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Narkose im Rettungsdienst

Narkose, Anästhesie im Rettungsdienst, RSI, Notfallnarkose
34 Minuten Lesezeit

Die Notfallnarkose im Rettungsdienst, häufig im Rahmen der Rapid Sequence Induction (RSI) durchgeführt, ist ein standardisiertes Verfahren zur schnellen und sicheren Atemwegssicherung bei kritisch kranken oder verletzten Patient:innen. Sie kommt vor allem dann zum Einsatz, wenn das Risiko eines Atemversagens oder einer Aspiration besteht, etwa bei schweren Traumata, Bewusstlosigkeit oder akuter respiratorischer Insuffizienz.

Das Verfahren umfasst mehrere Schritte. Nach einer sorgfältigen Indikationsstellung und klarer Teamkommunikation werden die Umgebungsbedingungen optimiert, beispielsweise durch Transport in den Rettungswagen und die korrekte Positionierung der Patient:innen. Anschließend erfolgt die Präoxygenierung mit 100 % Sauerstoff, um die Apnoetoleranz zu verlängern. Parallel dazu bereitet das Team die notwendigen Medikamente  (Opioide, Narkotika und Muskelrelaxanzien) sowie das Equipment zur Atemwegssicherung (Intubationsmaterial, supraglottische Hilfsmittel, Absaugung) vor.

Vor der Medikamentengabe wird ein lückenloses Monitoring etabliert (EKG, SpO₂, Blutdruckmessung und Kapnografie). Nach Gabe der Narkosemedikamente und Abwarten des Bewusstseinsverlusts sowie der Relaxantienwirkung erfolgt die endotracheale Intubation ohne Zwischenbeatmung, um das Aspirationsrisiko zu minimieren. Die korrekte Tubuslage wird mittels Kapnografie, Auskultation und Sichtkontrolle bestätigt, bevor der Tubus sicher fixiert wird. Anschließend wird die Beatmung individuell angepasst und kontinuierlich überwacht, um Vitalfunktionsstörungen frühzeitig zu erkennen und zu behandeln.

Die Notfallnarkose erfordert höchste Präzision, schnelles Handeln und eine klare Aufgabenverteilung im Team. Durch strukturierte Abläufe und sorgfältige Vorbereitung kann die Sicherheit der Patient:innen maßgeblich verbessert werden. 

 Definition

RSI (Rapid Sequence Induction) ist ein standardisiertes Verfahren zur schnellen und sicheren Einleitung einer Notfallnarkose, das primär bei kritisch kranken oder verletzten Patient:innen mit erhöhtem Aspirationsrisiko eingesetzt wird. Ziel ist es, die Atemwege schnell zu sichern und die Zeit der Apnoe (Atemstillstand) zu minimieren.

Um den Einstieg in das Thema Narkose im Rettungsdienst etwas zu erleichtern, wird im Folgenden ein Fall beschrieben, wie er sich präklinisch ereignen könnte.

Das Sznerario

Einsatzmeldung:

  • Stichwort: Treppensturz
  • Ort: Zuhause, Keller
  • Alarmzeit: 19:37 Uhr
  • Anrufer: Ehepartner
  • Anzahl der Betroffenen: 1
  • Zusatzinfo: Patientin ist nicht ansprechbar 

Lageeinweisung vor Ort:

Beim Eintreffen finden die Rettungskräfte eine bewusstlose Patientin, am unteren Ende der Treppe liegend, vor. Sie zeigt röchelnde Atemgeräusche mit einem schnarchenden Klang. Verletzungen sind zunächst nicht erkennbar. Der Ehemann hörte ein lautes Geräusch und alarmierte daraufhin umgehend den Rettungsdienst.

Ersteindruck nach dem xABCDE-Schema

Um sich einen ersten umfassenden Eindruck von einer Patientin oder einem Patienten in einer Notfallsituation zu verschaffen, bietet sich das xABCDE-Schema an. Um die Arbeit mit dem Schema zu veranschaulichen, ist hier ein xABCDE-Schema abgebildet, wie es im Falle einer Ersteinschätzung bei einer Patientin oder einem Patienten mit einem schweren Schädel-Hirn-Trauma aussehen könnte. 

Es handelt sich dabei um die Befunde, die innerhalb der ersten paar Minuten erhoben werden können. Erweiterte Diagnostik und Abfragen sind natürlich von Bedeutung, jedoch würde zum Beispiel die Anlage eines 12-Kanal-EKG in diesem Fall hinten angestellt und taucht zu diesem Zeitpunkt noch nicht auf.

x

  • Keine kritischen Blutungen

 

A

  • Atemwege verlegt
  • Schnarchendes Atemgeräusch
  • Schleimhäute zyanotisch
  • Patient nicht ansprechbar

Akutes
A-Problem

B

  • Inspektorisch:
    • Thoraxexkursion unregelmäßig
    • Keine Verletzungen oder Abnormalitäten sichtbar
    • Keine gestauten Halsvenen sichtbar
    • Unregelmäßige, flache Atmung, Atemfrequenz: 18/min
    • Zyanose sichtbar
    • SpO2: 86%
  • Auskultatorisch:
    • Beidseits vesikuläres Atemgeräusch
    • Keine Atemnebengeräusche
  • Palpatorisch:
    • Thorax insgesamt stabil 

Akutes
B-Problem

C

  • Hautkolorit blass
  • Insgesamt kaltschweißig
  • Rekap-Zeit: 3 Sekunden
  • Große Blutungsräume ohne Zeichen auf akute Blutungen
  • Palpation des Pulses am Handgelenk
    • Rhythmisch
    • Gut tastbar
    • Bradykard, 47/min

Akutes 
C-Problem

D

  • Bewusstlos
  • GCS 3
    • Öffnen der Augen: 1
    • Beste verbale Reaktion: 1
    • Beste motorische Reaktion: 1
  • Pupillenkontrolle:
    • Anisokorie
    • Links: weit
    • Rechts: eng
    • Träge lichtreagibel
  • Blutzucker: 127 mg/dl

Akutes 
D-Problem

E

  • Keine Verletzungen ersichtlich
  • Symptome:
    • Bewusstlosigkeit
    • Unregelmäßige Atmung
    • Schnarchendes Atemgeräuch
  • Allergien/Infektionen: Keine bekannt
  • Medikamente: Metoprolol, Simvastatin, Ramipril, Furosemid, Eliquis
  • Patientengeschichte: bekannte Hypertonie, rezidivierende AP-Anfälle, Zustand nach Myokarddinfarkt
  • letzte Mahlzeit: vor 2 Stunden, Abendessen
  • Ereignis:
    • Treppensturz, ungefähr 10 Stufen
  • Risikofaktoren: Antikoagulation 

Kein 
E-Problem

 Achtung

Das hier gezeigte Assessment vermittelt nur einen exemplarischen ersten Eindruck von einer Patientin oder einem Patienten. Im Verlauf der Behandlung müssen weitere Maßnahmen ergriffen und Informationen gesammelt werden. Das Schema erhebt daher keinen Anspruch auf Vollständigkeit, sondern soll lediglich einen praktischen Einstieg in das Thema ermöglichen.

  • Akute respiratorische Insuffizienz
    • Hypoxie und/oder Atemfrequenz (< 6 oder > 29/min) und Kontraindikationen gegen eine oder Versagen einer nicht invasiven Ventilation (NIV)
  • Bewusstlosigkeit/neurologisches Defizit mit Aspirationsgefahr
  • Polytrauma/schweres Trauma mit
    • Hämodynamischer Instabilität, systolischer Blutdruck <90 mmHg
    • Hypoxie mit SpO2 < 90 % trotz O2-Gabe
    • Schädel-Hirn-Trauma mit GCS < 9
  • Zustand nach Reanimation (ROSC)
 Tipp

Zur Indikationsstellung einer Notfallanästhesie gehört ebenfalls die selbstkritische Einschätzung der eigenen Fähigkeiten sowie der Teamfaktoren. 

 Achtung

Prähospitale Patient:innen werden allgemein als nicht nüchtern angesehen. Daher ist im Falle einer Notfallnarkose eine RSI notwendig, um das Aspirationsrisiko zu senken.

Team Assessment 

Das Team-Assessment ist ein entscheidender Schritt bei der Vorbereitung einer präklinischen Notfallnarkose. Es gewährleistet eine strukturierte und koordinierte Herangehensweise im gesamten Team, um die Patient:innensicherheit zu maximieren und Komplikationen zu minimieren.

Zustandsbewertung der Patient:innen:

  • Erhebung der Vitalzeichen und des klinischen Zustands (z. B. Atemweg, Bewusstsein mittels GCS, Kreislaufstatus)
  • Identifikation von Risikofaktoren (z. B. schweres Trauma, Vorerkrankungen, Allergien)
  • Klare Indikationsstellung zur Durchführung der Notfallnarkose 

Aufgabenverteilung und Kommunikation:

  • Klare Rollenverteilung im Team (z. B. Intubation, Medikamentengabe, Monitoring)
  • Nutzung von Checklisten zur strukturierten Vorbereitung und Vermeidung von Fehlern
  • Absprachen zur Sicherstellung einer reibungslosen Zusammenarbeit, inklusive eines „Team Timeouts“ vor der Narkose

Antizipation von Komplikationen:

  • Vorbesprechung möglicher Schwierigkeiten wie Atemwegsprobleme oder hämodynamische Instabilität
  • Bereitstellung von Notfallmaßnahmen und alternativen Verfahren, falls die primäre Strategie scheitert
 Achtung

Ein sorgfältiges Team-Assessment schafft die Grundlage für eine sichere und effiziente Durchführung der präklinischen Notfallnarkose, insbesondere unter den erschwerten Bedingungen des Rettungsdienstes.

Optimierung des Arbeitsbereichs

Im präklinischen Setting ist es oft schwierig, ideale Bedingungen zu schaffen. Dennoch ist es wichtig, ein möglichst kontrolliertes Umfeld zu etablieren:

Gestaltung des Arbeitsraums: 

  • Unnötige Gegenstände oder Personen müssen entfernt werden, um Bewegungsfreiheit und Zugang zur Patientin oder zum Patienten zu gewährleisten

Lichtverhältnisse verbessern:

  • Eine ausreichende Beleuchtung ist essenziell, insbesondere für die Intubation

Lärmreduzierung: 

  • Störende Geräusche und unnötige Kommunikation müssen minimiert werden, um Konzentration und klare Absprachen zu fördern
 Tipp

Die Optimierung der Umgebung bei der präklinischen Notfallnarkose ist entscheidend für ein erfolgreiches und sicheres Vorgehen.

Patient:innen Assessment

Das Patient:innen Assessment bildet die Grundlage für eine sichere und effektive präklinische Notfallnarkose. Es dient dazu, den klinischen Zustand der Patient:innen systematisch zu erfassen und mögliche Komplikationen frühzeitig zu erkennen.

Bewertung der Atemwege

Mallampati-Klassifikation
  • Einschätzung der Atemwegsverhältnisse (z. B. Mundöffnung, Halsbeweglichkeit, anatomische Besonderheiten)
  • Nutzung von Hilfsmitteln, wie dem Mallampati-Score zur Beurteilung eines schwierigen Atemwegs 

Bewusstsein:

  • Einsatz der Glasgow-Coma-Scale (GCS) zur quantitativen Beurteilung von Vigilanz und neurologischem Zustand

Kreislauf:

  • Kontrolle der Vitalparameter: Blutdruck, Herzfrequenz, Sauerstoffsättigung (SpO₂)
  • Identifikation von Hypotonie oder Kreislaufinstabilität, die eine schnelle Intervention erfordern

Anamnese und Risikofaktoren:

  • Wenn möglich: Erfragen von Vorerkrankungen, Allergien, Medikamenteneinnahme
  • Wenn möglich: schnelle SAMPLERS-Anamnese 
 Achtung

Alle Informationen sollten schnell, strukturiert und im Team kommuniziert werden. Notfallmaterialien und Medikamente müssen auf Basis des Assessments vorbereitet werden.

Vorbereitung der Patient:innen

Lagerung der erkrankten Person:

  • Eine stabile und sichere Lagerung erleichtert die Atemwegssicherung
  • Wenn möglich, sollte die erkrankte Person in Rückenlage gebracht werden und der Oberkörper 30° hoch positioniert werden

Kreislauf:

  • Bei hämodynamischer Instabilität Kreislaufstabilisierung durch Volumengabe und Vasopressoren vor der Narkoseeinleitung 

Intravenöse Zugänge:

  • Etablierung von 2 sicher liegenden i.v.-Zugängen 

Monitoring:

  • Sauerstoffsättigung (SpO₂)
  • Elektrokardiogramm (EKG)
  • Nicht-invasive Blutdruckmessung (NIBP)
  • Kapnografie (EtCO₂)

Präoxygenierung:

Die Präoxygenierung ist ein entscheidender Schritt vor der Narkose im Rettungsdienst, um eine ausreichende Sauerstoffreserve im Körper aufzubauen. Sie minimiert das Risiko einer Hypoxie während der Phase der Apnoe, insbesondere bei der Intubation und Atemwegssicherung.

Die Präoxygenierung soll möglichst frühzeitig beginnen und mindestens 3 Minuten andauern.

Maßnahme Adäquate Spontantmung Keine adäquate SpontanatmungBemerkung
Sauerstoffmaske mit Reservoirbeutel

        

  • Sauerstofffluss von 12–15 l/min
  • Effektive Präoxygenierung bei spontan atmenden Patient:innen
CPAP    
  • Geeignet bei Patient:innen mit respiratorischer Insuffizienz, z. B. bei akutem Lungenödem
  • Bietet zusätzlichen PEEP, um die Alveolen offen zu halten
Beutel-Masken-Beatmung

.       

.      

  • Bei Patient:innen mit inadäquater Spontanatmung oder Bewusstlosigkeit
  • Vorsicht vor Magenüberblähung; Technik muss korrekt angewendet werden
 Merke
Ziel der Präoxygenierung
  • Maximierung der Sauerstoffspeicher: Auffüllen der alveolären Sauerstoffreserven und Reduktion des Stickstoffanteils in der Lunge
  • Verlängerung der Apnoezeit: Verlängerung der Zeitspanne, in der die erkranke Person ohne Sauerstoffzufuhr ausreichend oxygeniert bleibt
 Achtung

Bei einer RSI, also auch jeder präklinischen Narkose, wird der Patient nach Applikation der Medikamente nicht noch einmal beatmet, bevor die Atemwegssicherung geschieht (Zwischenbeatmung). Der Grund dafür ist eine Vermeidung von der Regurgitation von Magensaft bei ausgeschalteten Schutzreflexen. 

Sofern eine Sicherung der Atemwege nicht schnell genug vonstattengehen kann, ist eine Beatmung natürlich unumgänglich.

Medikamentenauswahl und Vorbereitung 

Auswahl der Medikamente:

Bei der Rapid Sequence Induction (RSI) in der präklinischen Notfallnarkose ist die gezielte Auswahl der Medikamente entscheidend, um eine sichere und schnelle Narkoseeinleitung zu gewährleisten. Die Auswahl richtet sich nach der präklinischen Situation, dem Kreislaufstatus sowie den Vorerkrankungen der erkrankten Person.

Folgende Medikamente sind immer Bestandteil einer Notfallnarkose:

  • Opioide
  • Narkotika
  • Muskelrelaxanzien

Die hier aufgeführten Medikamente sind die häufigst genutzten Substanzen zur Einleitung einer Notfallnarkose inklusive wichtiger Notfallmedikamente.

MedikamentengruppeBeispielpräparat
Opioide
  • Fentanyl
  • Sufentanil
Narkotika
  • Propofol
  • Esketamin
  • Thiopental
Benzodiazepine
  • Midazolam
Muskelrelaxanzien
  • Rocuronium
  • Suxamethonium
Vasopressoren
  • Noradrenalin
  • Akrinor 
Anticholinergika
  • Atropin
 Info

Die Auswahl der Medikamente für die Notfallnarkose liegt in der Verantwortung des Notarztes. Dieser entscheidet auf Grundlage des klinischen Zustands der Patient:innen, der vorliegenden Indikationen sowie möglicher Kontraindikationen, welche Medikamente verwendet werden.

Vorbereiten der Medikamente:

Eine strukturierte und sorgfältige Vorbereitung der Medikamente ist für die sichere Durchführung einer Rapid Sequence Induction (RSI) im Rettungsdienst unerlässlich. Sie gewährleistet einen reibungslosen Ablauf und minimiert das Risiko von Fehlern in der Stresssituation einer Notfallnarkose.

Zur sicheren Vorbereitung und späteren Anwendung der Medikamente dient die 6-R-Regel:

RRichtige Person
Patient
RRichtiges Arzneimittel
Pille
RRichtige Dosierung
RRichtige Applikationsform
RRichtiger Zeitpunkt
Uhr
RRichtige Dokumentation
Checkliste
 Merke

Die 6-R-Regel sorgt im Rettungsdienst für eine sichere Medikamentengabe, minimiert Fehler und maximiert die Sicherheit von Patient:innen, besonders in zeitkritischen Situationen wie der Notfallnarkose.

Kennzeichnen der Medikamente:

  • Einheitliche Beschriftung:
    • Name des Medikaments
    • Konzentration (z. B. mg/ml)
    • Dosierung (falls berechnet)
  • Farbcodierte Spritzenaufkleber:
    • Standardisierte Farben für die schnelle Erkennung von Medikamentengruppe
 Tipp

Die klare und eindeutige Kennzeichnung von Medikamenten ist essenziell, um Verwechslungen zu vermeiden und die Sicherheit von Patient:innen zu gewährleisten. Dabei sollten standardisierte Verfahren und Farbkodierungen genutzt werden.

Vorbereitung der Atemwegssicherung 

  • Endotrachealtubus:
    • Auswahl der passenden Tubusgröße
    • Zur Orientierung können die folgenden Größen genutzt werden:
      • Frauen: Innendurchmesser: 7,5
      • Männer: Innendurchmesser: 8
    • Überprüfen der Cuff-Funktion durch Aufblasen mit Luft
  • Laryngoskop / Videolaryngoskop
    • Sicherstellen, dass die Lampe funktioniert und der passende Spatel (z. B. Macintosh oder Miller) aufgesetzt ist
  • Stethoskop
  • Cuffdruckmesser
  • Alternatives Atemwegsmanagement
    • Supraglottische Atemwegshilfe mit eingelegter Magensonde vorbereiten
  • Fixierungsmaterial
    • Klettbänder oder Tubushalter zur Fixierung des Tubus
  • Sauerstoff- und Beatmungsgeräte:
    • Beutel-Masken-System mit Reservoir
    • Beatmungsgerät einschalten und voreinstellen
  • Absaugung:
    • Überprüfen der Absaugpumpe und Anschluss eines Absaugkatheters
  1. Sorgfältige Indikationsstellung für die Durchführung einer Notfallnarkose
  2. Klare Kommunikation der Indikation zur Notfallnarkose an alle Teammitglieder
  3. Optimierung der Umgebungsbedingungen
    1. Wenn möglich: Transport in den Rettungswagen
    2. Korrekte Lagerung der erkrankten Person
  4. Unmittelbarer Beginn der Präoxygenierung bei spontan atmenden Patient:innen
  5. Vorbereitung der Narkosemedikamente und der Ausrüstung zur Atemwegssicherung
  6. Monitoring der Patient:innen:
    1. Anlegen von EKG
    2. Pulsoxymetrie (SpO₂)
    3. Blutdruckmessung (NIBP)
    4. Bereitstellung der Kapnografie
  7. Sicherstellung von zwei peripheren venösen Zugängen mit laufender Infusion
  8. Durchführung der Rapid Sequence Induction (RSI):
    1. Falls nötig, Aufhebung der HWS-Immobilisation mit manueller Inline-Stabilisation
    2. Ansage der Narkosemedikamente und schrittweise Applikation
      1. Opioid
      2. Narkotikum
      3. Muskelrelaxanz
  9. Abwarten von Bewusstseinsverlust und Wirkung der Muskelrelaxanzien
  10. Atemwegssicherung ohne Zwischenbeatmung
    1. Primäre Verwendung von einem Viedeolanryngoskop
  11. Kontrolle der Tubuslage:
    1. Mittels Kapnografie
    2. Auskultation und Überprüfung der Einführungstiefe
  12. Bei korrekter Tubuslage: Beendigung der Inline-Stabilisation und ggf. erneute HWS-Immobilisation mit Schiene
  13. Kontinuierliches Monitoring, inklusive permanenter Kapnografie und Anpassung der Beatmungsparameter am Gerät
  14. Aufrechterhaltung der Narkose und lückenlose Überwachung
  15. Frühes Erkennen und Behandeln von Vitalfunktionsstörungen
  16. Management möglicher Komplikationen bei Bedarf

Notfallnarkose beim schwerverletzten Patient:innen

 Info

26 Jahre, männlich, Zustand nach Verkehrsunfall, eingeklemmt im Fahrzeug. RR 100 mmHg, HF 110/min, SpO₂ 86 %, Körpergewicht ca. 70 kg. Schädel-Hirn-Trauma, Thoraxtrauma, offene Oberschenkelfraktur rechts sowie Sprunggelenksfraktur links.

AbschnittMaßnahmen / Medikamente
Analgosedierung (technische Rettung, Spontanatmung erhalten)Midazolam 3 mg i.v. + Esketamin 25 mg i.v. (ggf. 10 mg repetitiv alle 20 min) + Volumentherapie

Narkoseeinleitung 

(Kombination aus einem Hypnotikum/Sedativum + einem Analgetikum + einem Relaxans)

Esketamin 100 mg i.v. oder Fentanyl 0,2 mg i.v. oder Sufentanil 20 µg i.v. 
Thiopental 200 mg i.v. oder Midazolam 7 mg i.v. oder Propofol 100 mg i.v. 
Rocuronium 70–100 mg i.v. 
AtemwegssicherungGgf. Narkosevertiefung mit Midazolam 3–5 mg i.v.
NarkoseaufrechterhaltungVariante 1Fentanyl 0,15 mg i.v. (alle 20 min) + Rocuronium 20 mg i.v. (alle 20 min)
Variante 2Midazolam 3–5 mg i.v. (alle 20 min) + Esketamin 20 mg i.v. (alle 20 min)
KreislaufunterstützungNoradrenalin nach Ziel-RRsys. als Boli 10 µg i.v. titriert oder als Perfusor 0,1-1 µg/kgKG/min i.v.

Notfallnarkose bei Neurotrauma, Schlaganfall oder intrakranieller Blutung

 Info

65 Jahre, weiblich, im Bett aufgefunden. RR 160 mmHg, HF 70/min, SpO₂ 92 %, Körpergewicht ca. 70 kg. Pupillendifferenz rechts > links, Erbrochenes vorhanden, GCS 6.

AbschnittMaßnahmen / Medikamente

Narkoseeinleitung 

(Kombination aus einem Hypnotikum/Sedativum + einem Analgetikum + einem Relaxans)

Fentanyl 0,2 mg i.v. oder Sufentanil 20 µg i.v. oder Esketamin 100 mg i.v.
Thiopental 300 mg i.v. oder Propofol 140 mg i.v. 
Rocuronium 70–100 mg i.v. 
AtemwegssicherungGgf. Narkosevertiefung mit Midazolam 3–5 mg i.v.
NarkoseaufrechterhaltungVariante 1Fentanyl 0,15 mg i.v. (alle 20 min) + Rocuronium 20 mg i.v. (alle 20 min)
Variante 2Midazolam 3–5 mg i.v. (alle 20 min) + Esketamin 20 mg i.v. (alle 20 min)
KreislaufunterstützungNoradrenalin nach Ziel-RRsys. als Boli 10 µg i.v. titriert oder als Perfusor 0,1-1 µg/kgKG/min i.v.

Notfallnarkose bei kardialen Risikopatient:innen

Fallvariante 1 - Hypertensive Krise mit Lungenödem:

 Info

76 Jahre, männlich, bekannte koronare Dreigefäßerkrankung. RR 190 mmHg, HF 110/min, SpO₂ 84 %. Körpergewicht ca. 70 kg. Versagen der NIV-Therapie bei akutem Lungenödem.

AbschnittMaßnahmen / Medikamente

Narkoseeinleitung 

(Kombination aus einem Hypnotikum/Sedativum + einem Analgetikum + einem Relaxans)

Fentanyl 0,2 mg i.v. oder Sufentanil 20 µg i.v. 
Etomidat 20 mg i.v. 
Rocuronium 70–100 mg i.v. 
AtemwegssicherungGgf. Narkosevertiefung mit Midazolam 3–5 mg i.v.
NarkoseaufrechterhaltungFentanyl 0,1 mg i.v. (alle 20 min) + Midazolam 3-5 mg i.v. (alle 20 min)
KreislaufunterstützungNoradrenalin nach Ziel-RRsys. als Boli 10 µg i.v. titriert oder als Perfusor 0,1-1 µg/kgKG/min i.v.

Fallvariante 2 - Kardiogener Schock:

 Info

76 Jahre, männlich, bekannte koronare Dreigefäßerkrankung. RR 80 mmHg, HF 150/min, SpO₂ 83 %. Körpergewicht ca. 70 kg.

AbschnittMaßnahmen / Medikamente

Narkoseeinleitung 

(Kombination aus einem Hypnotikum/Sedativum + einem Analgetikum + einem Relaxans)

Fentanyl 0,2 mg i.v. oder Sufentanil 20 µg i.v.
Midazolam 7 mg i.v.
Rocuronium 70–100 mg i.v. 
AtemwegssicherungGgf. Narkosevertiefung mit Midazolam 3–5 mg i.v.
NarkoseaufrechterhaltungFentanyl 0,1 mg i.v. (alle 20 min) + Midazolam 3-5 mg i.v. (alle 20 min)
KreislaufunterstützungNoradrenalin nach Ziel-RRsys. als Boli 10 µg i.v. titriert oder als Perfusor 0,1-1 µg/kgKG/min i.v.

Notfallnarkose beim respiratorisch insuffizienten Patient:innen

 Info

75 Jahre, weiblich, seit mehreren Tagen produktiver Husten, Fieber und Verdacht auf Pneumonie. RR 140 mmHg, HF 110/min, SpO₂ 84 %. Körpergewicht ca. 70 kg. Zunehmende Somnolenz trotz nicht-invasiver Beatmung.

Variante 1:

AbschnittMaßnahmen / Medikamente

Narkoseeinleitung 

(Kombination aus einem Hypnotikum/Sedativum + einem Analgetikum + einem Relaxans)

Fentanyl 0,2 mg i.v. oder Sufentanil 20 µg i.v.
Propofol 110–160 mg i.v. oder Etomidat 20 mg i.v.
Rocuronium 70–100 mg i.v. 
AtemwegssicherungGgf. Narkosevertiefung mit Midazolam 3–5 mg i.v.
NarkoseaufrechterhaltungFentanyl 0,15 mg i.v. (alle 20 min) + Midazolam 3-5 mg i.v. (alle 20 min)
KreislaufunterstützungNoradrenalin nach Ziel-RRsys. als Boli 10 µg i.v. titriert oder als Perfusor 0,1-1 µg/kgKG/min i.v.

Variante 2:

AbschnittMaßnahmen / Medikamente

Narkoseeinleitung 

(Kombination aus einem Hypnotikum/Sedativum + einem Analgetikum + einem Relaxans)

Esketamin 35–100 mg i.v.
Midazolam 7 mg i.v.
Rocuronium 70–100 mg i.v. 
AtemwegssicherungGgf. Narkosevertiefung mit Midazolam 3–5 mg i.v.
NarkoseaufrechterhaltungEsketamin 20 mg i.v. (alle 20 Minuten) + Midazolam 3–5 mg i.v. (alle 20 min)
KreislaufunterstützungNoradrenalin nach Ziel-RRsys. als Boli 10 µg i.v. titriert oder als Perfusor 0,1-1 µg/kgKG/min i.v.
 Merke
„1221“-Narkose

Im Rahmen von zeitkritischen, lebensbedrohlichen Notfällen kann es manchmal notwendig sein, die Narkose sehr schnell einzuleiten. Hierfür kann orientierend die Merkhilfe „1221“ für Erwachsene hilfreich sein:

  • 1 Ampulle Midazolam (5 mg, pur)
  • 2 Ampullen Es-/Ketamin (100 mg Esketamin oder 200 mg Ketamin) auf 10ml
  • 2 Ampullen Rocuronium (~100 mg) auf 10ml
  • Zusätzlich: 1 Ampulle Theodrenalin/Cafedrin (2 ml Ampulle pur)

CAVE: Die Dosierungen und Ampullengrößen können variieren. Prüft, ob diese Regel in eurem Arbeitsbereich stimmt und angewandt werden kann.

KomplikationUrsacheLösung
Hypotonie
  • Medikamentenwirkung von Narkotika
  • Hypovolämie durch Blutverlust oder Volumenmangel
  • Volumengabe
  • Katecholamine
Bradykardie
  • Vagusreiz durch Laryngoskopie
  • Medikamentennebenwirkung 
  • Gabe von Atropin
Bronchospasmus, Laryngospamsus
  • Unzureichende Narkosetiefe
  • Irritation der oberen Atemwege durch Intubationsversuch
  • Manipulation einstellen
  • Narkose vertiefen
Aspiration
  • Fehlende Nüchternheit der Patient:innen
  • Erbrechen
  • Absaugen
Blutungen aus Mund 
  • Blutungen durch Trauma oder Manipulationen
  • Absaugen
Schwieriger Atemweg
  • Anatomische Schwierigkeiten
  • Blutungen im Atemweg durch Trauma oder Manipulationen
  • Erbrochenes oder Sekret in der Mundhöhle
  • Fehlende Sicht auf die Stimmbandebene trotz optimaler Technik
  • Eskalierendes Atemwegsmanagement
Tubusfehllage
  • Zu tiefes Vorschieben des Tubus in die Trachea
    • Einseitige Intubation, meist in den rechten Hauptbronchus
  • Fehlplatzierung in den Ösophagus
  • Lagekontrolle durch:
    • Kapnographie
    • Auskultation über beide Lungenflügel und Magen
    • Beobachtung von Thoraxbewegungen
  • Korrektur der Einführungstiefe oder erneuter Intubationsversuch
 Achtung

Die Durchführung einer Notfallnarkose birgt Risiken, weshalb Komplikationen frühzeitig erkannt, systematisch bewertet und konsequent behandelt werden müssen.

Beatmungsnotfall während der Narkose

Das DOPES-Schema ist eine strukturierte Methode zur Fehlersuche und Problemlösung bei beatmeten Patient:innen, insbesondere nach der Intubation. Es dient dazu, häufige Ursachen für Atemwegs- oder Beatmungsprobleme systematisch zu identifizieren und zu beheben.

 

DOPES-Schema
 Merke

Das DOPES-Schema hilft während eines Beatmungsnotfalls eine strukturierte Herangehensweise zu wahren. Atemwegsprobleme können rasch diagnostiziert und gezielt behoben werden. Es eignet sich sowohl für prähospitale Einsätze als auch für die klinische Notfallmedizin.

Erschwerte Bedingungen:

  • Begrenzter Platz und eingeschränkte Bewegungsfreiheit im Rettungswagen
  • Häufig unruhige Umgebung (z. B. Lärm, schlechte Beleuchtung)
  • Nicht-Nüchternheit der Patient:innen

Zeitdruck:

  • Schnelles Handeln erforderlich, da kritische Patient:innen oft instabil sind

Präoxygenierung:

  • Sicherstellen einer ausreichenden Sauerstoffsättigung trotz erschwerter Bedingungen.

Teamarbeit und Kommunikation:

  • Oft unbekannte Teamkonstellationen
  • Unterschiedliche Ausbildungsniveaus (Rettungssanitäter, Notfallsanitäter, Notarzt)
  • Abweichende Erfahrungswerte in der Durchführung einer Notfallnarkose

Die Durchführung einer Rapid Sequence Induction (RSI) erfordert bei bestimmten Patient:innengruppen spezielle Anpassungen, um Komplikationen zu vermeiden und die Sicherheit zu gewährleisten.

Besonderheiten bei Kindern 

 Merke
Reminder: Anatomische und physiologische Unterschiede 
  • Größere Zunge
  • Engere Atemwege
  • Höher liegender Kehlkopf (C3–C4)
  • Erhöhtes Risiko für Atemwegsobstruktionen durch Schwellungen
  • Höherer Sauerstoffverbrauch = geringere Sauerstoffreserve → schnellere Hypoxie
  • Höhere Herzfrequenz als primärer Kreislaufparameter → Bradykardie häufiger durch Hypoxie ausgelöst

Anpassungen bei der Narkoseeinleitung:

  • Besonders gründliche Präoxygenierung, um die Sauerstoffreserven zu maximieren
  • Medikamentendosierung anpassen
  • Zur Atemwegssicherung kleinere Tuben, oft ohne Cuff, nutzen
  • Alternative Atemwege (z. B. Larynxmaske) zur primären Atemwegssicherung nutzen

Besonderheiten bei Schwangeren

 Merke
Reminder: Physiologische Veränderungen 
  • Erhöhte Aspirationsgefahr durch reduzierten Tonus des unteren Ösophagussphinkters und Magenverlagerung
  • Reduzierte funktionelle Residualkapazität der Lunge → schneller Sauerstoffabfall
  • Erhöhter Sauerstoffbedarf
  • Kreislaufstabilität empfindlich gegenüber Hypotonie, da die Uterusdurchblutung nicht autoreguliert ist
  • Erhöhtes Risiko einer Thromboembolie 

Anpassungen bei der Narkoseeinleitung:

  • Besonders gründliche Präoxygenierung, um die Sauerstoffreserven zu maximieren
  • Volumengabe und ggf. Vasopressoren (z. B. Noradrenalin) zur Aufrechterhaltung des Blutdrucks
  • Die Linksseitenlagerung (nach Narkoseeinleitung) minimiert das Risiko eines Vena-cava-Kompressionssyndroms
  • Besondere Vorsicht bei der Auswahl der Medikamente (siehe Artikel Notfallmedikamente in der Schwangerschaft)
  • Um die fetale Homöostase zu gewährleisten, sollten Hypotonie, Hypokapnie und Hyperkapnie unbedingt vermieden werden
  • Angestrebter etCO2-Wert: 30 mmHg
 Definition

Die fetale Homöostase beschreibt die Aufrechterhaltung eines stabilen inneren Milieus im Fötus, das für das Wachstum, die Entwicklung und das Überleben im Uterus essenziell ist. Dieser Zustand wird durch eine enge Interaktion zwischen mütterlichen, plazentaren und fetalen Systemen gewährleistet

Zur Zusammenfassung hier die Hard Facts, die bei der Examensvorbereitung oder im Einsatz helfen können:

Indikationen:

  • Akute respiratorische Insuffizienz
    • Hypoxie und/oder Atemfrequenz (<6 oder >29/min) und Kontraindikationen gegen eine oder Versagen einer nicht invasiven Ventilation (NIV)
  • Bewusstlosigkeit/neurologisches Defizit mit Aspirationsgefahr
  • Polytrauma/schweres Trauma mit
    • Hämodynamischer Instabilität, systolischer Blutdruck <90 mmHg
    • Hypoxie mit SpO2 <90 % trotz O2-Gabe
    • Schädel-Hirn-Trauma mit GCS <9
  • Zustand nach Reanimation (ROSC)

Medikamente der RSI:

Bei der Rapid Sequence Induction (RSI) in der präklinischen Notfallnarkose ist die gezielte Auswahl der Medikamente entscheidend, um eine sichere und schnelle Narkoseeinleitung zu gewährleisten. Die Auswahl richtet sich nach der präklinischen Situation, dem Kreislaufstatus sowie den Vorerkrankungen der erkrankten Person.

Folgende Medikamente sind immer Bestandteil einer Notfallnarkose:

  • Opioide
  • Narkotika
  • Muskelrelaxanzien

Vorbereitung:

  • Team-Assessement:
    • Zustandsbewertung der Patient:innen
    • Aufgabenverteilung
  • Optimierung des Arbeitsbereichs:
    • Umgebungsoptimierung
  • Patientin:Assessement:
    • Bewertung der Atemwege und Kreislauf
    • Notfallanamnese
  • Vorbereitung der Patient:innen:
    • Lagerung
      • Kreislaufstabilisierung
      • Monitoring
      • Präoxygenierung
 Merke
Ziel der Präoxygenierung
  • Maximierung der Sauerstoffspeicher: Auffüllen der alveolären Sauerstoffreserven und Reduktion des Stickstoffanteils in der Lunge
  • Verlängerung der Apnoezeit: Verlängerung der Zeitspanne, in der die erkranke Person ohne Sauerstoffzufuhr ausreichend oxygeniert bleibt
  • Vorbereitung der Medikamente:
    • 6-R-Regel
    • Eindeutige Kennzeichnung
  • Vorbereitung der Atemwegssicherung:
    • Primär: Endotrachelatubus
    • Alternativ: suppraglottishe Atemwegshilfe

Durchführung:

  1. Sorgfältige Indikationsstellung für die Durchführung einer Notfallnarkose
  2. Klare Kommunikation der Indikation zur Notfallnarkose an alle Teammitglieder
  3. Optimierung der Umgebungsbedingungen
  4. Unmittelbarer Beginn der Präoxygenierung bei spontan atmenden Patient:innen
  5. Vorbereitung der Narkosemedikamente und der Ausrüstung zur Atemwegssicherung
  6. Monitoring der Patient:innen:
  7. Sicherstellung von zwei periphervenösen Zugängen mit laufender Infusion
  8. Durchführung der Rapid Sequence Induction (RSI)
  9. Abwarten von Bewusstseinsverlust und Wirkung der Muskelrelaxanzien
  10. Atemwegssicherung ohne Zwischenbeatmung Patient:innen
  11. Kontrolle der Tubuslage
  12. Bei korrekter Tubuslage: Beendigung der Inline-Stabilisation und ggf. erneute HWS-Immobilisation mit Schiene
  13. Kontinuierliches Monitoring, inklusive permanenter Kapnographie und Anpassung der Beatmungsparameter am Gerät
  14. Aufrechterhaltung der Narkose und lückenlose Überwachung
  15. Frühes Erkennen und Behandeln von Vitalfunktionsstörungen
  16. Management möglicher Komplikationen bei Bedarf

Komplikationen:

  • Hypotonie
  • Bradykardie
  • Aspiration
  • Schwieriger Atemweg
  • Beatmungsnotfälle → DOPES-Schema

Erschwerte Bedingungen:

  • Begrenzter Platz und eingeschränkte Bewegungsfreiheit im Rettungswagen
  • Häufig unruhige Umgebung (z. B. Lärm, schlechte Beleuchtung)
  • Nicht-Nüchternheit der Patient:innen

Besondere Patientengruppen:

  • Anpassung der Narkose notwendig bei:
    • Kindern
    • Schwangeren
  • Längere Präoxygenierung
  • Schwieriger Atemweg
  • Vorsicht bei der Medikamentenauswahl
Zuletzt aktualisiert am 09.06.2026
Analgesie durch Notfallsanitäter:innen (Patient:innen bis 30 kg KG)
Medikamentengabe
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