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Midazolam

5 Minuten Lesezeit
Midazolam Ampulle

Midazolam ist ein kurzwirksames Benzodiazepin zur Behandlung von starken Angst- und Erregungszuständen sowie zur Therapie anhaltender Krampfanfälle (Status epilepticus)

Es wirkt durch Bindung am GABA_A-Rezeptor im zentralen Nervensystem und verstärkt die hemmende Wirkung von GABA. Dadurch entstehen sedierende, anxiolytische, antikonvulsive und zentral muskelrelaxierende Effekte

Der Wirkeintritt erfolgt nach i.v.-Gabe meist innerhalb von etwa 2 Minuten, die Wirkdauer beträgt etwa 1–6 Stunden. Midazolam besitzt keine analgetische Wirkung, weshalb bei schmerzhaften Maßnahmen häufig eine Kombination mit Analgetika (z. B. Esketamin) erfolgt. 

Die Wirkung wird durch andere sedierende Substanzen oder Alkohol verstärkt. Als spezifisches Antidot steht Flumazenil zur Verfügung, wobei ein Rebound-Phänomen möglich ist.

Lernkarte Midazolam
  • Wirkstoffklasse: Benzodiazepine
  • Handelsnamen: z.B. Dormicum®, Midazolam-hameln®, Midazolam B. Braun®, Midazolam Fresenius®
Midazolam
Etikett: Midazolam
  • Starke Angst-/Erregungszustände
  • Anhaltendende Krampfanfälle (Status epilepticus)
  • Überempfindlichkeit
  • Ateminsuffizienz
  • Akute Atemdepression
  • Angst-/Erregungszustände (Erwachsene)
    • <60 Jahre:
      • Initial: 1–2 mg i.v. (titriert nach Wirkung) oder 0,03–0,3 mg/kgKG i.v.
    • >60 Jahre:
      • Dosisreduktion: 0,5–1 mg i.v.
  • Status epilepticus (2. Wahl):
    • Erwachsene (intravenös) 0,2 mg/kgKG i.v. (maximal 10 mg, ggf. nach 5 min wiederholen)
    • Erwachsene (intranasal): jeweils 5 mg pro Nasenloch (insgesamt 10 mg)
    • Kind (intranasal):
      • <10 kgKG: 2,5 mg i.n.
      • 10–20 kgKG: 5 mg i.n.
      • >20 kgKG: 10 mg i.n.
    • Bei Säuglingen, Kleinkindern, Kindern und Jugendlichen (Bukkale Anwendung):
      • 3 bis 6 Monate: 2,5 mg (Anwendung in der Klinik)
      • > 6 Monate bis < 1 Jahr: 2,5 mg
      • 1 Jahr bis < 5 Jahre: 5 mg
      • 5 Jahre bis < 10 Jahre: 7,5 mg
      • 10 Jahre bis < 18 Jahre: 10 mg
  • Keine analgetische Wirkung: bei Schmerzen zusätzlich Esketamin (Analgosedierung
  • Reaktions- und Urteilsvermögen nach Midazolam-Gabe vermindert
  • Antidot: Flumazenil (Cave: Rebound-Phänomen möglich, siehe Flumazenil)
  • Wirkeintritt: ca. 2 min (i.v.-Gabe) 
  • Wirkdauer: ca. 1–6  Std 
  • Metabolisierung: hepatische Biotransformation über CYP3A4 zu 1-Hydroxymidazolam, anschließend Glucuronidierung zu inaktiven Metaboliten
  • Ausscheidung: überwiegend renal über die Niere als glucuronidierte Metaboliten
  • Midazolam ist ein Benzodiazepin, das am GABAA-Rezeptor im zentralen Nervensystem bindet und die hemmende Wirkung von Gamma-Aminobuttersäure (GABA) verstärkt
  • Wirkungen:
    • Antikonvulsiv (krampflösend)
    • Sedierend (schlaffördernd)
    • Anxiolytisch (angstlösend)
    • Zentral muskelrelaxierend
Wirkmechanismus Benzodiazepine
  • Wirkung verstärkt bei gleichzeitiger Gabe von (synergistische Effekte):
    • Zentral dämpfende Substanzen (z. B. Opioide, Propofol, Alkohol)Verstärkte Sedierung und Atemdepression
    • CYP3A4-Inhibitoren (z. B. Clarithromycin, Erythromycin, Ketoconazol, Ritonavir)Erhöhte Midazolam-Plasmaspiegel und verstärkte Sedierung
  • Wirkung abgeschwächt bei gleichzeitiger Gabe von:
    • CYP3A4-Induktoren (z. B. Rifampicin, Carbamazepin, Phenytoin, Johanniskraut)Beschleunigter Metabolismus und abgeschwächte sedative Wirkung
    • Benzodiazepin-Antagonisten (z. B. Flumazenil)Kompetitiver Antagonismus am GABAA-Rezeptor
  • Atemdepression
  • Hypotonie
  • Amnesie
  • Muskelschwäche
  • Erhöhtes Sturzrisiko
  • Bei Kindern/älteren Patient:innen: paradoxe Erregung 
  • Temperatur: Nicht über 25 °C lagern
  • Lichtschutz: Ampullen vor Licht schützen, im Umkarton aufbewahren
  • Krampfanfall (RD)
  • Benzodiazepine
  • Flumazenil
Zuletzt aktualisiert am 29.07.2026
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