das Ausatmenerschwert. Es kann durch verschiedene Erkrankungen, wie durch ein Asthma oder COPD verursacht werden.
Restriktive Ventilationsstörung
Bei einer restriktivenVentilationsstörung ist die Lungenfunktioneingeschränkt, da die Lungen nichtmehrsoweitausgedehnt werden können wie normalerweise. Dies kann durch Erkrankungen wie der Lungenfibrose oder Muskelerkrankungen verursacht werden. Im Gegensatz zur obstruktiven Ventilationsstörung ist die Einatmung bei einer restriktiven Störung erschwert, während die Ausatmungmeistnormal bleibt.
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Die Atmung wird automatisch durch das Atemzentrum in der Medulla oblongata gesteuert, kann aber auch bewusst beeinflusst werden.
Das Atemzentrum reguliert Atemfrequenz und -tiefe, um O₂, CO₂ und pH-Wert im Blut konstant zu halten.
Dafür erhält es Informationen von Chemorezeptoren:
Karotisgabel & Aortenbogen: messen O₂, CO₂ und pH im Blut
Medulla oblongata: misst CO₂ und pH im Liquor
Die übermitteltenInformationen gelangen überNervenzumAtemzentrum. Dieses passt abhängig von den gemessenen Werten die Atemfrequenz und die Atemtiefe an, um eine stabileSituation bezüglich der Atemgase und des Säure-Basen-Haushalts aufrechtzuerhalten.
Messgrößen
Befund
Folgen
Kohlenstoff-Partialdruck
Erhöht
AF und Atemtiefe ↑
Erniedrigt
AF und Atemtiefe ↓
Sauerstoff-Partialdruck
Erhöht
AF und Atemtiefe ↓
Erniedrigt
AF und Atemtiefe ↑
pH-Wert
Erhöht
AF und Atemtiefe ↓
Erniedrigt
AF und Atemtiefe ↑
Zusätzlich zur Chemorezeption spielen Dehnungsrezeptoren im Lungengewebe eine entscheidende Rolle. Sie registrieren, wie stark die Lunge während der Einatmunggedehnt wird. Wird eine bestimmte Dehnungsgrenze überschritten, bremsen sie die Einatmung ab.
Tipp
Dieser Schutzmechanismus wird Hering-Breuer-Reflex genannt und verhindert eine Überdehnung der Lunge. Die Signale der Dehnungsrezeptoren werden über den N. vagus an das Atemzentrum weitergeleitet.
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Info
Das Atmungssystem besteht aus den oberen Atemwegen mit Nasenhöhle und Rachen sowie den unteren Atemwegen mit Kehlkopf, Luftröhre, Bronchien, Bronchiolen und Lunge.
Funktionell wird es unterteilt in:
Luftleitende Abschnitte: Nase, Rachen, Kehlkopf, Luftröhre, Bronchien und Bronchioli terminales
Respiratorische Abschnitte: Bronchioli respiratorii und Alveolen
Äußere Nase und Nasenhöhle:
Merke
Steckbrief:
Funktion: Befeuchtung, Erwärmung, Reinigung und Kontrolle der Atemluft
Lage: Mittig im Gesicht (äußere Nase) bis zur Nasenhöhle vor dem Pharynx
Form:
Äußere Nase: Nasenseptum und zwei Nasenflügel
Nasenhöhle: Nasenseptum sowie je Seite drei Nasenmuscheln und drei Nasengänge
Nasennebenhöhle:
Merke
Steckbrief:
Funktion: Belüftung und Drainage der Nasenhöhle, Resonanzraum für die Stimme, Gewichtsreduktion des Schädels
Lage: In verschiedenen Schädelknochen rund um die Nasenhöhle
Beide Lungenflügel werden von der Pleura (Lungenfell) umgeben. Sie besteht aus:
Pleura visceralis (inneres Blatt, umgibt die Lungen)
Pleura parietalis (äußeres Blatt, kleidet die Thoraxwand und das Diaphragma aus)
Grundlagen des Gausaustauschs:
Ventilation:
Luftbewegung in und aus der Lunge → sorgt für Belüftung der Alveolen
Perfusion:
Durchblutung der Lungenkapillaren → bringt Blut an die Alveolen
Diffusion:
Gasaustausch über die Alveolarwand → O₂ ins Blut, CO₂ aus dem Blut
Atemmechanik:
Inspiration:
Aktiv (Zwerchfell + äußere Interkostalmuskeln)
Thoraxvolumen ↑
intrapleuraler Druck ↓
Lunge dehnt sich aus
Luft strömt ein
Exspiration:
Meist passiv (Relaxation der Atemmuskulatur)
Thoraxvolumen ↓
elastische Rückstellkräfte der Lunge
Luft wird ausgeatmet
Atemgrößen:
Bezeichnung
Volumen
Atemzugvolumen (AZV)
Volumen, das bei jedem Atemzug ein- und ausgeatmet wird
→ In Ruhe beträgt es ca. 0,5 l, wovon ca. 0,35 l bis in die Alveolen gelangen und die restlichen 0,15 l im anatomischen Totraum verbleiben
→ Das Atemminutenvolumen beträgt bei einer Atemfrequenz von 15 Atemzügen pro Minute in Ruhe 7,5 l und kann bei Belastung ansteigen
Inspiratorisches Reservevolumen (IRV)
Volumen, das über den normalen Atemzug hinaus noch eingeatmet werden kann
→ Beträgt ca. 3 l
Exspiratorisches Reservevolumen (ERV)
Volumen, das über den normalen Atemzug hinaus ausgeatmet werden kann (Vitalkapazität - Inspirationskapazität)
→ Beträgt ca. 1,5 l
Residualvolumen (RV)
Volumen, das nach maximaler Ausatmung in der Lunge verbleibt (funktionelle Residualkapazität - exspiratorisches Reservevolumen)
→ Beträgt ca. 1,5 bis 2 l
Vitalkapazität (VC)
Summe aus Atemzugvolumen, inspiratorischem und exspiratorischem Reservevolumen
→ Beschreibt das gesamte Volumen, das sich bei maximaler Inspiration in den Lungen befindet
→ Beträgt ca. 5–6 l
Bei restriktiven Ventilationsstörungen (verminderte Ausdehnungsfähigkeit von Lunge oder Thorax) ist die Vitalkapazität vermindert!
Funktionelle (freie) Residualkapazität (FRC)
Volumen, das sich in Atemruhelage am Ende der Ausatmung noch in der Lunge befindet (exspiratorisches Reservevolumen + Residualvolumen)
→ Beträgt ca. 3l
Bei einem Lungenemphysem (zerstörtes Lungengerüst führt zu größeren Alveolen) ist die FRC vergrößert!
Inspirationskapazität
Volumen, das von der Exspirationslageaus maximal eingeatmet werden kann (Atemzugvolumen + inspiratorisches Reservevolumen)
→ Beträgt ca. 3,5 l
Totalkapazität
Vitalkapazität + Residualvolumen
→ Beträgt ca. 6,5 l oder mehr
Atmungswiderstände:
Definition
Compliance
Die Lungencompliance beschreibt die DehnbarkeitvonLungeundThorax. Sie zeigt, wie viel Volumenänderung bei einer bestimmten Druckänderung erreicht wird.
Definition
Resistance
Die Resistance beschreibt den Widerstand, den die Atemluft in den Atemwegen überwinden muss.
Atemregulation:
Atemzentrum im verlängerten Mark
Steuerung über Nerven → Atemmuskulatur
Erhält Informationen von:
Chemorezeptoren (Karotisgabel, Aortenbogen)
Dehnungsrezeptoren (Hering-Breuer-Reflex)
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Tipp
Wenn ihr mehrwissen möchtet, empfehlen wir euch die verlinktenArtikel aus der Vorklinik.
Lunge (Pulmo)
Respiratorisches System
Lungen- und Rippenfell (Pleura)
Zwerchfell (Diaphragma)
Allgemeines zum Atmungssystem
Atemgrößen und Messmethoden
Atmungswiderstände
Grundlagen des Gasaustauschs
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