Die männlichen Geschlechtsorgane bestehen aus äußeren und inneren Strukturen, die funktionell eng miteinander verknüpft sind und gemeinsam die Spermienproduktion, -reifung und -weiterleitung ermöglichen. Zu den äußeren Geschlechtsorganen zählen Penis und Skrotum, wobei das Skrotum durch eine Temperaturregulation etwa 2–4 °C unter der Körperkerntemperatur optimale Bedingungen für die Spermatogenese schafft. Die inneren Geschlechtsorgane umfassen Hoden, Nebenhoden, Samenleiter, Samenbläschen, Prostata und Cowper-Drüsen und sind an der Bildung, Speicherung und Modifikation des Ejakulats beteiligt.
Die Hoden sind der Ort der Spermienbildung in den Tubuli seminiferi sowie der Testosteronproduktion durch Leydig-Zellen. In den Nebenhoden erfolgen die Reifung und Speicherung der Spermien, während der Samenleiter den Transport beim Samenerguss übernimmt. Bläschendrüse und Prostata liefern den Hauptanteil des Ejakulats mit Nährstoffen, Enzymen und Puffersubstanzen zur Sicherung der Spermienfunktion.
Makroskopische Anatomie
Merke
Steckbrief der männlichen Geschlechtsorgane
Lage: im kleinen Becken, bestehend aus mehreren verbundenen Organen
Größe: Penis ca. 14 cm lange Struktur, Hoden 20–30 g
Form: verschiedene Formen → längliche Struktur, pflaumenförmig
Einteilung:
Äußere und innere Geschlechtsorgane
Primäre und sekundäre Geschlechtsorgane und -merkmale
Äußere Geschlechtsorgane:
Glied (Penis)
Hodensack (Skrotum) mit Hodenhüllen
Innere Geschlechtsorgane:
Hoden (Testis)
Nebenhoden (Epididymis)
Samenleiter (Ductus deferens)
Samenleiterampulle (Ampulla ductus deferentis)
Akzessorische Geschlechtsdrüsen
Bläschendrüsen (Glandulae vesiculosae)
Vorsteherdrüse (Prostata)
Cowper-Drüsen (Glandulae bulbourethrales)
Weiter Unterteilung in primäre und sekundäre Geschlechtsorgane:
Primäre Geschlechtsorgane:
Glied (Penis)
Hodensack (Skrotum)
Hoden (Testis) und Nebenhoden (Epididymis)
Vorsteherdrüse (Prostata)
Samenleiter (Ductus deferens)
Sekundäre Geschlechtsorgane:
Körperbehaarung (vermehrt an Brust, Bauch, Rücken, Achseln und Schambereich)
Stimmbruch in der Pubertät
Männliche Körpererscheinung (breitere Schultern und schmalere Hüfte)
Verstärkter Muskelaufbau
Aufbau der äußeren Geschlechtsorgane
Glied (Penis):
Der Penis, das primäre männliche Geschlechtsorgan, zählt zu den äußeren Genitalien und ist für die Reproduktion und Urinausscheidung entscheidend.
Hauptfunktionen:
Fortpflanzung: Spermien beim Geschlechtsverkehr (Kohabitation) so nah wie möglich an den äußeren Muttermund zu befördern → verkürzter Weg zur befruchtungsfähigen Eizelle
Eichel hat Berührungsrezeptoren → Aktivierung führt zu Ejakulation (Sperma‑Austritt)
Urinausscheidung
Im nicht erigierten Zustand hängt der Penisfreiunterhalb der Symphyse.Dahinter liegt der Hodensack, in dem sich die Hoden befinden. Über die Peniswurzel (Radix penis) ist er an der Bauchwand, der Symphyse und dem Schambeinverankert. Dieser Abschnitt befindet sich im Dammbereich unter der Haut und ist daher nicht sichtbar.
Der sichtbareTeil des Penis wird als Penisschaft (Corpus penis) bezeichnet. In erigiertemZustand erreicht er durchschnittlich eine Längevonrund14cm, wobei es deutliche individuelle Unterschiede geben kann. Am Ende des Schafts befindet sich die Eichel (Glans penis), deren Spitze die Öffnung der Harnröhre trägt. Die Haut des Schafts bildet am Übergang zur Eichel eine verschiebbareFalte, die als Vorhaut (Präputium) bezeichnet wird. Sie bedecktdieEichel, solange keine Erektion besteht. Während der Erregung wächst und streckt sich der Penis, sodass die Eichel aus der Vorhaut hervortritt.
Durch eine angeborene oder erworbene Vorhautverengung (Phimose), welche hinter die Eichel zurückgezogen ist, kann es zu einer Einklemmung kommen. Diese kann NekrosenderEichel verursachen.
Bei einer Paraphimose, einem urologischen Notfall, bleibt die engeVorhaut (Phimose) hinterderEichel (Glans penis) zurückgezogen und kann nicht mehr in ihre ursprüngliche Position über die Eichel zurückgeschoben werden. Dadurch entsteht ein strammerSchnürring, der den venösenAbflussbehindert, während der arterielle Zufluss weiterhin besteht. Es kommt zur schnellenSchwellungderEichel und der zurückgezogenen Vorhaut, wodurch sich die Situation weiter verschärft. Die Folge ist eine venöse und lymphatische Stauung, die unbehandelt zurischämischenNekrosederEichel führen kann.
Der Penis ist in dreiHauptbereiche unterteilt:
Wurzel (Radix penis):
Befestigt den Penis am Unterbauch und Beckenboden
Besteht aus Bulbus penis und Crura penis
Bulbus penis: der hintere, spongiöse Teil des Corpus spongiosum, der sich in der Nähe des Perineums (Damm) befindet. Er ist beteiligt an der Erektion und Ejakulation
Crura penis: paarige, längliche Strukturen, die aus den Corpora cavernosa hervorgehen und am Schambein befestigt sind. Sie fungieren als Ankerpunkte und sind für die Stabilität des Penis während der Erektion verantwortlich
Schaft (Corpus penis):
Der Hauptabschnitt des Penis, der die erektilen Gewebe (Corpora cavernosa und Corpus spongiosum) enthält
Eichel (Glans penis):
Sensitives Ende des Penis, reich an Nervenenden
Corona glandis: erhöhter Rand der Eichel
Ostium urethrae externum: äußere Öffnung der Harnröhre
Schwellkörper (erektiles Gewebe):
Penisschwellkörper (Corpora cavernosa): zwei parallel verlaufende, zylindrische Strukturen aus schwammartigem Gewebe, das sich bei sexueller Erregung mit Blut füllt, was zur Erektion führt. Sie sind durch eine feste Hülle, die Tunica albuginea, umgeben
Mittig verlaufende Bindegewebsschicht (Septum penis) teilt ihn in zwei Hälften
In Richtung Schambeintrennen sich beide Hälften und ziehen als Penisschenkel (Crura penis) an die unteren Schambeinäste → Penisschenkel tragen zur Befestigung des Penis bei
Struktur der Kavernen:
Schwellkörper bestehen aus zahlreichenHohlräumen (Kavernen)
Kavernen sind mit einer Endothelzellschicht ausgekleidet
Zwischen den Kavernen liegen elastischesBindegewebe und glatteMuskulatur
Außen ist der Schwellkörper von einer festenFaszieumgeben
Funktionsweise bei Erregung:
Wandspannung der Kavernen und arteriellen Gefäße nimmtab → mehr Blutfließtin die Kavernen
Aufgrund der wenignachgiebigenFasziesteigt der Druck im Schwellkörper → erhöhterDruck führt zur Versteifung des Penis
Zusätzlich wird DruckaufvenöseGefäße ausgeübt, was den venösenAbflusserschwert und den Druck weiter verstärkt
Harnröhrenschwellkörper (Corpus spongiosum): ein einzelner Schwellkörper, der die Harnröhre (Urethra) umgibt und sich nach vorn zur Eichel hin erweitert. Er verhindert das vollständige Komprimieren der Harnröhre während der Erektion, wodurch der Durchfluss von Urin und Samen ermöglicht wird
Harnröhrenschwellkörper (Corpus spongiosum) verläuft an der Penisunterseite zwischen Dammbereich und Eichel → Umgibt die Harnröhre
Spielt eine geringere Rolle bei der Erektion als der kavernöse Schwellkörper
Strukturelle Eigenschaften:
Besteht aus einem dichten Gefäßnetz
Wird von einer Faszie umgeben → Faszie ist nachgiebiger als die des kavernösen Schwellkörpers
Funktionelle Konsequenz:
GeringererDruckanstieg im Schwellkörper
Harnröhre wird nicht zusammengedrückt → Weg für die Spermien bleibt offen
BeideSchwellkörper werden durch eine weitereFaszie umhüllt
Muskeln:
M. ischiocavernosus:
Ein Muskel, der die Crura penis umgibt und bei der Erektion durch Kompression dieser Strukturen hilft, den Blutdruck in den Corpora cavernosa zu erhöhen
M. bulbospongiosus:
Ein Muskel, der den Bulbus penis umgibt und eine wichtige Rolle beim Ejakulationsprozess sowie beim Auspressen des letzten Urins aus der Harnröhre spielt
Bänder:
Ligamentum suspensorium penis:
Ein starkes Band aus Bindegewebe, das den Penis an der Symphyse befestigt. Es hilft, den Penis in einer aufrechten Position während der Erektion zu halten
Ligamentum fundiforme penis:
Ein bandähnliches Bindegewebsgewebe, das um die Peniswurzel verläuft
Hodensack (Skrotum) mit Hoden (Testis):
Der Hoden (Testis)außerhalb der Körperhöhle im Hodensack (Skrotum) gehört zu den innerenmännlichenGeschlechtsorganen. Er ist verantwortlich für die ProduktionderSpermien, die im Epithel der Samenkanälchen (Tubuli seminiferi) gebildet werden. Der Nebenhoden (Epididymis) dient der ReifungundderSpeicherung der Spermien. Zwischen den Samenkanälchen befinden sich die Leydig-Zellen, die männliche Geschlechtshormone produzieren.
Der Hoden ist eiförmig geformt und misst etwa 4–5 cm in der Länge und rund 3 cmin der Breite. Sein Gewicht liegt bei ungefähr 20–30 g, das Volumen beträgt etwa 20–25 ml. Er befindet sich im Hodensack und wird von einer festen Bindegewebshülle (Tunica albuginea) umgeben, wo er amSamenstrang aufgehängt ist. In der Regel ist der linkeHodenetwas größer und tiefer positioniert als der rechte. Zwischen Hoden und Hodensack liegt eine Bauchfellfalte, deren dem Hoden anliegendes inneres Blatt als Epiorchium und deren äußeres Blatt als Periorchium bezeichnet wird. Zwischen diesen beiden Blättern befindet sich ein schmaler Spaltraum. Am oberen Ende des Hodens treten Gefäße und Nerven in den Hoden ein bzw. aus.
Info
Hodentorsion
Die Hodentorsion ist eine Verdrehung des Hodens um den Samenstrang, die den venösen Abfluss und später auch die arterielle Versorgung blockiert. Sie tritt vor allem bei Kindern und Jugendlichen auf.
Es gibt zwei Hauptformen:
Intravaginale Torsion: diese Form ist bei Jugendlichen am häufigsten. Die Verdrehung erfolgt innerhalb der Tunica vaginalis
Extravaginale Torsion: diese Form betrifft Neugeborene. Hier erfolgt die Drehung außerhalb der Tunica vaginalis, meist in den ersten Lebenstagen
Die Hodentorsion stellt einen absoluten Notfall dar, da die Durchblutung des Hodens innerhalb kurzer Zeit völlig unterbrochen werden kann. Eine schnelle Diagnostik und Therapie sind entscheidend.
Während der Entwicklung wandert der Hoden von der Bauchhöhle nach unten (Descensus testis). Auf seinem Weg durchquert er den Leistenkanal und durchdringt die Schichten der Bauchwand. Diese Wanderung erklärt die Schichtung des Hodens, die als Ausstülpung der Bauchwandschichten entsteht.
Die Hodenhüllen sind von innen nach außen:
Tunica vaginalis testis:
Seröse Doppelmembran, die den Hoden umgibt
Besteht aus zwei Blättern:
Lamina visceralis (Epiorchium): inneres Blatt, das direkt dem Hoden und dem Nebenhoden anliegt
Lamina parietalis (Periorchium): äußeres Blatt, das die Innenseite des Hodensacks auskleidet
Dazwischen befindet sich ein schmaler Spaltraum mit seröser Flüssigkeit (Cavitas serosa scroti), die reibungslose Bewegungen ermöglicht
Fascia spermatica interna:
InnereHülle des Samenstrangs
Leitet sich von der Fascia transversalis ab
Umhüllt den Samenstrang und den Hoden und bietet Stabilität
M. cremaster:
Quergestreifter Muskel, der vom M. obliquus internus abdominis und M. transversus abdominis abgeleitet ist
Umhüllt den Samenstrang und Teile des Hodens
Funktion: hebt und senkt die Hoden zur Temperaturregulation und als Schutzmechanismus (Cremaster-Reflex)
Fascia spermatica externa:
ÄußereHülle des Samenstrangs
Leitet sich von der Fascia abdominis superficialis ab
Bietet zusätzlichen Schutz und Struktur
Skrotum:
Tunica dartos: fettfreies Unterhautgewebe, bestehend aus glatten Muskelzellen und Bindegewebe
Skrotalhaut: Haut des Hodensacks
Aufbau der inneren Geschlechtsorgane
Nebenhoden (Epididymis):
Die Nebenhoden sind halbmondförmige, leicht gekrümmte Organe mit einer Länge von 5–6 cm. Sie enthalten den Nebenhodengang (Ductus epididymidis), der im entfaltetenZustand etwa 6Meter misst. Sie liegen beidseitig an der OberseitederHoden. Ihre Funktion besteht in der ReifungundSpeicherung der Spermien.
Aufbau:
Nebenhodenkopf (Caput epididymidis):
Besteht aus etwa 12ableitendenHodenkanälchen, die zum Hoden zählen
Lage: Am oberen Hodenpol
Nebenhodenkörper (Corpus epididymidis):
Lage: Dorsal der Hoden, etwa 5–6 m lang entrollter Gang
Funktion: Speicherung der Spermien
Inhalt: Nebenhodengang (Ductus epididymidis)
Nebenhodenschwanz (Cauda epididymidis):
Lage: Am unteren Pol der Hoden
Funktion: Weiterleitung der Spermien vom Nebenhodengang (Ductus epididymidis) zum Samenleiter (Ductus deferens)
Ummantelung:
Tunica albuginea: eine derbe Bindegewebsfaszie mit glatten Muskelzellen, die sowohl Hoden als auch Nebenhoden umgibt
Spaltraum:
Sinus epididymidis: kleiner Raum zwischen Hoden und Nebenhoden
Gangsystem:
Struktur: stark geknäuelt, unterteilt in:
Ductuli efferentes: Samenkanälchen, die Spermien transportieren
Ductus epididymidis: Nebenhodengang, der die Spermien weiterleitet
Der Samenleiter (Ductus deferens) hat die Funktion, die Spermien vom Nebenhoden zurHarnröhreweiterzuleiten. Er besitzt ein kleines, sternförmiges Lumen, das von einer dicken, dreischichtigen Muskelschicht umgeben ist. Er ist etwa 50 cm lang und entsteht als Fortsetzung des Nebenhodengangs (Ductus epididymidis) am Nebenhoden.
Verlauf:
Zieht im Samenstrang (Funiculus spermaticus) durch den Leistenkanal in die Beckenhöhle
Erreicht die Harnblase von dorsal
Erweiterung:
Bildet die Samenleiterampulle (Ampulla ductus deferentis)
Vereinigung:
Verbindet sich mit dem Ductus excretorius der Bläschendrüse zum Ductus ejaculatorius („Spritzkanal“)
Mündung:
Der Ductus ejaculatorius mündet im Samenhügel (Colliculus seminalis) in die Harnröhre (Urethra)
Ab der Einmündung des Samenleiters in die Urethra wird diese als Harnsamenröhre bezeichnet, da Harn und Spermien in ihr transportiert werden
Aufbau der akzessorischen Geschlechtsdrüsen
Die akzessorischenGeschlechtsdrüsen produzieren Sekrete, die während der Ejakulationabgegeben werden und zusammenmitdenSpermien das Sperma bilden. Zu diesen fünfDrüsen gehören die beidenBläschendrüsen, die Vorsteherdrüse (Prostata) und die beidenCowper-Drüsen.
Bläschendrüsen (Glandulae vesiculosae):
Die Bläschendrüsen (Glandula vesiculosae) liegen dorsal des Fundus vesicae der Harnblase und münden in den Ductus deferens, der Spermien transportiert. Diese Drüsen spielen eine entscheidende Rolle bei der Produktion und Sekretion von Samenflüssigkeit.
Funktion:
Hauptaufgabe ist die Produktion eines alkalischen Sekrets, das etwa 60–70 % des Ejakulats ausmacht
Dieses Sekret enthält Fructose, Prostaglandine und Proteine, die Energie für die Spermien bereitstellen und deren Beweglichkeit fördern
Das alkalische Milieu neutralisiert die saure Umgebung der Vagina, was das Überleben der Spermien begünstigt
Sekret-Zusammensetzung:
Fructose: Wichtig für die Energieversorgung der Spermien
Prostaglandine: Fördern die Beweglichkeit der Spermien und können Kontraktionen im weiblichen Genitaltrakt auslösen
Proteine und Enzyme: Beteiligen sich an der Verflüssigung des Ejakulats nach der Ejakulation
Lage:
Fest verwachsen mit der Rückseite der Harnblase
Unterhalb der Einmündungsstellen der Harnleiter (Ureteren)
Seitlich der Samenleiterampulle (Ampulla ductus deferentis)
Ausführungsgang:
Ausführungsgang ist der Drüsengang Ductus excretorius (ca. 18 cm lang, stark gewunden)
Mündet in die Ampulla ductus deferentis (Samenleiterampulle)
Bildet zusammen mit dem Samenleiter den Ductus ejaculatorius
Mündung des Ductus ejaculatorius im Bereich des Samenhügels (Colliculus seminalis) in die Urethra
Führt durch die Prostata in die Harnröhre, an der Mündungsstelle liegt ein Sphinkter, der verhindert, das Urin in die Bläschendrüse fließt
Sympathikus: Öffnung des Sphinkters während Ejakulation, Kontraktion Muskelschicht
Parasympathikus: Kontraktion des Sphinkters, Steigerung der Sekretproduktion
Peritoneale Lage:
Obere Enden: von Peritoneum überzogen
Lage: subperitoneal
Vorsteherdrüse (Prostata):
Die Vorsteherdrüse (Prostata) ist eine männliche Drüse, die sich im Bereich des Beckens unterhalb der Harnblase befindet. Sie produziert einen Teil der Samenflüssigkeit (etwa 30 % des Spermas), die Spermien transportiert. Die Prostata hat mehrereAusführungsgänge (Ductuli prostatici), die in der Nähe des Samenhügels in den ersten Abschnitt der Harnröhre münden.
Funktionen der Prostata:
Produktion von Prostatasekret: Ein milchig-weißes, schwach saures Sekret, das die Beweglichkeit der Spermien fördert
Unterstützung der Ejakulation: Durch Kontraktionen bei der Ejakulation wird das Prostatasekret in die Harnröhre freigesetzt und vermischt sich mit Spermien und anderen Flüssigkeiten aus den Samenblasen und den Cowper-Drüsen
Lage und äußere Struktur:
Die Prostata liegt direkt unterhalb der Harnblase und umgibt einen Teil der Harnröhre
Liegt extra bzw. subperitoneal
Form und Größe ähneln etwa einer Kastanie, Durchmesser ca. 3 cm
Sie ist von einer Bindegewebskapsel (Capsula prostatica) umgeben, die die Struktur stützt und schützt
Enthält ca. 15–20 kleine Ausführungsgänge in die Harnröhre
Kraniale Seite:
Basis prostatae→ mit Harnblase verwachsen
Kaudale Seite:
Apex prostatae → in Verbindung mit dem Diaphragma urogenitale
Funktionelle Zonen (nach McNeal):
Periurethrale Zone: Bereich um die Harnröhre
Transitionszone: befindet sich zentral und umgibt die Harnröhre, macht etwa 5–10 % des normalen Prostatavolumens aus
Zentrale Zone: umgibt die Spritzkanäle (Ductus ejaculatorii) und macht etwa 25 % des normalen Prostatavolumens aus
Periphere Zone: bildet den Hauptteil der Drüse (etwa 65 %) und liegt kaudal und dorsolateral
Drüsenfreie anteriore Zone: drüsenfrei
Info
Prostatahyperplasie
Bei der benignenProstatahyperplasie (BPH) handelt es sich um eine gutartigeVergrößerung der Vorsteherdrüse, die überwiegend bei älterenMännern auftritt. Durch das Wachstum des Drüsengewebes wird die Harnröhre zunehmend eingeengt, was typischerweise zu Beschwerdenbeim Wasserlassen führt.
Häufige Symptome sind ein abgeschwächter Harnstrahl, verlängertes Wasserlassen, nächtlicher Harndrang und das Gefühl einer unvollständigen Blasenentleerung. Ursache der Vergrößerung ist vor allem eine altersbedingteVeränderungdesHormonhaushalts, insbesondere im Verhältnis von Testosteron zu Östrogen.
Cowper-Drüsen (Glandulae bulbourethrales):
Lage und Struktur:
Liegen unterhalb der Prostata entlang der Harnröhre nahe der Penisbasis
Jede Drüse ist etwa reiskorngroß und von einer fibromuskulären Kapsel umgeben
Aufbau der Cowper-Drüsen:
Produzieren klares, schleimiges Sekret für das Präejakulat
Ausführungsgang (Ductus bulbourethralis) mündet in Pars spongiosa der Harnröhre
Funktionen der Cowper-Drüsen:
Schmieren der Harnröhre für die Spermienpassage
Neutralisieren Restharn in der Harnröhre durch alkalisches Sekret
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Umgebungsstrukturen
Nachbarschaftsbeziehungen
Die direkten Nachbarn der primärenmännlichenGeschlechtsorgane sind:
Harnblase und Harnleiter (vorn)
Rektum (hinten)
Bauchfell (oben)
Beckenräume und Beckenboden
Beckenhöhle:
Die Beckenhöhle (Cavitas pelvis) bildet den unterenTeil der Bauchhöhle und beherbergt die Endabschnitte des Verdauungs-, Harn- und Geschlechtssystems. Sie wird untergliedert in ein großes und in ein kleinesBecken, die von der Lineaterminalis (schräg verlaufende Linie in der Innenseite des Beckenknochens) getrennt werden.
Bauchfellverhältnisse: Legt sich von der vorderen Bauchwand auf die Oberseite der Harnblase und zieht dann nach hinten zum Rektum
Bauchfelltasche:
Excavatio rectovesicalis: zwischen Rektum und Harnblase
Merke
Die Excavatio rectovesicalis entspricht dem anatomisch tiefstgelegenen Punkt im Bauchraum. Freie Flüssigkeiten sinken also z.B. im Falle eines Bauchtraumas in diesen Bereich ab. Aus diesem Grund wird diesem Raum eine besondere Wichtigkeit im Rahmen der FAST-Sonographie zugeschrieben und muss immer mit untersucht werden.
Das kleineBecken lässt sich in dreiSchichten unterteilen, die von oben nach unten in verschiedeneRäume gegliedert sind:
Raum unterhalb des Beckenbodens, zwischen Diaphragma pelvis und „Diaphragma urogenitale“
„Infralevatorisch“ bezieht sich auf die Lage unterhalb des M. levator ani
Raum mit Fettgewebe gefüllt, in der hinteren Dammregion
Ermöglicht Bewegung und Erweiterung des Analkanals während der Defäkation zum Schutz wichtiger Strukturen
Beckenboden:
Der Beckenboden ist eine komplexe Schicht aus Muskeln,Bindegewebe und Faszien, die das Becken nach unten hin abschließt. Er spielt eine entscheidende Rolle bei der Kontinenz und sichert die Beckenorgane in ihrer anatomischen Position. Der Beckenboden lässt sich in dreiHauptanteile unterteilen, die jeweils spezifische Aufgaben und Strukturen aufweisen.
Diaphragma pelvis → Abschluss des Beckens nach unten sowie Stabilisierung der Organe, entscheidende Rolle bei Stuhlgang
M. levator ani mit M. puborectalis, M. pubococcygeus, M. iliococcygeus → bildet den Durchtritt von Rektum, Urethra
M. coccygeus → verstärkt Beckenboden
Diaphragma urogenitale → Stützung der Harnröhre, sowie Stabilisierung und Schutz der umliegenden Organe
M. transversus perinei profundus → bildet die Trageplatte des Beckenbodens
M. transversus perinei superficialis → dient der Unterstützung
Sphinkter- und Schwellkörpermuskulatur → Schließmuskel und Anschwellen der Genitalien
M. sphincter ani externus
M. bulbospongiosus
M. ischiocavernosus
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Mikroskopische Anatomie
Feinbau der äußeren Geschlechtsorgane
Glied (Penis):
Penishüllen (von innen nach außen):
Tunica albuginea:
Umhüllt jeden Schwellkörper
Weiße, feste Bindegewebskapsel
Essenziell für die Erektion durch Halten des Blutes in den Schwellkörpern
Fascia penis profunda (tiefe Faszie):
Umfasst alle drei Schwellkörper
Kräftige Faszienschicht, die zusätzlichen Schutz und Stabilität bietet
Tela subcutanea penis (Fascia penis superficialis):
Ermöglicht Beweglichkeit zwischen Schwellkörpern und Haut
Penishaut und Vorhaut (Präputium):
Äußerste Schicht des Penis, bedeckt von der Vorhaut
Vorhaut über das Vorhautbändchen (Frenulum preputii) mit der Eichel verbunden
Enthält glatte Muskulatur (Dartos-Muskel), ähnlich wie die Skrotalhaut
Sehr dünn und verschieblich
Hodensack (Skrotum) mit Hoden (Testis):
Die glattenMuskelzellen der Hodenhülle ziehen sich zusammen und bilden so Bindegewebssepten. Diese unterteilen das Hodengewebe in zahlreiche Läppchen. In diesen Läppchen liegen die mit KeimepithelausgekleidetenSamenkanälchen (Tubuli seminiferi). Die Keimzellen dieses Epithels bilden die Spermien, während die ebenfalls darin befindlichen Sertoli-Zellen das HormonInhibinfreisetzen. Zwischen den Samenkanälchen befinden sich die Leydig-Zwischenzellen, die Testosteronproduzieren.
Die Samenkanälchen werden zu der Stelle des Hodens, an der auch die Gefäßeeintreten, geleitet und dort wird ein feines, stark verzweigtes Netzwerk gebildet, das als Retetestis bezeichnet wird. Aus diesem Netzwerk entspringen die ableitendenHodenkanälchen (Ductuli efferentes testis). Sie verbinden das RetetestismitdemNebenhoden und dienen in erster Linie dem TransportderSpermien.
Das Skrotum hat die gleicheGrundstruktur wie die äußereHaut, aber ohne untereFettschicht. Unter der Subkutis liegt stattdessen eine SchichtglatterMuskelzellen. Diese wird als Tunicadartos bezeichnet. Die Haut des Skrotums weist oft eine stärkerePigmentierung auf als die übrige Körperhaut.
Feinbau der inneren Geschlechtsorgane
Nebenhoden (Epididymis):
Der Nebenhoden besteht aus einem starkgeknäultenGangsystem, dem Ductusepididymidis. Dessen Länge beträgt im entfaltetenZustand etwa sechsMeter. Der Gang ist von einem mehrreihigen, hochprismatischen Epithel ausgekleidet, das mit Stereozilienbesetzt ist. Diese feinenHärchenverhindern, dass Spermien an der Gangwand haftenbleiben. Zudem besitzen sie Vakuolen, in denen Substanzen gespeichert werden, die fürdieReifung der Spermien benötigt und später freigesetzt werden. Die Stereozilienvergrößern zudem die resorptiveOberfläche und unterstützen die biologischeNachreifung der Spermien.
UnterdemEpithel liegt eine Basalmembran, gefolgt von einer zunehmend kräftiger werdenden Schicht glatterMuskulatur. Deren rhythmischeKontraktionen gewährleisten den Transport der Spermien. In den verschiedenen Abschnitten (Kopf, Körper und Schwanz) verändert sich die Struktur des Ganges funktionell und morphologisch: Während im Kopfbereich die unreifenSpermien eintreten, findet im Körperbereich vor allem eine Reduktion der Flüssigkeitsmenge statt. Im Nebenhodenschwanz dienen die erweiterten Gangabschnitte der Speicherung reifer, befruchtungsfähiger Spermien.
Samenleiter (Ductus deferens):
Der etwa 50 cm lange Samenleiter ist ein kräftiger Muskelschlauch mit einem charakteristischen, sternförmigenLumen. Seine Wand besteht aus einer innerenSchleimhaut mit hochprismatischem, teils stereozilienhaltigemEpithel, das in seinem Aufbau dem Epithel des Nebenhodengangsähnelt. Es folgt eine ausgeprägte Basalmembran. Die Muskelschicht des Samenleiters ist dreischichtig aufgebaut (innen längs, mittig zirkulär und außen wieder längs) und deutlich stärker entwickelt als die des Nebenhodens. Diese ausgeprägte Muskulatur ermöglicht kraftvolleperistaltischeKontraktionen während der Ejakulation.
Die Außenschicht, die Adventitia, besteht aus lockeremBindegewebe mit Blutgefäßen, Nerven und elastischen Fasern. Im Bereich der Samenleiterampulle (Ampulla ductus deferentis) ist das Lumenverbreitert, wodurch zusätzliches Speichervolumen entsteht.
Harnsamenröhre (Urethra masculina):
Die Harnsamenröhre ist die gemeinsameAusführungsbahn für UrinundSperma und weist einen abschnittsweise differenzierten mikroskopischen Aufbau auf.
Pars prostatica:
Verläuft innerhalb der Prostata
Auskleidung durch Urothel (mehrreihig bis mehrschichtig)
ZahlreicheAusführungsgänge der Prostatadrüsen münden in die Urethra
Seitlich des Lumens: Samentuberkel (Colliculus seminalis)
In den Samentuberkel mündet der Spritzkanal (Ductus ejaculatorii)
Stroma → Mischung aus glatter Muskulatur und Bindegewebe
Pars membranacea:
KürzesterAbschnitt der Harnröhre
Durchtritt durch den Beckenboden
Auskleidung durch mehrschichtiges, teilweise hochprismatisches Epithel
Umgeben vom M. sphincter urethrae externus (äußerer Harnröhrenschließmuskel)
Muskeltyp: quergestreifte Muskulatur
Ermöglicht die willkürlicheKontinenzkontrolle
Pars spongiosa:
LängsterAbschnitt der männlichen Harnröhre
Verläuft durch den Harnröhrenschwellkörper (Corpus spongiosum)
Zahlreiche Harnröhrendrüsen (Glandulae urethrales) münden ein → Befeuchtung des Lumens
Schwellkörperstrukturen verhindern Kompression der Harnröhre bei Erektion
SicherstellungdesAbflusses von Urin und Samen
Feinbau der akzessorischen Geschlechtsdrüsen
Bläschendrüsen (Glandulae vesiculosae):
Die Bläschendrüsen sind paarige, tubuloalveoläre Drüsen, deren Innenraum ein starkgefaltetes, labyrinthartiges Lumen bildet. Durch diese starke Schleimhautfaltung wird die sekretorischeOberflächevergrößert, was die Produktion großer Mengen alkalischerSamenflüssigkeit ermöglicht.
Die Drüsen sind von einem einschichtigenbismehrreihigenprismatischenEpithel ausgekleidet, dessen Zellen Sekretionsgranula enthalten. Die HöhedesEpithelsvariiert abhängig vom Hormonstatus, insbesondere vom Testosteronspiegel. Unter dem Epithel befindet sich eine deutliche Basalmembran, gefolgt von einer bindegewebigen Lamina propria, in der glatteMuskelzellen eingelagert sind.
Die gut entwickelte Muskelwand besteht aus einer innerenzirkulären und einer äußerenlängs verlaufenden Schicht glatterMuskulatur. Sie ermöglicht die Auspressung des Drüsensekrets während der Ejakulation. In der äußerenBindegewebskapsel befinden sich Blutgefäße, Nerven und elastische Fasern. Über den Ductus excretorius mündet die Drüse gemeinsam mit dem SamenleiterindenDuctus ejaculatorius.
Sekretzusammensetzung: das Drüsensekret macht 60–70 % des Ejakulats aus und besteht aus:
Fructose → Energiequelle für Spermien
Prostaglandine → Förderung der Spermienmotilität (Spermienbeweglichkeit) und Kontraktionen im weiblichen Genitaltrakt
Proteinen und Enzymen → Beteiligung an der Verflüssigung des Ejakulats
Alkalischem pH-Wert → Neutralisierung des sauren Scheidenmilieus
Vorsteherdrüse (Prostata):
Die Prostata ist eine zusammengesetzte tubuloalveoläreDrüse, deren Gewebe aus Drüsenläppchen, Bindegewebe und glatter Muskulatur besteht. Sie ist in verschiedene funktionelleZonenunterteilt, die sich histologisch und funktionell unterscheiden.
Die Drüsenendstücke sind von einem einschichtigen bis zweischichtigen Epithel ausgekleidet, das sich aus sekretorischen und Basalzellen zusammensetzt. Die Höhe der Zellen variiert je nach hormonellerStimulation. Das Prostatastroma besteht aus einer Mischung aus kollagenemBindegewebe und großen Mengen glatterMuskulatur. Die glatte Muskulatur ist für die rascheEntleerung des Prostatasekrets während der Ejakulation wesentlich.
Ein typisches Merkmal der Prostata ist das Auftreten von Prostatasteinen (Corpora amylacea) im Drüsenlumen. Sie bestehen aus verdichtetemSekret und treten mit zunehmendemAlter häufiger auf. Die Ausführungsgänge der Prostata (Ductuli prostatici) münden in die Pars prostaticaderHarnröhre.
Sekretzusammensetzung: bildet etwa 30 % des Ejakulats und besteht aus:
Milchig-weißem, leicht saurem Sekret
Enzymen:
PSA (Prostataspezifisches Antigen) → Verflüssigung des Ejakulats
Saure Phosphatase
Zinkhaltige Proteine → Stabilisierung der DNA der Spermien
Zitrat → Energiequelle, das leicht saure Milieu unterstützt die Beweglichkeit der Spermien und hilft bei der Stabilisierung des Ejakulats vor der Verflüssigung
Cowper-Drüsen (Glandulae bulbourethrales):
Die paarigenCowper-Drüsen sind reiskorngroße tubuloalveoläre Drüsen, die in eine kräftige, fibromuskuläre Kapsel eingebettet sind. Ihr Drüsenparenchym besteht aus zahlreichen sekretorischenKnäueln, deren Innenraum von einem einschichtigen, kubischen bis prismatischenEpithel ausgekleidet ist. Die Zellen enthaltenSchleimgranula, die das klare, viskose Präejakulat bilden.
Die Drüse besitzt eine gut entwickelte Bindegewebskapsel, von der Septen ausstrahlen und das Organ inLobuliunterteilen. Die mit kubischem Epithel ausgekleideten Ausführungsgängevereinigen sich zu einem Hauptgang (Ductus bulbourethralis), der in die Pars spongiosa der Harnröhre mündet. Das Sekret dient dort der Neutralisation von Restharn und der Befeuchtung der Urethra vor der Passage der Spermien.
Sekretzusammensetzung: es ist ein klares, viskoses, muköses Präejakulat und enthält:
Schleimstoffe (Muzine) → Schmierung der Harnröhre
Alkalische Komponenten → Neutralisation von Restharn in der Urethra
Gleitstoffe → Reduktion der Reibung für den Transport der Spermien
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Versorgende Strukturen
Blutversorgung
Organ
Arterien
Venen
Glied (Penis)
Äste der A. pudenda interna, aus der A. iliaca interna
Oberflächliches und tiefes Venensystem
In die V. femoralis
In die V. iliaca interna
Hodensack (Skrotum) mit Hoden (Testis)
Rechte und linke Hodenarterie (A. testicularis) aus der Bauchaorta
Von Venennetz (Plexus pampiniformis) umgeben → V. testicularis
Rechte Seite in die Vena cava inferior
Linke Seite in die V. renalis
Nebenhoden (Epididymis)
Rechte und linke Hodenarterie (A. testicularis) aus der Bauchaorta
Von Venennetz (Plexus pampiniformis) umgeben → V. testicularis
Rechte Seite in die Vena cava inferior
Linke Seite in die V. renalis
Samenleiter (Ductus deferens)
A. ductus deferentis aus verschiedenen Arterien (A. umbilicalis, A. vesicalis, A. iliaca interna)
Fließt über das venöse Gefäßnetz der Hoden ab
Innervation
Organ
Nerven
Glied (Penis)
Parasympathikus → Erweiterung der Schwellkörperkavernen und Arterien → Erektionund Erschlaffung des Penis
Versorgt über einen Ast des N. pudendus
Hodensack (Skrotum) mit Hoden (Testis)
Sympathische Fasern → Weite der Hodengefäße für die Durchblutung
Aus verschiedenen Nervengeflechte den Hoden
Nebenhoden (Epididymis)
Sympathische Fasern → Weite der Hodengefäße für die Durchblutung
Aus verschiedenen Nervengeflechte den Nebenhoden
Samenleiter (Ductus deferens)
Durch den Sympathikus gesteuert → Kontraktion der Muskelschicht des Samenleiters bei der Ejakulation
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Physiologie der männlichen Geschlechtsorgane
Die männlichen Geschlechtsorgane sind für die Produktion, Reifung und den Transport der Spermien sowie für die Produktion von Testosteronverantwortlich. Bei sexueller Erregung füllen sich die Schwellkörper des Penis mit Blut, was zu einer Erektion führt. Während des Samenergusses werden die Spermien durch den Samenleiter in die Harnröhre befördert und mit Sekretenvermischt, bevor sie als Ejakulat ausgestoßen werden.
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Organfunktion
Spermatogenese
Die Spermatogenese beschreibt die Bildung einer befruchtungsfähigenSamenzelle (Spermium) aus einer Keimzelle heraus und erstreckt sich über einen Zeitraum von etwa 70 Tagen. Etwa fünfWochen davon finden im Hoden statt, die darauffolgende, rund zweiwöchigeReifung erfolgt im Nebenhoden. Im Gegensatz zur Frau, deren Fruchtbarkeit mit der Menopause endet, bleibt die Fähigkeit des ManneszurProduktionfunktionsfähigerSpermienlebenslang erhalten.
Der Prozessbeginnt mit einer Keimzelle (Spermatogonie) im Keimepithel der Samenkanälchen. Diese teilt sich (Mitose), wobei eine ZellealsStammzellebestehenbleibt und die andere in die erstemeiotischeTeilung eintritt. Dadurch entstehen zweiSpermatozyten, die sich in der zweitenReifeteilung zu insgesamt vier Spermatiden mit einfachemChromosomensatz entwickeln. Damit sind die Zellteilungen abgeschlossen.
Anschließend formen sich aus den Spermatiden noch nicht befruchtungsfähigeSpermien (Spermatozoen). Diese besitzen einen Kopf, der das genetischeMaterial sowie ein AkrosommitEnzymen, die später bei der Befruchtung der Eizelle benötigt werden, enthält. Außerdem besitzen sie einen beweglichenSchwanz, der der Fortbewegung dient. Ein Spermium ist insgesamt etwa 60 µm groß.
Danach gelangen die noch unreifenZellen über die Kanälchen zum Nebenhoden. Dort sorgen von TestosteronbeeinflussteSekrete der Epithelzellen dafür, dass die Spermien ihre endgültigeBefruchtungsfähigkeit erlangen. Anschließend werden sie imNebenhodengespeichert.
Sertoli-Zellen stellen neben Inhibin weitere für WachstumundEntwicklung der Spermien notwendige Stoffe bereit und übernehmen zudem eine zentrale Rolle beim Aufbau der Blut-Hoden-Schranke.
Für die hormonelleSteuerung dieses Prozesses sind neben GnRH drei weitere Hormone wesentlich: FSH stimuliert die Sertoli-Zellen zur Produktion fördernder Substanzen, LH regt die Leydig-Zellen zur Testosteronbildung an und Testosteron wirkt einerseits ähnlich wie FSH an den Sertoli-Zellen und andererseits auf die Epithelzellen des Nebenhodens.
Ejakulation
Rezeptoren an Eichel, Penis, Hoden sowie in bestimmten Hautarealen des Körpers, den erogenenZonen, leiten Berührungsreize über den Nervuspudendus an das Erektionszentrumim Rückenmark weiter. Dieses Zentrum liegt auf Höhe der zweiten bis vierten Sakralwirbel und aktiviert parasympathischeFasern, die über die Nerven der Beckenorgane den Penis erreichen. Dort führen sie zur ErweiterungundBlutfüllungderSchwellkörper, wodurch der Penis versteift und sich aufrichtet. Die Erektion ist Voraussetzung für den Geschlechtsverkehr (Kohabitation, Koitus, Beischlaf).
Wenn die Erregung weiter steigt, wird das Ejakulationszentrumim Rückenmark auf Höhe des zweitenunddrittenLendenwirbels aktiviert. Über sympathischeFasern werden die Vorgänge vermittelt, die zum Samenerguss führen. Dabei geben die akzessorischenGeschlechtsdrüsen ihre Sekrete und die Nebenhoden die Spermien ab. In der Harnröhrevermischen sich diese schließlich zu Sperma. Durch rhythmische Kontraktionen der Harnröhrenmuskulatur kommt es schließlich zur Ejakulation (Samenerguss).
Bei jedem Samenerguss werden 2–6 Milliliter Sperma (Ejakulat) mit einem Gehalt von 20–100 Millionen SpermienproMilliliter freigesetzt. Das Sperma ist leichtalkalisch und kann den sauren pH-Wertder Scheide dadurch neutralisieren.
Nach der Ejakulation wird der parasympathischeEinfluss reduziert, die Gefäßwände der Schwellkörperarterienspannen sich wieder an und die Schwellkörper verlieren an Festigkeit und Größe, die Erektion endet.
Info
Parasympathikus: bei der Erektion aktiv
Sympathikus: bei der Ejakulation aktiv
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Bedeutung im Körper
Sexualhormone
Sexualhormone haben wichtige Funktionen wie die Entwicklung der Geschlechtsorgane und Geschlechtsmerkmale sowie die Aufrechterhaltung der Fortpflanzungsfunktionenvon Mann undFrau.
Bei beiden Geschlechtern steuert das hypothalamisch-hypophysäre Kontrollsystem die Bildung und Ausschüttung der Sexualhormone. Der Hypothalamus schüttet pulsatil das Gonadotropin-Releasing-Hormon (GnRH) aus, das in der Adenohypophyse die Synthese und Sekretion der Gonadotropine FSH und LH anregt:
FSH = follikelstimulierendes Hormon
LH = luteinisierendes Hormon
FSH und LH stimulieren die Freisetzung der Effektorhormone in den Keimdrüsen (Gonaden):
Bei allenGeschlechtern werden sowohl männlichealsauchweiblicheSexualhormone produziert, allerdings in unterschiedlicherMengeundKonzentration.
Bildungsort
Klassifizierung
Sexualhormone
Zentral
Releasing-Hormon
GnRH (Gonadotropin-Releasing-Hormon)
Gonadotropine
FSH (follikelstimulierendes Hormon)
LH (luteinisierendes Hormon)
Peripher
Weibliche Sexualhormone
Östrogene
Gestagene
hCG (humanes Choriongonadotropin)
Männliche Sexualhormone
Androgene
Gonadotropin-Releasing-Hormon (GnRH):
Das Gonadotropin-Releasing-Hormon (GnRH) ist ein Peptidhormon und wird im Hypothalamussynthetisiert. Dort wird GnRH in einem pulsatilen Muster alle 60–90 Minuten freigesetzt. Diese pulsatilen Freisetzungen sind entscheidend für die adäquate Funktion der gonadalen Achse. Die Halbwertszeit von GnRH ist kurz und liegt bei ca. 2–4 Minuten. GnRH stimuliert die Adenohypophyse zur Sekretion der Gonadotropine follikelstimulierendes Hormon (FSH) und luteinisierendes Hormon (LH).
Der Regelkreis der GnRH-Freisetzung unterliegt einer negativen Rückkopplung: niedrige Gonadotropinspiegel fördern, während hohe Gestagenspiegel die GnRH-Sekretion hemmen.
Follikelstimulierendes Hormon (FSH):
Das follikelstimulierende Hormon (FSH) ist ein Glykoprotein und wird pulsatil aus der Adenohypophyse freigesetzt. Es hat eine Halbwertszeit von ca. 3–4 Stunden.
Bei Männern fördert FSH die Spermatogenese in den Sertoli-Zellen der Hoden sowie die Inhibinsynthese, welche wiederum die Freisetzung von FSH hemmt.
Die Sekretion von FSH wird durch eine negative Rückkopplung reguliert: Niedrige Östrogenkonzentrationen zu Beginn der Follikelphase hemmen die FSH-Freisetzung, wohingegen ab einer bestimmten Östrogenkonzentration eine positive Rückkopplung auf den Hypothalamus und die Hypophyse hervorgerufen wird.
Luteinisierendes Hormon (LH):
Das luteinisierende Hormon (LH) ist ein Glykoprotein und wird ebenfalls im pulsatilen Muster freigesetzt. Es weist eine Halbwertszeit von ca. einer Stunde auf.
Bei Männern fördert LH die Testosteronsynthese in den Leydig-Zellen der Hoden.
Auch LH unterliegt einer negativen Rückkopplung: Bei Männern hemmt Testosteron die Sekretion von GnRH und LH.
Adenohypophyse: Förderung der Sekretion von LH und FSH
Negative Rückkopplung:
Niedrige Gonadotropin- und Sexualhormonspiegel (außer Östrogen) wirken stimulierend
Hohe Gestagen- und niedrige Östrogenspiegel wirken hemmend
Eine geringe Östrogenkonzentration wirkt hemmend auf die Ausschüttung. Eine hohe Östrogenkonzentration fördert die Ausschüttung
FSH
Glykoproteine
Syntheseort: Adenohypophyse
Sekretion: pulsatil, wie GnRH
Halbwertszeit:3-4 Stunden (FSH) bzw. 1 Stunde (LH)
Sertoli-Zellen:
Spermatogenese ↑
Inhibinsynthese ↑
→ Hemmt wiederum die Freisetzung von FSH
Inhibin hemmt die Sekretion von FSH (Mann)
Niedrige Östrogenkonzentration zu Beginn der Follikelphase führt zu einer negativen Rückkopplung auf den Hypothalamus(GnRH) und die Hypophyse
Übersteigt die Östrogenkonzentration jedoch einen bestimmten Wert, wird die negative Rückkopplung zu einer positiven Rückkopplung, d.h. Östrogen aktiviert den Hypothalamus und die Hypophyse
LH
Leydig-Zellen (Hoden): Testosteronsynthese ↑
Negative Rückkopplung:
Testosteron hemmt Sekretion von GnRH und LH (Mann)
Östrogene:
Östrogene sind die wichtigsten Geschlechtshormone der Frau. Bei allen Geschlechtern regulieren sie zusammen mit Testosteron den Knochenstoffwechsel und das Skelettwachstum. Die Konzentration der Östrogene wird durch GnRH aus dem Hypothalamus und LH sowie FSH aus der Hypophyse reguliert. Die Konzentration ändert sich bei Frauen stark während des Zyklus und nimmt nach der Menopause stark ab.
Wichtigste Östrogene:
Östradiol
Östron
Östriol
Bildungsort:
Hauptsächlich im peripheren Fettgewebe gebildet (Testosteron wird durch die Aromatase zu Östradiol umgewandelt)
Zu 20 % in den Leydig-Zellen der Hoden synthetisiert (vor der Pubertät auch in den Sertoli-Zellen möglich)
Synthese:
Östrogene werden aus den Androgenen Androstendion und Testosteron durch das Enzym Aromatase gebildet. Dabei wird aus Androstendion Östron und aus Testosteron Östradiol gebildet. Aus Östron und Östradiol kann Östriol gebildet werden, das nur etwa 1/10 der Aktivität von Östradiol besitzt.
Transport im Blut und Abbau:
Proteingebunden an Albumin oder das Sexualhormon-bindende Globulin (SHBG)
Ein kleiner Teil der Östrogene zirkuliert ungebunden und in freierForm im Blut → die ungebundene Form ist biologisch aktiv
Östrogene werden mittels der Biotransformation durch Bindung an Schwefelsäure oder Glucuronsäure abgebaut und über den Urinausgeschieden
Aufgrund ihrer lipophilen Eigenschaft können Östrogene durch die Zellmembran diffundieren und an intrazelluläre Rezeptoren im Cytosol oder im Zellkern binden. Der so gebildete Hormon-Rezeptor-Komplex wirkt als Transkriptionsfaktor und beeinflusst dadurch die Transkription der Zielgene. Einige Zellen besitzen auch membranständige Östrogen-Rezeptoren, die nicht-genomische Effekte vermitteln.
Wirkung an den Zielorganen:
Extragenitale Effekte:
Anabole Wirkung:
Proteinstoffwechsel ↑
Knochenaufbau ↑
→ Fördern den Epiphysenschluss an den Knochen
→ Calcium- und Phosphatretention ↑
→ Hemmung der Osteoklasten und Förderung der Osteoblastenaktivität
→ Ein Mangel an Östrogen führt zu einer Entmineralisierung der Knochen und in der Folge zu einem Verlust an Knochenmasse (Osteoporose)
ProtektiverEffekt auf das Gefäßsystem
Stimulation des Immunsystems
Erhöhen im GehirndieHörsensibilität und sind essenziell für die SpeicherungvonGedächtnisinhalten von Geräuschen und Sprache
ErhöhteGerinnungsneigung des Blutes → erhöhtesThromboserisiko
NaCl- und Wasserretention ↑
Gestagene:
Gestagene sind ebenfalls Steroidhormone. Progesteron ist ihr wichtigster Vertreter, welches das Leithormon der lutealen Phase des Menstruationszyklus ist. Die Ausschüttung des Progesterons wird durch das luteinisierende Hormon (LH) stimuliert. Weitere Gestagene sind das Pregnandiol und das Pregnenolon.
Synthese und Bildungsort: Die Bildung des Progesterons geht vom Cholesterin aus. Die Synthese erfolgt an den folgenden Orten:
Nebennierenrinden (bei Frauen und Männern): geringere Produktion
Bei Männern insbesondere in den Leydig-Zellen der Hoden
Transport im Blut und Abbau:
Proteingebunden an Cortisol bindendes Globulin und Albumin
Ein kleiner Teil des Progesterons zirkuliert ungebunden und in freier Form im Blut → die ungebundene Form ist biologisch aktiv
Progesteron wird mittels der Biotransformation abgebaut und als Pregnandiol über den Urin ausgeschieden
Androgene:
Androgene sind Steroidhormone und sind Geschlechtshormone, die überwiegend die Entwicklung der männlichen Geschlechtsmerkmale steuern. Das wichtigste Androgen beim Mann ist das Testosteron. LH stimuliert die Sekretion von Testosteron aus den Leydig-Zellen. Die LH-Stimulation erfolgt nach dem zirkadianen Rhythmus und erreicht ihr Maximum am Morgen. Testosteron hemmt durch eine negative Rückkopplung die LH-Sekretion aus der Hypophyse.
Wichtige Androgene:
Stark wirksam:
Testosteron
5α-Dihydrotestosteron (DHT): Entsteht aus Testosteron durch die 5α-Reduktase und ist potenter als Testosteron, da es eine höhere Affinität für die Testosteronrezeptoren hat
Schwach wirksam (in den Nebennierenrinden gebildet):
Androstendion
Dehydroepiandrosteron (DHEA): Hauptvorläufer der Östrogene
Dehydroepiandrosteronsulfat (DHEAS)
Synthese und Bildungsort: Die Androgensynthese geht von Cholesterin aus. Androgene werden in den männlichen Gonaden synthetisiert.
Hoden: Leydig-Zellen (Testosteron wird beim Mann zu 95 % in den Leydig-Zellen gebildet)
Zona reticularis der Nebennierenrinden: Dehydroepiandrosteron (DHEA) und Androstendion
Transport im Blut und Abbau:
Proteingebunden an Albumin und das Sexualhormon-bindende Globulin (SHGB)
Ein kleiner Teil des Testosterons zirkuliert ungebunden und in freier Form im Blut → die ungebundene Form ist biologisch aktiv
Testosteron wird mittels der Biotransformation abgebaut und als Androsteron und Etiocholanon überwiegend über den Urin ausgeschieden
Wirkprinzip:
Aufgrund ihrer lipophilen Eigenschaft können Androgene durch die Zellmembran diffundieren und an intrazellulären Androgen-Rezeptoren im Cytosol oder dem Zellkern binden. Der so gebildete Hormon-Rezeptor-Komplex wirkt als Transkriptionsfaktor und beeinflusst dadurch die Transkription der Zielgene. Im Cytosol wird Testosteron zu einem großen Teil durch die 5α-Reduktase in 5α-Dihydrotestosteron (DHT)umgewandelt.
Wirkung an den Zielorganen:
Entwicklung derprimären männlichen Geschlechtsmerkmale (Embryonalzeit): Penis, Hoden und Skrotum, Nebenhoden, Prostata, Samenleiter
Testosteron (aus den Leydig-Zellen) und FSH wirken gemeinsamaufdie Sertoli-Zellen und regen die Spermienproduktion (Spermatogenese) an
Entwicklung und Erhalt der Prostatafunktionen
Anabole Wirkung:
Muskelmasse ↑
Skelettwachstum ↑
Erythropoese ↑
Fettablagerung ↓
Förderung der Libido und Potenz
Stimuliert die Talgdrüsen der Haut
Absonderung von Lockdüften (= Pheromone) ↑
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Östrogenspiegel abhängig vom Konzentrationsbereich → hemmend oder fördernd
Luteinisierendes Hormon (LH)
Glykoprotein, pulsatil freigesetzt
Halbwertszeit: ca. 1 Stunde
Stimuliert Testosteronsynthese in Leydig-Zellen
Negative Rückkopplung:
Testosteron hemmt GnRH- und LH-Sekretion
Östrogene:
Regulation: GnRH, LH, FSH
Bildungsorte:
Hauptsächlich peripheres Fettgewebe
Zu 20 % Leydig-Zellen
Synthese aus Androgene über Aromatase
Transport: gebunden an Albumin oder SHBG
Abbau über Schwefel- oder Glucuronsäurekonjugation
Wirkung:
Proteinaufbau ↑
Knochenaufbau ↑, Hemmung der Osteoklasten
Epiphysenschlussfördernd
Gefäßschutz
Immunstimulation
Einfluss auf Hörsensibilität und Gedächtnis
Erhöhte Gerinnungsneigung
NaCl- und Wasserretention ↑
Mangel führt zu Knochenentmineralisierung (Osteoporose)
Gestagene:
Wichtigstes Gestagen: Progesteron
Syntheseorte:
Nebennierenrinde (gering)
Leydig-Zellen beim Mann
Transport: gebunden an Albumin und CBG
Biologisch aktive Form: ungebunden
Abbau zu Pregnandiol, Ausscheidung über Urin
Androgene:
Wichtigstes Androgen: Testosteron
LH stimuliert Testosteronsekretion in Leydig-Zellen
Negative Rückkopplung: Testosteron hemmt LH- und GnRH-Sekretion
Starke Androgene:
Testosteron
DHT (potenter, höhere Rezeptoraffinität)
Schwache Androgene:
Androstendion
DHEA
DHEAS
Bildungsorte:
95 % des Testosterons in Leydig-Zellen
DHEA und Androstendion in der Nebennierenrinde
Transport: gebunden an SHBG und Albumin
Abbau: Androsteron und Etiocholanolon (Urin)
Wirkungen:
Entwicklung primärer männlicher Geschlechtsmerkmale (Embryonalzeit)
Ausbildung sekundärer Geschlechtsmerkmale (Pubertät)
Förderung der Spermatogenese (mit FSH)
Erhalt der Prostatafunktion
Anabole Wirkungen:
Muskelmasse ↑
Skelettwachstum ↑
Erythropoese ↑
Fettablagerung ↓
Libido- und Potenzsteigerung
Stimuliert Talgdrüsen
Erhöht Pheromonabgabe
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