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Metabolisches Syndrom

5 Minuten Lesezeit

Ein metabolisches Syndrom beschreibt eine Kombination aus den kardiovaskulären Risikofaktoren: stammbetonte Adipositas, Dyslipoproteinämie, Glucosetoleranzstörung und arterielle Hypertonie. Ein metabolisches Syndrom ist meistens durch eine Überernährung und einen Bewegungsmangel bedingt.

1. Zentrale (stammbetonte) Adipositas mit einem Taillenumfang von ≥80 cm bei Frauen und ≥94 cm bei Männern (bei einem BMI ≥30 Kg/m2 ist der Taillenumfang nicht mehr entscheidend, da von einer zentralen Adipositas ausgegangen werden kann)

2. Zusätzlich zwei weitere Faktoren:

  • Erhöhte Triglyceridwerte: ≥150 mg/dl
  • Erniedrigtes HDL-Cholesterin: Frauen <50 mg/dl; Männer <40 mg/dl
  • Spezifische Behandlung der erhöhten Triglyceridwerte oder der erniedrigten HDL-Cholesterinwerte
  • Erhöhte Blutdruckwerte: systolisch ≥130 mmHg oder diastolisch ≥85 mmHg
  • Erhöhter Nüchternblutzucker ≥100 mg/dl oder Diabetes mellitus Typ 2

3. Erweiterte Kriterien:

  • Albuminurie Grad A2, Hyperandrogenämie bei Frauen, gestörte Fibrinolyse
  • Hyperurikämie: liegt häufig begleitend vor, jedoch wahrscheinlich kein Risikofaktor für kardiovaskuläre Erkrankungen
Definition des metabolischen Syndroms
BegriffBody-Mass-Index (BMI)
Untergewicht<18,5
Normalgewicht18,5-24,9
Übergewicht (Präadipositas)25,0-29,9
Adipositas Grad I30,0-34,9
Adipositas Grad II35,0-39,9
Adipositas Grad III (Adipositas permagna)≥40
Abdominelle AdipositasTaillenumfang >88 cm (Frauen) und >102 cm (Männer)

BMI = Körpergewicht in Kg/Körpergröße in Metern2 = Kg/m2

Bei Kindern: alters- und geschlechtsspezifische Berechnung

Adipositas stellt selbst keine eigenständige Erkrankung dar. Sie ist ist jedoch ein Risikofaktor für viele Erkrankungen und sollte daher therapiert werden. Eine Adipositas kann zu folgenden Erkrankungen/Befunden beitragen:

  • Insulinresistenz ➜ Diabetes mellitus Typ 2
  • Dyslipoproteinämie: verringertes HDL, erhöhtes LDL, Hypertriglyceridämie
  • Kardiovaskuläre Erkrankungen wie z.B. eine KHK
  • Degenerative Erkrankungen des Bewegungsapparates: z.B. Arthrose
  • Karzinome: Ösophaguskarzinom, Kolonkarzinom, Mammakarzinom, Nierenzellkarzinom
  • HyperurikämieGicht
  • Gestörte Fibrinolyse
  • Hormonelle Störungen: z.B. Hyperandrogenämie bei Frauen oder Testosteronmangel bei Männern
  • Demenz
  • Pulmonale Komplikationen: z.B. Schlafapnoe-Syndrom

Siehe auch Artikel Arteriosklerose und kardiovaskuläre Prävention.

  • Ernährungsumstellung und körperliche Aktivität
  • Ggf. Verhaltenstherapie oder Gruppentherapie
  • Therapie der einzelnen Risikofaktoren/Erkrankungen des metabolischen Syndroms:
    • Therapie der arteriellen Hypertonie
    • Therapie der Dyslipidämien
    • Therapie des Diabetes mellitus
  • Therapie der Adipositas:
    • Bei allen Patient:innen: Ernährungs-, Bewegungs-, und Verhaltenstherapie
    • Ggf. begleitend Orlistat: hemmt Lipasen im Gastrointestinalbereich und vermindert somit die Absorption von Fetten
Magenband
Magenband
  • Bei ausbleibendem Therapieerfolg bei einer Adipositas permagna: ggf. bariatrische Chirurgie
    • Operation mit dem Ziel einer reduzierten Nahrungsaufnahme
    • z.B. durch einen Roux-Y-Magenbypass oder einen Schlauchmagen (Verkleinerung des Magenvolumens ➜ schnelleres Sättigungsgefühl und/oder Ausschalten eines Dünndarmabschnittes ➜ künstlich herbeigeführte Malabsorption)
    • Anschließend ist dennoch eine Ernährungsumstellung und körperliche Aktivität erforderlich
  • Prävention: ausgewogene bedarfsgerechte Ernährung und regelmäßige körperliche Aktivität
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Zuletzt aktualisiert am 19.02.2026
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