Zusammenfassung
Im Rahmen einer kardialen Dekompensation kann es bei einem Rückwärtsversagen
Eine Stauung kann auf dem Röntgenbild nicht immer sicher beurteilt werden. Beim Lungenödem
Weitere Informationen zum Krankheitsbild siehe Lungenödem
Klassifikation der pulmonalvenösen Stauung
Röntgenzeichen bei kardial bedingtem Lungenödem
- Grad 1: Basoapikale Umverteilung (Kranialisation): Dieses Zeichen beschreibt eine Umverteilung des Blutflusses von den unteren zu den oberen Lungenbereichen. Im Röntgenbild erkennt man eine verstärkte Gefäßzeichnung in den oberen Lungenfeldern
- Grad 2: Interstitielles Ödem
- Kerley-Linien: Kerley-Linien sind verdickte interlobuläre Septen, die als feine, horizontale Linien, vor allem in den basalen Abschnitten der Lunge
, sichtbar sind und auf ein interstitielles Ödem hinweisen - Peribronchiales Cuffing: vermehrte Verschattung
der Bronchialwände - Perihiläre Unschärfe mit unscharfer Begrenzung von Gefäßen, Herzschatten und Zwerchfell
: Dieses Zeichen ist charakterisiert durch eine unscharfe, verdichtete Darstellung der perihilären Strukturen (normalerweise scharf abgrenzbar) sowie unscharfe Konturen von Herz, Gefäßen und Zwerchfell
- Kerley-Linien: Kerley-Linien sind verdickte interlobuläre Septen, die als feine, horizontale Linien, vor allem in den basalen Abschnitten der Lunge
- Grad 3: Interstitielles und alveoläres Ödem
- Konsolidierungen bis zum Schmetterlingsödem: Durch die vermehrte Flüssigkeit in den Alveolen
ist die Dichte erhöht und die Lunge zeigt fleckige, konfluierende Verschattungen , in denen die luftgefüllten Bronchien teilweise sichtbar sind (positives Bronchopneumogramm ). Bei bihilärer, symmetrischer Verschattung spricht man auch von einem Schmetterlingsödem, da die Form an einen Schmetterling erinnert
- Konsolidierungen bis zum Schmetterlingsödem: Durch die vermehrte Flüssigkeit in den Alveolen
Weitere Zeichen
- Kardiomegalie: Vergrößerung des Herzens, der Herz-Thorax-Quotient
ist > 0,5 - Begleitender Pleuraerguss
Basoapikale Umverteilung (Kranialisation)
Eine Erweiterung der Pulmonalgefäße im Bereich des Oberlappens ist immer pathologisch, da sie im Widerspruch zur einwirkenden Schwerkraft steht.

Case courtesy of Charlie Chia-Tsong Hsu, Radiopaedia.org, rID: 18343
Kerley-Linien
Die Kerley-Linien treten typischerweise bei einem interstitiellen Lungenödem
- Kerley-A:
- Lokalisation: Meist apikal (A)
- Anatomisches Korrelat: verdickte Interlobularsepten
- Morphologie: Sie ziehen radiär/schräg vom Hilus nach kranial und sind ca. 2-6 cm (rote Pfeile).
- Kerley-B:
- Lokalisation: Meist basal (B)
- Anatomisches Korrelat: erweiterte pulmonale Lymphgefäße
- Morphologie: Horizontal verlaufende Linien (1-2cm) in den peripheren basalen Lungenanteilen oft mit Kontakt zu Pleura (hellblauer Pfeil).
- Kerley-C:
- Lokalisation: Meist zentral (C)
- Retikuläre, kurze Linien, erreichen Pleura nicht und verlaufen nicht radiär vom Hilus (dunkelblauer Pfeil).

Case courtesy of Frank Gaillard, Radiopaedia.org, rID: 15434

Case courtesy of Frank Gaillard, Radiopaedia.org, rID: 15434
Peribronchiales Cuffing
Das peribronchiale Cuffing beschreibt eine manschettenartige Verdickung und Verdichtung um die Bronchien (grüner Pfeil, Arterie blauer Pfeil). Wie die Kerley-Linien ist dies ein Hinweis auf ein interstitielles Ödem

Case courtesy of Frank Gaillard, Radiopaedia.org, rID: 15434
Perihiläre Unschärfe
Die perihilären Gefäße und Strukturen erscheinen durch das ödematös geschwollene perivaskuläre Interstitium unscharf begrenzt. Man spricht auch von perihilärem „Haze".

Case courtesy of Usman Bashir, Radiopaedia.org, rID: 18394 und Frank Gaillard, Radiopaedia.org, rID: 15434
Rechts: deutliche perihiläre Unschärfe, Hilusregion und Herzkontur unscharf begrenzt
Konsolidierungen mit Schmetterlingsödem
Als Schmetterlingsödem wird im Röntgenbild eine bilaterale, perihiläre, unscharf begrenzte Verschattung

Hellerhoff, CC BY-SA 4.0, https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0, via Wikimedia Commons. Die Abbildung ist ein Derivat der oben genannten Abbildung. Das Bild wurde zugeschnitten. Es wurde das Overlay ergänzt.
Kardiomegalie
Die Vergrößerung des Herzens kann man im Röntgenbild mithilfe des Quotienten aus Herzbreite und Thorax

James Heilman, MD, CC BY-SA 3.0, https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0, via Wikimedia Commons. Die Abbildung ist ein Derivat der oben genannten Abbildung. Das Bild wurde zugeschnitten. Es wurden Pfeile ergänzt.
Fallbeispiel
Für ein praktisches BGA
Quellen
- S3-Leitlinie Nationale VersorgungsLeitlinie Chronische Herzinsuffizienz, Bundesärztekammer, Kassenärztliche Bundesvereinigung, Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften

