Zur objektiven Beurteilung der psychomotorischen Entwicklung von Kindern werden im Rahmen der Kindervorsorgeuntersuchungen standardisierte Tests (z.B. Denver Development Screening Test) eingesetzt, bei denen die von einem Kind erreichten Entwicklungsmeilensteine mit einer Normgruppe verglichen werden. Meilensteine stellen den Zeitpunkt dar, an dem ein Entwicklungsschritt erstmals von einem Kind vollzogen wird. Ziel des Testens und Beurteilens der kindlichen Entwicklung ist es, Kinder mit Entwicklungsauffälligkeiten möglichst früh zu erkennen, um rechtzeitig therapeutische Maßnahmen zur Förderung dieser Kinder einleiten zu können.
Entwicklungsverzögerungen können die verschiedenen Bereiche der Entwicklungsskala wie Grobmotorik, Feinmotorik, Sozialkontakt oder Sprache einzeln betreffen, in Kombination auftreten oder als globale Entwicklungsverzögerung alle Bereiche umfassen. Der Verdacht auf eine Entwicklungsverzögerung besteht, wenn ein Kind einen Meilenstein nicht erreicht hat, den aber 75-90 % der Normalbevölkerung im gleichen Alter bereits erreicht haben. Es sollte eine engmaschige Verlaufskontrolle in 3-Monats-Intervallen durchgeführt werden. Wenn ein Kind den altersentsprechenden Meilenstein deutlich verfehlt, kann direkt von einer Entwicklungsverzögerung ausgegangen werden.
- S3-Leitlinie Störungen des Sozialverhaltens bei Kindern und Jugendlichen, Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie (DGKJP)
- Frankenburg WK, Dodds JB, Archer P, Shapiro H, Bresnick B. The Denver II: A major revision and restandardization of the Denver Developmental Screening Test. Pediatrics 1992; 89(1):91–97. doi:10.1542/peds.89.1.91








