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Magnesiumsulfat

13 Minuten Lesezeit
Magnesiumsulfat-Ampulle

Magnesiumsulfat ist ein Mineralstoff mit antiarrhythmischer und membranstabilisierender Wirkung, der als physiologischer Calciumantagonist wirkt. Es reduziert den Calciumeinstrom in Zellen, stabilisiert das Myokard und kann dadurch insbesondere Torsades-de-pointes-Tachykardien terminieren. Zusätzlich führt Magnesium in höheren Dosen zu einer Relaxation der glatten Muskulatur und wirkt bronchodilatierend. 

Im Rettungsdienst wird Magnesiumsulfat vor allem bei Torsades-de-pointes-Tachykardie, schwerem Asthmaanfall sowie bei Präeklampsie/Eklampsie eingesetzt. Die Gabe erfolgt langsam i.v., da eine zu schnelle Applikation zu Flush, Übelkeit, Schwindel, Hypotonie und Bradykardie führen kann.

Lernkarte Magnesiumsulfat
  • Wirkstoffklasse: Mineralstoff, Antiarrhythmikum
  • Handelsnamen: z.B. Mg 10% Inresa®, Magnesiumsulfat B. Braun®
Magnesiumsulfat
Etikett: Magnesiumsulfat
  • Torsades-de-Pointes-Tachykardie
  • Asthma bronchiale
  • Präeklampsie, Eklampsie
  • Bradykardie
  • AV-Block
  • Nierenschädigung mit Anurie
  • Exsikkose
  • Torsades-de-Pointes-Tachykardie (Erwachsene)
    • 1-2 g (4-8 mmol/l) i.v. über 10–15 min
  • Asthma bronchiale (Erwachsene)
    • 2 g (8 mmol/l) i.v. über 20 min, wenn die Initialtherapie keine Wirkung 
      gezeigt hat
  • Präeklampsie, Eklampsie (Erwachsene)
    • 4 g (16 mmol/l) i.v. über 5–15 min
  • Langsame intravenöse Gabe reduziert das Auftreten von Nebenwirkungen
    → Eine schnelle i.v.-Gabe kann zu Flush, Übelkeit und Schwindel führen
  • Keine Kombination mit Barbituraten, Narkotika, Hypnotika wegen des erhöhten Risikos einer Atemdepression.
  • Wirkeintritt: sofort 
  • Wirkdauer: ca. 30 min
  • Metabolisierung: Keine Metabolisierung, Magnesium liegt als freies Ion vor und wird nicht biotransformiert
  • Ausscheidung: Überwiegend renal durch glomeruläre Filtration, Ausscheidung abhängig von Nierenfunktion und Serumspiegel
  • Magnesium ist ein Mineralstoff, der als physiologischer Calcium-Antagonist wirkt und dadurch eine membranstabilisierende Wirkung am Herzen hat
  • Darüber hinaus führt Magnesium in höheren Dosen zu einer Entspannung der glatten Muskulatur → Dadurch wirkt es bronchodilatierend
  • Wirkung verstärkt bei gleichzeitiger Gabe von:
    • Muskelrelaxantien (v. a. nicht-depolarisierend, z. B. Rocuronium) → Verstärkte neuromuskuläre Blockade → Atemdepression möglich
    • Calciumkanalblocker (z.B. Verapamil, Diltiazem) → Additive Wirkung → Bradykardie, Hypotonie, AV-Block
  • Wirkung abgeschwächt bei gleichzeitiger Gabe von:
    • Calcium (z. B. Calciumglukonat / Calciumchlorid)Funktioneller AntagonistAufhebung bzw. Abschwächung der Magnesiumwirkung
  • Bradykardie
  • Hypotonie
  • Atemstörung bis hin zur Atemdepression 
  • Hypermagnesiämie
  • Übelkeit
  • Flush
  • Wehenhemmung (Tokolyse)
  • Temperatur: Nicht über 25 °C lagern
  • Lichtschutz: Ampullen vor Licht schützen, im Umkarton aufbewahren
  • Hypertensive Schwangerschaftserkrankungen
  • Pharmakologie des Herz-Kreislauf-Systems (RD)
  • Verla-Pharm Arzneimittel GmbH & Co. KG: Fachinformation Magnesium Verla® i.v. 20 mmol/10 ml Injektionslösung, Stand: Januar 2023
  • S2k-Leitlinie Prävention und Therapie der Frühgeburt, Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe e.V. (DGGG)
  • Aktories K, Förstermann U, Hofmann FB, Flockerzi V (Hrsg.): Allgemeine und spezielle Pharmakologie und Toxikologie. Urban & Fischer Verlag/Elsevier GmbH, 13. Auflage, 2022. ISBN: 978-3-437-42622-3
  • Wanka V, Weiß S: Medikamente im Rettungsdienst. Georg Thieme Verlag, 2. Auflage, 2019. ISBN: 978-3-13-242824-9
Zuletzt aktualisiert am 23.02.2026
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