
Nalbuphin ist ein Opioidanalgetikum zur kurzzeitigen Behandlung mittelstarker bis starker Schmerzen. Pharmakologisch wirkt es als Agonist am κ-Opioidrezeptor und gleichzeitig als partieller Antagonist am μ-Opioidrezeptor. Dadurch kommt es zu einer analgetischen Wirkung mit vergleichsweise geringerer Atemdepression als bei reinen μ-Opioidagonisten. Ein charakteristisches Merkmal ist der Ceiling-Effekt, bei dem sich Analgesie und Atemdepression ab einer bestimmten Dosis nicht weiter verstärken.
Die analgetische Potenz ist mit etwa 0,5–1,2 vergleichbar mit Morphin. Nach intravenöser Gabe tritt die Wirkung innerhalb von etwa 2–3 Minuten ein, bei intramuskulärer Gabe innerhalb von bis zu 15 Minuten, die Wirkdauer beträgt etwa 3–6 Stunden.
Nalbuphin gilt nicht als Betäubungsmittel (BtM). Aufgrund der antagonistischen Wirkung am μ-Rezeptor kann Nalbuphin die Wirkung anderer Opioide wie Morphin oder Fentanyl abschwächen und bei opioidabhängigen Patient:innen akute Entzugssymptome auslösen. Als Antidot bei klinisch relevanter Atemdepression kann Naloxon eingesetzt werden.
- Aktories K, Förstermann U, Hofmann FB, Flockerzi V (Hrsg.): Allgemeine und spezielle Pharmakologie und Toxikologie. Urban & Fischer Verlag/Elsevier GmbH, 13. Auflage, 2022. ISBN: 978-3-437-42622-3
- Wanka V, Weiß S: Medikamente im Rettungsdienst. Georg Thieme Verlag, 2. Auflage, 2019. ISBN: 978-3-13-242824-9


