Zusammenfassung

Nalbuphin ist ein Opioidanalgetikum
Die analgetische Potenz ist mit etwa 0,5–1,2 vergleichbar mit Morphin
Nalbuphin gilt nicht als Betäubungsmittel (BtM). Aufgrund der antagonistischen Wirkung am μ-Rezeptor
Lernkarte

Wirkstoffklasse und Etikett
- Wirkstoffklasse: Opioid-Analgetikum
- Handelsnamen: Nalbuphin-hameln®, Nalbuphin HEXAL®, Nalbuphin-ratiopharm®, Nalbuphin Aristo®, Nalpain®
Indikation
- Kurzzeitige Therapie mittelstarker und starker Schmerzen
Kontraindikation
- Überempfindlichkeit
- Schwere Nierenschädigung
- Leberschäden
- Gleichzeitige Therapie mit μ-Agonisten z.B. Morphin
oder Fentanyl
Dosierung
- Erwachsene: 10–20 mg i.v./i.m (0,1 – 0,3 mg / kgKG i.v./i.m.)
- Kinder: 0,4 mg/kgKG i.n (0,1 – 0,2 mg/kgKG i.v. / i.m.)
Besonderheiten
- Nalbuphin gilt nicht als Betäubungsmittel (BtM) → stärkstes zugelassenes nicht BtM-pflichtiges Opioid-Analgetikum
- Intrakranieller Druckanstieg: bei bestehenden Kopfverletzungen
- Interaktion mit anderen Opioiden: Nalbuphin kann die Wirkung reiner Opioid-Agonisten (z. B. Morphin
, Fentanyl ) als Partialagonist abschwächen → Bei opioidabhängigen Patient:innen kann dies eine akute Entzugssymptomatik auslösen - Antidot: Naloxon
Wirkeintritt/-dauer
- Wirkeintritt: ca. 2–3 min (bei i.m.-Gabe max. 15 min)
- Wirkdauer: ca. 3–6 Std
- Metabolisierung: überwiegend hepatisch
- Ausscheidung: überwiegend renal über die Niere
Wirkung
- Agonist am κ-Opioidrezeptor
: Analgesie über κ-Opioidrezeptoren , mit geringerer Atemdepression als bei μ-Agonisten - Partieller Antagonist am μ-Opioidrezeptor
: Abschwächung von μ-Agonisten (z. B. Morphin , Fentanyl ), Risiko von Entzugssymptomen bei Opoid-Abhängigen - Ceiling
-Effekt: Wirkplateau für Analgesie und Atemdepression → günstigeres Sicherheitsprofi - Die analgetische Potenz von Nalbuphin ist mit.0,5–1,2 ähnlich zu Morphin
Wechselwirkungen
- Wirkung verstärkt bei gleichzeitiger Gabe von (synergistische Effekte):
- Sedativa/Hypnotika (z. B. Midazolam
, Propofol ) → Verstärkte Sedierung und Atemdepression - Weitere ZNS-dämpfende Substanzen (z. B. Alkohol, Antihistaminika) → Verstärkte zentralnervöse Dämpfung und Sedierung
- Weitere Analgetika (z. B. Paracetamol
, Ibuprofen ) → Zusätzliche analgetische Wirkung
- Sedativa/Hypnotika (z. B. Midazolam
- Klinisch relevante Arzneimittelinteraktionen:
- Reine μ-Opioidagonisten (z. B. Morphin
, Fentanyl ) → Abschwächung der Analgesie durch antagonistische Wirkung am μ-Rezeptor - Opioidantagonisten (z. B. Naloxon
) → Aufhebung der opioidvermittelten Analgesie - Serotonerge Arzneimittel (z. B. SSRI, SNRI) → Mögliches Risiko eines serotonergen Syndroms
- Reine μ-Opioidagonisten (z. B. Morphin
Nebenwirkungen
- Sedierung
- Miosis
- Übelkeit und Erbrechen
- Vermehrtes Schwitzen
- Schwindel
und Kopfschmerzen
Lagerung
- Temperatur: Nicht über 25 °C lagern
- Lichtschutz: Ampullen vor Licht schützen, im Umkarton aufbewahren
Weiterführende Artikel
Opioide Intoxikationen mit Opiaten und Opioiden
Quellen
- Aktories K, Förstermann U, Hofmann FB, Flockerzi V (Hrsg.): Allgemeine und spezielle Pharmakologie und Toxikologie. Urban & Fischer Verlag/Elsevier GmbH, 13. Auflage, 2022. ISBN: 978-3-437-42622-3
- Wanka V, Weiß S: Medikamente im Rettungsdienst. Georg Thieme Verlag, 2. Auflage, 2019. ISBN: 978-3-13-242824-9

