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Männliche Geschlechtsorgane (RD)

Geschlechtsorgane des Mannes, männliche Fortpflanzungsorgane, Geschlechtsorgane des Mannes, männliches Genitalsystem, männliches Reproduktionssystem
16 Minuten Lesezeit

Die männlichen Geschlechtsorgane werden in äußere und innere Organe unterteilt, die jeweils spezifische Funktionen in der Fortpflanzung, Hormonproduktion und sexuellen Funktion erfüllen.

Männliche Geschlechtsorgane (Mediansagittalschnitt):

Zu den inneren Geschlechtsorganen gehören: 

  • Nebenhoden (Epididymis)
  • Samenleiter (Ductus deferens)
  • Akzessorische Geschlechtsdrüsen:
    • Bläschendrüse (Vesicula seminalis)
    • Prostata
    • Cowper-Drüse (Glandula bulbourethralis)
  • Hoden (Testis)
 Info

Die Hoden werden aufgrund ihrer Entwicklung ebenfalls zu den inneren Organen gezählt, auch wenn sie „außen“ im Hodensack liegen.

Die äußeren männlichen Geschlechtsorgane umfassen:

  • Penis (Glied)
  • Harnsamenröhre (Urethra masculina)
  • Hodensack (Skrotum

Zu den inneren Geschlechtsorganen gehören:

  • Nebenhoden (Epididymis)
  • Samenleiter (Ductus deferens)
  • Akzessorische Geschlechtsdrüsen:
    • Bläschendrüse (Vesicula seminalis)
    • Prostata
    • Cowper-Drüse (Glandula bulbourethralis)
  • Hoden (Testis)

Lage und Aufbau

 Merke
Steckbrief:
  • Funktion:
    • Ausreifung und Transport der Spermien
  • Lage:
    • Dorsal am Hoden im Hodensack (Skrotum) gelegen
    • Von den Hodenhüllen umgeben
  • Form: halbmondförmig
  • Größe: ca. 5 cm lang
  • Die Nebenhoden lassen sich in drei Abschnitte gliedern:
    • Nebenhodenkopf (Caput epididymidis) 
    • Nebenhodenkörper (Corpus epididymidis)
    • Nebenhodenschwanz (Cauda epididymidis)
Nebenhoden (Epididymis)
Aubau des Nebenhodens (Ansicht von medial)
 Tipp
Klinischer Ausblick: Nebenhodenentzündung

Die Epididymitis ist eine häufige Entzündung des Nebenhodens, die typischerweise mit Schmerzen und einer zunehmenden Schwellung des Skrotums einhergeht. Als Ursache kommen vorwiegend Harnwegsinfektionen (insbesondere bei älteren Männern) oder sexuell übertragbare Infektionen infrage. Durch die Entzündung kann es zu Verklebungen des Epithels im Nebenhodengang kommen, überwiegend im Bereich der Engstelle zwischen Nebenhodenkörper und -schwanz. Im ungünstigsten Fall kann dies zu einer eingeschränkten Fruchtbarkeit führen.

Funktionen

  • Reifung der Spermien
  • Speicherung der Spermien

Lage und Aufbau

 Merke
Steckbrief:
  • Funktion: Weiterleitung der Spermien von Nebenhoden zur Harnröhre
  • Form: kleines sternförmiges Lumen mit dicker dreischichtiger Muskelschicht
  • Länge: ca. 50 cm
  • Durchmesser: ca. 3 mm
  • Der Samenleiter zieht vom Nebenhoden in das kleine Becken 
  • Mündet schließlich in die Harnröhre
Samenleiter (Ductus deferens)
Aufbau des Samenleiters

Funktion

  • Transport der Spermien während der Ejakulation:
    • Rasche Kontraktion der glattmuskulären Wand
    • Peristaltische Wellen befördern die Spermien in die Urethra
  • Ampulla ductus deferentis:
    • Speicherung von Spermien
    • Ernährung und Versorgung der Spermienzellen
 Definition

Die akzessorischen Geschlechtsdrüsen des Mannes tragen zusammen mit Hoden und Nebenhoden zur Bildung des Ejakulats bei. Zu diesen Drüsen zählen die Prostata, die Bläschendrüsen sowie die Cowper-Drüsen. Zusätzlich existieren Drüsenanteile in der Ampulle des Samenleiters, die hier jedoch nicht weiter berücksichtigt werden.

Das leicht alkalische Sekret dieser Drüsen dient als Transportmedium für die Spermien. Es enthält wichtige Nährstoffe und Proteine, die das Überleben und die Funktion der Spermien auf dem Weg zur möglichen Befruchtung einer Eizelle unterstützen.

Bläschendrüse (Glandula vesiculosa)

Lage und Aufbau:

 Merke
Steckbrief:
  • Funktion: Bildung eines fructosereichen, alkalischen Sekrets zur Versorgung der Spermien
  • Form: oval und abgeflacht mit unregelmäßigen, bläschenartigen Ausstülpungen
  • Größe: Etwa 5 cm lang sowie ca. 1 cm breit und dick
  • Lage: paarig angelegt, intraabdominal im rektovesikalen Bindegewebe
Bläschendrüsen (Glandulae vesiculosae)
Glandulae vesiculosae (Ansicht des Fundus der Harnblase von dorsal)

Funktionen:

  • Hauptaufgabe ist die Produktion eines alkalischen Sekrets, das etwa 60-70 % des Ejakulats ausmacht
  • Dieses Sekret enthält:
    • Fructose: Wichtig für die Energieversorgung der Spermien
    • Prostaglandine: Fördern die Beweglichkeit der Spermien und können Kontraktionen im weiblichen Genitaltrakt auslösen
    • Proteine und Enzyme: Beteiligen sich an der Verflüssigung des Ejakulats nach der Ejakulation
  • Das alkalische Milieu neutralisiert die saure Umgebung der Vagina, was das Überleben der Spermien begünstigt

Prostata

Lage und Aufbau:

 Merke
Steckbrief:
  • Funktion: Produktion eines sauren Prostatasekrets
  • Form: Kastanienförmig
  • Größe: Etwa 3 cm lang, 4 cm breit und 2 cm dick
  • Gewicht: Ca. 20–25 g
  • Lage: Direkt unterhalb der Harnblase gelegen und umgibt einen Abschnitt der Harnröhre
  • Ist von einer Bindegewebskapsel umgeben, die die Struktur stützt und schützt
Vorsteherdrüse (Prostata)

Funktionen:

  • Produktion von Prostatasekret: Ein milchig-weißes, schwach saures Sekret, das die Beweglichkeit der Spermien fördert.
  • Unterstützung der Ejakulation: Durch Kontraktionen bei der Ejakulation wird das Prostatasekret in die Harnröhre freigesetzt und vermischt sich mit Spermien und anderen Flüssigkeiten aus den Samenblasen und den Cowper-Drüsen
     

Cowper-Drüse (Glandula bulbospongiosus)

Lage und Aufbau:

 Merke
Steckbrief:
  • Funktion: Bildung eines viskösen, klaren Sekrets zur Lubrikation bei sexueller Erregung
  • Größe: Linsengroß
  • Lage: Unterhalb der Prostata entlang der Harnröhre in der Nähe der Penisbasis

Funktionen:

  • Schmieren der Harnröhre für die Spermienpassage
  • Neutralisieren Restharn in der Harnröhre durch alkalisches Sekret

Lage und Aufbau

 Merke
Steckbrief:
  • Funktion: Spermatogenese und Androgensynthese
  • Form: Eiförmig
  • Größe: Ca. 4–5 cm lang und etwa 3 cm breit
  • Gewicht: Etwa 20–30 g
  • Volumen: Rund 20–25 ml
  • Lage: Im Hodensack (Skrotum), aufgehängt am Samenstrang 
  • Asymmetrie: Der linke Hoden ist meist größer und tiefer positioniert als der rechte.
  • Während der Entwicklung wandert der Hoden von der Bauchhöhle nach unten 
  • Auf seinem Weg durchquert er den Leistenkanal und durchdringt die Schichten der Bauchwand
  • Diese Wanderung erklärt die Schichtung des Hodens, die als Ausstülpung der Bauchwandschichten entsteht
Hoden (Testis) und Hodensack (Skrotum)

Funktionen

  • Spermatogenese: Bildung und Reifung der Spermien in den Hoden
  • Androgensynthese: Produktion männlicher Geschlechtshormone (Testosteron)

Die äußeren männlichen Geschlechtsorgane umfassen:

  • Penis (Glied)
  • Harnsamenröhre (Urethra masculina)
  • Hodensack (Skrotum
 Info

Auf die Harnsamenröhre wird in diesem Abschnitt nicht näher eingegangen. Weitere Informationen findest du im Artikel: ableitende Harnwege (RD).

Lage und Aufbau

 Merke
Steckbrief:
  • Funktion: Harnableitung, Erektion und Transport der Spermien
  • Lage: Außerhalb des Körpers (extrakorporal)
  • Länge: stark variabel, etwa 9 cm im unerigierten und ca. 14 cm im erigierten Zustand
  • Durchmesser: Im erigierten Zustand etwa 3–4 cm
  • Der Penis ist in drei Hauptbereiche unterteilt:
    • Wurzel (Radix penis): im Körper verankerter Abschnitt des Penis, der ihn am Becken fixiert
    • Schaft (Corpus penis): Hauptabschnitt des Penis
    • Eichel (Glans penis): sensitives Ende des Penis, reich an Nervenenden
  • Der Penis ist von drei Hüllschichten umgeben
  • Zwei Schwellkörpertypen (erektiles Gewebe):
    • Corpora cavernosa (paarig): Hauptschwellkörper, sorgen durch Blutfüllung für die Versteifung des Penis
    • Corpus spongiosum (unpaarig): Umgibt die Harnröhre und verhindert deren Kompression während der Erektion
Glied (Penis)
Aufbau des Penis (Ansicht von kaudal, Corpus spongiosum stückweit abgelöst)

Funktionen

  • Dient dem Geschlechtsverkehr sowie der Fortpflanzung
  • Beteiligung an sexueller Erregung und Erektion
  • Ejakulation: Abgabe und Transport der Spermien
  • Funktion als Harnorgan: Ableitung des Urins über die Harnröhre

Ablauf der Errektion

  • Neurale Phase: Auslösung durch sensorische oder psychische Stimuli, Aktivierung des zentralen Nervensystems, insbesondere des parasympathischen Systems, und Freisetzung von Stickstoffmonoxid (NO)
  • Vaskuläre Phase: NO bewirkt die Vasodilatation der Arterien im Penis → erhöhte Blutzufuhr in die Schwellkörper (Corpora cavernosa) 
  • Erektionsaufbau: Die Schwellkörper dehnen sich aus → Kompression der venösen Abflüsse (venookklusiver Mechanismus) führt → Blutabfluss wird verhindert
  • Erektionsstabilisierung: Der intrakavernöse Druck bleibt erhöht durch anhaltende Entspannung der glatten Muskulatur und den venookklusiven Mechanismus
  • Detumescence (Erschlaffung): Die parasympathische Aktivität nimmt ab → sympathisches Nervensystem dominiert → Kontraktion der glatten Muskulatur der Schwellkörper → Abfluss des Bluts führt
Arterielle Versorgung des Penis

Lage und Aufbau

 Merke
Steckbrief:
  • Funktion: Schutz und Temperaturregulation der Hoden 
  • Form: hautsackartig, zweigeteilt durch ein Septum
  • Größe: variabel je nach Temperatur und Muskeltonus
  • Lage: Außerhalb der Bauchhöhle unterhalb des Penis
  • Anteile des inneren schrägen Bauchmuskels verlaufen in den Hodensack
  • Sie ziehen durch den Leistenkanal und bilden dort den M. cremaster
    • Kontraktion des M. cremasterHoden werden näher an den Körper herangezogen
    • Entspannung des M. cremasterHoden hängen weiter vom Körper entfernt
Hoden (Testis) und Hodensack (Skrotum)

Funktionen

  • Schutz der Hoden
  • Temperaturregulation der Hoden:
    • Abstand zum Körper beeinflusst die Hodentemperatur
    • Temperaturregulation ist entscheidend für die Spermatogenese
    • Befruchtungsfähige Spermien entstehen nur in einem optimalen Temperaturbereich

Innere Geschlechtsorgane

Zu den inneren Geschlechtsorganen gehören:

  • Nebenhoden (Epididymis)
  • Samenleiter (Ductus deferens)
  • Akzessorische Geschlechtsdrüsen:
    • Bläschendrüse (Vesicula seminalis)
    • Prostata
    • Cowper-Drüse (Glandula bulbourethralis)
  • Hoden (Testis)

Nebenhoden:

 Merke
Steckbrief:
  • Funktion:
    • Ausreifung und Transport der Spermien
  • Lage:
    • Dorsal am Hoden im Hodensack (Skrotum) gelegen
    • Von den Hodenhüllen umgeben
  • Form: halbmondförmig
  • Größe: ca. 5 cm lang
  • Funktionen:
    • Reifung der Spermien
    • Speicherung der Spermien

Samenleiter:

 Merke
Steckbrief:
  • Funktion: Weiterleitung der Spermien von Nebenhoden zur Harnröhre
  • Form: kleines sternförmiges Lumen mit dicker dreischichtiger Muskelschicht
  • Länge: ca. 50 cm
  • Durchmesser: ca. 3 mm
  • Funktionen:
    • Transport der Spermien während der Ejakulation
    • Speicherung von Spermien
    • Ernährung und Versorgung der Spermienzellen

Akzessorische Geschlechtsdrüsen:

 Definition

Die akzessorischen Geschlechtsdrüsen des Mannes tragen zusammen mit Hoden und Nebenhoden zur Bildung des Ejakulats bei. Zu diesen Drüsen zählen die Prostata, die Bläschendrüsen sowie die Cowper-Drüsen. Zusätzlich existieren Drüsenanteile in der Ampulle des Samenleiters, die hier jedoch nicht weiter berücksichtigt werden.

Das leicht alkalische Sekret dieser Drüsen dient als Transportmedium für die Spermien. Es enthält wichtige Nährstoffe und Proteine, die das Überleben und die Funktion der Spermien auf dem Weg zur möglichen Befruchtung einer Eizelle unterstützen.

  • Bläschendrüse → Hauptaufgabe ist die Produktion eines alkalischen Sekrets, das etwa 60-70% des Ejakulats ausmacht
  • ProstataProduktion von Prostatasekret und Unterstützung bei der Ejakulation
  • Cowper-DrüseSchmieren der Harnröhre für die Spermienpassage + neutralisieren Restharn in der Harnröhre durch alkalisches Sekret

Hoden:

 Merke
Steckbrief:
  • Funktion: Spermatogenese und Androgensynthese
  • Form: Eiförmig
  • Größe: Ca. 4–5 cm lang und etwa 3 cm breit
  • Gewicht: Etwa 20–30 g
  • Volumen: Rund 20–25 ml
  • Lage: Im Hodensack (Skrotum), aufgehängt am Samenstrang 
  • Funktionen:
    • Spermatogenese: Bildung und Reifung der Spermien in den Hoden
    • Androgensynthese: Produktion männlicher Geschlechtshormone (Testosteron)

Äußere Geschlechtsorgane

Die äußeren männlichen Geschlechtsorgane umfassen:

  • Penis (Glied)
  • Harnsamenröhre (Urethra masculina)
  • Hodensack (Skrotum
 Info

Auf die Harnsamenröhre wird in diesem Abschnitt nicht näher eingegangen. Weitere Informationen findest du im Artikel: ableitende Harnwege (RD).

Penis:

 Merke
Steckbrief:
  • Funktion: Harnableitung, Erektion und Transport der Spermien
  • Lage: Außerhalb des Körpers (extrakorporal)
  • Länge: stark variabel, etwa 9 cm im unerigierten und ca. 14 cm im erigierten Zustand
  • Durchmesser: Im erigierten Zustand etwa 3–4 cm
  • Funktionen:
    • Dient dem Geschlechtsverkehr sowie der Fortpflanzung
    • Beteiligung an sexueller Erregung und Erektion
    • Ejakulation: Abgabe und Transport der Spermien
    • Funktion als Harnorgan: Ableitung des Urins über die Harnröhre

Hodensack:

 Merke
Steckbrief:
  • Funktion: Schutz und Temperaturregulation der Hoden 
  • Form: hautsackartig, zweigeteilt durch ein Septum
  • Größe: variabel je nach Temperatur und Muskeltonus
  • Lage: Außerhalb der Bauchhöhle unterhalb des Penis
  • Funktionen:
    • Schutz der Hoden
    • Temperaturregulation der Hoden

Wenn ihr mehr wissen möchtet, empfehlen wir euch die verlinkten Artikel aus der Vorklinik.

  • Nebenhoden (Epididymis)
  • Samenleiter (Ductus deferens)
  • Bläschendrüse (Glandulae vesiculosae)
  • Vorsteherdrüse (Prostata)
  • Glandulae bulborethrales (Cowper-Drüsen)
  • Hoden (Testis) und Hodensack (Skrotum)
  • Glied (Penis)
  • Flake, F., Dönitz, S., Mensch Körper Krankheit für den Rettungsdienst, Elsevier, 2018, ISBN: 978-3437462023
  • Koch, S., Schwarz, M., retten - Anatomie Physiologie, Elsevier, 2023, ISBN: 978-3132421172
Zuletzt aktualisiert am 29.04.2026
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