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Mitralklappenstenose

6 Minuten Lesezeit

Die Mitralklappenstenose ist eine Verengung der Mitralklappe, die den Blutfluss vom linken Vorhof in den linken Ventrikel behindert. Die Hauptursache ist das rheumatische Fieber. Eine Mitralklappenstenose führt zu einem erhöhten Druck im linken Vorhof, was zu einer Vorhofdilatation, Vorhofflimmern und schließlich zu einer Lungenstauung und Rechtsherzinsuffizienz führen kann.

Die Symptome umfassen unter anderem Dyspnoe und Müdigkeit und bei fortgeschrittener Erkrankung Zeichen der Rechtsherzinsuffizienz wie Beinödeme und Aszites.

Die Diagnose und die Einschätzung des Schweregrades erfolgen durch eine Echokardiographie.

Leichte oder asymptomatische Stenosen sollten regelmäßig überwacht werden. Eine spezifische Therapie ist in der Regel nicht notwendig. Symptomatische oder schwere Fälle erfordern eine Ballonvalvuloplastie oder einen chirurgischen Klappenersatz.

  • Rheumatisches Fieber:
    • Infektion mit ß-hämolysierenden Streptokokken der Gruppe A (z.B. Pharyngotonsillitis) ➜ rheumatisches FieberAutoantikörper gegen kardiale StrukturenEndokarditis/Pankarditis ggf. mit Vernarbung der Herzklappen sowie einer Verkürzung und Verklebung der Chordae tendineae (meistens Mitral- und Aortenklappe)
    • Symptome häufig erst nach mehreren Jahren bis Jahrzenten
    • Selten geworden in Deutschland, Europa und Nordamerika aufgrund der antibiotischen Therapie von Streptokokkeninfektionen
Rheumatisches Fieber mit kardialer Manifestation
Rheumatisches Fieber mit kardialer Manifestation
  • Seltene Ursachen: kongenital mit Vorhofseptumdefekt, Thrombus, degenerativ, Vorhofmyxom
  • Symptome:
    • Ggf. begleitendes Vorhofflimmern durch die Drucksteigerung im linken Vorhof: Palpitationen, Schwindel
    • Symptome der Links- und Rechtsherzinsuffizienz: Dyspnoe, Husten (insbesondere nachts), Leistungsminderung, Facies mitralis (Verfärbung der Wangen (rötlich-livide) und Zyanose der Lippen), periphere Zyanose, periphere Ödeme, Stauung der Venen, Stauungsleber, Stauungsnieren
  • Diastolikum mit Punctum maximum über dem 5. ICR medioklavikulär links
  • Echokardiographie
  • EKG: ggf. P-sinistroatriale („P-mitrale“), ggf. Vorhofflimmern, ggf. Hinweise auf eine Rechtsherzhypertrophie

P-dextroatriale/ P-pulmonaleP-sinistroatriale/ P-mitrale

  • Ggf. vor einem operativen Herzklappenersatz Koronarangiographie: zum Ausschluss einer KHK, die im Rahmen der Operation mitversorgt werden könnte
  • Asymptomatische Patient:innen ohne Risikofaktoren: konservative Therapie und regelmäßige Kontrolluntersuchungen
  • Medikamentöse Therapie der Herzinsuffizienz (Medikamente, die die Nachlast senken, wie ACE-Hemmer sind bei der Mitralklappenstenose kontraindiziert ➜ starker Blutdruckabfall bis zur Kreislaufdekompensation möglich)
  • Diuretika bei pulmonalvenöser Stauung
  • Ggf. Therapie des Vorhofflimmerns: bei einer Mitralklappenstenose besteht ein valvuläres Vorhofflimmern  ➜deutlich erhöhtes Risiko für thromboembolische Ereignisse im Vergleich zum nicht-valvulären Vorhofflimmern  ➜ Antikoagulation nur mit Vitamin-K-Antagonisten empfohlen; geringe Erfolgsaussichten für eine Rhythmuskontrolle
Perkutane Mitralkommissurotomie
  • Symptomatische Patient:innen mit einer Klappenöffnungsfläche von ≤1,5 cm2 oder asymptomatische Patient:innen mit einem erhöhten Risiko für Thromboembolien oder eine hämodynamische Instabilität (z.B. Pulmonalarteriendruck >50 mmHg oder notwendige, größere, nicht-kardiale Operation): Perkutane Mitralkommissurotomie
    • Intervention, bei der die verwachsenen Kommissuren der Mitralklappe durch einen Ballonkatheter gesprengt und somit aufgetrennt werden
    • Kontraindiziert unter anderem bei: Klappenöffnungsfläche >1,5 cm2, linksatrialem Thrombus, bypasspflichtiger KHK und weiteren
      • Bei Kontraindikation für perkutane Mitralkommissurotomie: chirurgischer Herzklappenersatz
      • Bei hohem Risiko oder Kontraindikation für einen chirurgischen Herzklappenersatz: chirurgische Mitralkommissurotomie
Röntgen-Thorax: TAVI-Prothese und mechanischer Mitralklappenersatz
Röntgen-Thorax: TAVI-Prothese und mechanischer Mitralklappenersatz
Mechanischer Mitralklappenersatz
Zuletzt aktualisiert am 26.09.2024
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