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Mitose

EP
3 Minuten Lesezeit

Die Mitose ist die Kernteilung eukaryotischer Zellen. Sie führt zur Bildung zweier genetisch identischer Tochterzellen und ist essenziell für Wachstum, Regeneration und Gewebereparatur. Voraussetzung ist die DNA-Replikation in der S-Phase der Interphase, wodurch jedes Chromosom aus zwei Schwesterchromatiden besteht.

Die Mitose wird in vier Phasen unterteilt:

1. Prophase

  • Kondensation der Chromosomen → als X-förmige Strukturen erkennbar
  • Auflösung der Kernhülle
  • Zentrosomen (je mit 1 Zentriolpaar) wandern zu entgegengesetzten Zellpolen
  • Spindelapparat (Mikrotubuli) bildet sich ausgehend von den Zentrosomen

2. Metaphase

  • Spindelfasern heften sich über Kinetochore (Proteinkomplexe, die als Ansatzstellen für die Mikrotubuli des Spindelapparats dient) an die Zentromere der Chromosomen
  • Chromosomen ordnen sich in der Äquatorialebene der Zelle an

3. Anaphase:

  • Trennung der Schwesterchromatiden am Zentromer
  • Chromatiden werden durch Verkürzung der Spindelfasern zu den Zellpolen gezogen
  • Jede Chromatide enthält die identische genetische Information

4. Telophase

  • Bildung neuer Kernhüllen um die Chromatiden
  • Rückbildung des Spindelapparats
  • Chromatiden entspiralisieren zu Chromatin
  • Beginn der Zytokinese (Zellteilung des Zytoplasmas)
Mitose
 Merke

Ich putze mein Auto täglich (Prophase – Metaphase – Anaphase – Telophase)

  • Klinische Relevanz der Mitose:
    • Tumorerkrankungen: Unkontrollierte Mitose spielt eine zentrale Rolle in der Entstehung von malignen Tumoren. Mutationen in Zellzyklus-Regulatoren (z. B. p53, Rb) führen zu unkontrolliertem Zellwachstum
    • Zytostatika (z. B. Taxane, Vinca-Alkaloide): Greifen gezielt in die Mitose ein, indem sie die Bildung des Spindelapparats hemmen → Mitose-Stopp → Apoptose der Tumorzelle
    • Chromosomenabberationen: Fehlerhafte Mitose kann zu Aneuploidien führen (z. B. Trisomie 21), wenn Chromosomen oder Chromatiden nicht korrekt getrennt werden
    • Geweberegeneration: Mitose ist essenziell für Wundheilung, Regeneration und den Zellumsatz in hoch proliferativen Geweben (z. B. Darmepithel, Haut, Knochenmark)
  • Der Chromosomensatz (n) beschreibt, wie viele verschiedene Chromosomen in einer Zelle vorhanden sind:
    • 1n = haploid → ein einfacher Chromosomensatz (z. B. Eizellen, Spermien → 23 Chromosomen beim Menschen)
    • 2n = diploid → zwei Chromosomensätze (z. B. Körperzellen → 46 Chromosomen beim Menschen)
    • Merke: Der Chromosomensatz ändert sich während der Mitose nicht
  • Der DNA-Gehalt (C) beschreibt, wie viel DNA insgesamt in der Zelle vorhanden ist– unabhängig vom Chromosomensatz:
    • 1C = DNA-Menge in einer haploiden Zelle (23 Chromosomen mit 1 Chromatid)
    • 2C = normale DNA-Menge in einer diploiden Zelle (46 Chromosomen mit 1 Chromatid)
    • 4C = verdoppelte DNA-Menge nach der S-Phase, da jedes Chromosom jetzt aus zwei Schwesterchromatiden besteht (46 Chromosomen mit je 2 Chromatiden)
PhaseChromosomensatz (n)DNA-Gehalt (C)Erklärung
G1-Phase2n2C46 Chromosomen mit je 1 Chromatid
S-Phase2n2C → 4CDNA-Replikation → aus 2C wird 4C
G2-Phase2n4C46 Chromosomen mit je 2 Chromatiden
Mitose (Telophase)2n2C (pro Zellkern)Tochterzellen mit je 46 Chromosomen, 1 Chromatid pro Chromosom
Zytokinese2n2CZwei genetisch identische Tochterzellen mit je 46 Chromosomen
Zuletzt aktualisiert am 10.10.2025
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