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Metoprolol

13 Minuten Lesezeit
Metoprolol Ampulle

Metoprolol ist ein kardioselektiver β1-Rezeptorblocker mit negativ chronotroper, inotroper, dromotroper und bathmotroper Wirkung. Es senkt die Herzfrequenz, reduziert die myokardiale Kontraktilität und verlangsamt die AV-Überleitung, wodurch der myokardiale Sauerstoffverbrauch und der Blutdruck abnehmen. Antiarrhythmisch wirkt es vor allem bei supraventrikulären Tachykardien durch Dämpfung der sympathischen Aktivität.

Im Rettungsdienst wird Metoprolol v. a. bei tachykarden Rhythmusstörungen eingesetzt, sofern keine Kontraindikationen bestehen. Die Gabe erfolgt meist i.v. titriert unter kontinuierlichem Monitoring. Wichtige Nebenwirkungen sind Bradykardie, Hypotonie, AV-Blockierungen, akute Herzinsuffizienz und Bronchokonstriktion (bei höherer Dosis Verlust der β1-Selektivität). Kontraindikationen sind u. a. höhergradige AV-Blockierungen, symptomatische Bradykardie, kardiogener Schock und schwere obstruktive Lungenerkrankung.

Lernkarte Metoprolol
  • Wirkstoffklasse: kardioselektiver Betablocker, Klasse-II-Antiarrhythmika
  • Handelsnamen: Beloc®, MetoHEXAL®, Metoprolol-ratiopharm®
Metoprolol
Etikett: Metoprolol
  • Tachykarde Herzrhythmusstörungen
  • Hypotonie (RRsys <90 mmHg)
  • Bradykardie (<50 Schläge/min)
  • AV-Block Grad II oder III
  • Schwere obstruktive Lungenerkrankung (Asthma, COPD)
  • Kardiogener Schock
  • Sick-Sinus-Syndrom, SA-Block
  • Erwachsene:
    • Initial: 5 mg i.v.
    • Wiederholung nach 5–10 min (maximal 15 mg/Tag) 
  • Durch die Gabe von Betablockern können die Symptome einer Hypoglykämie (z.B. Tachykardie, Tremor) verschleiert werden → Achtung bei Diabetikern
  • Keine Kombination mit Calciumantagonisten vom Verapamil-Typ → Gefahr eines AV-Blocks
  • Langsame intravenöse Gabe unter EKG- und Blutdruckkontrolle
  • Bei Überdosierung: Gabe von 0,5–2 mg Atropin i.v.  (ggf. Katecholamine, Glukagon
  • Wirkeintritt: ca. 5 min 
  • Wirkdauer: ca. 2 Std
  • Metabolisierung: überwiegend hepatisch über CYP2D6 zu schwächer aktiven Metaboliten
  • Ausscheidung: Überwiegend renal als Metaboliten im Urin, geringer Anteil unverändert ausgeschieden
  • Metoprolol ist ein kardioselektiver Betablocker, der die β1-Adrenozeptoren am Herzen hemmt
    • Dadurch wird die Wirkung der Katecholamine, die normalerweise auf diese Rezeptoren wirken, blockiert.
      → β1-Antagonismus: negativ chronotrop (Herzfrequenz↓), inotrop (Kontraktilität↓), dromotrop (Erregungsleitung ↓)
      Senkung des myokardialen O₂-Verbrauchs → Antiischämische Wirkung
  • Blutdrucksenkung durch Hemmung der Reninfreisetzung (RAAS-Hemmung)
  • In höheren Dosen können auch β2-Adrenozeptoren gehemmt werden, was zu einer Verengung der Atemwege führen kann (Bronchokonstriktion)
  • Wirkung von Metoprolol verstärkt bei gleichzeitiger Gabe von:
    • CYP2D6-Inhibitoren (z. B. Paroxetin, Fluoxetin) → Erhöhte Plasmaspiegel → Bradykardie, Hypotonie, AV-Block
    • Andere negativ chronotrope Substanzen (z. B. Verapamil, Diltiazem, Amiodaron, Digoxin) → Additive Bradykardie und AV-Überleitungsstörungen
    • Weitere Antihypertensiva (z. B. ACE-Hemmer, Diuretika, Nitrate) → Verstärkte Blutdrucksenkung
    • Allgemeinanästhetika / Sedativa → verstärkte kardiodepressive Wirkung
  • Wirkung von Metoprolol abgeschwächt bei gleichzeitiger Gabe von:
    • Sympathomimetika (z. B. Adrenalin, Dobutamin, Salbutamol) → Funktioneller Antagonismus
    • Starke CYP-Induktoren (z. B. Rifampicin, Carbamazepin) → Beschleunigter Metabolismus, Wirkverlust
    • NSAR (z. B. Ibuprofen, Diclofenac) → verminderte antihypertensive Wirkung durch Prostaglandinhemmung

 

  • Hypotonie
  • Verschlechterung einer Herzinsuffizienzsymptomatik
  • AV-Block
  • Bradykardie
  • Zentrale Nebenwirkungen (Depression, Müdigkeit)
  • Bronchokonstriktion (Cave bei Asthma)
  • Lichtschutz: Im Umkarton aufbewahren
  • Temperatur: Nicht über 25 °C lagern
  • RAAS-Inhibitoren
  • Sympathikus
  • Carinopharm GmbH: Fachinformation Metoprolol Carinopharm 1 mg/ml Injektionslösung, Stand: September 2021
  • S3-Leitlinie Nationale VersorgungsLeitlinie Hypertonie, NVL-Programm von BÄK, KBV, AWMF
  • Aktories K, Förstermann U, Hofmann FB, Flockerzi V (Hrsg.): Allgemeine und spezielle Pharmakologie und Toxikologie. Urban & Fischer Verlag/Elsevier GmbH, 13. Auflage, 2022. ISBN: 978-3-437-42622-3
  • Wanka V, Weiß S: Medikamente im Rettungsdienst. Georg Thieme Verlag, 2. Auflage, 2019. ISBN: 978-3-13-242824-9
Zuletzt aktualisiert am 23.02.2026
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