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Nalbuphin

13 Minuten Lesezeit
Nalbuphin Ampulle

Nalbuphin ist ein Opioidanalgetikum zur kurzzeitigen Behandlung mittelstarker bis starker Schmerzen. Pharmakologisch wirkt es als Agonist am κ-Opioidrezeptor und gleichzeitig als partieller Antagonist am μ-Opioidrezeptor. Dadurch kommt es zu einer analgetischen Wirkung mit vergleichsweise geringerer Atemdepression als bei reinen μ-Opioidagonisten. Ein charakteristisches Merkmal ist der Ceiling-Effekt, bei dem sich Analgesie und Atemdepression ab einer bestimmten Dosis nicht weiter verstärken. 

Die analgetische Potenz ist mit etwa 0,5–1,2 vergleichbar mit Morphin. Nach intravenöser Gabe tritt die Wirkung innerhalb von etwa 2–3 Minuten ein, bei intramuskulärer Gabe innerhalb von bis zu 15 Minuten, die Wirkdauer beträgt etwa 3–6 Stunden

Nalbuphin gilt nicht als Betäubungsmittel (BtM). Aufgrund der antagonistischen Wirkung am μ-Rezeptor kann Nalbuphin die Wirkung anderer Opioide wie Morphin oder Fentanyl abschwächen und bei opioidabhängigen Patient:innen akute Entzugssymptome auslösen. Als Antidot bei klinisch relevanter Atemdepression kann Naloxon eingesetzt werden.

Lernkarte Nalbuphin
  • Wirkstoffklasse: Opioid-Analgetikum
  • Handelsnamen: Nalbuphin-hameln®, Nalbuphin HEXAL®, Nalbuphin-ratiopharm®, Nalbuphin Aristo®, Nalpain®
  • Kurzzeitige Therapie mittelstarker und starker Schmerzen
  • Überempfindlichkeit
  • Schwere Nierenschädigung
  • Leberschäden
  • Gleichzeitige Therapie mit μ-Agonisten z.B. Morphin oder Fentanyl
  • Erwachsene: 10–20 mg i.v./i.m (0,1 – 0,3 mg / kgKG i.v./i.m.)
  • Kinder: 0,4 mg/kgKG i.n (0,1 – 0,2 mg/kgKG i.v. / i.m.)
  • Nalbuphin gilt nicht als Betäubungsmittel (BtM) → stärkstes zugelassenes nicht BtM-pflichtiges Opioid-Analgetikum
  • Intrakranieller Druckanstieg: bei bestehenden Kopfverletzungen
  • Interaktion mit anderen Opioiden: Nalbuphin kann die Wirkung reiner Opioid-Agonisten (z. B. Morphin, Fentanyl) als Partialagonist abschwächen → Bei opioidabhängigen Patient:innen kann dies eine akute Entzugssymptomatik auslösen
  • Antidot: Naloxon
  • Wirkeintritt: ca. 2–3 min (bei i.m.-Gabe max. 15 min)
  • Wirkdauer: ca. 3–6 Std
  • Metabolisierung: überwiegend hepatisch
  • Ausscheidung: überwiegend renal über die Niere
  • Agonist am κ-Opioidrezeptor: Analgesie über κ-Opioidrezeptoren, mit geringerer Atemdepression als bei μ-Agonisten
  • Partieller Antagonist am μ-Opioidrezeptor: Abschwächung von μ-Agonisten (z. B. Morphin, Fentanyl), Risiko von Entzugssymptomen bei Opoid-Abhängigen
  • Ceiling-Effekt: Wirkplateau für Analgesie und Atemdepression → günstigeres Sicherheitsprofi
  • Die analgetische Potenz von Nalbuphin ist mit.0,5–1,2 ähnlich zu Morphin
  • Wirkung verstärkt bei gleichzeitiger Gabe von (synergistische Effekte):
    • Sedativa/Hypnotika (z. B. Midazolam, Propofol)Verstärkte Sedierung und Atemdepression
    • Weitere ZNS-dämpfende Substanzen (z. B. Alkohol, Antihistaminika)Verstärkte zentralnervöse Dämpfung und Sedierung
    • Weitere Analgetika (z. B. Paracetamol, Ibuprofen)Zusätzliche analgetische Wirkung
  • Klinisch relevante Arzneimittelinteraktionen:
    • Reine μ-Opioidagonisten (z. B. Morphin, Fentanyl)Abschwächung der Analgesie durch antagonistische Wirkung am μ-Rezeptor
    • Opioidantagonisten (z. B. Naloxon)Aufhebung der opioidvermittelten Analgesie
    • Serotonerge Arzneimittel (z. B. SSRI, SNRI) → Mögliches Risiko eines serotonergen Syndroms
  • Sedierung
  • Miosis
  • Übelkeit und Erbrechen
  • Vermehrtes Schwitzen
  • Schwindel und Kopfschmerzen
  • Temperatur: Nicht über 25 °C lagern
  • Lichtschutz: Ampullen vor Licht schützen, im Umkarton aufbewahren
  • Opioide
  • Intoxikationen mit Opiaten und Opioiden
  • Aktories K, Förstermann U, Hofmann FB, Flockerzi V (Hrsg.): Allgemeine und spezielle Pharmakologie und Toxikologie. Urban & Fischer Verlag/Elsevier GmbH, 13. Auflage, 2022. ISBN: 978-3-437-42622-3
  • Wanka V, Weiß S: Medikamente im Rettungsdienst. Georg Thieme Verlag, 2. Auflage, 2019. ISBN: 978-3-13-242824-9
Zuletzt aktualisiert am 11.03.2026
Morphin
Naloxon
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